Forum: HF, Funk und Felder Richtfunkstrecken - Wer kommt an Karten ran?


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von Andreas (Gast)


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Hi,
ich hab mal bei der Bundesnetzagentur gefragt ob man Karten mit 
Richtfunkstrecken bekommen könnte.

Wozu? Braucht man doch gar nicht - das ist natürlich Richtig aber bitte 
solche Beiträge einfach nicht verfassen. Über Sinn und Unsinn von 
manchen Beiträgen wird immer diskutiert aber das ist ja nicht was der 
Fragende will - das nur mal so zur Info weil ich das immer in Foren sehe 
;)

Man sieht überall diese Trommeln hängen, manche Türmchen platzen 
regelrecht vor Richtfunk Antennen. Da fragt man sich natürlich schon, 
wie sind die miteinander verbunden, wie weit ist die Gegenstelle und was 
läuft dort?
Bei Mobilfunk ist klar, die Vernetzung der Basisstationen untereinander. 
Wobei auch hier interessant ist, ob die mit der direkt nächsten 
verbunden sind oder eben nicht. Die haben ja nicht immer 5 
Richtfunkantennen zu den nächsten benachbarten Basisstationen sondern 
vielleicht 1 oder 2.

Bei Rundfunksendern ist auch klar, dass vom Sendestudio aus das 
Radioprogramm per Richtfunk an Türmchen auf Bergen weitergeleitet wird 
und von dort aus per Yagi ausgestrahlt und weiterverteilt wird.

Jedenfalls war die Antwort von der Netzagentur negativ, sonst würde ich 
das hier nicht verfassen:
"Voraussetzung für eine Einsichtnahme ist die Beteiligung an einem 
konkreten Breitbandausbauprojekt. Zu den Einsichtnahmeberechtigten 
zählen beispielsweise Planungsbüros, Netzbetreiber und 
Gebietskörperschaften."
Das ist deren Antwort.

Weiß jemand wie man ansonsten an solche Karten kommen kann? Hat 
vielleicht schon irgendwo jemand solche Karten erstellt? Bei 
OpenStreetMaps wurde das Thema auch diskutiert (dass man 
Richtfunkstrecken einzeichnen könnte) aber das ist wohl im Sande 
verlaufen.

Also einfach mal aus Interesse und Neugierde
Bin gespannt auf die Antworten :)

von M. K. (kichi)


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Naja es gibt die Karte mit den Basisstationen und ein paar Infos zur 
jeweiligen Station. Mehr wirst du da nicht finden, da es vermutlich 
nicht unbedingt im Interesse der Betreiber ist, dass jeder alles darüber 
weiß. Bringt dem Ottonormalverbraucher ja auch kaum was...
http://emf2.bundesnetzagentur.de/karte/default.aspx

von Ham (Gast)


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> Man sieht überall diese Trommeln hängen, manche Türmchen platzen
> regelrecht vor Richtfunk Antennen.

An fast allen Fernmeldetürmen verschwanden in den vergangenen 20 Jahren
die meisten grösseren Richtfunkantennen, da man auf Glasfaser mit 
weitaus grösserer Kapazität setzte.

> Bei Rundfunksendern ist auch klar, dass vom Sendestudio aus das
> Radioprogramm per Richtfunk an Türmchen auf Bergen weitergeleitet wird
> und von dort aus per Yagi ausgestrahlt und weiterverteilt wird.

Die Progammzuführung an die einzelnen Senderstandorte erfolgt schon
seit langem in aller Regel per Satellit oder auch LWL. Der herkömmliche 
Richtfunk spielt hier keine Rolle mehr.

Als Sendeantennen dienen keine Yagis, sondern nahezu auschliesslich 
Dipolfelder, die in der Vertikalebene sehr stark bündeln.

von Andreas (Gast)


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Zu Sendetürmen auf Bergen wird das Programm eben doch noch per Richtfunk 
gesendet. Erklär mir mal was Du auf folgendem Bild siehst:
https://www.google.de/maps/place/SWR+Studio+Mannheim-Ludwigshafen/@49.476713,8.496079,3a,75y,90t/data=!3m8!1e2!3m6!1s-Ervh5ybjFHo%2FVqy7Cdw2G2I%2FAAAAAAAAHik%2FuJCfSEyhQvM8WfXdPDuRK3gaKe4tonXIQCJkC!2e4!3e12!6s%2F%2Flh3.googleusercontent.com%2F-Ervh5ybjFHo%2FVqy7Cdw2G2I%2FAAAAAAAAHik%2FuJCfSEyhQvM8WfXdPDuRK3gaKe4tonXIQCJkC%2Fw203-h130-k-no%2F!7i1200!8i769!4m5!3m4!1s0x4797cebed721a133:0xe8b0ba28cd8f4558!8m2!3d49.4765249!4d8.4963913!6m1!1e1

Das ist der Sender beim SWR Studio Mannheim.
Siehst Du hier nicht auch 2 Trommeln und Yagi Antennen?

