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Forum: HF, Funk und Felder Einstieg in digitale Tonübertragung


Autor: Der Zahn der Zeit (Gast)
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Hallo zusammen,

es ist zunächst nur eine Gedankenspielerei zu einem komplexen Thema. 
Komplex genug, um Antworten wie "lass die Finger davon" oder "studier' 
erst mal 10 Semester HF-Technik und sammel' dann 5 Jahre Praxis" 
auszulösen - das weiß ich.

Es geht um digitale, einkanalige, portable Audioübertragung. 
Funkmikrofone, Taschensender u.s.w.. Gibt's zu Hauf in analog, und 
meines Wissens nach auch einige in digital. Was mich, ehrlich gesagt, 
wundert, denn mit hoher Qualität und latenzfrei sehe ich kaum eine 
Möglichkeit, mit akzeptabler Bandbreite gesetzeskonform zu übertragen.

Mir geht es um einen Einblick in die verwendeten HF-Techniken, der 
digitale Audioteil ist vergleichsweise trivial.

Modulationsverfahren (ich gehe von QAM aus), Forward Error Correction 
(der "Transport stream"), evtl. latenzfreie Kompression, weiteres? Gibt 
es besonders geeignete Hardware bzw. ICs dafür? µCs mit HF, z.B. die 
CC430-Serie von TI, müsste ich mir mal ansehen, aber ich vermute, die 
werden mit Bandbreite bzw. Datenrate nicht hinkommen. HF-Frontends - ich 
weiß, es gibt welche von Maxim, aber sicherlich auch viele andere - 
kämen wahrscheinlich eher in Frage. Ein Signalaufbereitung dazu, also 
die "Aufbereitung" der Daten und die Erzeugung der I/Q-Signale, würde 
vielleicht ein schneller und sparsamer Prozessor oder ein FPGA machen...

Dahinter steckt nicht nur viel Theorie, praktisches Know-How und 
Erfahrung. Sich ständig ändernde gesetzlich Regelungen kommen auch noch 
dazu. Dennoch: Über Tipps, wie so eine Lösung in der Praxis aussieht, 
"wo der Hase lang läuft", wäre ich dankbar. Zunächst möchte ich nur 
mehr, aber nicht alles wissen. Siehe oben.

Grüße, DZDZ

PS: Man kann ein S/PDIF-Signal direkt über billige FBAS-Sender 
übertragen, vorausgesetzt, das weder Sender noch Empfänger eine 
Schwarzwertklemmung machen wollen. Das ist aber oft der Fall (oder es 
geht trotzdem). Nur eine professionelle Lösung ist es nicht.

Autor: Max (Gast)
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Einige?? Die aktuellen professionellen funkmikrone sind alle digital.

Autor: Der Zahn der Zeit (Gast)
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Ich muss zugeben, dass mir der neuste Stand der Technik nicht gerade 
klar war. Aber "alle" sind es wohl doch nicht. Kurzer Blick bei 
Sennheiser (der sich dank einer Webseite, die durch einen besonders 
geringen und unzugänglichen Informationsgehalt auszeichnet, aber dafür 
wahrscheinlich den Designer-Preis "das blumigste Marketing-Gebrabbel" 
verdient, so dass es letztendlich dann doch ein ziemlich langer Blick 
wurde): Von 7 Wireless-Serien sind 3 digital. Wahrscheinlich, 
jedenfalls... Und wie groß die Marktdurchdringung ist, spielt eine noch 
größere Rolle. Vor nicht allzu langer Zeit gab es bei Sennheiser 
Deutschland kein, nur bei Sennheiser USA mindestens ein digitales 
System. Meine ich...

Was lerne ich daraus? Nur dass die Digitalisierung weiter ist, als ich 
meinte. Und das technisch hochwertige Artikel offensichtlich fast nur 
noch an technisch unbedarfte Dumpfbacken verhökert werden. Die 
Marketing-Abteilungen werden schon wissen, was sie tun. Mich lechzt aber 
nach mehr technischen Input.

