PWM an Induktivität

Gast #5019515
Lesenswert?

Hallo zusammen,

bitte verzeiht wenn ich etwas unbeholfen bin aber ich benötige eure 
Hilfe. Ich möchte eine Induktivität mit 24V speisen, diese Spannung wird 
über eine PWM geschaltet.

Wie ihr im beigefügten Bild sehen könnt passt der Strom durch die Spule 
nicht wirklich mit dem zusammen was ich haben möchte:

U=R*I-> I=U/R=24V/14,3 Ohm(Spulenwiderstand)=1,68A
Laut Simulation bekomme ich aber nur ca. 560 mA maximal und der Strom 
wird auch nicht wieder 0A.

Passen die Bauteile nicht?
Was kann ich tun?
Angehängte Dateien:
Gast #5019524
Lesenswert?

PeterKnolle schrieb:
>
> U=R*I-> I=U/R=24V/14,3 Ohm(Spulenwiderstand)=1,68A
> Laut Simulation bekomme ich aber nur ca. 560 mA maximal und der Strom

Du scheinst ein Tastverhältnis von ungefähr 1:3 zu haben - passt doch.

> wird auch nicht wieder 0A.

Klar, wenn M1 abschaltet, fließt der Strom durch die Freilaufdiode 
weiter.
#5019536
Lesenswert?

@PeterKnolle (Gast)

>Wie ihr im beigefügten Bild sehen könnt passt der Strom durch die Spule
>nicht wirklich mit dem zusammen was ich haben möchte:

Aber mit der Physik.

>U=R*I-> I=U/R=24V/14,3 Ohm(Spulenwiderstand)=1,68A

Wo ist der in deiner Simulation?

Schon mal gehört, daß eine Spule einen Strom glätten kann?

>Laut Simulation bekomme ich aber nur ca. 560 mA maximal und der Strom
>wird auch nicht wieder 0A.

Logisch, weil die Spule bei abgeschaltetem Transistor zur Energiequelle 
wird und den Strom durch die Freilaufdiode weiter fließen läßt.
Der MITTLERE Strom wird durch den Einschaltwiderstand deines MOSFETs 
begrenzt, darum nur die 560mA.

>Passen die Bauteile nicht?

Dein Verständnis passt nicht.

>Was kann ich tun?

Einen deutlich niederohmigeren MOSFET nutzen.
#5019539
Lesenswert?

@Ralf (Gast)

>Die PWM-Frequenz deutlich herabsetzen damit der Strom durch die Spule
>ansteigt.

Unsinn. Damit erhöht man nur den Stromrippel, jedoch NICHT den MITTLEREN 
Strom! Außerdem ist die Frequenz schon exorbitant niedrig, gerade mal 30 
Hz!

>Oder einen Tiefpass vor die Spule schalten (10 Ohm und 1000µF).

AUA!!! Die Spule IST ein Tiefpaß.

Überall nur Fachkräfte . . .
Beitrag #5019554 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5019579
Lesenswert?

Der Andere schrieb:
> Was sollen eigentlich C1 bis C3 in der Simulation deiner Meinung nach
> bewirken?

Zitat: Der Kondensator C1 ist notwendig, um den durch die PWM gepulsten 
Strom zu glätten, da aufgrund der steilen Flanken ansonsten in den 
Zuleitungen ein Spannungsabfall bzw. Spannungsspitzen auftreten würden 
(am besten 2 oder mehrere Kondensatoren unterschiedlicher Kapazität und 
Bauart verwenden, meistens ein Folienkondensator mit einigen Mikrofarad 
parallel zu einem Aluminiumelektrolytkondensator).

Ist aus diesem Artikel: 
https://www.mikrocontroller.net/articles/Motoransteuerung_mit_PWM
#5019638
Lesenswert?

Der Andere schrieb:
> PeterKnolle schrieb:
>> Zitat: Der Kondensator C1 ist notwendig, um den durch die PWM gepulsten
>> Strom zu glätten,
>
> Dann lass die Kondensatoren mal weg und schaue was sich an deiner
> Simulation ändert.

Ich glaube, Peter wird das verwirren. Daher möchte ich ihm das mal 
erklären:
- In der Realität ist das richtig und C1 ist notwendig.
- In der Simulation ist C1 nicht notwendig, da Spannungsquelle und 
Leitungen ideal sind. Es gibt also keine Spannungsabfälle und Spitzen. 
Stören tut der Kondensator aber auch nicht.
Gast #5019696
Lesenswert?

Waldemar Z. schrieb:
> Deswegen nochmal der Hinweis auf Buck und Boost Converter bzw. zu
> deutsch Ab- und Aufwärtswandler...

Hier ist doch kein Buck- oder Boost-Converter zu sehen, nur schlicht 
eine niederohmige Spule, die schnell ein- und ausgeschaltet wird - fast 
als ob sie ein Relais darstellen sollte (bis auf den niedrigen 
Gleichstromwiderstand).
#5019705
Lesenswert?

@ PeterKnolle (Gast)

>> Was sollen eigentlich C1 bis C3 in der Simulation deiner Meinung nach
>> bewirken?

>Zitat: Der Kondensator C1 ist notwendig, um den durch die PWM gepulsten
>Strom zu glätten, da aufgrund der steilen Flanken ansonsten in den
>Zuleitungen ein Spannungsabfall bzw. Spannungsspitzen auftreten würden
>(am besten 2 oder mehrere Kondensatoren unterschiedlicher Kapazität und
>Bauart verwenden, meistens ein Folienkondensator mit einigen Mikrofarad
>parallel zu einem Aluminiumelektrolytkondensator).