Auf den Fernmeldetürmen haste Recht, da sieht man manchmal einen auf dem 
vielleicht 2 Trommeln installiert sind.

In Mannheim seh ich übrigens 2 Türmchen die voll mit Richtfunkantennen 
bestückt sind und ich glaube nicht, dass das alles nur für Mobilfunk 
sein soll

von Andreas (Gast)


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von Purzel H. (hacky)


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Irgendwie wird nicht ganz klar weswegen du die Daten haben willst. 
Oeffentliche Infrastruktur auf Verwundbarkeit abklopfen ?

Ich wuerd die Informationen auch nicht rausgeben, wir sind im Jahr 2017, 
nicht mehr im 2000.

von Andreas (Gast)


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Na, wenn man was verwunden will, geht man zu so einem Türmchen hin und 
macht Schnipp Schnapp Kabel ab, dann sendet da auch nichts mehr.

Das ist einfach aus Neugierde um zu sehen wie die Vernetzung aussieht 
und wie groß die Funkstrecken sind

von Reinhard S. (rezz)


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Zwölf M. schrieb:
> Ich wuerd die Informationen auch nicht rausgeben, wir sind im Jahr 2017,
> nicht mehr im 2000.

Was hat das damit zu tun?

von Sprachlos durch die Nacht (Gast)


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Reinhard S. schrieb:
> Was hat das damit zu tun?

Was kann man darauf antworten? Nicht viel...

von Schreiber (Gast)


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Ham schrieb:
>> Man sieht überall diese Trommeln hängen, manche Türmchen platzen
>> regelrecht vor Richtfunk Antennen.
>
> An fast allen Fernmeldetürmen verschwanden in den vergangenen 20 Jahren
> die meisten grösseren Richtfunkantennen, da man auf Glasfaser mit
> weitaus grösserer Kapazität setzte.

Dafür kamen tausende kleine Richtfunkstecken dazu. Zur Anbindung der 
vielen Handy-Basisstationen. Glasfaser ist zu teuer, DSL zu langsam (nur 
als Backup nutzbar)

von Joachim B. (jar)


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Andreas schrieb:
> Kann mir vorstellen, dass das Firmeninterne Verbindungen sind also
> jemand verbindet zwei Standorte mit Richtfunk und ist vom Internet quasi
> unabhängig...
> Also Richtfunk gibt es durchaus noch

ich arbeitete mal in einer Fa. die machten eine 
Gebäudenetzwerkverbindung mit Laser.

von Schreiber (Gast)


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Per Richtfunk kommt man auf einige hundert MBit/s das reicht um ein 
größeres Dorf mit schnellem Internet zu versorgen. In ländlichen 
Gegenden durchaus eine gängige Lösung, wenn es schnell gehen und wenig 
Kosten soll.

Alternativ noch bei Firmen als DSL-Verlängerung, Standortvernetzung oder 
um eine redundante Anbindung zu sicherzustellen.
Richtfunk kann auch ein Baggerfahrer nicht stilllegen...

von x0x (Gast)


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Schreiber schrieb:
> Richtfunk kann auch ein Baggerfahrer nicht stilllegen...

Du kennst die falschen Baggerfahrer... Wenn so ein 974 (Liebherr, 74t 
ohne Löffel) den Turm umhaut ist nix mehr mit Richtfunk ;)
Wenn er mit dem Löffel die Antenne abrupft ist auch duster....
Löffel vor der Antenne...
Wenn er die Stromleitung zum Turm kappt....

https://m.youtube.com/watch?v=tHNezroO0E8

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Zwölf M. schrieb:
> Oeffentliche Infrastruktur auf Verwundbarkeit abklopfen ?

kann man auch ohne einen Datenservice in Anspruch zu nehmen.
5 Leute, 5 LKW und ganz Norddeutschland steht still.
einfach nur an geeigneter Stelle "parken".

Jeder LKW-Unfall zeigt es einem, wie verwundbar Deutschland ist.

von Andreas (Gast)


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Da finde ich sowas hier interessant:
https://youtu.be/Er9Nv_uE4gw?t=1m21s
Hier werden die Antennen justiert. Interessanter wäre, ob man die 
Gegenstelle von dort aus sehen kann, evtl. mit einem Fernglas. Muss ja 
theoretisch eine Sichtverbindung zwischen den beiden Antennen herrschen.

Ericsson Mini-Link kann bis zu 4GBit/s übertragen. Da wird schon mit 
hochfrequenten Mikrowellen gearbeitet. Das ist also durchaus 
konkurenzfähig zu Glasfaser und ist relativ schnell errichtet. Ganz im 
Gegensatz zu eben Glasfaser.

Was ich mich auch frage ist, ob Vögel in der Nähe der Antenne gebraten 
werden :D

von NurDerPa (Gast)


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Andreas schrieb:
> Hier werden die Antennen justiert.

