Hallo Community,
ich möchte gerne mein Videobild was an einen 5,8GHz Analogsender geht so
gestalten das es nicht jeder ohne weiteres Empfangen kann.
Dafür habe ich überlegt das Signal über einen ADC einzulesen und die
Spannungen umzudrehen, 5V wird 0 und 0V 5V also das selbe auch mit allen
anderen Werten dazwischen. Die neuen Spannungen sollen dann wieder mit
DAC ausgegeben. An der Empfängerseite soll wieder alles umgedreht
werden.
Es soll möglichst genau gehen.
Hat jemand einen Vorschlag, wie man sowas vielleicht auch ohne
Microprozessor machen kann? Oder noch andere Anmerkungen dazu?
Hm, rechne mal aus, wieviel Zeit Du hast, um bei > 5MHz zu handelnden
Frequenzen die Wandlung durchzuführen und dann das Signal zu
rekonstruieren.
Nö, die OPV-Variante ist da mit schnellem OPV schon viel besser, noch
mehr zu empfehlen ist die seit 50 Jahren verwendete Variante mit 1
Transistor und 2 R, 1 C.
Gruß
Hallo,
den guten alten NE592 zum Beispiel.
Den kann man symmetrisch/unsymmetrisch/invertirend/nicht invertierend
betreiben wie man es braucht.
Bei der 14-Pin kann man auch noch den Frequenzgang korrigieren. wenn
nötig.
Falls allerdings der Empfänger für das Videosignal eine Klemmung auf
Schwarzschulter oder Sync macht, wird es schiefgehen.
Das würde ich im Empfänger erwarten, wenn ein halbwegs normgerechtes
Videosignal rauskommen soll.
Gruß aus Berlin
Michael
jonas schrieb:> ich möchte gerne mein Videobild was an einen 5,8GHz Analogsender geht so> gestalten das es nicht jeder ohne weiteres Empfangen kann.> Hat jemand einen Vorschlag, wie man sowas vielleicht auch ohne> Microprozessor machen kann? Oder noch andere Anmerkungen dazu?
Also erstmal die Anmerkung: ein µC ist hier sowieso ziemlich
kontraproduktiv, du bräuchtest einen mit ADC und DAC und die müßten
beide mindestens so 7..8MHz Bandbreite haben und natürlich muss der µC
auch 7..8MByte/s Durchsatz schaffen (oder besser das Doppelte,
8Bit-Digitalisierung wird wohl nicht ganz ausreichen).
Mit diesen Anforderungen dürfte die Wahl schon ganz schön eng werden...
Nö, eine einfache Invertierung würde man natürlich mit einer
Analogschaltung machen, entweder diskret mit einem Transistor oder mit
einem Operationsverstärker.
Allerdings: auch diese Analogschaltung, wie auch immer im Detail
realisiert, muss mindestens die 7..8MHz Bandbreite haben. Das ist für
jemanden, der so wie du fragt, auch schon nicht ganz einfach zu
realisieren...
c-hater schrieb:> du bräuchtest einen mit ADC und DAC und die müßten> beide mindestens so 7..8MHz Bandbreite haben
Wenn Farbe übetragen werden soll, muss die Phase des FHT mit. Also
17.734475 MHz Abtastfrequenz vom ADC.
Mach es analog. Jede 2. Zeile invertieren.
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Wenn Farbe übetragen werden soll, muss die Phase des FHT mit. Also> 17.734475 MHz Abtastfrequenz vom ADC.
Nö. 16MHz Samplefrequenz reicht völlig. Den Rest muß der
Rekonstruktionsfilter hinter dem DAC richten (und kann das auch
richten).
Wenn du Recht hättest, hätte unser analoges TV niemals in Farbe
funktionieren können, denn das hatte nur eine Kanalbandbreite von 7Mhz.
Es hat es aber funktioniert, wie viele noch lebende Zeitzeugen dir
sicher bestätigen können.
Darüber solltest du mal nachdenken ;o)
c-hater schrieb:> Wenn du Recht hättest, hätte unser analoges TV niemals in Farbe> funktionieren können, denn das hatte nur eine Kanalbandbreite von 7Mhz.> Es hat es aber funktioniert, wie viele noch lebende Zeitzeugen dir> sicher bestätigen können.
Analog ist phasenrichtige Übertragung auch überhaupt gar kein Problem.
Ich brauche auch keine Zeugen etc. Ich habe R+FS-Techniker gelernt und
habe schon selber Schaltungen zur Modulation, Demodulation und
Übertragung eines PAL-Signals gebaut.
Sicherlich kann man ein 4,4MHz Signal mit einer Abtastrate von 16MHz mit
einem geeigneten Filter phasenrichtig übertragen. Bei 4 Abtastpunkten
der Welle minimieren sich aber Störungen und damit der Aufwand im
Filter.
Schau mal in einen digitalen PAL Fernseher. Dort sitzt ein 17.734475 MHz
Quarz drin, weil es einfacher ist. (Die Bandbreite des ADCs sind dann im
Übrigen 8.8672375 MHz)
c-hater schrieb:> Darüber solltest du mal nachdenken ;o)
Ich finde Praxiserfahrung besser ... :-p
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Ich finde Praxiserfahrung besser ... :-p
Also Praxiserfahrung dazu habe ich auch. Ich hatte mal ein FBAS-Signal
mit sehr niedriger Frequenz (wenige MHz), asynchron zum Signal selber,
abgetastet. Es ging nur um irgendwelche groben Informationen, die ich
brauchte, eine Bildrekonstruktion spielte keine Rolle, und erst recht
keine möglichst exakte. Dennoch, weil ich gerade die Gelegenheit hatte,
habe ich einen DAC dahinter geschaltet, und siehe da: Zu meiner
Überraschung war das Farbsignal korrekt (im Rahmen der starken
Unterabtastung) erhalten geblieben. Ich habe dann noch Versuche mit
immer kleineren Frequenzen gemacht, ich glaube, bis deutlich unter 1
MHz, und die Farbe blieb erkennbar.
Heute wundert mich das nicht. Bei der Unterabtastung, die ja im Prinzip
eine Modulation ist, bleiben in den höheren Frequenzbändern Reste von
den selben Spektren wie im Originalsignal erhalten, und nicht nur die
Spektren, sondern auch deren Phasenverhältnisse. Der Farbdecoder hat bei
4,433 MHz ein Signal gesehen, das konnte er synchronisieren u.s.w..
Wie auch immer, eine Invertierung über einen digitalen Weg, und dann
noch über einen µC, das ist schon... Vielleicht kann man das Bild auch
mit einem Framegrabber über einen PC in die Cloud schicken, es dort von
einem Dienst invertieren lassen und anschließen auf dem PC-Monitor mit
angeschlossenem FBAS-Konverter über den Videosender aussenden...
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass man auch einfach den Cinch-Stecker
verpolen kann. Getrennte Stromversorgungen vorausgesetzt. Je nach
Stromversorgung ergeben sich mehr oder weniger Störungen, bei Batterien
würde ich wetten, dass das gut geht, aber vielleicht auch mit normalen
(linearen) Netzteilen ausreichend. Bei Schaltnetzteilen eher nicht.