Forum: Offtopic Neuronale Netzwerke in der Börse


von M. M. (blackcow)


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Künstliche Neunonale Netzwerke (KNN) zu verwenden um den Aktienkurs 
vorherzusehen ist ja nichts Neues: 
http://www.iwr.uni-heidelberg.de/groups/reaflow/user/OLD/selle/docs/work.pdf

Die Methode basiert ja darauf, dass sich Muster im Kursverlauf 
wiederholen. Das dieser also nicht völlig chaotisch ist und Information 
im bisherigen Verlauf steckt. Ich würde intuitiv darauf tippen, dass 
lang- und mittelfristige Vorhersagen nicht mit dieser Methode möglich 
sind, da hier viele unvorhersehbare Variablen von außen beeinflussen und 
sie nicht viel mit der Vergangenheit zu tun haben.

Wie sieht es allerdings beim Daytrading aus? Auf welchen Methoden 
basieren die Kauf- und Verkaufentscheidungen der Broker? Nachrichten 
sind doch eher irrelevand, da diese nicht minütlich aktualisiert werden? 
Aber reine Bauchentscheidung kanns ja wohl auch nicht sein, sonst würde 
es dieses Geschäft nicht geben...

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Beim Daytrading versuchen die Broker, durch statistische Analysen der 
Kursentwicklungen herauszufinden, bei welchen Kursen Kauf- oder 
Verkaufsaufträge anderer Teilnehmer platziert wurden. Bei nicht 
automatisiert arbeitenden Systemen findet man häufig bei "runden" Werten 
etliche Aufträge. Ebenso gilt es herauszufinden, ob z.B. bei steigenden 
Kursen mehr oder weniger Kaufaufträge als Verkaufsaufträge platziert 
wurden. Manche Broker haben nämlich Trigger gesetzt, um neue Trends 
nicht zu verpassen, d.h. bei potentiell interessanten Unternehmen sofort 
einzusteigen, sobald Dritte ebenfalls dieser Meinung sind. Andere 
wiederum wollen bei unerwarteten Kursanstiegen ihre herumliegenden 
Aktion abstoßen, weil sie eben nicht auf längerfristig steigende Kurse 
setzen.

Ein Bekannter von mir arbeitet u.a. als selbstständiger Daytrader und 
entwickelt selbst entsprechende statistische Verfahren, von denen er 
glaubt, solche Trigger hinreichend zuverlässig zu erkennen und selbst 
automatisiert reagieren zu können. Mittlerweile funktioniert aber so 
etwas wohl nicht mehr so gut wie noch vor einigen Jahren.

von A. S. (Gast)


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Ob sowas jemals funktioniert hat oder wird, lässt sich wohl schlecht 
sagen. Hunderten von Millionen-Boni stehen einzelne Nick Leesons 
gegenüber, die das mehr als Wett machen.

Im Privaten Bereich ist das "verdoppeln oder Gewinn mitnehmen" 
beispielsweise so eine Strategie, die am Ende nur gewinnt, weil der 
Freund im Zweifel auf die Eintreibung der 65536 Euro zugunsten eines 
Kasten Bieres verzichtet.

von Kolja L. (kolja82)


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Triggern kann man so ziemlich jedes Ereignis bzw jede Information.
Das problem wird sein, die Spreu vom Weizen zu trennen.

von Berufsrevolutionär (Gast)


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M. M. schrieb:

> Wie sieht es allerdings beim Daytrading aus? Auf welchen Methoden
> basieren die Kauf- und Verkaufentscheidungen der Broker? Nachrichten
> sind doch eher irrelevand, da diese nicht minütlich aktualisiert werden?
> Aber reine Bauchentscheidung kanns ja wohl auch nicht sein, sonst würde
> es dieses Geschäft nicht geben...
Lotto ist 100% Bauchentscheidung und ein Millionengeschäft.


https://www.youtube.com/watch?v=2zMYqg_anUQ
Die Trigger sind zuweilen gekoppelt an so primitive Ereignise wie die 
täglichen Börsenöffnungszeiten - wacht Amerika auf - machen die 
amerikanischen Anleger ihre üblichen Trades.

Schau mal unter Hochfrequenzhandel (nein ich meine nicht die 
UMTS-Lizenz-Vergabe). da nutz man auch minimale Schwankungen aus.

von Jan H. (j_hansen)


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M. M. schrieb:
> Wie sieht es allerdings beim Daytrading aus? Auf welchen Methoden
> basieren die Kauf- und Verkaufentscheidungen der Broker?

Besonders beim HFT, in abgeschwächter Form auch beim Daytrading, wird 
ein großer Teil der Geschäfte von Algorithmen getätigt. Da gibt es 
Abteilungen von Mathematikern, die diese entwickeln, basierend auf ganz 
verschiedenen Methoden und Einflussgrößen.
Je schneller das Geschäft ist, desto schneller hat aber die Konkurrenz 
einen neuen Algorithmus entwickelt, der den bisher erfolgreichen 
Algorithmus dann ausnimmt, da dessen Geschäfte ja wiederum eine 
statistische Signatur im Handel hinterlassen.
Ich habe gelesen, dass gewinnbringende Algorithmen im HFT normalerweise 
nach einem Monat wieder obsolet sind. Beim Daytrading wird der Zeitraum 
etwas länger sein. Es gibt aber auch genug Daytrader, die mit 
Bauchgefühl arbeiten.

von Helmut H. (helmuth)


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Jan H. schrieb:
> wird ein großer Teil der Geschäfte von Algorithmen getätigt

... die in der Regel auf Maschinen im Rechenzentrum der Börse laufen 
http://www.eurexchange.com/exchange-de/technologie/co-location-services

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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M. M. schrieb:
> Wie sieht es allerdings beim Daytrading aus?

"Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen"
Mark Twain  Winston Churchill  Kurt Tucholsky

Nachtrag:
Zu neuronalen Netzen gab es mal einen recht großen Versuch [1] in 
Deutschland, allerdings erfolglos.

[1] https://www.rechenkraft.net/wiki/MoneyBee_(beendet)

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