Und für jede Schraube die passende Zange..... Vollidioten bei der 
Arbeit.

von Andreas M. (andreas_m62)


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Zwölf M. schrieb:
> Irgendwie wird nicht ganz klar weswegen du die Daten haben willst.
> Oeffentliche Infrastruktur auf Verwundbarkeit abklopfen ?
>
> Ich wuerd die Informationen auch nicht rausgeben, wir sind im Jahr 2017,
> nicht mehr im 2000.

Der TE kann sich ja mit einem Kompass an den Turmfuß stellen
und die Gradzahlen/Marschrichtungszahlen erfassen, wo die Antennen 
hinzeigen.
Damit kann man dann auf einer Landkarte die Berge der Gegenstellen 
ermitteln und dort die Gegenprobe machen.

von Volker S. (sjv)


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von Phil J. (exloermond)


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Du gehst davon aus, das es ja quasi ein Richtfunkstreckenmonopol gibt.
Dem ist ja nicht so.

Telekom aka Media Broadcast hat noch enige.
Teilweise auch noch aus Postzeiten.

Altanlagen werden werden natürlich aufgrund  des großen Audwands nicht 
zurück gebaut.
Oft sind die Planen ziemlich zugemodert. Wenn sie nicht gereinigt werden 
ist die ein indikator für den eingestellten Betrieb

https://www.kdz-ws.net/index.phtml?La=1&sNavID=1748.62&mNavID=1748.27&object=tx,1748.77.1&kat=&kuo=1&text=&sub=0

Und oft vergessen....

https://www.qsc.de/de/produkte-loesungen/internet-telefonie-vernetzung/internetzugang/richtfunk/y

Du könntest natürlich versuchen wie FragdenStaat an weitere 
Informationen zu kommen. Das könnte aber aus den von der BNetzA 
genannten Gründen schwierig werden.

: Bearbeitet durch User
von Kai A. (kaiand1) Benutzerseite


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Phil J. schrieb:

> Du könntest natürlich versuchen wie FragdenStaat an weitere
> Informationen zu kommen. Das könnte aber aus den von der BNetzA
> genannten Gründen schwierig werden.

Nun das wäre doch mal eine Frage sowie dies sicherlich auch vom CCC 
Interesse hätten ;)

Aber da das ganze Sicherlich als Geheim eingestuft wird da leider unsere 
Infrastruktur sehr Verwundbar und so schon offen ist.....

Nur mal so als Info.. bei uns haben die mal in ein Schalthaus 
eingebrochen und haben dort Kupfer geklaut (nur das was Rumlag um keine 
Störung zu verursachen) was erst so 2 Tage später Bemerkt wurde...
Kannst ja denken was da Los war...
Zudem hätten die da auch durch den Versorgungstunnel in das Umspannwerk 
gelangen können und so ne halbe Stadt lahmlegen können...
Und selbst nach den Vorfall wurde nicht wirklich in mehr Sicherheit 
Investiert....

von Jochen (Gast)


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Hallo Phil,

Parabolspiegel und Richtfunkeinrichtungen werden abgebaut,
um die Miete für die Plätze einzusparen.

Gruß
Jochen

Beitrag #4978282 wurde vom Autor gelöscht.
von Johann L. (radiostar)


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Andreas schrieb:
> Muss ja
> theoretisch eine Sichtverbindung zwischen den beiden Antennen herrschen.

Nein. Bei langen Verbindungen hat man idR keine Sichtverbindung. Weil 
der  Funkstrahl sich auf die Erde zu krümmt.

von Ham (Gast)


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> Weil der Funkstrahl sich auf die Erde zu krümmt.

;-)

Bei fehlender Sichtverbindung bieten sich andere Übertragungswege an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Troposcatter

von Aron A. (arone)


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Bei Richtfunkverbindungen brauch man sogar mehr als nur die 
Sichtverbindung.
Stichwort Fresnelzone. Siehe hier: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Fresnelzone

von Andreas M. (andreas_m62)


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Nicht zwingend.
Ragt was in die 1.Fresnelzone rein, dann hat die Strecke nur mehr 
Dämpfung.
Radiooptische bzw. quasioptische Sicht reicht sogar bis hinter den 
Horizont.

: Bearbeitet durch User
von Andreas (Gast)


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Soweit ich weiß folgen Mikrowellen (welche Richtfunk ja nutzt) eben 
NICHT der Erdkrümmung. Bei Lang- und Mittelwellen ist das duirchaus der 
Fall aber ansonsten könnte man doch keine Verbindung mit Satelliten 
aufnehmen...

von Andreas M. (andreas_m62)


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Kommt immer darauf an, in welchem Winkel zur Erdoberfläche
man die gebündelten Wellen abstrahlt.

Übrigens werden auch Lichtwellen an der Erdoberfläche gekrümmt.
Das war das mit dem Sonnenuntergang am Meer oder mit dem Schiff am 
Horizont.

: Bearbeitet durch User

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