Ladegerät reparieren / Bosch L2418

Gast #5039180
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ich benötige mal eure Hilfe.
Ich hab beim Ausmisten unsere Scheuer ein altes Bosch Ladegerät 
gefunden.
Ich hab neue Anschlusskabel für die Batterien angeschlossen (die haben 
gefehlt) und dann zum testen mal an an eine alte Batterie angeschlossen.
Leider sieht es so aus als ob das Ding zerschossen ist.
Meint ihr da kann man noch was retten?
Ich hab den Trafo mal auf der Sekundärseite nachgemessen, da ist noch 
Spannung drauf, aber jetzt weiß ich nicht wie weiter machen.
Habt ihr Hinweise?

Danke
Angehängte Dateien:
Gast #5039265
Lesenswert?

KurtiVersteher schrieb:
> Der Sicherungsautomat hat ausgelöst (laut deinen Bild). Drück den
> Hebel
> mal nach oben, bis er einrastet, teste und berichte.

Hi, Der Sicherungsautomat ist es nicht, das Bild hab ich nur gemacht 
bevor ich das Ding überhaupt ausprobiert hab.

Die Batterie kann noch geladen werden und gibt auch noch was her, aber 
hat nicht mehr die volle Kapazität.
Ohne Last an den Klemmen konnte ich nur 0,6V messen.
Gast #5039272
Lesenswert?

OK, dann noch eine Frage.
Der rechte Teil ist ja der Trafo, mit der beschrieben Beschaltung.
Der mittlere Teil mit den stehenden Platten ist dann der Gleichrichter 
oder?
Was macht die kleine liegende Plaine links?
Und lädt das Teil eurer Meinung mit konstanter Spannung oder konstantem 
Strom?

Danke für die Hilfe
#5039274
Lesenswert?

Tobias schrieb:
> KurtiVersteher schrieb:
>> Der Sicherungsautomat hat ausgelöst (laut deinen Bild). Drück den
>> Hebel
>> mal nach oben, bis er einrastet, teste und berichte.
>
> Hi, Der Sicherungsautomat ist es nicht, das Bild hab ich nur gemacht
> bevor ich das Ding überhaupt ausprobiert hab.
>
> Die Batterie kann noch geladen werden und gibt auch noch was her, aber
> hat nicht mehr die volle Kapazität.
> Ohne Last an den Klemmen konnte ich nur 0,6V messen.

0,6. Volt ist natürlich zu wenig.
Diese Ladegeräte haben normalerweise keine Regelung. Sie haben einen 
"weichen" Trafo bei dem die Spannung unter Last einbricht.

Du kannst also nur, wie weiter oben beschrieben wurde, systematisch 
vorgehen. Das sollte bei diesem einfachen Gerät aber kein Problem sein.
Gast #5039287
Lesenswert?

Ist das jetzt so schwer?

Die Sekundär AC Spannung messen, an den Kabeln die vom Umschalter Mitte 
an die Gleichrichter gehen. Spannung da? Dann ists Gleichrichter oder 
Messgerät.
Verändert sich die Spannung leicht wenn der rechte Schalter geschaltet 
wird? Dann funktioniert der. Verändert sich die Spannung wenn der 
mittlere Schalter geschaltet wird (6-12-24V) dann funktioniert der auch.

Kommt hinter den Gleichrichtern noch DC-Spannung raus? Dann 
funktionieren die auch, ansonsten sind die Gleichrichter defekt (was ich 
vermuten würde)

Brummt das Gerät im Leerlauf und der Trafo wird warm? Dann sind entweder 
mindestens 2 Dioden durch oder der Trafo hat Windungsschluss

Die Dioden kann man auch mit den Duchgangspiepser auf Durchgang und 
Durchlegierung prüfen.

Wenns die Dioden sind. Einen dicken passenden neuen Brückengleichrichter 
mit schönem passend zurechtgesägtem Kühlkörper rein.
Gast #5039317
Lesenswert?

hinz schrieb:
> Netzsicherung? Ist halt nicht richtig zu erkennen.

Jepp, aber ich glaube die 2polige Braun Blaue Netzleitung geht direkt 
von der Lüsterklemme oben links nach unten rechts zum rechten 
Primär-Wicklungsumschalter.
Vieleicht ist es eine Übertemperatursicherung der Gleichrichterdioden im 
Sekundärzweig?

Ist halt so nicht eindeutig zu erkennen.

Was denkt ihr, die Dioden des Gleichrichters sehen für mich nach Si 
Einpressioden aus.
Gast #5039401
Lesenswert?

Der Andere schrieb:
> Was denkt ihr, die Dioden des Gleichrichters sehen für mich nach Si
> Einpressioden aus.

Ist halt nicht so eindeutig zu erkennen :-).

Ich denke, die großen Platten sind Selengleichrichter. Für Si hätte man 
einen Brückengleichrichter verwendet, der auch bei einer 20A-Auslegung 
wesentlich kleiner ist und nur eine Platte / das Gehäuse als Kühler hat. 
Ich kann mich täuschen, obwohl nur noch in Batterieladegeräten mir die 
Selenteile begegnet sind.
#5039423
Lesenswert?

HildeK schrieb:
> Ich denke, die großen Platten sind Selengleichrichter. Für Si hätte man
> einen Brückengleichrichter verwendet, der auch bei einer 20A-Auslegung
> wesentlich kleiner ist und nur eine Platte / das Gehäuse als Kühler hat.
> Ich kann mich täuschen, obwohl nur noch in Batterieladegeräten mir die
> Selenteile begegnet sind.

Definitiv: Das L2418 hat einen SILIZIUM Brückengleichrichter aus 4 
Einzeldioden (Bosch typisch, die gleiche Bauform wird in den Bosch 
Drehstrom-LiMa verwendet, dort allerdings 3+3 plus 3 Dioden für den 
Erregerstromkreis.).

Es ist ein Design aus den 80er/90er Jahren, aber sehr robust.

Wichtig ist, das je 2 Dioden mit  Kathode am Gehäuse und 2 in "reverse" 
Ausführung Ausführung (Anode am Gehäuse) verwendet werden -- sollte man 
bei Ersatz ggfs. beachten. Die Dioden sind für 100V Sperrspannung, 30A 
Dauerstrom und 150A peak ausgelegt.

die kleine Platine hat in meinem L2418 eine Schmelzsicherung an der 
Unterseite - ist wohl eine Art Sicherheitsmechanismus, wenn der 
LSS-Automat versagt. Ob das in allen Versionen des 2418 so ist, kann ich 
nicht bestätigen. Es gibt da durch aus Unterschiede im Verlauf der 
Fertigugnsjahre.
Hier hat sie zusätzlich einen VDR (das kleine schwarze Teil links) das 
den Si-Gleichrichter schützt.
Gast #5039431
Lesenswert?

Andrew T. schrieb:
> Definitiv: Das L2418 hat einen SILIZIUM Brückengleichrichter aus 4
> Einzeldioden

So sah das für mich auf dem Bild aus.

Andrew T. schrieb:
> Die Dioden sind für 100V Sperrspannung, 30A
> Dauerstrom und 150A peak ausgelegt.

Dann ist mein Tipp mit einem Brückengleichrichter als Ersatz eher 
suboptimal. Den muss man erst mal mit solchen Daten finden.
Also besser versuchen (falls Dioden defekt sein sollten) diese zu 
bekommen und zu ersetzen.
#5039509
Lesenswert?

Der Andere schrieb:
> Dann ist mein Tipp mit einem Brückengleichrichter als Ersatz eher
> suboptimal. Den muss man erst mal mit solchen Daten finden.
> Also besser versuchen (falls Dioden defekt sein sollten) diese zu
> bekommen und zu ersetzen.

Dein Tipp ist durchaus ok. Der Grund, warum hier die speziellen Dioden 
drin sind ist einfach: Bosch hat diese zu Millionen in den LiMa 
eingesetzt.
Es ist typisch, derartige "in house" Teile dann auch in anderen 
Firmen-Töchter Bereichen zu nutzen. Eisemann Ladegeräte (Bosch Gruppe) 
sind identisch aufgebaut.

Einzig wenn man das Gerät originalgetreu reparieren will, sind die Bosch 
Dioden nötig.

Für die schlichte Funktion tut es ein B40C25000, oder ein Teil von ESM, 
oder ähnlich.

Dann aber eine wirklich großen gerippten Kühlkörper verwenden, da ja 
dann in einem Gehäuse die Verlustleistung anfällt -- die jetzigen 
Aluplatten kann man dann getrost äbändern, die reichen dann nicht mehr 
aus ..
Gast #5040024
Lesenswert?

Andrew T. schrieb:
> Der Andere schrieb:
>> Dann ist mein Tipp mit einem Brückengleichrichter als Ersatz eher
>> suboptimal. Den muss man erst mal mit solchen Daten finden.
>> Also besser versuchen (falls Dioden defekt sein sollten) diese zu
>> bekommen und zu ersetzen.
>
> Dein Tipp ist durchaus ok. Der Grund, warum hier die speziellen Dioden
> drin sind ist einfach: Bosch hat diese zu Millionen in den LiMa
> eingesetzt.

Andrew T. schrieb:
> Einzig wenn man das Gerät originalgetreu reparieren will, sind die Bosch
> Dioden nötig.

Ach, es gehen auch Dioden SY170/171 vom HFO.

Übrigens sind solche Dioden sehr robust und unkaputtbar.
Eher geht in so einem Ladegerät etwas anderes kaputt.
Gast #5044508
Lesenswert?

Fragt nicht warum oder was ich falsch gemacht hatte, aber das Ladegerät 
läuft wieder ohne dass ich daran rum geschraubt hab.
Jetzt hab ich aber noch eine Frage. Ist das normal, dass es irgendwann 
anfängt zu brummen? Denke das kommt vom Trafo oder? Das geht so ab 6,7V 
los (hab auf 6V geladen) und alle 10 Minuten die Spannung am Akku 
gemessen. Und ja es ist ein Silizium Gleichrichter. Die Dioden sind in 
die Platten eingepresst. Hab ich jetzt nach genauerem hinsehen auch 
gesehen.

Grüße und Danke
Gast #5044559
Lesenswert?

Etwas Brummen ist normal. Das kann z.B. entstehen wenn sich die Dioden 
ungleich erwärmen. Dann kriegt der Gleichrichter etwas Gleichstrom und 
geht damit einseitig ggf. ein wenig mehr in Richtung in die Sättigung 
und brummt dabei. Auch so kein der Trafo bei hohem Strom und je nach 
Temperatur ggf. etwas brummen.

Ein möglicher Fehler könnten verdreckte / oxidierte Kontakte in einem 
Schalter sein. Nach ein paar mal umschalten hat man ggf. wieder Kontakt.
#6080633
Lesenswert?

MaWin schrieb:
> In einem L2418A ist nichts drin wofür es einen Schaltplan bräuchte.
> Schalter, Trafo, Gleichrichter, Amperemeter und Sicherung, fertig.
> Scheinbar nichtmal ein Widerstand, wird wohl vom Trafo miterledigt.

Du irrst.

L2418A ist ein automatisches Ladegerät, kurz für elektronisch geregelt.

D.h Thyristor, etwas Hühnerfutter und ein paar Transistoren sind auch 
noch drin.

Dito L2418E/L2412E
Gast #6091310
Lesenswert?

rudy schrieb:
> Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe es schon geschaft einen
> Schaltplan zu bekommen, dennoch brauche ich noch ein Plan für die
> Leiterplatte, Ersatzteil Nr. 23 Bosch 8788 300 232.

Einfach selbst aufnehmen, das ist doch keine Raketensteuerung.
Gast #6894627
Lesenswert?

Guten Abend, ich habe ein gleiches Ladegerät gekauft welches keine 12V 
ausgangsleitungen hat. Wo müssen diese angeschlossen werden? Auf dem 
Bild am Anfang ist auf der linken Seite ein weisses etwas. Das könnte 
ein Sicherungsautomat sein. Sowas gibt es in meinem Gerät nicht, sondern 
links eine Platine mit einem 30A Steckrelais drauf. Ein Bild der 
angeschlossenen Drähte im Ladegerät könnten mir weiterhelfen.
Besten Dank für eine Antwort im voraus.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren