Guten Tag liebes Forum,
gibt es hier einige, die Elektrotechnik im Fernstudium studiert haben?
Gibt es auch als Absolvent eines Fernstudiums gute Jobmöglichkeiten?
Noch besser wäre, wenn einer eine Fernuniversität / Fernhochschule
empfehlen könnte.
Ich danke vielmals im Voraus!
Dazu wäre es nützlich zu wissen ob du ein Bachelor- oder ein
Master-Fernstudium anstrebst und was dein bisheriger Werdegang
(Elektroniker Ausbildung Techniker Koch / arbeitslos...) ist.
Pauschal kann niemand darüber urteilen ob ein Fernstudium in
Elektrotechnik generell gute oder schlechte Jobaussichten bietet.
Meine persönliche Meinung ist, dass in deinem Fall ein
Wirtschaftsingenieurwesen Fernstudium mit Schwerpunkt in
Elektrotechnik/Automatisierungstechnik viel sinnvoller ist, als reine
Elektrotechnik zu studieren.
Wenn Elektrotechnik allerdings dein Traum ist und die Jobaussichten eher
zweitrangig sind, da du mit deiner momentanen beruflichen Situation
zufrieden bist, dann kannst du auch Elektrotechnik studieren.
Chris F. schrieb:> Und wie läuft das mit Praktika und Kolloquien? Oder wird da heute nicht> mehr gemessen und geübt?
Hab ich selbst im Präsenzstudium nicht, da wurde in den reinen
Elektrotechnik-Kursen nur simuliert. O-Ton Professor: "Das ist hier kein
Lötkurs".
Md M. schrieb:> Hab ich selbst im Präsenzstudium nicht, da wurde in den reinen> Elektrotechnik-Kursen nur simuliert.
Kein Elektromaschinenpraktikum? Noch nie gesehen wenn ein 50kW
Leonardumformer hochläuft und wie sich eine 30kW Synchronmaschine anhört
wenn sie plötzlich bis Überlast belastet wird.
Armer Kerl :-)
Springer hat da was ganz gutes im Angebot, aber an deiner Stelle, sofern
du nicht im Konzern auf einer 50.000 Euro Stelle hockst sondern halt
normale Büroarbeiterstelle einfach ein VZ Präsenzstudium an einer
staatlichen FH machen.
Elektrotechnikinteressierter schrieb:> Nein, ich bin im kaufmännischen Bereich tätig und habe Bürokaufmann> gelernt. Ich würde von daher erst den Bachelor machen.
Ganz ehrlich, wenn du nicht wirklich voll dahinter stehst und gute
Mathematikfähigkeiten mitbringst wird das im Fernstudium ganz sicher
nichts.
Schau lieber mal ob es nicht in deiner Nähe eine FH gibt die den
Studiengang mit Vorlesungen am Abend + WE anbietet.
Die RFH Köln hat z.b. BEng Elektrotechnik in 9 Semestern (Kollege hat da
Wirtschaftsinformatik neben dem Vollzeit JOb (allerdings fachlich
relevant) studiert, hat wohl gut geklappt).
Gibt sicher noch andere Hochschulen.
Ein reines Fernstudium wird sehr anstrengend werden wenn du 0
Vorkenntnisse mitbringst.
Md M. schrieb:> Chris F. schrieb:>> Und wie läuft das mit Praktika und Kolloquien? Oder wird da heute nicht>> mehr gemessen und geübt?>> Hab ich selbst im Präsenzstudium nicht, da wurde in den reinen> Elektrotechnik-Kursen nur simuliert. O-Ton Professor: "Das ist hier kein> Lötkurs".
Genau, deshalb hat jeder ET-Student privat einen Lötkolben. An der Uni
wird halt viel Theorie und wenig für die Praxis gelehrt, da muss man
selbst auf Zack sein.
Und was es an der Uni an Pflicht-Praktika gab, reichte bestenfalls als
Schnupperkurs. Da lernste grad mal den Umgang mit dem
(Zeiger-)Multimeter. es gibt etliche Studenten die kennen nach dem
Studium nur 2 Tasten am Scope: Netzschalter und Autoset . Und manche
nicht mal diese.
Ordner schrieb:> Und was es an der Uni an Pflicht-Praktika gab, reichte bestenfalls als> Schnupperkurs. Da lernste grad mal den Umgang mit dem> (Zeiger-)Multimeter. es gibt etliche Studenten die kennen nach dem> Studium nur 2 Tasten am Scope: Netzschalter und Autoset . Und manche> nicht mal diese.
Und wie stehts mit fertigen FH-lern?
Sind die besser in der Praxis?
Elektrotechnikinteressierter schrieb:> Guten Tag liebes Forum,>> gibt es hier einige, die Elektrotechnik im Fernstudium studiert haben?> Gibt es auch als Absolvent eines Fernstudiums gute Jobmöglichkeiten?>> Noch besser wäre, wenn einer eine Fernuniversität / Fernhochschule> empfehlen könnte.>> Ich danke vielmals im Voraus!
Hi, ich habe Technische Informatik via Fernstudium studiert. Gelohnt hat
es sich finanziell und jobtechnisch allemal.
Nebenbei bemerkt: Die Elektronik und Messtechnik Laborpraktikas hat man
im Fernstudium genauso wie an einer staatl. FH. Die Fernhochschule an
der ich studiert hatte kooperiert mit staatl. FHs im Raum Stuttgart.
Dort werden dann die Labore sozusagen "gemietet". Man ist halt dann als
Fernstudent pro Labormodul einmalig 1-2 Wochen unten und absolviert die
Praktikas an einem Stück.
Mike B. schrieb:> Ordner schrieb:>>> Und was es an der Uni an Pflicht-Praktika gab, reichte bestenfalls als>> Schnupperkurs. Da lernste grad mal den Umgang mit dem>> (Zeiger-)Multimeter. es gibt etliche Studenten die kennen nach dem>> Studium nur 2 Tasten am Scope: Netzschalter und Autoset . Und manche>> nicht mal diese.>> Und wie stehts mit fertigen FH-lern?> Sind die besser in der Praxis?
Bei uns gab es zu gefühlt jeder Vorlesung ein Praxislabor. Wir hatten im
Bachelor-Studium ein Labor zu den Vorlesungen:
-Physik
-Elektronik
-Meßtechnik
-Grundlagen E-Technik II
-Komplexlabor (eine ganze Lehrveranstaltung nur Laborversuche mit teils
happigen Vorbereitungen und Eingangstest)
-Elektrische Maschinen/Leistungselektronik
-Automation
-Mikrocomputertechnik (Versuche mit 74ern)
-Elektrische Energiesysteme I
-Elektrische Energiesysteme II
-Elektrische Anlagentechnik I
-Prozeßsteuerungssysteme I
-Prozeßsteuerungssysteme II
Nicht mitgezählt habe ich die Labore, wo wir nur programmiert oder
simuliert oder sonstigen virtuellen Kram gemacht haben.
Zum Thema: Elektrotechnik ohne Präsenzstudium-wie soll das gehen?
Formell geht das sicher, aber das Bolemielernen ist selbst im
Präsenzstudium sehr weit verbreitet, sodass Erfahrung und Erkenntnis
weitgehend auf der Strecke bleiben und das Auswendiggelernte nach der
Klausur auch nicht mehr verfügbar ist.
Wie sieht das dann erst bei jemandem aus, der sich abends noch neben
seiner Arbeit auf den Arsch setzt und den ganzen Kram wirklich nur
theoretisch aus Büchern kennenlernt? Und nicht mal einen Prof vor sich
hat, den er mit Fragen so richtig löchern kann wenn er was hinterfragen
will-und sei es nur ein "Warum ist das so"?