DZDZ

Autor: René S. (thebit)
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Servus,

zumindest in den Frequenzbereichen von 470 - 694 MHz wir bei digitalen 
Anlagen kein QAM eingesetzt. Gesendet wird ein codierter Bitstream auf 1 
Träger pro Hand oder Taschensender. Shure z.B mit der ULX-D Serie hat 
gegenüber der UHF-R Serie die Sender verbessert bezüglich der 
Einstrahlung in die Sendeendstufen von anderen Sendern der Serie. 
Dadurch entstehen nur noch wenige und sehr schwache IM3 Produkte. Somit 
bekommen die in Ihre übliche Schaltbandbreite von 60 Mhz zwischen 60 und 
70 Sendestrecken unter. Bei der UHF-R warens gerechnet mit "more 
Frequencies" grade mal 48. Die Latenz der ULX-D soll bei 2 ms liegen 
(Aussage eines Shure Mitarbeiters), das wäre weniger als die übliche 
Latenz digitaler Mischpulte. Vieleich komme ich ja mal in den Genuss ein 
ULX-D zu testen und auch zu messen was Latenz angeht. 2ms wären ca. 70 
cm. Weg zwischen Schallquelle und Mic der gegenüber der Analogen Serie 
dazukäme, das sollte kein Problem darstellen.


Gruß René

Autor: C. A. Rotwang (Gast)
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Der Zahn der Zeit schrieb:

> Es geht um digitale, einkanalige, portable Audioübertragung.
> Funkmikrofone, Taschensender u.s.w.. Gibt's zu Hauf in analog, und
> meines Wissens nach auch einige in digital. Was mich, ehrlich gesagt,
> wundert, denn mit hoher Qualität und latenzfrei sehe ich kaum eine
> Möglichkeit, mit akzeptabler Bandbreite gesetzeskonform zu übertragen.

Definiere "latenzfrei"! Schall breitet sich bekanntermaßen deulich 
langsamer als eine EM-Well aus. Da hört von zwei Gästen die einige 
hundert Meter von der Bühne wegstehen, der mit dem drahtlosen Empfänger 
eher was als der mit unbewaffneten Ohr.

Genaugemohmen erfüllt ein D-Netz Handy schon deine Forderung, ja gut die 
NF-Bandbreite ist mit 3.5 resp 7 kHz nicht übermäßig hoch aber für das 
normale Diskogeschädigte Gehör reichts allemal. DECT kommt inzwischen 
mit bis zu 64kbit/sec daher. Und was ist mit Bluetooth, das würde doch 
gerade für sowas entwickelt?

Da mal ein kleiner Test:
http://10toptest.de/vergleich/beste-funkmikrofone/

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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C. A. Rotwang schrieb:
> Da hört von zwei Gästen die einige
> hundert Meter von der Bühne wegstehen, der mit dem drahtlosen Empfänger
> eher was als der mit unbewaffneten Ohr.

Das Problem hierbei ist nicht die Latenz einer einzelnen Komponente, 
sondern die Summer aller. Vom Funkmikro geht es auf ein digitales Pult, 
über diverse Effektgeräte, dann die DSP im Endstufenprozessor und 
endlich kommt es am Lautsprecher raus. Das ist weniger ein Problem für 
die Zuhörer als fürs Bühnenmonitoring, bei dem der Künstler sich ja 
möglich direkt hören will.
Latenzen von unter 2ms sind also nicht übertrieben, sondern die obere 
Grenze dessen, was man noch nicht so mitkriegt.

Autor: Der Zahn der Zeit (Gast)
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C. A. Rotwang schrieb:
> Definiere "latenzfrei"!
Hast Recht. "Latenzarm" hätte ich schreiben sollen. Ich definiere das 
so, dass Latenzen durch hohe Kompression (MP3) zu hoch wären, wobei ich 
zugeben muss, dass ich nicht weiß, wie hoch sie bei MP3 tatsächlich 
mindestens wären. Latenzen, die "kurzen" akustischen Strecken 
entsprechen, sind zwar nicht latenzfrei - aber die meine ich damit.

Definiere "kurze Strecke": Strecken, die deutlich geringer sind, als die 
natürlichen akustischen Strecken auf der Bühne. Die von René genannten 2 
ms / 70 cm betrachte ich eindeutig als "kurz".

> Und was ist mit Bluetooth, das würde doch gerade für sowas entwickelt?
Na, wohl eher nicht. Damit könnte man einen Karaoke-Abend, aber keine 
Bühnenshow technisch bewältigen.

Qualität: Die üblichen Funkmikros sind nicht für Telefonie, sondern für 
Studiobetrieb gedacht. 44.1 oder 48 kHz/16 Bit, unkomprimiert (oder 
verlustlos) dürfte das Minimum sein.

René: Danke für die Info.
> ein codierter Bitstream
Ist damit ein PCM- oder gar ein DSD-Bitstream gemeint? Letzteres wohl 
eher nicht.

DZDZ

Matthias S. schrieb:
> Das Problem hierbei ist nicht die Latenz einer einzelnen Komponente,
> sondern die Summer aller.
Hierzu eine technische Frage, die ich mangels praktischer Erfahrung 
stelle: Wird das Signal der Bühnenmonitore nicht ziemlich früh in der 
Konsole aus den Eingangszug abgezweigt, bestenfalls nach einem 
Equalizer? Also z. B. ohne Effektgeräte? Wie auch immer, natürlich ist 
eine geringe Latenz ebenso wie eine durchgehend hohe Signalqualität sehr 
erstrebenswert. Und ein paar Geräte sind da immer noch hintereinander. 
Vielleicht sollte man nur für die Monitore einen rein analogen Weg 
vorsehen. Der muss ja nicht qualitativ so perfekt sein. Selbst wenn noch 
eine ADC-DAC-Kombination dazwischen wäre, käme man mit wenigen 100 µs 
zusätzlicher Latenz hin.

Autor: René S. (thebit)
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Der Zahn der Zeit schrieb:
> Ist damit ein PCM- oder gar ein DSD-Bitstream gemeint? Letzteres wohl
> eher nicht.

Also leider steht im Datenblatt nichts zur Modulation nur das es ein 
48kHz / 24 Bit Signal mit AES256 Verschlüsselung ist. Ubertragen werden 
20Hz - 20 kHz linear, was eigentlich immer bedeutet max +-3dB an den 
Grenzen. Maximale Sendeleistung sind 20mW Bandbreite <200kHz. Könnte 
also auch ein FM signal sein oder ein 2psk. Kann ja bei Gelegenheit mal 
unseren Ansprechpartner von Shure fragen ob der mehr weiß bzw. sagen 
darf.


Gruß René

Autor: René S. (thebit)
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Der Zahn der Zeit schrieb:
> Wird das Signal der Bühnenmonitore nicht ziemlich früh in der
> Konsole aus den Eingangszug abgezweigt, bestenfalls nach einem
> Equalizer? Also z. B. ohne Effektgeräte? Wie auch immer, natürlich ist
> eine geringe Latenz ebenso wie eine durchgehend hohe Signalqualität sehr
> erstrebenswert. Und ein paar Geräte sind da immer noch hintereinander.
> Vielleicht sollte man nur für die Monitore einen rein analogen Weg
> vorsehen. Der muss ja nicht qualitativ so perfekt sein. Selbst wenn noch
> eine ADC-DAC-Kombination dazwischen wäre, käme man mit wenigen 100 µs
> zusätzlicher Latenz hin.

Die Signale fürs Monitoring gehen normalerweise über die Auxwege im 
Kanalzug auf die Auxgruppe und dann analog oder neuerdings per Dante zur 
Box auf der Bühne. Übrliche Digitalpulte haben bei 48kHz etwa 2,7ms 
Latenz, heißt rein -> durch den Kanalzug -> Summe -> raus. Ist noch ne 
Gruppe dazwischen addiert sich noch was dazu. Wieviel das genau ist 
müsste ich versuchen aus den Doks rauszubekommen. Bei einer Soundcraft 
VI merkt man aber ein deutliches Phasing sobald man ein Signal aus den 
Kanalzug einmal direkt zur Summe und einmal zusätzlich durch einen 
Gruppenkanal und dann zur Summe schickt. Effekte im Kanal machen 
normalerweise keine zusätzliche Latenz es sei denn die hängen extern 
dran. Dann kommen wieder die Latenzen des Kanaldurchlaufs zur Geltung.

Gruß René

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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René S. schrieb:
> Effekte im Kanal machen
> normalerweise keine zusätzliche Latenz

Fürs Monitoring zapft man natürlich so früh wie möglich in der Kette, 
aber das geht nicht immer, man denke nicht nur an Gesang, sondern eben 
auch an Instrumente, die intern schon Effekte benutzen und dann auf die 
Monitore geschickt werden. Es gibt auch Künstler, die auf den Monitoren 
ihre Stimme 'Post Effect' haben wollen, mit allem PiPaPo.
Wir haben in der Band mit Cubase und Latenzen rumgespielt und sind so 
bei max. 4ms gelandet, die akzeptabel für einen Gitarristen waren, wenn 
er sein Instrument über Kopfhörer zurückgespielt bekam. Alles darüber 
war verwirrend.

: Bearbeitet durch User
Autor: C. A. Rotwang (Gast)
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Der Zahn der Zeit schrieb:
> C. A. Rotwang schrieb:
>> Definiere "latenzfrei"!
> Hast Recht. "Latenzarm" hätte ich schreiben sollen. Ich definiere das
> so, dass Latenzen durch hohe Kompression (MP3) zu hoch wären, wobei ich
> zugeben muss, dass ich nicht weiß, wie hoch sie bei MP3 tatsächlich
> mindestens wären. Latenzen, die "kurzen" akustischen Strecken
> entsprechen, sind zwar nicht latenzfrei - aber die meine ich damit.
>
> Definiere "kurze Strecke": Strecken, die deutlich geringer sind, als die
> natürlichen akustischen Strecken auf der Bühne. Die von René genannten 2
> ms / 70 cm betrachte ich eindeutig als "kurz".
>
>> Und was ist mit Bluetooth, das würde doch gerade für sowas entwickelt?
> Na, wohl eher nicht. Damit könnte man einen Karaoke-Abend, aber keine
> Bühnenshow technisch bewältigen.
>
> Qualität: Die üblichen Funkmikros sind nicht für Telefonie, sondern für
> Studiobetrieb gedacht. 44.1 oder 48 kHz/16 Bit, unkomprimiert (oder
> verlustlos) dürfte das Minimum sein.

Interessante Darstellung, man lernt nie aus.

Vielleicht kann man das Problem mit dem Live-Monitoring und Latenz nur 
lösen indem man unterschiedliche Bandbreiten bei Bühne und Studio 
ansetzt. Welche Bandbreite hat ein Bühnen-Monitor-Lautsprecher, also der 
Kasten der dem Zupfgeigenhansel seine selbst erzeugten Klanggemälde ins 
Gehör bläst? Ich bezweifle, das dazu 44.8 KHz nötig sind. Ebenso 
Live-Auftritte. Bei Studio ist es natürlich was anderes. Aber fürs 
Studio lässt man sich auch gerne komplett verdrahten 
(Tonabnehmer/Kopfhörer) da brauchts drahtlos nicht. Anders bei den 
Bühnenakrobaten.

Für Latenzarm wirst du um analog kaum drumherum kommen. Es gibt zwar 
auch schnelle AD-Wandler (Flash/Parallel-AD) statt der langsamen 
SigmaDelta-Wandler, das Problem wird aber die "Kanalcodierung" sein, 
also die erwähnte QAM, fehlerkorrektur, Datenkompression. Eine FM mit 
leichten Narrowband könnte da der Königsweg sein, da scheint nach kurzem 
überfliegen einiges zum Thema HiFi FM Übertragung zu finden sein: 
http://www.noretron.fi/sendfile.php?site_id=3&act_...
.

Wenn digital dann mit "analoger Störsicherung", ohne Datenkomprimierung 
und mehrwertige Datenwort (bspw multiphase Codierung, QAM, spread 
spectrum), das verlangt aber eine höhere Bandbreite, die man selten in 
den öffentlichen Bändern hat. Das ist dann aber ein rechtliches und kein 
technisches Problem. Das kann man lösen indem man schaut ab wann man 
eine und welche "Sendelizenz" braucht. Für Geräte kleinster 
Send-Leistung (< 1mW) gibt es bspw. den UWB - Bereich -> Ultrabreitband.
http://emf2.bundesnetzagentur.de/pdf/UWB-BNetzA.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Ultrabreitband

Autor: C. A. Rotwang (Gast)
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Grad gefunden, da wird auf einige probs bspw Latenz beim monitoring 
eingegangen: http://blog.shure.com/top-8-microphone-myths-exposed/

Lösung ist wie oben genannt, frühes Auskopplen in Richtung Monitor:
"Some USB mics ... have built-in headphone amps and provide direct 
monitoring of the input signal before the analog-to-digital conversion."

UWB-Mics gibs/Gabs(?) auch schon am Markt:
http://www.audio-technica.com/cms/wls_systems/e7dd...

Autor: Der Zahn der Zeit (Gast)
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René S. schrieb:
> Also leider steht im Datenblatt nichts zur Modulation nur das es ein
> 48kHz / 24 Bit Signal mit AES256 Verschlüsselung ist. Ubertragen werden
> 20Hz - 20 kHz linear, was eigentlich immer bedeutet max +-3dB an den
> Grenzen. Maximale Sendeleistung sind 20mW Bandbreite <200kHz. Könnte
> also auch ein FM signal sein oder ein 2psk.

Hallo René,

das ist schon sehr informativ! 48 kHz / 24 Bit hatte ich vermutet. Ein 
typischer, für solche Anwendungen konzipierter ADC ist der PCM4201. Er 
hat eine Grenzfrequenz von 21.7 kHz. Aber nicht bei -3 dB, sondern bei 
-0.005 dB.  Er ist nur 1-kanalig und hat eine sehr geringe 
Leistungsaufnahme.

AES-Verschlüsselung überrascht mich, aber auch nur, weil ich vorher 
nicht nachgedacht habe. Es ist nahe liegend, dass sie erforderlich ist. 
Aber sie kostet, meine ich, ziemlich viel Rechenleistung.

FM, also analog, wird es ja wohl kaum sein, wenn schon ein ADC und 
Verschlüsselung drin steckt. 200 kHz Bandbreite - ganz schön viel. Aber 
es wundert mich nicht. Ich weiß nicht, wie der Bandbreitenbedarf bei 
xPSK ist, bei QAM müsste ich es abschätzen können:

48 kHz * 24 Bit = 1.152 MBit/s. Abzüglich vielleicht einer einfachen 
latenzlosen Kompression (A-law, µ-Law), zuzüglich einer Menge Bits für 
FEC (Forward error Correction), Bit-Takt mit - wie heißt das Verfahren, 
bei dem aus z. B. aus 4 Bit 5 Bit gemacht werden und so eine 
Taktregenerierung immer möglich ist? 4B/5T oder so? Kommen noch weitere 
Daten hinzu? Na ja, die Größenordnung bleibt ca. 1 MBit/s.

Nehmen wir QAM für die 200 kHz Bandbreite an: Soweit ich weiß, ist die 
Bandbreite eines (idealen) QAM-Signals gleich seiner Baudrate. Bei 200 
kHz müssten also 5 bis 6 Bit pro Schritt übertragen werden, also QAM 32 
bis 64. Nicht unrealistisch.

Jetzt schriebst du weiter oben:
> Somit bekommen die in Ihre übliche Schaltbandbreite von 60 Mhz
> zwischen 60 und 70 Sendestrecken unter.

Zum Einen: Was ist die Schaltbandbreite? Ist es ein freigegebenes 
Frequenzband für Funkmikrofone? Ich hätte gewettet, dass die 
Funkmikro-Hersteller unter Frequenzmangel leiden und derartige 
Bandbreiten ein feuchter Traum sind - aber ich kann mich ja auch 
gewaltig täuschen.

Oder können die das zwar technisch, dürfen das aber legal nur außerhalb 
der 3-Meilen-Zone? Auf Kreuzfahrtschiffen? Mehr oder weniger eine reine 
Marketingaussage?

Zum Zweiten: Das wären 1 MHz pro Funkstrecke. Bei 200 kHz Bandbreite pro 
Signal ein überaus üppiger Sicherheitsabstand. Klingt zunächst unsinnig, 
könnte sich aber mit der IM3-Problematik erklären lassen. Ich meine 
mitbekommen zu haben, dass die Berechnung der Belegung von zur Verfügung 
stehenden Kanälen zwecks optimaler Vermeidung von gegenseitigen 
Intermodulationsstörungen eine kleine Wissenschaft für sich ist.

C. A. Rotwang schrieb:
> Vielleicht kann man das Problem mit dem Live-Monitoring und Latenz nur
> lösen indem man unterschiedliche Bandbreiten bei Bühne und Studio
> ansetzt. Welche Bandbreite hat ein Bühnen-Monitor-Lautsprecher, also der
> Kasten der dem Zupfgeigenhansel seine selbst erzeugten Klanggemälde ins
> Gehör bläst? Ich bezweifle, das dazu 44.8 KHz nötig sind.

Das sehe ich auch so. Allerdings mit fast umgekehrten Konsequenzen: Je 
niedriger die Abtastrate eines ADCs /DACs ist, desto größer wird seine 
Latenz. Ich habe mich ziemlich intensiv damit befasst. Daher meine Idee, 
den Monitor-Weg komplett analog zu machen. Notfalls, indem auch z. B. 
dem digitalen Equalizer im Eingangszug noch ein analoger parallel 
geschaltet wird, der identisch parametriert wird, nur um die Latenz 
gering zu halten. Unterm Strich aber wohl eher eine Schnapsidee.

Im Noretron-Artikel, den ich vielleicht wirklich mal richtig lesen 
sollte, fand ich:
The hopes are that digital wireless systems might alleviate
some of the problems encountered with the present analog
FM systems that now exist, and produce equal or higher
quality audio performance. It is much too early (as of the
date of this writing) to delve into the intricacies of comparative
digital radio techniques, so this guide is focused on the
FM principle.

Wann wurde der Artikel geschrieben???

> Das ist dann aber ein rechtliches und kein technisches Problem.

Natürlich interessieren mich nur Ansätze, die die rechtlichen 
Rahmenbedingungen einhalten. Solche Rahmenbedingungen gibt es ja für 
Funkmikrofone.

Grüße an alle

DZDZ

Autor: René S. (thebit)
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Der Zahn der Zeit schrieb:
> Zum Einen: Was ist die Schaltbandbreite? Ist es ein freigegebenes
> Frequenzband für Funkmikrofone? Ich hätte gewettet, dass die
> Funkmikro-Hersteller unter Frequenzmangel leiden und derartige
> Bandbreiten ein feuchter Traum sind - aber ich kann mich ja auch
> gewaltig täuschen.

Damit ist die Differenz zwischen kleinster und größter Frequenz eines 
Bandes gemeint. Da ist jeder Hersteller frei in der Wahl.Shure z.B. 
teilt das mögliche Band in Bereiche zu 60 MHz auf. Sennheiser hat 
größerere Schaltbandbreiten, zumindest bei den Profisystemen

Hier mal die Frequenzcodes der Shure UHF-R Serie

G1E 470 - 530 MHz
H4E 518 - 578 MHz
J5E 578 - 638 MHz
K4E 606,125 MHz - 665,875 MHz
L3E 638 - 698 MHz
fallen weg wegen Digitaler Dividende 1 und 2:
M5E 694,125 - 757,875 MHz
P8 710 - 790 MHz
R9 790 - 865 Mhz

Freigegeben zur Sekundärnutzung für Funkmikros in D sind kostenpflichtig 
470 - 608 MHz, 614 - 703 und 733 - 823 ohne die Bereiche die durch 
digitale Dividende 1 und 2 wegfallen
822 - 830 und 863 - 865 kommt noch als ISM-Band kostenlos dazu

Shure nutzt PSK und FSK sowie einem dem Betriebsgeheimnis unterliegendem 
Komprimieralgorithmus

https://shuredeutschland.wordpress.com/2013/07/10/...

Dort steht allerdings auch das die ULX-D 2,9ms Latenz hat... die 
Nachkommastelle hat unser Ansprechpartner beim letzten Telefonat wohl 
unterschlagen ;)

Gruß René

Autor: René S. (thebit)
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Der Zahn der Zeit schrieb:
> Zum Zweiten: Das wären 1 MHz pro Funkstrecke. Bei 200 kHz Bandbreite pro
> Signal ein überaus üppiger Sicherheitsabstand. Klingt zunächst unsinnig,
> könnte sich aber mit der IM3-Problematik erklären lassen. Ich meine
> mitbekommen zu haben, dass die Berechnung der Belegung von zur Verfügung
> stehenden Kanälen zwecks optimaler Vermeidung von gegenseitigen
> Intermodulationsstörungen eine kleine Wissenschaft für sich ist.

Lad dir doch mal bei Shure die Wireless Workbench runter und lass dir 
mit einem System deiner Wahl ein Setup rechnen bzw vergleiche mal UHF-R 
mit ULX-D. Ich habe erst letztens unser gesamtes Setup neu gerechnet 
damit weil dank DD2 ein DVB-T2 Sender in unseren Bandbereich umgezogen 
ist... glücklicherweise können wir die Anlage in Zonen Aufteilen, sonst 
wäre mit 50 Strecken nix mehr gewesen. Aus 60 - 8 MHz Bandbreite (1 
Kanal dur DVB-T abgezogen) bekomme ich max 45 Strecken die nur 
funktionieren weil die Kanalabstände am Minimum liegen. Bei vollen 60 
MHz sinds aber auch nur 48 Kanäle die maximal gleichzeitig am gleichen 
Ort funktionieren.


Gruß René

Autor: Der Zahn der Zeit (Gast)
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Hallo René,

es ist also offensichtlich so, das professionelle Betreiber das gesamte 
Fernsehband nutzen können, wobei sie natürlich darauf achten müssen, 
niemanden zu stören. Das war mir bisher nicht klar. Nur die paar MHz im 
ISM-Band sind frei und kostenlos nutzbar. So ergibt das mit 60 MHz 
Schaltbandbreite Sinn.

In dem verlinkten Artikel werden ja einige Details verraten. Aber nicht, 
wie Shure es schafft, die Zeit rückwärts laufen zu lassen: 
https://shuredeutschland.files.wordpress.com/2013/...
Na gut, es ist ja nur eine künstlerische Darstellung. Man kann es also 
als Künstlerpech verstehen:-)

Mit PSK dürfte eine höhere Bandbreite erforderlich sein, dafür gibt es 
gute Gründe und, um wieder Bandbreite zu sparen, irgendeine "fantastisch 
klingende" Kompression.

Danke nochmal für die viele Info! Du steckst ja richtig tief drin in 
dieser Thematik.

DZDZ

Autor: René S. (thebit)
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Der Zahn der Zeit schrieb:
> es ist also offensichtlich so, das professionelle Betreiber das gesamte
> Fernsehband nutzen können, wobei sie natürlich darauf achten müssen,
> niemanden zu stören. Das war mir bisher nicht klar. Nur die paar MHz im
> ISM-Band sind frei und kostenlos nutzbar. So ergibt das mit 60 MHz
> Schaltbandbreite Sinn.

Naja das die Funkmikros jemanden stören ist eher unwahrscheinlich. 
Analog FM Moduliert sind max 50mW zulässig mit 200kHz Kanalbandbreite, 
Digital sogar nur 20mW. Im ISM Band ncoh weniger 10mW. Es ist eher so 
das wir uns um die Sender herum verteilen müssen da diese eine Nutzung 
des gleichen Kanals unmöglich machen. Seit DVB-T sind die 8MHz eine 
Kanals immer komplett unnutzbar, bei Analog war es sogar moglich 
zwischen 2 TV Sender, auch wenn sie direkt auf benachbarten Kanälen 
lagen, noch 3 - 5 Mikros an die Kanalgrenzen zu quetschen. Heutzutage 
muss man sogar 100Khz Abstand lassen zur Kanalgrenze eines DVB-T Senders 
sonst stört der schon.

Die Geräte für den Privatanwender im ISM Band sind sogar von der 
Schaltbandbreite direkt aufs ISM Band begrenzt, bzw. wenn sie von 822 - 
865 gehen dann lassen sich Frequenzen außerhalb des ISM Bandes nicht 
einstellen.

Und ja. Ich arbeite in einem Kulturzentrum u.a. als Messtechniker und 
Problemlöser für den Bereich.

Gruß René

Autor: Wolfgang (Gast)
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Matthias S. schrieb:
> Wir haben in der Band mit Cubase und Latenzen rumgespielt und sind so
> bei max. 4ms gelandet, die akzeptabel für einen Gitarristen waren, wenn
> er sein Instrument über Kopfhörer zurückgespielt bekam.

Und wie groß ist der Jitter, mit dem er dann dazu seine Gitarrensaite 
anschlägt?

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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Wolfgang schrieb:
> Und wie groß ist der Jitter, mit dem er dann dazu seine Gitarrensaite
> anschlägt?

Das ist schwer in Zahlen zu fassen. Kannst du aber selber ausprobieren. 
Nimm dir eine E-Gitarre, schick sie durch ein Delay und spiel dir das 
auf die Kopfhörer. Das ist sehr verwirrend, wenn du den Originalton des 
Instrumentes nicht mitbekommst.

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