Chris schrieb:
> Das Kabel ist wie ein Tunnel der mit 100 Autos voll
> ist.
Ja.
> Besonderheit alle Autos fahren zur gleichen Zeit los.
Nein! Wie denn?
Wenn der Transistor z.B. am linken Ende des Kabels
angeschlossen ist, und er bricht im Moment t=0 durch,
wie - um alles in der Welt - soll das rechte Ende des
Kabels zum Zeitpunkt t=0 etwas von der Entladung merken?
Die Laufzeit betraegt 5ns!
Bei t=0 flieszt nur direkt am Transistor Strom; 1ns spaeter
flieszt auch 20cm weiter rechts im Kabel Strom in Richtung
Transistor, 2ns spaeter 40cm weiter rechts und so weiter.
Nach 5ns ist das Wellental am rechten Kabelende angekommen
und wird dort reflektiert (das dauert dann nochmal 5ns).
> Was macht ein Kondensator anders?
Er entlaed sich exponenziell.
> Wie sieht die Entladekurve eines Koax Kabels im Vergleich
> zum Kondensator aus.
Sie ist bereichsweise konstant und springt dann.
> Wenn ich einen gewickelten Kondensator habe. Dann sind es
> doch zwei Metallstreifen welche isoliert aufgewickelt sind.
> Dort sind doch auch gewisse Wegstrecken zurückzulegen.
Ja - aber diese sind viel kuerzer. Man verschweisst die Wickel
sogar stirnseitig, damit die Stromwege moeglichst kurz werden.
Trotzdem ist es so, dass bei hinreichend hohen Frequenzen
diese Wickelkondensatoren nicht mehr als Kondensatoren
wirken. Ja, das ist so.
> Ich war auch der Meinung das nur der Impuls weitergegeben
> wird mit Lichtgeschwindigkeit die einzelnen Elektronen aber
> durchaus langsamer unterwegs sind.
Das ist ja auch richtig. Schneller als Lichtgeschwindigkeit
geht aber nun mal nicht.
Wenn die Bauteile bzw. Leitungen groeszer als ca. Lamda/10
werden, sind Laufzeiteffekte nicht mehr vernachlaessigbar!
Du darfst bei 100MHz NICHT mehr davon ausgehen, dass am linken
Ende eines 1m langen Koaxkabels dieselben Verhaeltnisse
vorliegen wie am rechten. Das ist NICHT der Fall!