Und, das meiner Meinung nach Wichtigste: Sein Wissen in einem
Laborversuch mal erproben konnte? Mit dem Equipment mal rumspielen und
schauen was passiert-wo sollen diese Erfahrungswerte herkommen?
Einen Bruchteil von Versuchsaufbauten aus Elektronik/Meßtechnik mag man
theoretisch noch am heimischen Basteltisch zusammendengeln, aber zu
sehen wie sich ein ohmsch-kapazitiv-induktiv asymetrisch belastetes
Drehstromsystem verhält wird mit zu Hause schwierig.
Eine Kommilitonin im Master von mir hat E-Technik an einer anderen HS
studiert, die hatten sogar noch ein paar Leistungspunkte mehr als wir.
Die haben von der Praxis allerdings so gut wie gar nichts gesehen, die
wurden auch ehr zu Projektleitern ausgebildet, die hatten viel
Wirtschaft und Recht, wir nur eine einzige VL BWL/Kostenrechnung.
Sowas würde im Fernstudium sicher gehen-ob eine Ingenieurausbildung so
aussehen sollte, muß jeder selber beurteilen. Ich persönlich halte es
für etwas sehr zu dünn.
Wühlhase schrieb:>> Und wie stehts mit fertigen FH-lern?>> Sind die besser in der Praxis?>> Bei uns gab es zu gefühlt jeder Vorlesung ein Praxislabor. Wir hatten im> Bachelor-Studium ein Labor zu den Vorlesungen:> -Physik> -Elektronik> -Meßtechnik
...
Da frage ich mich, warum Unternehmen überhaupt Uni-Etechniker
einstellen, wenn die von Praxis keine Ahnung haben...
Zumindest die, die nicht den Werdegang
Abi-->ETechnik-Lehre-->Uni-Studium hingelegt haben sondern direkt vom
Abi auf die Uni gingen.
Ist aber wohl der Typ Unternehmer, der vom gleichen Schlag ist wie
unsere Bundes-Angie, die diverse ungelernte Kräfte als Minister
eingestellt hatte (K. Th. v.u.z. Guttenberg als
Verteidigungs-/Wirtschaftsminister oder Frau Schwesig als
Familienministerin, um nur zwei Beispiele zu nennen, man studiere deren
vitae...) duck und wech
Wühlhase schrieb:> Formell geht das sicher, aber das Bolemielernen ist selbst im> Präsenzstudium sehr weit verbreitet, sodass Erfahrung und Erkenntnis> weitgehend auf der Strecke bleiben und das Auswendiggelernte nach der> Klausur auch nicht mehr verfügbar ist.
Ja. Genau so ist es leider. Zumindest bei mir (EIT Bachelor
berufsbegleitend per Fernstudium).
Ohne die Präsenz Reps wären die Klausuren nicht schaffbar weil man
einfach nicht alles versteht wenn man keinen hat den man persönlich
fragen kann.
Mike B. schrieb:> Da frage ich mich, warum Unternehmen überhaupt Uni-Etechniker> einstellen, wenn die von Praxis keine Ahnung haben...
Ich frage mich eher wieso Unternehmen "Ingenieure" von Hochschulen
einstellen in denen man mit Auswendiglernen der letzten Klausuren durchs
Studium kommt und damit meine ich nicht die Unis ;)
Der Andere schrieb:> Ganz ehrlich?>> Kauf dir mal dieses Buch:> https://www.amazon.de/Mathematik-f%C3%BCr-Ingenieure-Naturwissenschaftler-Band/dp/3658056193>> Wenn du dir den Inhalt dieses Buchs ohne größere Probleme aneignen> kannst, dann kannst du dich an ein E-Technik Fernstudium wagen, wenn du> damit aber massive Probleme hast, dann spar dein Geld.
Mit den Büchern von der FH kriegst Du vorher nur Depressionen.
Ich würde mich danach nicht richten.
Gibt auch FH's mit kaum Durchfallquote. Die darf man aber hier nicht
nennen.
FH's an denen 70% durchkommen sollten wohl machbar sein.