Könnte mir jemand den Arbeitspunkt erklären?
"Der Arbeitspunkt einer Schaltung ist der Ruhezustand bei
Nichtvorhandensein eines Signals"
Sagt für mich nicht sehr viel aus.., ich weiss jedoch wie man ihn in
einer KEnnlinie bestimmt. bzw. die Arbeitsgeraden
Danke im Voraus!
Taik schrieb:> Könnte mir jemand den Arbeitspunkt erklären?
Jo!
Der Arbeitspunkt einer Schaltung ist der Ruhezustand bei
Nichtvorhandensein eines Signals
Taik schrieb:> ich weiss jedoch wie man ihn in> einer KEnnlinie bestimmt. bzw. die Arbeitsgeraden
na also...
Du hast den Arbeitspunkt von z.B. einem Transistor bestimmt, anhand
seiner Kennlinie.
Bei einem einstufigen Verstärker mit einem Transistor ist das der
Arbeitspunkt der Schaltung.
Bei mehreren Stufen gibt's einen AP für jede Stufe. Alle zusammen
(Leerlaufstromaufnahme usw.) ergeben den Arbeitspunkt der gesamten
Schaltung.
Du hast bei Halbleiterschaltungen idR. zwei Bereiche, in denen keine
Reaktion mehr am Ausgang passiert:
1. Unterhalb einer gewissen Eingangsgröße (z.B. 0,6V an der Basis eines
Transistors)
2. Oberhalb einer gewissen anderen Eingangsgröße (z.B. wenn in einer
Transistorschaltung der Kollektorstrom nicht weiter steigen kann)
Dazwischen befindet sich der Arbeitsbereich. Jede kleine Änderung am
Eingang bewirkt auch eine Änderung am Ausgang. Mitten hinein legst Du
Deinen Arbeitspunkt. Etwas weiter unten, wenn Du mit den Signalen mehr
nach oben möchtest, etwas weiter oben, wenn Deine Signale nach unten
mehr Luft benötigen und in die Mitte, wenn Du in beide Richtungen gleich
viel Platz benötigst, wie z.B. bei Audioverstärkern.
Gruß
Jobst
Hi, Taik,
> Könnte mir jemand den Arbeitspunkt erklären?
Die Arbeitskennlinie Ic/Ube eines Transistors (Beispiel Silizium) ist
gekrümmt. Bis 0,65V an der Basis gegenüber dem Emitter fließt noch kein
Strom, oberhalb von etwa 0,7V schaltet er voll durch.
Willst Du eine Wechselspannung so verstärken, dass das Ausgangssignal
nicht so blechern wie die berühmte Roboterstimme klingt, sondern eher
HiFi, dann musst Du den Transistor in einem eher linearen Bereich seiner
Kennlinie betreiben.
Dazu dient bei der Emitterschaltung (Emitter an Masse) die
Basis-Vorspannung von etwas kleiner als 0,7V. Der wird das kleine
Wechselspannungssignal überlagert. Die Basis-Vorspannung ist dann der
Arbeitspunkt.
Jetzt klingt das Ausgangssignal weniger blechern, ist aber immer noch
schrecklich verzerrt. Gegenkopplung ist aber ein anderes Thema.
Ciao
Wolfgang Horn
Taik schrieb:> Könnte mir jemand den Arbeitspunkt erklären?>> "Der Arbeitspunkt einer Schaltung ist der Ruhezustand bei> Nichtvorhandensein eines Signals"
Welchen Teil dieser Definition des Arbeitspunkts verstehst du nicht?
> Sagt für mich nicht sehr viel aus.., ich weiss jedoch wie man ihn in> einer KEnnlinie bestimmt. bzw. die Arbeitsgeraden
Es hängt von der konkreten Schaltung ab, was außer den extern
beobachtbaren (z.B. U_out=0) Zuständen noch an inneren Zuständen
existiert. Diese Dimensionierung des Arbeitspunkts ist in der Regel
ein Optimierungsproblem. Man versucht, bestimmte Schaltungseigenschaften
(z.B. Aussteuerbarkeit, Rauschen) zu optimieren.
Für einen Transistor in Emitterschaltung ist eine typische
Dimensionierung dann Ic0 = Kollektorstrom für minimales Rauschen und
U_ce0 = V_b/2 für maximale Aussteuerbarkeit. Sofern nicht weitere
Kriterien dazu kommen.
Wolfgang H. schrieb:> Willst Du eine Wechselspannung so verstärken, dass das Ausgangssignal> nicht so blechern wie die berühmte Roboterstimme klingt, sondern eher> HiFi, dann musst Du den Transistor in einem eher linearen Bereich seiner> Kennlinie betreiben.
Die [1] Kennlinie eine Transistors ist nirgendwo linear. Mit dieser
Zielsetzung findest du kein Ziel.
[1] es gibt (Überraschung!) mehrere Kennlinien am Transistor. Ich nehme
an, du meintest Ic=f(Ube). Das solltest du explizit ansagen.
Ach ja, Axel S. Du hast ja Recht,
aber musste es so besserwisserisch klingen?
>> Willst Du eine Wechselspannung so verstärken, dass das Ausgangssignal>> nicht so blechern wie die berühmte Roboterstimme klingt, sondern eher>> HiFi, dann musst Du den Transistor in einem eher linearen Bereich seiner>> Kennlinie betreiben.>> Die [1] Kennlinie eine Transistors ist nirgendwo linear. Mit dieser> Zielsetzung findest du kein Ziel.
Natürlich hast Du Recht, aber auch das Thema verfehlt. Das Thema:
"Könnte mir jemand den Arbeitspunkt erklären?" Diese simple Frage macht
erkennbar, der TO "Taik" hat zwar Worte und vielleicht auch irgendwelche
Diagramme vor seinen Augen, aber noch niemals einen einstufigen
NF-Verstärker gelötet (oder gesteckt), verschiedene Vorspannungen
eingestellt und mit dem Kopfhörer gehört, wie leise, laut und
schrecklich das jeweilige Signal am Kollektor klang.
Leider kam er nicht auf die Idee, sich einen
Elektronik-Experimentierkasten von Kosmos, Philips oder sonstwo zu
kaufen, sondern er bat ein Forum um eine "Erklärung". Er bat also wieder
um einen Schwall Worte als untaugliches Gegenmittel zur Abstellung eines
Mangels an Erfahrung.
"Das Krächzen aus dem Kopfhörer" - dies Erlebnis ist für den Frager viel
wichtiger als der Streit, ob die Kennlinie eines Transistors am
Kennlinienknick nun sehr viel nichtlinearer sei als oberhalb oder ob sie
stets nichtlinear sei.
Natürlich hast Du, Axel S., prinzipiell Recht. Aber dem TO fehlt die
Erfahrung, was das Prinzip für ihn überhaupt bedeutet.
Ach ja, das mit der Basis- und mit der Emitterschaltung nehmen wir dann
im nächsten Schuljahr durch ...
Ciao
Wolfgang Horn
P.S. Ich hatte vorher eine Rede von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, LMU,
über den Akademisierungswahn gelesen. Eine interessante Arbeit über den
untauglichen Versuch der Bildungspolitiker, die schlechte Note
Deutschlands in Sachen PISA durch mehr Theorie in der Bildung abstellen
zu wollen.
W.H.
Wolfgang H. schrieb:>>>> Willst Du eine Wechselspannung so verstärken, dass das Ausgangssignal>>> nicht so blechern wie die berühmte Roboterstimme klingt, sondern eher>>> HiFi, dann musst Du den Transistor in einem eher linearen Bereich seiner>>> Kennlinie betreiben.>>>> Die [1] Kennlinie eine Transistors ist nirgendwo linear. Mit dieser>> Zielsetzung findest du kein Ziel.> Natürlich hast Du Recht, aber auch das Thema verfehlt.
Da das ein Einwand auf deine "Antwort" war, ist das Thema des TE in
diesem Zusammenhang wenig relevant. Wenn mein Einwand das Thema
verfehlt, dann nur, weil dein Gerede vom "linearen Bereich der
Kennlinie" das ebenso tut.
> P.S. Ich hatte vorher eine Rede von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, LMU,> über den Akademisierungswahn gelesen. Eine interessante Arbeit über den> untauglichen Versuch der Bildungspolitiker, die schlechte Note> Deutschlands in Sachen PISA durch mehr Theorie in der Bildung abstellen> zu wollen.
Und was hat das jetzt mit dem Thema zu tun?
Wenn der TE eine Frage zu einer konkreten Schaltung hat, dann soll er
sie stellen. So allgemein wie seine Frage gestellt war, kann auch jede
Antwort nur allgemein ausfallen.