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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Werkzeug Akku Kapazität messen


Autor: Micha O. (mcgandolf)
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Hallo,

ich betreibe mein E-Bike (250 Watt) mit Bosch 36 V Werkzeugakkus.

Es gibt die originalen Akkus und günstigere Nachbauten.

Jetzt möchte ich die reelle Kapazität zwei dieser Exemplare - die ich 
schon einsetze - messen.

Bosch Professional GBA 36 V 4,0 Ah: 
https://www.amazon.de/Bosch-Professional-GBA-Akku-...

36V 4A Akku Batterie Ersatzakku für BOSCH: 
Ebay-Artikel Nr. 142141257467


Zur Entladung kann ich folgende elektronische Last verwenden:

Peaktech 2275 150 Watt 0-30A: 
https://www.reichelt.de/Labornetzgeraete/PEAKTECH-...

Es handelt sich um LiIon'en Akkus mit gemessender Leerlaufspannung von 
40 Volt.


Ohne die Akkus zu geöffnet zu haben, gehe ich davon aus, daß 10 LiIon 
Akkus (oder Packs) in Reihe geschaltet sind.


Ich kann aber nicht sagen, ob es einen Tiefentladungsschutz gibt - 
insbesondere bei dem Nachbau bin ich natürlich nicht sicher.


A) Spricht etwas dagegen wie folgt vorzugehen ? Mit der elektronischen 
Last und 3A Konstant Entladestrom  (CC) (dürften dann bei 3A und etwa 
36V bei knapp über 100 Watt liegen) bis zu einer Spannung von 10 x 2,5V 
= 25 Volt entladen ?

Weitere Frage.

B)  Das Ebike wird im Fahrbetrieb mit zunehmender abnehmender Spannung 
etwas schwächer. (statt 25 kmH dann ca. 20 kmH), obwohl der Akku 
vermutlich noch zur Hälfte voll ist. Hilft es hier einen Step-Up 
Konverter einzubauen, um die Spannung konstant auf 36 V zu halten ?

Dann würde er doch auf Kosten der Akkukapazität den hohen Spannungslevel 
- und damit den Schub - beibehalten ? Oder liege ich hier falsch ?


An sowas hätte ich gedacht:

KKmoon 400W DC-DC Boost Converter Modul Step up Spannungswandler Voltage 
Konverter Netzteil 6-40V / 8-80V: 
https://www.amazon.de/KKmoon-Converter-Spannungswa...

Danke für Eure Antworten

McGandolf

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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2,5V pro Zelle ist etwas nah an der Kante. Geh auf 2,8V.
Außerdem ist der Akku mit 36V/4Ah recht knapp für ein Pedelec. Die 
aktuellen Teile haben so 4-6fache Kapazität.

Autor: Micha O. (mcgandolf)
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Ich verwende das E-Bike für die Fahrt ins Büro und da sind die 4Ah 
vollkommen ausreichend (Gewicht: 1,2 Kg)



Im Gegenteil - finde ich die "großen" Pedelec Akkus nachteilig: das Rad 
ist schwerer und sollte mal eine Zelle die Grätsche machen - dann muß 
der ganze teure Akku in Reparatur oder ist hinüber.


Von den kleinen Werkzeugakkus kann man - wenn man auf größere Tour geht 
- gut und gerne mehrere einpacken und den Bedarf dadurch passender 
abdecken.


Zudem sind die Werkzeugakkus - aufgrund des Einsatzgebietes -  in der 
Regel eher robuster aufgebaut. Nicht zuletzt wegen des weiten 
Verbreitung sind die Preise auch günstiger.



Zu der Entladeschluß - Spannung:  Du meinst dann, ich sollte da eher auf 
28 Volt gehen.


Um den Akku zu schonen ?

Autor: holger (Gast)
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>Zudem sind die Werkzeugakkus - aufgrund des Einsatzgebietes -  in der
>Regel eher robuster aufgebaut.

Kaum. Auch hier ist möglichst billig angesagt.

Autor: Micha O. (mcgandolf)
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Wie schaut es mit dem StepUp Konverter aus:

Das Ebike wird im Fahrbetrieb mit zunehmender abnehmender Spannung
etwas schwächer. (statt 25 kmH dann ca. 20 kmH), obwohl der Akku
vermutlich noch zur Hälfte voll ist. Hilft es hier einen Step-Up
Konverter einzubauen, um die Spannung konstant auf 36 V zu halten ?

Dann würde er doch auf Kosten der Akkukapazität den hohen Spannungslevel
- und damit den Schub - beibehalten ? Oder liege ich hier falsch ?

Autor: Kai S. (kai1986)
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Hallo,

ich kenne den Bosch Akku nicht, wenn ich das auf dem Bild aber richtig 
gesehen habe, dann hat der Akku direkt eine Ladezustandsanzeige. Wenn 
dem so ist hat er eh eine Platine, die eine Schutzbeschaltung enthält.

Micha O. schrieb:
> Wie schaut es mit dem StepUp Konverter aus:
>
> Das Ebike wird im Fahrbetrieb mit zunehmender abnehmender Spannung
> etwas schwächer. (statt 25 kmH dann ca. 20 kmH), obwohl der Akku
> vermutlich noch zur Hälfte voll ist. Hilft es hier einen Step-Up
> Konverter einzubauen, um die Spannung konstant auf 36 V zu halten ?
>
> Dann würde er doch auf Kosten der Akkukapazität den hohen Spannungslevel
> - und damit den Schub - beibehalten ? Oder liege ich hier falsch ?

Im Prinzip funktioniert das, ABER:
Die Hersteller der E-Bike Motoren haben eine teils sehr großzügige 
Definition der 250W Dauerleistung. Ströme von 15A sind hier gängige 
Werte bei 250W Antriebsleistung. Setzt du die Spannung rauf, dann nimmt 
der Strom für die Zellen zu, womit diese noch schneller einbrechen. 
Verbreitetes Problem bei Akkus dieser Größe ist eine Überhitzung (mit 
dem kleinen Kunststoffgehäuse bekommen sie die Wärme von den Zellen 
nicht weg und die Zellen brechen ein). Ein Schaltwandler vergrößert hier 
das Problem noch, da die Abwärme sich aus R_innen*I^2 ergibt und I ja 
größer wird (und du hast I^2).
Den Angaben nach ist der Akku ein 10S2P von der Verschaltung. Trotz der 
Powertool-Zellen, die darin verbaut sein dürften solltest du immer 
mindestens 2 Akkus parallel am Fahrrad hängen haben (Vorsicht, die 
müssen die gleiche Spannungslage haben, wenn du sie zusammen schaltest).

Micha O. schrieb:
> Es handelt sich um LiIon'en Akkus mit gemessender Leerlaufspannung von
> 40 Volt.

Das ist deutlich zu wenig für vollgeladene Akkus. Ladeschlussspannung 
ist 42V für einen solchen Akku. Wird die Ladeschlussspannung auf 41V 
reduziert kannst du schon nur noch 80% der Kapazität nutzen, hast dafür 
allerdings die Zykluszahl verdoppelt. Bei nur 40V fehlt dir noch mehr 
Kapazität beim Laden. Da würde ich es mit einem anderen Ladegerät 
versuchen (wenn du dich auskennst kannst du unter Aufsicht auch mit 
einem Labornetzteil laden) und einmal testen, ob es besser ist.

Ein Akku der "leer" ist, obwohl noch "die Hälfte" der Energie in den 
Zellen steckt ist ein klassisches Anzeichen von überlasteten Zellen.

Gruß Kai

Autor: Micha O. (mcgandolf)
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Sehr interessant.



Ich habe beide noch mal randvoll geladen (Bosch Akku Lader).

Original Bosch Akku: 41,64 Volt
Nachbau (ADGA): 40,61 Volt


Beide wurden genau identisch verwendet (Jeden Tag im Wechsel, so 50x 
jeder Akku).


Der Nachbau Akku ist also schon etwas ausgelutscht oder wurde mit 
minderwertigeren oder gebrauchten Zellen aufgebaut.


Irgendwie habe ich sowas vermutet un wollte daher auch die Kapazität der 
Akkus mal messen. Werde ich am WE mal mit 28 V Ladeschluß-Spannung 
machen.


Beide Akkus fahren insgesamt aber noch sehr gut und ich kann auch 
keinerlei Erwärmung von außen feststellen. Es handelt sich hierbei um 
einen E-Bike Umbau eines Brompton Faltrades. Der Umbauer 
(http://www.nanoelectricbikes.co.uk/) bietet die Option mit den 
Werkzeugakkus ausdrücklich an - und es funktioniert eigentlich auch sehr 
gut.


Ich werde aber sicherheitshalber mal den Strom im Vollast-Betrieb 
messen.


Sollte sich im Volllast Betrieb keine deutliche Erwärmung feststellen 
lassen, dann würde ich vielleicht mal testweise mit den StepUp Konverter 
die Spannung auf 36 Volt festnageln.


Ich bin in diesem Thema allerdings überhaupt nicht sattelfest und muß 
mich erst mal rantasten. Bin daher für jeden Input dankbar.

Grüße

McGandolf

Autor: Michael F. (sharpals)
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die frage ist, was für rin motor ist das ?

Gleichstrommotor ? Drehstrommotor ?

Bei letzteren, dürfte ein stepupregler garnichts helfen, weil die 
generatoren selber als ,,wechselrichter" arbeiten und dann die spannung 
konstant halten.

Außerdem hast du das problem, wenn du den stepupregler einfügst, 
belastest du die akkus sehr stark, da ja die stromaufnahme steigt, wenn 
die spannung sinkt und der wirkungsgrad des wandlers, wird schlechter.

Es kann also sein, daß du von dem regler garnichts merkst, aber die 
akkus in den gefährlichen bereich kommen, bevor du es merkst.

Autor: ArminX (Gast)
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Hi

In den Pedelecakkus sind meist keine Hochstromzellen wie in den Bosch 
Werkzeugakkus verbaut. Eher Mittelmäßige und dafür mehr Kapazität. Der 
zu erwartende Strom bei 250W und 36V ist ja auch bei Weitem nicht so 
hoch wie bei einem Winkelschleifer mit 18V und 800 - 1000W. Selbst die 
großen Akkuschrauber bewegen sich da mittlerweile in Größenordnungen von 
um die 500W.

In dem genannten Bosch Akku dürften 20St 2Ah Zellen verbaut sein die mit 
einem Strom von 15 - 20A locker zurecht kommen. Und davon sind je 2 
parallelgeschaltet.
Aber Achtung! Eine Balancer- und/oder Tiefentladeschaltung ist in den 
Packs nicht integriert.
Ich würde beim Entladen mit der Stromsenke den Akkupack öffnen und 
jeweils die Hälfte der Zellen permanent mit einem eigenen Multimeter 
messen. Wenn die Spannung eines Teils bei 12,5 oder 13V liegt abbrechen.

Die Leistungsfähigkeit deines Stepupwandlers ist zu gering bemessen! Der 
liefert wenn Du Glück hast die 400W. Das wird vermutlich die 
Eingangsleistung sein die erreicht werden kann wenn die maximale 
Spannung von 40V anliegt. Hierbei besteht dann aber schon die Gefahr, 
dass ein mit knapp 42V geladener Akku zu einem Defekt infolge 
Überspannung führt...
Du wirst einen Wandler benötigen, der bei der geringsten Akkuspannung 
von ca 25V in der Lage ist den dann benötigten Strom von mindestens 20A 
aufnehmen und umsetzen zu können.

Armin

Autor: Micha O. (mcgandolf)
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Zum Motor



Ich vermute es ist ein Gleichstrommotor - obwohl 3 Leitungen zum Motor 
führen.

Nach etwas googlen dürfte ich ihn jetzt gefunden haben:

https://www.aliexpress.com/item/Hot-sale-OR01A4-36...

Parameter: High-peed No-hall Brushless DC Motor
Rated Input Voltage: 36V
Rated Output Power: 250W
Max. Output Power:  500W
Rated Input Current: 9.5A
Rotation Speed: 300RPM



Zum StepUp Wandler


Hat jemand noch eine Idee welchen ich da nehmen könnte. Fertig 
verkapselt und einstellbar wäre natürlich ideal.


Zum Akku

Ja, ich denke auch, daß der Akku die geforderten Ströme problemlos 
liefern könnte. Ich versuche am WE mal am "lebenden" Objekt den 
maximalen reellen Strom zu messen - den er unter "Vollgas" zieht.



Danke schon mal für die Beiträge


McGandolf/Micha

Autor: npn (Gast)
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Micha O. schrieb:
> Ich vermute es ist ein Gleichstrommotor - obwohl 3 Leitungen zum Motor
> führen.
>
> [...]
> Parameter: High-peed No-hall Brushless DC Motor

Deine Vermutung ist leider falsch. Drei Leitungen -> 3 Phasen
Und auch wenn er "Brushless DC Motor" heißt, bedeutet es, daß der 
Motorregler (ohne den er gar nicht funktioniert, weil dieser das 
Drehfeld erzeugt), mit DC betrieben wird. Eben durch deine Akkus.
Wenn es ein DC-Motor wäre, würde er auch ganz ohne Elektronik laufen, 
weil die Kommutierung durch die Segmente auf dem Schleifer gemacht 
werden. Dort, wo die Kohlebürsten laufen. Diese Kommutierung wird bei 
einem BLDC elektronisch gemacht.

Autor: Walter S. (avatar)
Datum:
Angehängte Dateien:

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Kai S. schrieb:
> Wird die Ladeschlussspannung auf 41V
> reduziert kannst du schon nur noch 80% der Kapazität nutzen,

es sind dann eher 90%

Autor: Armin X. (werweiswas)
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Micha O. schrieb:
> Parameter: High-peed No-hall Brushless DC Motor
> Rated Input Voltage: 36V
> Rated Output Power: 250W
> Max. Output Power:  500W
> Rated Input Current: 9.5A
> Rotation Speed: 300RPM

Moin
500W / 25V = ~20A
Das ist der Strom andem Du dich orientieren musst.
Ob es dafür einen fahrradtauglich gekapselten Stepup gibt weis ich 
nicht.
Ein einfacher Stepup ist sowieso ungeeignet weil dieser eine 
Eingangsspannung kleiner als die Ausgangsspannung benötigt.

Armin

Autor: Micha O. (mcgandolf)
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Braucht es überhaupt einen so großen StepUp Wandler ? Ich muß ja nicht 
den gesamten Strom über den Wandler laufen lassen.


Wenn die Batterie z.B. nur noch 33 Volt liefert dann fehlen mir ja nur 3 
Volt
auf die 36 Volt.


Wenn ich den Akku und den StepUp Wandler in Reihe schalte (wobei der 
StepUp Wandler seinen Strom auch aus dem Akku bezieht) sollte das doch 
gehen oder ?


Und dann brauche ich in diesem Fall nur 3V x max 20A = 60 Watt oder ?


McGandolf

Autor: Knisterbein (Gast)
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> Und dann brauche ich in diesem Fall nur 3V x max 20A = 60 Watt oder ?
>
> McGandolf

JA. Zaubere einfach weiter, aber dann brauchst auch nicht rumzufragen 
bis einer Dir eine deiner vorgefassten Meinungen bestätigt.

Autor: Micha O. (mcgandolf)
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Knisterbein schrieb:
>> Und dann brauche ich in diesem Fall nur 3V x max 20A = 60 Watt oder ?
>>
>> McGandolf
>
> JA. Zaubere einfach weiter, aber dann brauchst auch nicht rumzufragen
> bis einer Dir eine deiner vorgefassten Meinungen bestätigt.

Hmm. Ich frage ja gerade weil ich es nicht weiß. Mir helfen Erklärungen 
mehr als so ein Beitrag.

Ich habe Akku und StepUp Konverter als zwei Stromquellen angesehen. Bei 
Batterien kann ich durch Reihenschaltung auch die Spannung erhöhen.

Während ich das schreibe kommt mir eigentlich selbst die Erkenntnis, daß 
das es möglicherweise nicht klappen wird, da wir zwei unterschiedliche 
Spannungslagen haben.

McGandolf

Autor: Niemand (Gast)
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Mal etwas ab vom "eigentlichen" Problem, ein Fahhrad als E-Bike ist 
schon was für außergewöhnlich hippe (träge) Leute?
Wenn ich an Radfahren denke, kommen mir andere Probleme in den Kopf, als 
Akkus zum bequemeren Vorwärtskommen.
Körperliche Bewegung fördert auch noch etwas die geistige 
Leistungsfähigkeit, und durch Sport ist noch keiner derart zu Tode 
gekommen!

Welche Strecke ist da eigentlich in welcher Zeit zu bewältigen? Denn so 
wie das seltsame Rad aussieht, ist damit kein flottes Vorwärtskommen 
möglich, und für längere Strecken von der Konstruktion eher ungeeignet.

Autor: Hp M. (nachtmix)
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Micha O. schrieb:
> Hilft es hier einen Step-Up
> Konverter einzubauen, um die Spannung konstant auf 36 V zu halten ?

Würde ich nicht machen.
Einmal, weil natürlich auch eine derartige Schaltung Energie verbraucht, 
aber hauptsächlich, weil sie dem Akku einen negativen Widerstand 
darbietet: Je geringer die Akkuspannung ist, umso höher ist die 
Stromaufnahme.

Das kann dazu führen, dass ohne Vorwarnung plötzlich Schluß ist.
Insbesondere, wenn der Akku stark gefordert wird, z.B. beim Anfahren an 
einer Kreuzung, könnte solch ein plötzliches Versagen des Antriebs eine 
gefährliche Situation heraufbeschwören.

Autor: Micha O. (mcgandolf)
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Niemand schrieb:
> Mal etwas ab vom "eigentlichen" Problem, ein Fahhrad als E-Bike ist
> schon was für außergewöhnlich hippe (träge) Leute?

Achtung. Vorurteil :-)


> Wenn ich an Radfahren denke, kommen mir andere Probleme in den Kopf, als
> Akkus zum bequemeren Vorwärtskommen.
> Körperliche Bewegung fördert auch noch etwas die geistige
> Leistungsfähigkeit, und durch Sport ist noch keiner derart zu Tode
> gekommen!

Stimmt. Das E-Bike ist aber für die schwitzfreie Fahrt ins Büro. Ich 
habe ja noch ein anderes Bike für den Sport. Unterschiedliche 
Anforderungen brauchen unterschiedliche Lösungen.

> Welche Strecke ist da eigentlich in welcher Zeit zu bewältigen? Denn so
> wie das seltsame Rad aussieht, ist damit kein flottes Vorwärtskommen
> möglich, und für längere Strecken von der Konstruktion eher ungeeignet.

Das E-Bike (als Pedelec) macht so 23 km/H ohne groß mitzutreten. Der 
kleine Motor ist nicht zu unterschätzen. Mit dem kleinen Werkzeugakku 
(36V 4Ah) kommt man so 10-15 Km weit wenn nur wenig beiträgt.

Mehr als 50 km will ich damit auch nicht unbedingt am Stück fahren. Aber 
für alles andere ist es schon ein geniales Teil: Agil, gut fahrbar und 
schnell zu einem superkleinen Paket zusammen faltbar (ca 60x 60x 30x cm)

McGandolf

Autor: Stephan S. (outsider)
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Micha O. schrieb:
> Braucht es überhaupt einen so großen StepUp Wandler ? Ich muß ja nicht
> den gesamten Strom über den Wandler laufen lassen.
>
>
> Wenn die Batterie z.B. nur noch 33 Volt liefert dann fehlen mir ja nur 3
> Volt
> auf die 36 Volt.
>
>
> Wenn ich den Akku und den StepUp Wandler in Reihe schalte (wobei der
> StepUp Wandler seinen Strom auch aus dem Akku bezieht) sollte das doch
> gehen oder ?
>
>
> Und dann brauche ich in diesem Fall nur 3V x max 20A = 60 Watt oder ?
>
>
> McGandolf

Ja das würde theoretisch funktionieren. Hat aber einige Haken:

1. geht nur wenn dein Step-up galvanisch trennt, oder ein invertierender 
Inverter ist, du ihn an Minus des Akkus anklemmst und dessen negativer 
Anschluss dann der neue Minuspol wird
2. das Batteriemanagement keine Probleme macht und du in der Lage bist 
deine Schaltung irgendwo dazwischen zu schalten
3. der Strom steigt wie mehrfach erwähnt an, was zu noch stärkerer Last 
und schlechtem Wirkungsgrad führt

Prinzipiell ist es immer besser (wenn man Gewicht und Preis akzeptieren 
kann) mehrere Akkus zu nutzen, da dann die Entladung langsamer geht. Hat 
man z.B. 10s4p wie in meinem Nachrüst-Pedelec-Akku mit 11,6 Ah und fährt 
so dass man ihn in 2 Stunden leer hat, dann würde man einen kleineren 
Pack mit 10s2p in nur einer Stunde entleeren. Das belastet die Akkus 
weitaus mehr. Auch wenn man hochstromfähige Zellen aus Powertools nimmt, 
so geht das trotzdem auf die Lebensdauer.

Bei meinem Akku schaltet die Elektronik von selbst bei etwa 28 V ab. Ich 
habe auch die Kapazität gemessen. Bei 2,5 A kam ich auf 11,38 Ah bei 
einem nicht mehr ganz neuen Akku.

Was mich allerdings echt mal interessieren würde: macht das 
Ladeverfahren einen Unterschied wenn ich den Akku schonen will? Ich habe 
die Ladekurve mal aufgezeichnet und bei etwa 85% geht er von CC auf CV 
Ladung über. Ich habe mir angewöhnt bei 85% dann auszustecken wenn ich 
den Zeitpunkt nicht verpasse. Das mache ich über ein 
Energiekostenmessgerät. Hab schon überlegt ob es nicht irgendeine 
fertige Lösung gäbe womit ich das automatisieren könnte. Eine 
Master-Slave Steckdose vielleicht?

Aber worauf ich raus wollte: ich stecke dann bei 85% aus um den Akku zu 
schonen, tatsächlich wurde da ja aber mit vollem Strom (CC) geladen und 
der Akku war bereits auf 42 V. Wäre es für den Akku (deutlich) 
schonender zu ermitteln bei welchem Spannungswert bei CC-CV Ladung die 
85% erreicht wären und dann die maximale Spannung zu begrenzen? Also 
dass z.B. bei 41 V auf CV Ladung übergegangen wird?

Von der Energie ab Steckdose kann ich übrigens etwa 85% später wieder 
entnehmen, das ist kein so toller Wert. Aber das Ladegerät wird auch 
ganz schön warm. Wäre mal interessant irgendwie die Verlustleistung 
eines Netzgerätes zu ermitteln. Hab ich mir schon öfters gedacht. Eine 
Kiste in die das Teil rein kommt, zuerst eine Heizung mir bekannter 
Leistung, Temperatursensoren an bestimmten Stellen, darauf achten dass 
sich die Luft möglichst wenig bewegt, aus den Temperaturen einen 
Rth-Wert bestimmen und damit dann den Aufbau eichen? Ich frage mich ob 
man mit sowas halbwegs brauchbare Ergebnisse bekommen könnte. Würde mich 
schon mal interessieren wie viel Verluste eigentlich im Ladegerät 
entstehen und wie gut der Wirkungsgrad des Lade- und Entladevorgangs im 
Akku selbst ist. Die DC Leitung würde ich nur ungern abzwicken um daran 
zu messen...

Bei Bosch Systemen bleiben die Netzteile viel kühler, aber dafür 
schummeln die mit der Kapazität. Angeblich haben die Akkus 400 Wh, aber 
wenn ich von komplett leer nach komplett voll lade, entnehme ich der 
Steckdose gerade mal 396 Wh. Da ist was faul! Entladungsmessungen habe 
ich noch nicht gemacht, aber wenn man davon ausgeht dass auch die 396 Wh 
nicht vollständig im Akku landen, fehlt da schon einiges. Vielleicht 
haben ja aber auch die Akkus wirklich die 400 Wh, aber das BMS nutzt sie 
nicht um die Lebensdauer zu erhöhen? Das wäre dann aber auch nicht fair 
von Bosch dem Kunden weis zu machen er hätte einen 400 Wh Akku.

Autor: Micha O. (mcgandolf)
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> Ja das würde theoretisch funktionieren. Hat aber einige Haken:
> 1. geht nur wenn dein Step-up galvanisch trennt, oder ein invertierender
> Inverter ist, du ihn an Minus des Akkus anklemmst und dessen negativer
> Anschluss dann der neue Minuspol wird
> 2. das Batteriemanagement keine Probleme macht und du in der Lage bist
> deine Schaltung irgendwo dazwischen zu schalten
> 3. der Strom steigt wie mehrfach erwähnt an, was zu noch stärkerer Last
> und schlechtem Wirkungsgrad führt

Das ist eine interessante Idee. Ich würde dann also z.B. -3 Volt über 
den invertierenden StepUp Wandler bekommen und +33 Volt über den Akku. 
In Reihe ergeben sie dann die gewünschten 36 Volt. Ja, so müsste es 
gehen. Ich denke ich muß da mal einen echten Versuchsaufbau wagen ... 
und so einen StepUp Wandler auch erst mal finden.

> Prinzipiell ist es immer besser (wenn man Gewicht und Preis akzeptieren
> kann) mehrere Akkus zu nutzen, da dann die Entladung langsamer geht. Hat
> man z.B. 10s4p wie in meinem Nachrüst-Pedelec-Akku mit 11,6 Ah und fährt
> so dass man ihn in 2 Stunden leer hat, dann würde man einen kleineren
> Pack mit 10s2p in nur einer Stunde entleeren. Das belastet die Akkus
> weitaus mehr. Auch wenn man hochstromfähige Zellen aus Powertools nimmt,
> so geht das trotzdem auf die Lebensdauer.

Klar. Ich scheue mich aber immer z.B. zwei geschlossene Akku-Packs 
parallel zu schalten. Wer weiß was die an BMS drin haben und wie die 
dann reagieren.

Zudem denke ich, daß ich nicht mehr als 10 Ampere ziehe - also weniger 
als 0,5 Ampere pro Zelle. Das können die locker ab. Ich kann etwa 1h mit 
dem E-Bike fahren bis die Akkus leer sind, was eher auf 3-4 Ampere 
Dauerlast schließen lässt. Beim Anfahren braucht er aber sicher mehr. 
Messung dazu steht aber noch aus.



> Was mich allerdings echt mal interessieren würde: macht das
> Ladeverfahren einen Unterschied wenn ich den Akku schonen will?

Nach ein wenig einlesen habe ich schon festgestellt: Das ist eine echte 
Wissenschaft für sich - da die LiIon ja auch noch leicht 
unterschiedliche chemische Zusammensetzungen verwenden. Temperatur 
spielt dann auch noch eine große Rolle usw.

Vermutlich sollte man sich nicht arg so viel Gedanken über das Laden 
machen. Ob man nun 1000 Zyklen oder optimiert 1200 hinbekommt um auf 80% 
Restkapazität zu kommen macht das Kraut auch nicht fett.

Unschön finde ich dagegen die Kosten für einen Pedelec Akku - die 
eigentlich nicht von dieser Welt sind. Da gehen gleiche 400-800 Euro 
dahin.

Deswegen bin ich auch auf die Werkzeug-Akkus für den Pedelec Betrieb 
gekommen. Diese sind weit verbreitet und daher günstiger und oft gibt es 
Nachbau Akkus mit guter Qualität.

Gestern habe ich einen Test mit dem Bosch Akku (36V 4Ah) und einem 
Nachbau ADGA Akku (ebenfalls 36V 4Ah) Stunden vorgenommen 
(Entladeschlußspannung 30 Volt)

Ergebnis:

Bosch: Startspannung 41,63  Volt ->  Kapazität 3,8 Ah
ADGA:  Startspannung 40,76 Volt  -> Kapazität 3,7 Ah

Der Bosch Akku kommt auf 150 Euro, der Nachbau auf ca 50 Euro. Wenn 
beide eine ähnliche Zyklenzahl durchhalten - dann ist der Nachbau 
geradezu sensationell günstig (im Vergleich zu den Pedelec Akkus).

Autor: Kai S. (kai1986)
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Micha O. schrieb:
> Zudem denke ich, daß ich nicht mehr als 10 Ampere ziehe - also weniger
> als 0,5 Ampere pro Zelle.

Vorsicht. Wenn du aus einem 10S2P Akku 10 Ampere ziehst, dann hast du 5A 
pro Zelle (10 A / 2P). Der Strom teilt sich nämlich nur in der 
Parallelschaltung auf, in der Reihenschaltung ist er überall gleich.

Micha O. schrieb:
> Ob man nun 1000 Zyklen oder optimiert 1200 hinbekommt um auf 80%
> Restkapazität zu kommen macht das Kraut auch nicht fett.

Das sind leider nur Marketingzahlen. Bei Vollzyklen (4,2V -> 2,5V -> 
4,2V) haben selbst die hochwertigen Zellen von Sony und Co. lediglich 
300 Zyklen Lebensdauer. Für 1000+ Zyklen darf man die Zellen maximal 
4,1V -> 3,0V -> 4,1V zykeln und mit einem geringen Ladestrom laden.

Micha O. schrieb:
> Unschön finde ich dagegen die Kosten für einen Pedelec Akku - die
> eigentlich nicht von dieser Welt sind. Da gehen gleiche 400-800 Euro
> dahin.

Hier musst du natürlich sehen, das die meisten Pedelec Akkus auch mehr 
Funktionalität liefern. Da gehören so Dinge wie eine 
Kommunikationsschnittstelle, Ladezustandsanzeige unter Last, besondere 
Gehäuseformen speziell fürs Fahrrad hinzu und zusätzlich noch die Teils 
geringen Stückzahlen, die eine automatisierte Fertigung unrentabel 
machen.
Da ist ein Werkzeugakku, der weltweit vertrieben wird und am besten noch 
über ganze Produktreihen hinweg eingesetzt wird eine ganz andere 
Hausnummer.

Gruß Kai

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