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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug KFZ: Basislack dann Grundierung. Klarlack drauf erforderlich?


Autor: Lys A. (jazz_89)
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Hallo zusammen,

an meinem Privatwagen hab ich vor ein paar Jahren 2-3 etwas tiefere 
Steinschlagstellen an der Motorhaube lackiert (mit einem Pinsel). 
Neulich entdeckte ich, dass sich dort etwas Rost bildet. Also zum 
KFZ-teile-Händler gerant und Basislack-Spray in der richtigen Farbe, 
Spachtel, sowie Grundierung-Spray geholt.
Meine Frage ist:

Wenn ich die Stelle mit dem Sandpapier bearbeite und mit Spachtel fülle, 
muss dann außer der Grundierung und dem Basislack auch Klarlack drauf? 
Oder kann man das lassen? Wie lange muss man warten ziwschen 
Grundierung-Spray und Basislackspray?

Vielen Dank
Jazz

Autor: Der Andere (Gast)
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Wenn du es richtig machst die Grundierung nach dem Trocknen noch mal 
nass mit 1000er anschleifen und dann den Lack.
Ob Klarlack hängt davon ab ob der ursprüngliche Lack auch eine 
Klarlackschicht hat.

Kriegst du die Roststellen zu 100% rausgeschliffen?
Falls nicht solltest du vorher Rostumwandler (Phosphorsäurehaltig) 
auftragen, einwirken lassen und gut abwaschen.

Autor: H. S. (wellenloeter)
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Reihenfolge:
1.Metall, blank...wirklich blank..
2.Grundierung
3.(ggf Spachtel oder nur Füller)
4.(wenn Spachtel dann hier eine Zwischenschicht z.B. Füller oder 
passende Grundierung damit Basislack nicht direkt auf Spachtel)
5.Baislack
6. (Klarlack wenn im Basislack nicht enthalten. z.B. Metaliklacke 
braucht fast immer noch einen Klarlack)

Für eine Gute Qualität solltest Du zueinanderpassende Komponenten 
verwenden. Viele Materialien können "Nass in Nass" übereinander 
verarbeitet werden, danach solltest du fragen.
Wenn die Komponenten nicht "Nass in Nass" sind muss die untere Schicht 
VOLLSTÄNDIG (nach Datenblatt durchhärten bevor die nächste Schicht 
kommt - und damit die nächste Schicht hält muss die vorhergehende wieder 
ganz leicht angeschliffen werden. Das kann bei 1k Lacken und 25° schon 
mal paar Tage dauern.
Das ist natürlich extrem zeit + Arbeitsaufwändig. "Nass in Nass" 
ermöglicht auf die Vollständige Durchhärtung und das anschließende 
anschleifen zu verzichten - aber eben NICHT tatsächlich auf Nasse 
Schichten zu Lackieren.

Vor jedem Schichtaufbau sollte die Stelle natürlich absolut Fett, Staub 
und Silikonfrei sein. Silikonentferner und fusselfreie Tücher!

Verwende wo es geht 2k Produkte. Die härten schneller aus (besonders da 
du ja keine 80° Trockenkammer haben wirst und verallgemeinert kann man 
schon sagen das die beständiger gegen Umwelteinflüsse/Lösungsmittel sind 
- zumindest unter gleichen amateurhaften aushärtebedienungen)
2k Produkte in Spraydosen haben eine 2. Kammer die vor der Verarbeitung 
geöffnet wird und sind daher nach Aktivierung nur einmal zu 
benutzen..und sind unverschämt teuer.

Autor: Michael B. (laberkopp)
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Lys A. schrieb:
> muss dann außer der Grundierung und dem Basislack auch Klarlack drauf

Wenn der Lack Klarlack erfordert, dann ja. Je nach Lacksorte, Metallic 
immer, müsste also draufstehen (ausser auf angemischten Dosen).

Aber wenn du Blech schleifst, ruinierst du die galvanische Verzinkung 
und Phosphatierung. Klar rostet das. Es ist meiner Meinung nach gar 
nicht schaffbar, solche Stellen wieder lange haltbar zu bekommen. Der 
Lack üsste vollkommen wasserdampf und luftdicht sein, das sind 
Acryllacke aber nicht. Mindestens also Kunstharzlack verwenden.

Autor: Lys A. (jazz_89)
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Danke für die Ratschläge. Ich werde die Stelle zuerst gründlich anrauen. 
Das sollte kein Problem sein, denn es ist nur wenig Rost sichtbar. Bin 
mir nur nicht sicher ob ein Klarlack vorhanden ist. Müsste eigentlich, 
da das Fahrzeug ein Metallic-Look hat.

Beste Grüße

Autor: Matthias K. (kannichauch)
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Hallo

Das Rostproblem lässt sich am besten mit einem Zinkspray als Grundierung 
beheben, wie es z.B. für Schweißarbeiten an verzinkten Teilen auch 
verwendet wird.
Der Rost muss vorher ganz runter, es hat sonst keinen Zweck.
Nach dem Zinkspray kann man normal lackieren, soll heißen, grundieren, 
ggf. spachteln und nochmal grundieren und Farblack drauf.
Verschiedene Farben haben oft verschiedene Grundierungsfarben, auch 
deshalb ist so ein fertiges Reparaturset ganz gut.
Mit dem Pinsel sieht es immer etwas "bescheiden" aus, besser ist gekonnt 
gesprüht; im Kleinen geht das gut mit Airbrush.
Das mit dem Klarlack bei Metalliclackierungen muss man von Fall zu Fall 
entscheiden, ausprobieren. Ich hatte ein älteres Auto mit wahrscheinlich 
zu wenig Glanz. Das brauchte ich nicht mehr klar zu lackieren, bzw. es 
fiel total auf.
Von Rostumwandlern halte ich gar nichts.  Es gibt zwar Phosphatierungen 
in industriellen Lackschichten wo es sinnvoll ist, aber umgewandelter 
Rost ist immer noch Rost, quasi eine dicke "lebende" Schicht..

MfG
Matthias

Autor: H. S. (wellenloeter)
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Matthias K. schrieb:
> Ich hatte ein älteres Auto mit wahrscheinlich
> zu wenig Glanz. Das brauchte ich nicht mehr klar zu lackieren, bzw. es
> fiel total auf.

Das mag aus optischen Aspekten stimmen - ist aber fachlich falsch, da 
Basislacke (die einen Klarlack erfordern) die Eigenschaft haben 
hygroskopisch zu sein, also nicht wirklich "Wasserdampf" dicht sind und 
somit wieder Feuchtigkeit in den ganzen lagenaufbau eindringt.

Die letzte Schicht eines Lackaufbaus muss "wasserdicht" sein, das ist in 
aller Regel erst der Klarlack, bzw. bei Unilacken der bereits enthaltene 
Klarlack.

By the was ist das auch der Grund warum ein blankes Metall welches "nur" 
mit einer Grundierung(die eigentlich nur als untere Schicht eines 
Lacksystems gedacht ist) versehen ist nach einiger Zeit wieder Rostet - 
Grundierungen sind in aller Regel eben nicht hygroskopisch dicht (ist ja 
nicht nötig weil da Lack rauf soll). Natürlich gibt es spezielle 1 
Schicht Systeme, aber die gemeingefährliche Wald und Wiesengrundierung 
von dem Baumarkt oder Autoteilehändler des geringsten Misstrauens eben 
nicht.

Für das Problem mit dem optisch nicht zum Altlack passendem Klarlack 
gibt es überings sog. "Blender" die dem Klarlack beigemischt oder 
teilweise sogar als eigene Schicht aufgetragen werden um den Übergang zu 
"entschärfen"/abzustumpfen.

: Bearbeitet durch User
Autor: Thomas F. (igel)
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Lys A. schrieb:
> Ich werde die Stelle zuerst gründlich anrauen.

Ganz schlecht.
Eine raue Stahloberfläche ist viel rostanfälliger als eine mikroskopisch 
glatte Oberfläche. Also besser die Schleifkratzer welche beim Entrosten 
entstehen mit feinem Schleifpapier wieder entfernen.

> Bin mir nur nicht sicher ob ein Klarlack vorhanden ist. Müsste eigentlich,
> da das Fahrzeug ein Metallic-Look hat.

Üblicherweise steht irgendwo am Fahrzeug die Lacknummer auf einem 
Aufkleber. Damit kann man dann im Netz bei den Lackherstellern suchen 
und weiß dann welchen Lack man hat bzw. braucht.

Autor: Der Andere (Gast)
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Matthias K. schrieb:
> Von Rostumwandlern halte ich gar nichts.  Es gibt zwar Phosphatierungen
> in industriellen Lackschichten wo es sinnvoll ist, aber umgewandelter
> Rost ist immer noch Rost, quasi eine dicke "lebende" Schicht..

Mehrfach falsch.
1. dicke lebende Schicht ist natürlich alles falsch gemacht. Vom Rost 
muss vorher soviel runter wie es nur geht
2. Rostumwandler der gestrichen und dann draufgelassen wird ist sehr 
suboptimal, weil damit Reste der Phosporsäure auf dem Metall bleiben. 
Richig ist Rostumwandler auf den Rest Rost den man sonst nicht wegkriegt 
(warum auch immer) und dann gut abspülen mit Wasser. Danach gut trocknen 
(Fön oder regelbarer Heissluftfön) und dann weitermachen
3. umgewandelter Rost ist kein Rost mehr (Komplex aus Fe2O3, FeO, H2O), 
sondern Eisenphosphat. Siehe dazu z.B.
http://anorganik.chemie.vias.org/phosphatierung_eisen.html

Wenn man natürlich nur irgendwelchen Rostumwandler oder Cola auf eine 
dicke Schicht Rost schmiert wird das nichts.

Autor: Stephan (Gast)
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Fertan !

Autor: Oberlajtnant (Gast)
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Stephan schrieb:
> Fertan !

Fertane Mühe?!
:)

Autor: Michael B. (alter_mann)
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Oberlajtnant schrieb:
> Stephan schrieb:
>> Fertan !
>
> Fertane Mühe?!
> :)

Nö!
Versuchte Werbung für Rostumwandler. ;-)

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