wie Klingelleitung entstören?

OP #5016339
Lesenswert?

Unsere Wohnungsklingel spinnt seit geraumer Zeit. Umgebung: Altbau, 10 
Parteien, 8V~ Klingeltrafo, mächtig alte Klingel-Leitungen überall 
verlegt.

In unserer Wohnung ist ein elektronischer Gong verbaut. Er wird 
elektrisch über einen 9V Block versorgt, vom "Klingel-Taster" kommt also 
nur das "Signal zum klingeln".

Allerdings kan es gelegentlich vorkommen, daß die Klingel ihr 
"ding-dang-dong" Lied spielt, obwohl es gar nicht bei uns geklingelt 
hat. Es kann sein, daß es bei jemand anderem klingelte, oder daß 
derjenige dern Türsummer betätigte.

Irgendwie wird also "Müll" auf die Leitung induziert. Ein 
angeschlossenes kleines Multimeter zeigt jede Menge unsinnige Werte im 
Leerauf, udn bei Klingel-Betätigung.


Frage: Wie bekomme ich diesen Müll "weggefiltert"? Welche Schaltung ist 
angeraten? Reicht da villeicht ein bischen Lastwiderstand, und eine 
Diode?
Gast #5016443
Lesenswert?

Ich habe dieses Problem schonmal mit einem simplen Relais gelöst.

Später kam dann eine unglaublich intelligente und hoch sichere Schaltung 
dazu, welche den Türöffner bei einem bestimmten Takt öffnete. :-)
#5016521
Lesenswert?

Wegstaben V. schrieb:
> In unserer Wohnung ist ein elektronischer Gong verbaut.

Vermutlich hat der einen zu empfindlichen Eingang. Gibt es irgendeine 
Dokumentation zu diesem Gong (bezügl. des benötigten Eingangssignals)?

Wegstaben V. schrieb:
> Ein
> angeschlossenes kleines Multimeter zeigt jede Menge unsinnige Werte im
> Leerauf, udn bei Klingel-Betätigung.

Wie sollte das Signal aussehen? 0 V in Ruhe / 8 VAC bei Klingeln?
Ist es eine reine Klingelanlage (-Leitung), oder kombiniert mit 
Türsprecheinrichtung/-Öffner?
#5016544
Lesenswert?

Ich würde an der Quelle des Übels entstören und das sollte der Türöffner 
sein.

Man könnte eine kleinen Brückengleichrichter und eine Freilaufdiode 
verbauen. Dann sind erstmal die Induktionsspitzen weg die gut und gerne 
mal über 50V erreichen.

Aufwändiger wäre es den Türöffner per Relais zu entkoppeln damit der 
Laststrom nicht durchs ganze Haus geht.
Gast #5016588
Lesenswert?

Hallo Thomas, alter Hase.
>Ich würde an der Quelle des Übels entstören und das sollte der
> Türöffner sein.
Genauer: der/die Taster sind es, die den Stromfluss (mit einem Funken) 
unterbrechen.

> Man könnte eine kleinen Brückengleichrichter und eine Freilaufdiode
Diode unnötig bei Brückengleichrichter, der wirkt selbst als 
Freilaufdiode(n).


> Wahrscheinlich reicht ein kleiner Kondensator parallel zu
> deiner elektronischen Klingel an beide Wechselstromdrähte
> angeschlossen, so 100nF/100V.
Besser: ein RC-Filter, also C parallel zur Glocke, und ein 100 Ohm in 
Reihe zur externen Speiseleitung.
#5016603
Lesenswert?

Wegstaben V. schrieb:
> Unsere Wohnungsklingel spinnt seit geraumer Zeit.

Da würde ich doch erstmal nach der Ursache suchen. Denn wenn sie vorher 
funktionierte, muss es doch einen Grund haben. Vielleicht ist deine 
Klingel auch einfach nur hin?
Normalerweise kommen solche Teile mit etwas Störungen ganz gut klar. 
Dass sie irgendwann mal von selbst klingeln, liegt meistens an den 
Klingeln selbst. Öfter erlebt und gehört.
#5016612
Lesenswert?

F. F. schrieb:
> Wegstaben V. schrieb:
>> Unsere Wohnungsklingel spinnt seit geraumer Zeit.
>
> Da würde ich doch erstmal nach der Ursache suchen. Denn wenn sie vorher
> funktionierte, muss es doch einen Grund haben. Vielleicht ist deine
> Klingel auch einfach nur hin?
> Normalerweise kommen solche Teile mit etwas Störungen ganz gut klar.
> Dass sie irgendwann mal von selbst klingeln, liegt meistens an den
> Klingeln selbst. Öfter erlebt und gehört.

Wenn es sich um eine "alte" Klingelanlage handelt dann sollte ein 
Trennrelay in der Wohnung helfen.
Dieses nimmt die Störsignale weg auch den nötigen Laststrom auf damit 
der Klingeltaster sich reinigt und nicht selbstständig da µA liefert 
oder halt nur zu kleine mA bei Betätigung.

 Kurt
Gast #5016655
Lesenswert?

Hallo !
Für den Anfang eventl. einen Widerstand, ich würde mal etwa 100 Ohm ins 
Rennen werfen, parallel zum Eingang? Einfach mal testen! Wenn das nicht 
klappt bleibt die Relaisvariante immer noch!
OP #5017181
Lesenswert?

an der Anlage selbst kann ich nix ändern. Sie ist "nur" für Klingel und 
Türöffner (also keine SPrechanlage o.ä)

Es ist halt "alte, schäbige Klingelleitung" im Haus verbaut. Daß dort 
bei den Kabeln (immerhin wohl in Rohren) irgendwas drauf-induziert wird, 
ist hochwahrscheinlich. Die Leitungen (zu unserr Wohnung) enden im 
Klingeltaster vor der Wohnungstüre. Von dort aus gehen schon KAT5 Kabel 
in die Wohnung rein.

Naja, das gelegentliche zusätzliche ding-dong geht "schon immer" so, 
vielleicht fällt es mir in letzter ZEit einfach häufiger auf. Es kommt 
vermutlich gerne mal dann, wenn jemand von den "oberen Etagen" besucht 
wird, und der Besucher klingelt bzw. der Besuchte den Türdrücker 
betätigt.

100 Ohm parallel zum elektronischen Gong halte ich für deutlich zu 
gering.

Ich werde mal ein wenig mit Relais, Diode und Lastwiderstand herum 
experimentieren
OP #5017314
Lesenswert?

Achim S. schrieb:
> Woher weißt du, dass es kein Versehen oder Absicht ist?


Den Türsummer hört man ganz deutlich.

Und wenn es klingelt, dann ein paar Sekunden später der Summer losgeht, 
und diese den elektronischen Gong "triggert", dann ist das kaum Absicht.

genauso kann ich Absicht oder Versehen beim Klingeln selbst nahezu 
ausschließen. Sind alles "vernünftige" Besucher hier im Haus ;-)
Gast #5017603
Lesenswert?

Wegstaben V. schrieb:
> ... 8V~ Klingeltrafo, mächtig alte Klingel-Leitungen überall
> verlegt.
>
> In unserer Wohnung ist ein elektronischer Gong verbaut. Er wird
> elektrisch über einen 9V Block versorgt, vom "Klingel-Taster" kommt also
> nur das "Signal zum klingeln".

Nicht das "Signal" zum Klingeln sondern der "Strom" für die Klingel. 
Eine Art "Stromschleife". Sorg dafür, daß in deinen Gong ähnlich viel 
Strom wie in eine elektro-mechanische Klingel fließt. Könnten ein paar 
100 mA sein. Eine Störung, die einen solchen Strom erzeugt, müsste dann 
schon gewaltig sein.

MfG Klaus
OP #5017664
Lesenswert?

Stefan U. schrieb:
> Bei dem Spiel "Klingelmännchen" geht es genau darum.

ich glaube, du hast den Ablauf nicht verstanden.

1. Irgendwer klingelt draußen, und möchte irgendjemand im Haus besuchen.
(von diesem Geklingel bekomme ich normalerweise nix mit)

2. nach vielleicht ca. 15 Sekunden ist der angeklingelte zur 
Wohnungstüre gesprintet, und betätigt den Türöffner. Es schnarrt 
fürchterlich laut, das bekomme ich in der Wohnung mit

3. sofort oder mit max. 1 Sekunde Verzögerung wird UNSERE Klingel 
getriggert (wohl durch induzierten Müll).

Anzunehmen, daß da jemand vor der Türe steht, und wartet bis der 
Türsummer summt, um dann "Klingelmännchen" an einer beliebigen anderen 
Klingel zu spielen, ist ..... eher im Bereich "Verschwörungstheorien" 
einzuordnen.
#5017742
Lesenswert?

Wegstaben V. schrieb:
> 3. sofort oder mit max. 1 Sekunde Verzögerung wird UNSERE Klingel
> getriggert (wohl durch induzierten Müll).

Ja, kling sehr danach, dass der Eingang deiner elektronischen Klingel 
recht empfindlich (hochohmig) ist und der Summer ausreichend große 
Störungen in deine Klingelleitung induziert.

Ich würde es mal mit einer Kombination eines (moderaten) 
Lastwiderstandes und eines Filters probieren:
1
Klingel A ----+---------[ 2.7 K ]---+--------o
2
              |                     |
3
6V AC        [ ] 470 Ohm           === 1 uF  Elektronische Klingel
4
              |                     |
5
Klingel B ----+---------------------+--------o

Wenn deine Klingel wegen den 2.7K nicht mehr funktioniert, mit 1K 
probieren, dann mit 470 Ohm, und statt den 1uF dann 3,3uF bzw. 6.8uF 
nehmen.
Der Kondensator sollte natürlich kein Elko sein, sondern Keramik oder 
Folie, min. 25V Spannungsfestigkeit.
Gast #5017827
Lesenswert?

Evtl. hilft direkt an der Quelle des Übels z.B. ein 47 nF parallel zum 
Türsummer um aus der bösen Spannungsspitze eine harmlosere Schwingung zu 
machen? Die obige Lösung mit Brückengleichrichter und Relais wäre ja bei 
Bedarf immer noch möglich.
#5017930
Lesenswert?

@TO

Irgendwie kamen doch schon alles sinnvolle Vorschläge.

Was hast du denn bisher ausprobiert?
Ich sagte ja schon, das wohl deine Klingel selbst sicher einen Defekt 
hat.
Genügend Vorschläge mit einem Relais kamen auch schon, was die einzige 
gescheite Lösung ist, das du ja nicht an die Quelle des Übels darfst.

Also sag mal, was hast du bereits probiert?
Gast #5018200
Lesenswert?

Adam schrieb:
> Stefan U. schrieb:
>> Später kam dann eine unglaublich intelligente und hoch sichere Schaltung
>> dazu, welche den Türöffner bei einem bestimmten Takt öffnete. :-)
>
> Hat sich das als praktikabel erwiesen?

Bei einem modernen Gong könnte man sich das durchaus vorstellen, da ist 
die Totzeit ausreichend lang. Mit einer klassischen Rasselschelle 
sicherlich nicht.

Zweimal das eigene Rufzeichen vorwärts und einmal rückwärts gegeben 
dürfte ausreichend sicher sein, und trotzdem gut zu merken.
Gast #5018223
Lesenswert?

> Hat sich das als praktikabel erwiesen?

Ja hat es, aber ich traue ich kaum, es zu sagen.
Wobei es jetzt beigentlich ganz egal ist, denn das Haus wurde inzwischen 
abgerissen und meine Oma ist schon lange tot.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren