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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Pentode durch Transistorschaltung ersetzbar?


Autor: Michael S. (stroggi)
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Hallo zusammen,

ich bin gerade über ein interessantes Bauteil, genauer gesagt eine 
Pentode, gestolpert und habe mich hierbei gefragt ob diese durch eine 
Transistorschaltung ersetzt werden und wie diese aussehen könnte.
Hierbei geht es nicht darum eine spezifische Pentode durch eine 
entsprechende Schaltung zu ersetzen, sondern vielmehr um eine 
theoretische Betrachtung.

Hat irgendjemand von euch hierzu eine Idee?

Viele Grüße
Michael

Autor: Bernd G. (Firma: LWL flex SSI) (berndg)
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Autor: Michael F. (sharpals)
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nur exitiert der alte hut nicht mehr, bzw. hatte nie das reale leben 
erlebt. :-)

Die meisten pentodenschaltungen lassen sich mit 
doppelgatefeldeffekttransistoren ersetzen.

http://www.robkalmeijer.nl/techniek/electronica/radiotechniek/hambladen/ukw-berichte/1972/page073/index.html

Diese Transistoren sind eigentlich zwei Feldeffekttransistoren in reihe, 
sog kaskodenschaltung: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaskode#/media/File:Cascode-triode.png

Letzendlich also zwei Trioden: 
https://www.allaboutcircuits.com/textbook/semiconductors/chpt-13/the-triode/

welche ohne weiteres gegen einen feldeffekttransistor ersetzt werden 
kann.

Wenn du die Pentode als regelglied verwendest, oder als multiplikative 
Mischstufe verwenden willst, kann sie gegen besagten dualgate ersetzen, 
bzw. die kaskode verwenden.

Es kann aber auch sein , daß sie für endverstärker verwendet wird. Dann 
kann sie gegen einen POWER FET getauscht werden.

http://www.b-kainka.de/bastel82.htm

: Bearbeitet durch User
Autor: Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)
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Hallo zusammen.

Wenn du dich mit Röhren beschäftigen möchtest, dann beschäftige dich
auch mit Röhren!
Mit allen Vor- und Nachteilen.
Aller Ersatz ist Murks, und Röhren-Seiten gibt es seit der Erfindung
des Internets zu tausenden.

73
Wilhelm

Autor: Fröööp (Gast)
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http://www.fractalaudio.com/p-axe-fx-ii-preamp-fx-processor.php
Ok, das sind verdammt viele Transistoren. Aber die simulieren Röhren und 
mehr ziemlich gut. :D

Autor: Michael F. (sharpals)
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@ Wilhelm Schürings

Kann man so sehen, muß man aber nicht.

Z.b manche möchten den klang einer alten röhrenendstufe haben, trauen 
sich aber nicht an die hohen spannungen.

Was läge da nahe, selbiges mit modernen bauteilen nachzubilden ?

Oder ich möchte gerne einen alten armstrong empfänger nachbauen , nur um 
einfach mal zu sehen, wie es ist damit zu arbeiten.

Da kann ich sogar die gitterwiderstände (nahezu ) 1:1 übernehmen.

Oder einfach mal zu wissen, woher manche FET-schaltungen herkommen ?

Autor: Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)
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Hallo Michael

> Z.b manche möchten den klang einer alten röhrenendstufe haben, trauen
> sich aber nicht an die hohen spannungen.

Nach dem Motto: 'Wasch mir den Pelz, mach mich nicht nass' ??
Ganz einfach:
Transistorschaltung:
Wenig Volt -> viel Ampere
Röhrenschaltung:
Viel Volt -> wenig Ampere

Der 'Bums' muss ja irgendwo her kommen.

P=I*U

Das kannst du drehen und wenden wie du willst.
Das ist das Maß der Dinge!
Versuche doch erstmal dein Glück mit einem ECL86 Klon oder
mit EC92 und EL84..??
Beispiele gibt es im Metz zuhauf.
An den 250 bis 400V Anodenspannung wirst du nicht votbei kommen.

Was erwartest du denn?
?? 12V->3mA->3kW..??

73
Wilhelm

Autor: Stefan S. (chiefeinherjar)
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Wilhelm S. schrieb:
> Nach dem Motto: 'Wasch mir den Pelz, mach mich nicht nass' ??
> Ganz einfach:
> Transistorschaltung:
> Wenig Volt -> viel Ampere
> Röhrenschaltung:
> Viel Volt -> wenig Ampere
>
> Der 'Bums' muss ja irgendwo her kommen.
>
> P=I*U

Wow. Welch Erkenntnis P=U*I.
Und es gibt auch Transistorschaltungen mit wenig Strom uns viel Spannung 
und vice versa.

Ich finde es auch interessant mit FETs Röhrenschaltungen nachzubilden.
Nicht jeder traut sich an 400 Volt und möchte trotzdem die Schaltungen 
nachvollziehen können.

Ich verstehe dein Problem nicht...

Autor: gustav (Gast)
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Hi,
zwei realistische Anwendungsszenarien:
Einmal Ersatz einer Endstufenröhre durch Transistoren mangels 
Verfügbarkeit einer Röhre,
und zum zweiten Endverstärker in Fernseher mit Röhren ohne 
Extra-Niedervoltnetzteil für Power-Endstufe. Sprich, Transistor im 
Hochvoltbereich als "Spar-Notlösung".

