Hallo Community,
in einen der letzten Threads kam unter andere, die Frage auf, "Was man
dafür tun muss um als Entwickler im Silicon Valley" anzufangen.
Die Antworten waren eher ernüchternd, da die einschlägige Meinung war
das unseren akademischen Abschlüsse mit den Anforderungen des SV nicht
mithalten können.
Nun stellt sich für mich die Frage, inwieweit deutsche Unis und
Hochschulen mit internationalen Colleges und Unis in der Vermittlung von
Wissen mithalten können?
Kann man wirklich einen Uni Abschluss in Deutschland vom Niveau mit dem
z.B. einer amerikanischen Uni vergleichen, bzw. inwiefern hinken wir da
hinterher?
Klar gilt es natürlich noch zwischen renommierten privaten Hochschulen
wie Stanford, MIT, Harvard, Princeton etc. zu unterscheiden, aber auch
hier wäre der Vergleich mit unseren privaten Elite Unis interessant.
Bin mal auf eure Meinungen gespannt
In Deutschland ist das Niveau an allen Unis relativ gleich und den
meisten US-Unis weit überlegen. An den US Unis schwankt es nämlich sehr,
sehr stark. Da ist es vor allem wichtig auf welcher Uni man war.
DibaDu schrieb:> hier wäre der Vergleich mit unseren privaten Elite Unis interessant.
In Deutschland gibt es keine Elite-Unis und das ist auch gut so. Daran
ändert auch ein lächerlicher Versuch der Politik nichts.
DibaDu schrieb:> "Was man> dafür tun muss um als Entwickler im Silicon Valley" anzufangen.
Vor allem einen harten Einstellungstest und Auswahlverfahren bestehen.
Was mir bei meinem Master in England aufgefallen ist. Den ausländischen
Hochschulen ist es sehr wichtig, wie sie bei Rankings international und
national abschneiden. Viel mehr als es an Unis und Hochschulen in
Deutschland der Fall ist. Der Grund hierfür ist sehr naheliegend. Die
Unis kosten einen Haufen Geld. D.h. je höher sie in den Rankings sind,
desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich Leute aus dem Innland und
vor allem aus dem Ausland gerade für diese Uni und keine andere
entscheiden. D.h. einfach ausgedrückt, je höher das Ranking, desto mehr
Geld. Und logischerweise fließt deswegen auch viel Geld in Marketing
ein.
Da Unis in Deutschland größtenteils gebührenfrei sind, kümmerts hier
keinen richtig. Deswegen ist Werbung machen auch nicht höchste Priorität
... die Unis sind ja primär nicht dafür da, Geld einzubringen. Aus
diesem Grund sind vielleicht auch viele ausländische Unis einfach
bekannter als deutsche, obwohl die Lehre eigentlich in nichts nachsteht
und in manchen Bereichen wahrscheinlich sogar besser ist.
Laser schrieb:> je höher das Ranking, desto mehr> Geld. Und logischerweise fließt deswegen auch viel Geld in Marketing> ein.
Und das führt dann auch zu einer verteuerung der Studentenbuden, da sich
da besonders viele und vor allem die reichen tummeln.
Laser schrieb:> Aus> diesem Grund sind vielleicht auch viele ausländische Unis einfach> bekannter als deutsche, obwohl die Lehre eigentlich in nichts nachsteht> und in manchen Bereichen wahrscheinlich sogar besser ist.
Eben, da wird einfach viel Werbung gemacht und daher sind die viel
bekannter.
Was wohl das MIT für einen Aufwand betrieben hat, damit Wolowitz dort
studiert hat? ;)
Ich war mal in ein paar Vorlesungen in einer Hochschule (ob vergleichbar
mit FH oder Uni weiß ich nicht mehr) in Irland, und wirklich, nicht
übertrieben, im dritten Jahr (fünftes oder sechstes Semester) haben die
Sachen gemacht, die hier maximal Oberstufenniveau (in der Schule in
Nordrhein-Westfalen) wären.
Wie gut die Hochschulen Wissen vermitteln ist ein Sache.
Silikon-Valley ist aber vor allem mit SW-Entwicklung konnotiert. Und SW
entwickeln kann eine Hochschule nicht lehren. So wenig wie Englisch oder
Chinesisch oder Klavier. Ein paar allgemeine Aspekte und Techniken,
einige Schlüsselelemente in der Tiefe.
Ob Du im SV anfangen kannst, hängt daher viel mehr davon ab, was Du
außerhalb der Uni so machst. Wenn Du beispielsweise einen Objective-C
Compiler in einem Open-Source-Projekt voranbringst, offeriert Dir Apple
für ein Praktikum mehr Geld als hier als einfacher Web-Entwickler in der
Werbeklitsche.
Ich kenne paar ehemalige BWL-Studenten der FH Köln, die ihren letzten
Versuch für einen der Mathe-Scheine an der staatlichen Uni in San Diego
CA geschrieben haben und mit einem A zurück nach DE sind, wo sie
deswegen fast das Studium hätten abbrechen müssten.
Die Hochschullandschaft ist in Deutschland viel homogener als in
Frankreich oder den USA, wo es mehr starke Ausreisser in BEIDE
Richtungen gibt. Selbst mit dem Abschluss an einer Dorf-FH hat man gute
Voraussetzungen.
ABER wie schon gesagt: Softwareentwicklung im Silicon Valley ist nicht
das was im Studium gelehrt wird. Dort greifen die Unternehmen die besten
der besten ab, also auch aus dem Ausland wie Indien.
DibaDu schrieb:> Die Antworten waren eher ernüchternd, da die einschlägige Meinung war> das unseren akademischen Abschlüsse mit den Anforderungen des SV nicht> mithalten können.
Völliger Quark. Das hat nix mit akademischen Abschlüssen zu tun. Das SV
beschäftigt genug Studienabbrecher. Da ist also rein vom Abschluss her
selbst der schlechteste deutsche Absolvent besser.
Das SV sucht Leute, die einen voranbringen. Wer sich auf seinem
Studienabschluss ausruht, hat da eh schon verloren. Viel wichtiger sind
da die praktischen Erfahrung, die man auch nicht nur mit DnV sammelt.
Ein großer Recruiting-Punkt dort sind Hackathons, Code Camps oder
sonstige blumig benannte Nerd-Festivals. Wenn du dort überzeugst, ist
dein Abschluss egal.
Claus M. schrieb:> In Deutschland ist das Niveau an allen Unis relativ gleich und den> meisten US-Unis weit überlegen.
Nein, eher ist das Niveau der Lehrenden wit besser.
Bei den Amis fliegt ein HS-Lehrer auch mal raus.
Bei uns sind das alles "BEAMTE"!
> An den US Unis schwankt es nämlich sehr,> sehr stark. Da ist es vor allem wichtig auf welcher Uni man war.
Ja, aber da gibt`s auch Rankings die das Wort auch Wert sind!
> DibaDu schrieb:>> hier wäre der Vergleich mit unseren privaten Elite Unis interessant.
Privaten Elite Unis in D-land?
HoGoGoGO
> In Deutschland gibt es keine Elite-Unis und das ist auch gut so.
Warum?
> Daran> ändert auch ein lächerlicher Versuch der Politik nichts.
Versuch?
> DibaDu schrieb:>> "Was man>> dafür tun muss um als Entwickler im Silicon Valley" anzufangen.>> Vor allem einen harten Einstellungstest und Auswahlverfahren bestehen.
U.U., kann aber auch so laufen wie bei uns:
Entwickelt wird in low-cost Ländern!
Mein Major Fach in Informationstechnik war Softwareengineering.
Da haben wir sehr wohl gängige Konzepte, Theorien und Ansätze gelehrt
bekommen. Auch gab es Praxisprojekte, wo man wirklich gecodet hat, inkl.
Architekturdesign, mit Businesslayer zB als Datenbank eine Opensource DB
wie Postgresql ausgewählt und los gings.
Gab auch genug Papers zu lesen, was eigentlich SW Engineering wirklich
ist usw.
Warum soll das nicht wissenschaftlich sein?
Im Gegenteil, ich finde es sehr spannend, SW steckt einfach überall drin
und ich kann mich in verschiedenen Bereichen somit austoben.
Thomas1 schrieb:> Andere Länder wie Frankreich, England, USA haben Eliteunis. Dort> sind die Bedingungen deutlich besser.
