Berechnete Induktivität ungleich Gqewickelter

OP #4982269
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Für den Ausgangsfilter eines Class-D Verstärkers wollte ich mir gerade 
eine 24µH-Induktivität wickeln.
Da ich hier noch einen blauen T130-1 Ringkern hatte, hab ich mit dem 
miniRingkernrechner ausgerechnet, dass ich da 35 Windungen brauche.

Beim Überprüfen mit einem LCR-Meter (GW Instek LCR819) messe ich da 
jetzt aber eine Induktivität von etwa 8mH! Das sind ja beinahe 3 
Größenordnungen Unterschied! Zugegebenermaßen kann das Messgerät nur bis 
zu einer Frequenz von 100kHz messen, aber darin sollte der Fehler doch 
nicht liegen? Wie kommt es zu so einer großen Differenz?
#4982296
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@A. D. (egsler)

>Für den Ausgangsfilter eines Class-D Verstärkers wollte ich mir gerade
>eine 24µH-Induktivität wickeln.

Bei welchem Sättigungsstrom?

>Da ich hier noch einen blauen T130-1 Ringkern hatte, hab ich mit dem
>miniRingkernrechner ausgerechnet, dass ich da 35 Windungen brauche.

>Beim Überprüfen mit einem LCR-Meter (GW Instek LCR819) messe ich da
>jetzt aber eine Induktivität von etwa 8mH! Das sind ja beinahe 3
>Größenordnungen Unterschied! Zugegebenermaßen kann das Messgerät nur bis
>zu einer Frequenz von 100kHz messen, aber darin sollte der Fehler doch
>nicht liegen?

Doch. Wenn du nahe der Resonanzfrequenz mißt, kann so ein arg falsches 
Ergebnis rauskommen. Miß mal mit 1-10 kHz. Oder dein Ringkern ist nicht 
der, den du zu haben glaubst.
Gast #4982311
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A. D. schrieb:
> Wie kommt es zu so einer großen Differenz?

Da bist du wohl auf die bescheuerte AL-Wert-Angabe reingefallen. Du hast 
mit AL=20nH/Wdg² gerechnet, aber im Datenblatt des Kerns lautet die 
Angabe 200.000µH/100Wdg, was einem von AL=20.000nH/Wdg² entspricht. 
Trotzdem passt da was nicht, weil deine 8mH bei 35Wdg einen AL~6.500 
benötigen. Mit 35Wdg auf dem T130-1 solltest du auf 24,5mH kommen.
Moderator #4982391
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Amidon ist eine US-Firma, deswegen ist der Punkt das Dezimal- und das
Komma das Tausenderzeichen. Letzteres wird im Datenblatt für die Zahl
10,000 (Zehntausend) in den Umrechnungsformeln verwendet. Der T-130-1-
Kern hat ja sicher auch nicht einen Durchmesser von 1300in = 33m :)

24,5mH, aber auch schon die gemessenen 8mH sind bei einem Kern dieser
Größe mit nur 35 Windungen unabhängig vom Material völlig unrealistisch.

ArnoR schrieb:
> Hatten die massenhaft Nullen übrig die wegmussten oder was soll das?

Excel :) Einmal die gesamte Tabelle markiert und das Format auf drei
Nachkommastellen eingestellt, was bei den anderen Einträgen ja durchaus
passend ist.

ArnoR schrieb:
> bescheuerte AL-Wert-Angabe

Das ist nicht nur bescheuert, sondern schlichtweg falsch.

Richtig wäre (wenn man die Angabe unbedingt auf 100 Windungen beziehen
will):

    µH/(100 Turns)²

Man hätte aber auch den Zahlenwert durch 10 dividieren und als Einheit
nH/Turns² nehmen können, im Beispiel also 20nH/Turns². Ach nee, geht
auch nicht, weil die Amis kein Nano kennen :)
Gast #4982427
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Yalu X. schrieb:
> 24,5mH, aber auch schon die gemessenen 8mH sind bei einem Kern dieser
> Größe mit nur 35 Windungen unabhängig vom Material völlig unrealistisch.

Ein kleinerer TX20/10/7 hat beim Material 3E6 einen AL=9.685nH/Wdg², was 
bei 35Wdg 12mH ergibt. Für einen AL von 20.000 braucht man bei dem 
T130-Kern eine Permeabilität von etwa 20.000, solche Materialien gibt 
es. 3E8 hat 18.000, 3E9 hat 20.000.
OP #4982454
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Ich gehe dann irgendwie mal davon aus, dass der Kern einfach ein anderer 
ist. Maße und Farbe haben gepasst, daher hab ich das schlicht so 
angenommen, aber der Kern scheint hier schon länger rumzuliegen und gar 
nicht von Amidon zu sein. Da kann ich mich ja grün und blau wundern...
Moderator #4982482
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ArnoR schrieb:
> Yalu X. schrieb:
>> 24,5mH, aber auch schon die gemessenen 8mH sind bei einem Kern dieser
>> Größe mit nur 35 Windungen unabhängig vom Material völlig unrealistisch.
>
> Ein kleinerer TX20/10/7 hat beim Material 3E6 einen AL=9.685nH/Wdg², was
> bei 35Wdg 12mH ergibt.

Ok, "unabhängig vom Material" war zu weit aus dem Fenster hinausgelehnt,
deswegen schränke ich meine obige Aussage auf Eisenpulverkerne ein (der
T-130-1 ist ja ein solcher) ;-)

Oder gibt es auch Eisenpulvermaterial mit um Größenordnungen höherer
Permeabilität?
Gast #4982732
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hinz schrieb:
> ArnoR schrieb:
>> Ein kleinerer TX20/10/7 hat beim Material 3E6 einen AL=9.685nH/Wdg², was
>> bei 35Wdg 12mH ergibt.
>
> 12µH!

Nöö, der Punkt ist hier nicht das Ami-Komma, sondern einfach die Marke 
nach der 3. Stelle. Der AL-Wert ist AL=9685nH/Wdg²=9,685µH/Wdg². 35Wdg 
ergeben dann 12mH.
Gast #4982779
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ArnoR schrieb:
> hinz schrieb:
>> ArnoR schrieb:
>>> Ein kleinerer TX20/10/7 hat beim Material 3E6 einen AL=9.685nH/Wdg², was
>>> bei 35Wdg 12mH ergibt.
>>
>> 12µH!
>
> Nöö, der Punkt ist hier nicht das Ami-Komma, sondern einfach die Marke
> nach der 3. Stelle. Der AL-Wert ist AL=9685nH/Wdg²=9,685µH/Wdg². 35Wdg
> ergeben dann 12mH.

Dann schreibs halt nicht wie ein Buchhalter.
Gast #4982818
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ArnoR schrieb:

> Und ist eigentlich hier auch üblich: [...]

Nicht in meinem Universum. Ich habe vor Jahrzehnten mal
gelernt, dass man einen Apostroph als Taustendertrennzeichen
nimmt: 1'000'000

Aber DAS waere ja eindeutig und unverwechselbar und geht
deshalb GAR NICHT! Da waeren ja tausende Arbeitsplaetze
gefaehrdet!

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