Zu Fall 1:
Quelle: Radiomuseum.org

"...Und noch ein Beispiel von Philips, Ersatz der PL802 durch 
Transistoren (PL802T)...." Siehe Bild


Zu Fall 2:
Muss erst Schaltplan rauskramen.

ciao
gustav

Autor: Karl B. (gustav)
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Hi,
so muß der "Sockel" der PL36 richtig aussehen.

ciao
gustav

Autor: Michael F. (sharpals)
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ALso es gab einige empfänger der anfangszeit, die sehr wohl mit 
anodenspannungen von 20V liefen. Gerade Raumladungsröhren machen das.

Sogar im FA ist ein artikel über ein Audion mit einer 
,,Raumladungsschaltung" veröffentlicht worden.

Und hier liegt eine EF-98 , die läuft ab etwa 9V sauber.

Oder ich möchte einfach mal einen DKE nachbauen, der aber identisch zu 
handeln ist.

Da kann ich dann ohne problem im Bereich 24V arbeiten und brauch 
trotzdem keine heizung.

Ich kann dann sogar ersatzschaltungen bauen, um die originalen teile zu 
schonen, oder aber zu ersetzen, falls es sie nicht mehr gibt.

Autor: Joachim B. (jar)
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gustav schrieb:
> Hi,
> zwei realistische Anwendungsszenarien:
> Einmal Ersatz einer Endstufenröhre durch Transistoren mangels
> Verfügbarkeit einer Röhre,
> ciao
> gustav

ohne die Heizung zu berücksichtigen werden andere Röhren in der 
Schaltung kaum funktionieren, P 0,3A 25V Serienheizung müsste mit dem 
passenden Widerstand 82 Ohm 12W simmuliert werden

Autor: Michael S. (stroggi)
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Danke euch allen für die vielen Hinweise, das hat mir extrem 
weitergeholfen. Werde mal weiter in der Richtung doppelgate FET suchen.

Wilhelm S. schrieb:
> Wenn du dich mit Röhren beschäftigen möchtest, dann beschäftige dich
> auch mit Röhren!
> Mit allen Vor- und Nachteilen.

Darf man denn keine Fragen mehr stellen? Mir ging es lediglich darum wie 
man, wenn man keinen Ersatz für eine Röhre findet, diese durch eine 
Ersatzschaltung aus Transistoren (oder auch FET's) ersetzen kann. Das 
fällt dann für mich auch unter das Thema "mit Röhren beschäftigen".

Autor: CB_Fan (Gast)
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nicht von AFUs ärgern lassen.
Die sind eine eigene Spezies mit speziellem Charakter.
Daher werden sie auch i.A. als Minderheit artgerecht in getrennten Foren 
und Frequenzbändern gehalten.
Gelegentlich kommt es zu freilaufenden Exemplaren mit entsprechenden 
Folgen ...

Autor: Karl B. (gustav)
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Joachim B. schrieb:
> ohne die Heizung zu berücksichtigen werden andere Röhren in der
> Schaltung kaum funktionieren, P 0,3A 25V Serienheizung müsste mit dem
> passenden Widerstand 82 Ohm 12W simmuliert werden

Hi,
oben links im rechten Schema (etwa 10-11 Uhr Position) ist bei f-f ein 
56 Ohm Widerstand als Platzhalter eingezeichnet.
https://www.mikrocontroller.net/attachment/331205/PL36_Ersatz.png

Der Original-Link hier:
http://www.radiomuseum.org/tubes/tube_pl802t.html

da ist auch ein dicker Heizwiderstand drin.

ciao
gustav

Autor: Michael S. (stroggi)
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Auf die Gefahr hin das ich da noch was nicht verstanden habe:

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann kann ich Röhren 
kaskadieren um eine Pentode zu "ersetzt".
Eine Röhre kann durch einen FET "ersetzt" werden.

Kann ich dann auch eine Pentode durch kaskadierte FET's "ersetzen"?

Autor: Michael F. (sharpals)
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Also 100%i ist eine Kaskode nicht mit einer Pentode zu vergleichen, sie 
ist eher mit einer doppelgitterröhre, bzw. einer Tetrode zu vergleichen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kaskode

Aber es lassen sich einige Schaltungen, die mit einer Pentode laufen, 
mit einer Kaskode ersetzen.

Wenn du noch das unlineare verhalten einer regelpentode nachbilden 
willst, benötigst du noch ein netwerk aus dioden und widerständen.

Aber für die einfachen schaltungen kannst du es sehr wohl.

Eine TRIODE, kann durch eine normalen FET ersetzt werden.

Da viele Pentoden in Mischstufen und ZF/HF verstärkern eingestzt worden 
sind, kannst du hier die DualgateFets nehmen.

Meist geht es darum, die ,,steilheit" ( verstärkung), der röhre zu 
regeln.

Eine geregelte pentodenschaltung hier : 
http://www.radiomuseum.org/tubes/tube_rens1294.html

und dasselbe mit einem dualfet: 
http://www.robkalmeijer.nl/techniek/electronica/radiotechniek/hambladen/ukw-berichte/1982/page178/index.html

( T6 und T7 )

Bei Mischern : http://www.bastelwut.at/60V/Die%2060V%20UKW%20Radios.html
(röhre V2 )

und bei Fets: 
http://www.robkalmeijer.nl/techniek/electronica/radiotechniek/hambladen/ukw-berichte/1972/page073/index.html

( Am ende ).

Bei der klassischen Dreipolröhre ( Triode ).

http://www.elexs.de/ef954.htm

und mit fets:

http://www.selfmadehifi.de/picsima/riaa_fet.gif


und zu guter letzt nochmal die kaskode :

http://www.elektronik-labor.de/Labortagebuch/1014FET.jpg


Das du die kaskode verwenden kannst, liegt an der natur der Pentode und 
daran, daß du aber nicht das problem der sekundärelektronen hast, so daß 
das bremsgitter auch nicht nötig ist.

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