Naja. Belegt ein paar Kurse an der ETH Zürich im Bereich SW Engineering.
Kann ich nur empfehlen. Gibt ein eigenes SW Institute.
http://se.inf.ethz.ch
klausi schrieb:> Thomas1 schrieb:>> Andere Länder wie Frankreich, England, USA haben Eliteunis. Dort>> sind die Bedingungen deutlich besser.>> Naja. Belegt ein paar Kurse an der ETH Zürich im Bereich SW Engineering.>> Kann ich nur empfehlen. Gibt ein eigenes SW Institute.>> http://se.inf.ethz.ch
Oh Klausi, sorry aber die ETH mag nicht schlecht sein, aber sie mit
Eliteunis zu vergleichen.... tzzz.
Klausi Fan schrieb:> Oh Klausi, sorry aber die ETH mag nicht schlecht sein, aber sie mit> Eliteunis zu vergleichen.... tzzz.
Was sind für dich Elite Unis? Wo man viel zahlt, um reinzukommen, oder
anderes?
Dein klausi..
DibaDu schrieb:> in einen der letzten Threads kam unter andere, die Frage auf, "Was man> dafür tun muss um als Entwickler im Silicon Valley" anzufangen.> Die Antworten waren eher ernüchternd, da die einschlägige Meinung war> das unseren akademischen Abschlüsse mit den Anforderungen des SV nicht> mithalten können.> Kann man wirklich einen Uni Abschluss in Deutschland vom Niveau mit dem> z.B. einer amerikanischen Uni vergleichen, bzw. inwiefern hinken wir da> hinterher?
Das ist keine Frage der Uni ,das ist eine Frage der Wissbegier und der
Fähigkeit autodidaktisch zum Experten zu werden!
Viele der Cracks im Silicon Valley sind Studienabbrecher, auch
hierzulande laufen einem excellenten "Self-Made-Engineer" über den Weg
die sich eher zum Abschluss gequält haben.
Also vergiss das "Ich schreib fürs richtige Studium ein und alles wird
gut"! Besorg dir lieber einen RasPi und programmier bare metal zur
DronenKunstFlug-Steuerung - dann brauchst Du dir um einen
Entwicklerkarriere keine Sorgen zu machen.
klausi schrieb:> Was sind Elite Unis?
Alle, die nur eine Elite bezahlen kann. Da braucht man dann als
Fabrikantensohn nicht neben einem Arbeitersohn sitzen.
Harald W. schrieb:> Alle, die nur eine Elite bezahlen kann. Da braucht man dann als> Fabrikantensohn nicht neben einem Arbeitersohn sitzen.
Darauf kann man sich im Zeitalter der Neureichen auch nicht mehr
verlassen. Ich sag nur Carsten Maschmeyer, Robert Geiss, Anton
Schlecker, ..
Thomas1 schrieb:> Andere Länder wie Frankreich, England, USA haben Eliteunis. Dort> sind> die Bedingungen deutlich besser.
Aber nur wenn man reich, richtig reich ist oder sich für den Rest seines
Lebens verschuldet. Dann doch lieber deutsche Uni.
Thomas1 schrieb:> Andere Länder wie Frankreich, England, USA haben Eliteunis. Dort sind> die Bedingungen deutlich besser.
Ja, aber dem Otto Normal Ingenieurs Student hilft auch eine
Eliteuniversität nicht zur erfolgreichen Entwicklerkarriere. Wer Talent
und Leidenschaft hat, der braucht keine zur Elite Deklamierte
Bidungseinrichtung.
Die Bedingungen für eine Entwicklerkarriere sind grösstenteils glaich:
-erforderliches Wissen ist frei verfügbar
-Hardware und Netzzugang auch für Schüler bezahlbar
-es ist ein leichtes für mehrere Stunden am Tag andere Verpflichtungen
zurückzustellen
Die Kultur der Autoditakten und das gegenseitige Helfen (bspw.
HAM-Spirit, Hacker-Ethics) könnte besser sein ist aber (zumindest in
Grossstädten) vorhanden - Gleichgesinnte sollte sich immer finden
lassen, nicht zuletzt über Internetforen.