>Ist aus diesem Artikel:
>https://www.mikrocontroller.net/articles/Motoranst...

In einer REALEN Schaltung braucht man die wirklich, in der Simulation 
nicht. Denn dort sind Spannungsquellen ideal, sie können beliebige viel 
Strom in beliebig kurzer Zeit liefern. Auch die Verbindungsleitungen 
sind ideal, kein Widerstand und keine Induktivität.

Du scheinst ein Problem mit deinem MOSFET-Modell zu haben. Denn der hat 
laut Datenblatt 24mOhm, da müßte der Strom DEUTLICH höher liegen, eher 
so bei 30A. Denn der mittlere Strom wird vom Widerstand der Spule + 
MOSFET bestimmt. Kann es sein, daß in dem Modell der Spule oder des 
MOSFETs noch ein Parameter für den Widerstand drinsteckt und dort ein 
recht hoher Wert eingetragen ist?
(Firma: matzetronics) #5019712
Lesenswert?

HildeK schrieb:
> Hier ist doch kein Buck- oder Boost-Converter zu sehen, nur schlicht
> eine niederohmige Spule, die schnell ein- und ausgeschaltet wird - fast
> als ob sie ein Relais darstellen sollte (bis auf den niedrigen
> Gleichstromwiderstand).

Die Ähnlichkeit mit einem konventionellen Schaltnetzteil ist allerdings 
vorhanden, nur das bei diesem dann die Spule ein Trafo ist. Genau wie 
der speichert die Spule halt.
#5019752
Lesenswert?

> Hier ist doch kein Buck- oder Boost-Converter zu sehen, nur schlicht eine 
niederohmige Spule, die schnell ein- und ausgeschaltet wird

Das habe ich auch nicht behauptet.
Man muss zwischen den Zeilen lesen :)

Es ist offensichtlich so, dass der Strom  der Spule zu den Kondensatoren 
und der Last fließen soll, was bei den genannten Wandlern auch passiert.
Man muss das Rad nicht unbedingt neu erfinden...
Natürlich gibt es noch andere Wandler, aber sie sind komplexer.
Gast #5020289
Lesenswert?

Falk B. schrieb:
> Du scheinst ein Problem mit deinem MOSFET-Modell zu haben. Denn der hat
> laut Datenblatt 24mOhm, da müßte der Strom DEUTLICH höher liegen, eher
> so bei 30A. Denn der mittlere Strom wird vom Widerstand der Spule +
> MOSFET bestimmt. Kann es sein, daß in dem Modell der Spule oder des
> MOSFETs noch ein Parameter für den Widerstand drinsteckt und dort ein
> recht hoher Wert eingetragen ist

So da bin ich wieder, erstmal vielen Dank für die ganzen Rückmeldungen 
ich bin begeistert.

Ich suche mir einen MOSFET raus auf den das zutrifft und probiere es 
erneut.
#5020695
Lesenswert?

@Waldemar Z. (waldemar_z)

>> Mein Ziel ist das ganze schneller zu machen, also der Strom in der Spule
>> sollte nicht nach ca. 20ms bei 0 sein sondern unter 8ms

>Dann schalte noch ein Paar Dioden parallel zur vorhandenen.

Das bringt rein gar nichts. Wenn der Strom einer Spule schnell fallen 
soll, muss die Klemmenspannung möglichst groß werden. Denn es  gilt.

U = -L * di/dt
Gast #5020765
Lesenswert?

Waldemar Z. schrieb:
> Ist doch dasselbe...
> Spannung erhöhen oder Widerstand verringern...

Nein, es ist nicht dasselbe sondern genau das Gegenteil.

Beim Abschalten des FET fließt der Strom über die Freilaufdiode weiter. 
Wenn der Strom schnell sinken soll, dann muss der Spannungsabfall an der 
Freilaufdiode groß sein. Zum Beispiel indem wie von Der Andere 
vorgeschlagen eine Z-Diode in Serie zur Freilaufdiode kommt, die die 
Energie verheizt. Oder ein Widerstand. Oder indem man die Spule in einer 
Brücke mit fast current decay betreibt, und die Energie zurückspeist. 
Oder ....

Was aber sicher nicht den gewünschten Effekt hat, ist mehrere 
Freilaufdioden parallel zu schalten.
Gast #5025259
Lesenswert?

So, war ein Paar Tage am Strand :-)

Ich habe jetzt mal das mit der Z-Diode probiert. Das Ergebnis im Anhang. 
Was müsste ich beachten wenn ich die Bauteile kaufe? Ich weiß die Frage 
ist sehr allgemein...

Danke nochmal.
Angehängte Dateien:
Gast #5025401
Lesenswert?

PeterKnolle schrieb:
> Was müsste ich beachten wenn ich die Bauteile kaufe?

Die Zenerdiode muss z.B. mit der Verlustleistung klarkommen. Bei der 
simulierten Ansteuerung muss sie z.B. eine mittlere Leistung von rund 
2,5W wegstecken (bei größeren Tastgraden/Strom entsprechend mehr). Die 
von dir simulierte Zener kommt maximal mit 0,5W klar.
Gast #5025415
Lesenswert?

Du kannst auch eine H-Brücke "für Arme" (2 Ts + 2 Ds) bauen, dann wird 
die Leistung in die Versorgung zurückgespeist.
Dabei ist die Abklingspannung -VCC, d.h. es geht noch nicht so schnell 
wie in der obigen Simulation. Du kannst aber immer noch eine ZD 
einbauen, dann wird halt nur der VCC-Anteil zurückgespeist und der Rest 
verheizt.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren