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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik AVR einschalten: VCC oder GND?


Autor: Oliver (Gast)
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Hallo,

ich habe eine Platine mit einem Netzteil zur Erzeugung von 5V. Auf 
dieser Platine befindet sich auch ein Atmega328, mit dem ich u. a. die 
Versorgung einer weiteren Platine mit dem gleichen Mikrocontroller 
schalten möchte. Der benötigte Strom beträgt dabei etwa 500mA. Mache ich 
dies nun am besten indem ich VCC oder GND schalte?
GND zu schalten ist sicherlich einfacher. Im Kopf hatte ich einen Logic 
Level n-Kanal Mosfet. Nun bin ich aber noch recht neu auf dem Gebiet und 
vom Gefühl her wäre es mir lieber, die zu versorgende Schaltung stets 
auf einem definierten GND-Potential zu haben. Daher würde ich eigentlich 
lieber VCC schalten. Begründen kann ich es aber nicht.
Was ist nun zu bevorzugen?

Grüße
Oliver

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Oliver schrieb:
> Was ist nun zu bevorzugen?

Wenn das Teil völlig standalone vor sich hin vegetiert, kann man
natürlich auch GND schalten.

Hat es aber irgendwelche elektrische Verbindungen zur restlichen Welt
drumrum, dann ist GND das Bezugspotenzial, das man besser als konstant
ansetzen sollte.

Vcc kann man doch normalerweise problemlos mit einem pnp-Transistor
oder auch p-Kanal-FET schalten.

Autor: Peter D. (peda)
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Solange keine weiteren Verbindungen bestehen, ist es schnurz.
Das ist aber in der Regel nicht der Fall!
Daher gilt immer das Datenblatt, d.h. alle weiteren Anschlüsse düfen 
niemals >VCC oder <GND Spannung sehen.
Wenn Du GND schaltest, läuft dieser Pin auf +5V hoch und wenn Du VCC 
schaltest dann bricht dieser Pin auf 0V zusammen.

Autor: Oliver (Gast)
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Danke für die Antworten. Ich werde VCC schalten. Hatte mich dafür 
irgendwie auf einen Logic Level p-Kanal MOSFET eingeschossen. Wieso auch 
immer. Die Auswahl wird bei Reichelt allerdings eng, wenn es kein SMD 
sein soll.

Ich könnte also einen BC 369 nehmen. Emitter an 5V, Kollektor zur Last 
und Basis über 390 Ohm an den AVR Pin, der zum Schalten auf Low gehen 
muss. Zusätzlich noch einen 10K Widerstand von der Basis zu 5V. Habe ich 
das richtig überblickt?

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Oliver schrieb:
> Emitter an 5V, Kollektor zur Last und Basis über 390 Ohm an den AVR Pin,

Das ist schon reichlich Basisstrom.  Normalerweise sollte auch 1 kΩ
ausreichend sein.

> der zum Schalten auf Low gehen muss. Zusätzlich noch einen 10K
> Widerstand von der Basis zu 5V.

Kann man sich auch klemmen.  Wenn bei einem Bipolartransistor niemand
da ist, der Basisstrom reinfüttert, dann macht er auch nichts.
Kollektor-Basis-Reststrom als zusätzliche Quelle für Basisstrom spielt
bei 5 V auch keine große Geige.

> Habe ich das richtig überblickt?

Ja.

Autor: Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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Oliver schrieb:
> Ich werde VCC schalten.
Pass aber auf, dass keine anderen (Portausgangs-)Leitungen zur zweiten 
Platine rübergehen. Denn sonst versorgst evtl. du die andere Platine 
über einen Portpin, der High ausgibt, und die Schutzdiode des auf der 
anderen Platine angeschlossenen ICs...

Autor: Oliver (Gast)
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Ich habe mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen. Anders als 
zunächst abgeschätzt hat der gewählte Transistor bei gewünschter 
Sättigung (weil Spannungsabfall am Transistor dann minimal) lediglich 
eine Verstärkung von 10. D.h. bei gewünschten 500mA müssten 50mA durch 
die Basis. Das ist natürlich zu viel für den Controller. Zur Diskussion 
stünde dann die Ansteuerung mit Hilfe eines zusätzlichen 
npn-Transistors.

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Nun übertreib' mal nicht so.  Davon abgesehen, dass ein AVR-Portpin
40 mA treiben darf: so viel brauchst du gar nicht.  Auf ein paar
Millivolt mehr am Transistor wird es kaum ankommen, sodass du auch
mit 5 mA Basisstrom dann schon gut genug dabei bist.

Ansonsten halt einen fetten p-Kanal-FET nehmen.  Mal den erstbesten
bei Reichelt rausgegriffen:

https://www.reichelt.de/IRC-IRF-Transistoren/IRF-9...

Bei 5 V Ansteuerung hat der was um 5 mΩ Kanalwiderstand.  Das sollte
genügen …

: Bearbeitet durch Moderator

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