Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schaltregler im LKW (24V) und TVS Diode


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von Karls Q. (karlsquell)


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Hallo Leute,

ich entwerfe gerade einen Schaltregler, der in einem Sensor von einem 
LKW seinen Einsatz finden wird. (Eckdaten 5V, max 100mA)
Probleme bereitet mir aber die Eingangsspannung bzw die Kenndaten der 
TVS Supressordiode.
Folgendes Problem habe ich:
Der Kunde gibt eine Nennspannung von 9-32V DC vor. Bedeutet also, die 
Stand-Off-Spannung der TVS-Diode muss schon mal über 32V liegen, damit 
diese nicht dauernd Strom führt.
Schaue ich jetzt mir z.B. das Datenblatt der TPSMA Serie von Vishay an, 
würde ich eine Diode mit einer Stand-off-Spannung von ca 33V 
wählen(TPSMA39A).
Die Breakdown-Spannung würde hier schon zwischen 37,1 und 41,0Volt 
liegen und die  Clampingspannung bei 53,9Volt.
Bedeutet also, der Schaltregler müsste eine Eingangsspannung von 54Volt 
im Fehlerfall verkraften.

Habe ich bis hier hin richtig gedacht?

Nutzen wollte ich erst den LM2840Y-Q1 von Texas, dieser kann aber 
maximal 42V ab.
Wäre dann die Folgerung daraus, z.B. auf den LM5165X-Q1 umzusteigen 
(Vinmax=65V)?

Gruß und Danke,
Johannes

von HildeK (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Habe ich bis hier hin richtig gedacht?
Ja.

> Nutzen wollte ich erst den LM2840Y-Q1 von Texas, dieser kann aber
> maximal 42V ab.
> Wäre dann die Folgerung daraus, z.B. auf den LM5165X-Q1 umzusteigen
> (Vinmax=65V)?
Auch ja! Für 24V-Systeme solltest du nicht erst über die 
42V-Ausführungen nachdenken ...

Aber auch eine LC-Kombination am Spannungseingang mit größeren Cs 
reduzieren dir die Überspannungen nach ISO schon erheblich. Ich bin 
damit immer ohne TVS ausgekommen.

von Falk B. (falk)


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@Karls Quell (karlsquell)

>Der Kunde gibt eine Nennspannung von 9-32V DC vor. Bedeutet also, die
>Stand-Off-Spannung der TVS-Diode muss schon mal über 32V liegen, damit
>diese nicht dauernd Strom führt.
>Schaue ich jetzt mir z.B. das Datenblatt der TPSMA Serie von Vishay an,
>würde ich eine Diode mit einer Stand-off-Spannung von ca 33V
>wählen(TPSMA39A).

Niemals. Schau dir mal an, welche Seuche auf Bordnetzen zu finden ist 
und welche Überspannungen sowas aushalten muss.

http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.23

>Die Breakdown-Spannung würde hier schon zwischen 37,1 und 41,0Volt
>liegen und die  Clampingspannung bei 53,9Volt.
>Bedeutet also, der Schaltregler müsste eine Eingangsspannung von 54Volt
>im Fehlerfall verkraften.

Ja. Praktisch eher mehr.

>Nutzen wollte ich erst den LM2840Y-Q1 von Texas, dieser kann aber
>maximal 42V ab.

Reicht nicht.

>Wäre dann die Folgerung daraus, z.B. auf den LM5165X-Q1 umzusteigen
>(Vinmax=65V)?

Auch das wird eher knapp.

von THOR (Gast)


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Falk B. schrieb:
>>Wäre dann die Folgerung daraus, z.B. auf den LM5165X-Q1 umzusteigen
>>(Vinmax=65V)?
>
> Auch das wird eher knapp.

Bei 12V KFZ geht man von 60V Lastabwurf für (ich glaube) 150ms aus, beim 
LKW dann 120V für 300ms? Oder wie ist das modelliert?

Imho ist ein 65V IC in Ordnung, wenn man drumherum noch 
Reihenwiderstand, Z-Diode und ESD-Kondensator vorsieht. Muss man halt 
rechnen wie viel Ladung am Konverter ankommen kann usw.

Wenn der Regler nur 65V aushält, muss man halt Abstriche bei 
Wirkungsgrad und/oder Menge an Drumherum-Bauteilen machen. Kleiner 
Reihenwiderstand aber dafür dicke Z-Diode und dicker Keramikkondensator 
oder andersherum.

Alternative ist natürlich, nen Schaltregler direkt selbst zu bauen und 
den nicht direkt aus der Eingangsspannung zu versorgen. Dann hängt nur 
der Eingangs-FET direkt an der Versorgung und den kann man ja auf 200V 
auslegen.

von Karls Q. (karlsquell)


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Schon mal danke für die Tips.
Ich tue mich da unwahrscheinlich schwer, eine saubere Lösung zu finden, 
da ich noch keinerlei Kontakt mit dieser Materie gehabt hatte.
Dummerweise ist auch nur sehr sehr wenig Platz vorhanden, sodass man die 
Holzhammermethode auch nicht anwendbar ist.

Was bedeutet kleiner Reihenwiderstand? 1 Ohm? 10 Ohm? 20 Ohm?
Ist es richtig, dass man hier wegen der Belastbarkeit auf die 
Melf-Bauform zurückgreift, als auf die üblichen SMD Bauformen?

Gruß
Johannes

von Anja (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Dummerweise ist auch nur sehr sehr wenig Platz vorhanden,

Im LKW? Erzähl das niemandem.

Karls Q. schrieb:
> Schaue ich jetzt mir z.B. das Datenblatt der TPSMA Serie von Vishay an,
> würde ich eine Diode mit einer Stand-off-Spannung von ca 33V
> wählen(TPSMA39A).

Spielzeug, das reicht vielleicht als ESD-Schutz an I/O-Leitungen aber 
nicht an der Versorgung. Die läßt Du besser weg. (machen beim ersten 
Puls einen halblebigen Kurzschluß).
Richtige Dioden sehen so aus:
http://www.st.com/content/ccc/resource/technical/document/datasheet/67/34/b5/f8/23/2c/46/6e/DM00122355.pdf/files/DM00122355.pdf/jcr:content/translations/en.DM00122355.pdf

Karls Q. schrieb:
> Nutzen wollte ich erst den LM2840Y-Q1 von Texas, dieser kann aber
> maximal 42V ab.

werde Dir erst mal über die Anforderungen klar: 42V ist noch "normaler" 
Betriebsspannungsbereich (Jump-Start für bis zu 2 Minuten). Ansonsten 
bei defekter Batterie/Laderegler bis 32 oder 36V

THOR schrieb:
> Bei 12V KFZ geht man von 60V Lastabwurf für (ich glaube) 150ms aus, beim
> LKW dann 120V für 300ms? Oder wie ist das modelliert?

Das hängt sehr stark vom Zentralschutz in der Lichtmaschine ab.
Ohne Zentralschutz sind es beim PKW schon 100V. Mit Zentralschutz 
zwischen 45 und ca. 60V je nach Hersteller. Im 24V-Netz entsprechend 
mehr.

Ford hat seine Anforderungen im Netz:
http://www.fordemc.com/docs/download/FMC1278.pdf

Es gibt auch Spannungsregler (für unkritische Systeme) die bei 
Überspannung abschalten oder einen Vor-Regler ("Hauptrelais") 
deaktivieren.

Gruß Anja

von Anja (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Was bedeutet kleiner Reihenwiderstand? 1 Ohm? 10 Ohm? 20 Ohm?
> Ist es richtig, dass man hier wegen der Belastbarkeit auf die
> Melf-Bauform zurückgreift, als auf die üblichen SMD Bauformen?

Du wirst sowieso eine Drossel brauchen (Funkstörspannung) die einen 
Innenwiderstand hat. Dann noch eine darauf abgestimmte Schutzdiode oder 
Varistor ..., dann klappts vielleicht auch mit dem 65V-Regler.


Gruß Anja

von Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)


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Der Kunde spezifiziert das KFZ-Netzteil schon sehr gutmütig. Ein 
Problemfall ist daß beim Anlassen die Spannung für mehrere Millisekunden 
auf 3V sinken darf. Das mußt du abfangen bzw deinen Regler darauf 
härten. KFZ ist das power supply from hell.

von THOR (Gast)


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Michael X. schrieb:
> ist daß beim Anlassen die Spannung für mehrere Millisekunden
> auf 3V sinken darf.

12 KFZ hat cold crank cycle in Pulsen (In Frequenz der Anlasserdrehzahl) 
runter auf 6V (das ist schon Leistungsanpassung Batterie-Anlasser, also 
sehr ungünstig). 3V hab ich noch nie gehört.

Ergo sind 5V auch beim Kaltstart möglich, besonders beim 24V LKW.

Anja schrieb:
> Karls Q. schrieb:
>> Was bedeutet kleiner Reihenwiderstand? 1 Ohm? 10 Ohm? 20 Ohm?

So berechnen, dass bei maximaler Eingangsspannung der maximale Strom 
über deine Z-Diode fließt. Kompromiss Schutzwirkung/Wirkungsgrad. Wie 
groß der ist, kommt auf die Diode an.
Ganz klein wird der Widerstand, wenn man den Stromverbrauch von 
Regler+Sensor noch mit einbezieht...dann isses aber komplett auf Kante 
genäht.

von THOR (Gast)


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THOR schrieb:
> Anja schrieb:
>> Karls Q. schrieb:
>>> Was bedeutet kleiner Reihenwiderstand? 1 Ohm? 10 Ohm? 20 Ohm?
>
> So berechnen, dass bei maximaler Eingangsspannung der maximale Strom
> über deine Z-Diode fließt. Kompromiss Schutzwirkung/Wirkungsgrad. Wie
> groß der ist, kommt auf die Diode an.
> Ganz klein wird der Widerstand, wenn man den Stromverbrauch von
> Regler+Sensor noch mit einbezieht...dann isses aber komplett auf Kante
> genäht.

Eigentlich Kompromiss Schutzwirkung/Wirkungsgrad/Bauteilkosten. Siehe 
Regel 7a:
https://www.ietf.org/rfc/rfc1925.txt

Wenn du die Z-Diode sehr groß machst und die auch ausreichend kühlst, 
kann der Reihenwiderstand sehr klein werden.

Anja schrieb:
> Das hängt sehr stark vom Zentralschutz in der Lichtmaschine ab.
> Ohne Zentralschutz sind es beim PKW schon 100V.

Ja, aber nicht wie der Lastabwurf für über 100ms sondern deutlich 
kürzer. Aber stimmt, an den Zentralschutz hatte ich nicht gedacht.

von Karls Q. (karlsquell)


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Hallo Leute,
schon mal vielen Dank an alle.

Ich merke, es gibt da wohl mehrere Wegen zum Erfolg.

Im Anhang habe ich mal meine bisherige Schaltung angehängt, die ja so 
von der Bauteildimensionierung nicht ausreicht.

Was ich jetzt aus den Beiträge mitgenommen habe, gibt es folgende 
Schutzmöglichkeiten, bzw Kombinationen aus den Möglichkeiten.

-TVS-Diode
-LC Kombination
-Varistor
-Z-Diode
-Reihenwiderstand
-Sicherung

Jetzt wird sehr oft von Z-Dioden gesprochen, die wohl auch erfolgreich 
eingesetzt werden. Bisher habe ich allerdings immer gelesen, dass die 
TVS-Dioden besser geeignet sind, weil sie schneller sind.

Würde die Z-Diode dann Anstelle der TVS-Diode genommen in Kombination 
mit einem Serienwiderstand direkt hinter der Verpolungsschutz-Diode?

Auf eine Sicherung würde ich gerne verzichten, da ein Austausch nicht 
möglich ist.

Ist die Anordnung der Bauteile wie im Schaltplan überhaupt sinnvoll?

THOR schrieb:
> Wenn du die Z-Diode sehr groß machst und die auch ausreichend kühlst,
> kann der Reihenwiderstand sehr klein werden.

Damit ist sicherlich die Bauform und nicht die Nennspannung der Diode 
gemeint?!


Gruß
Johannes

von THOR (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Jetzt wird sehr oft von Z-Dioden gesprochen, die wohl auch erfolgreich
> eingesetzt werden. Bisher habe ich allerdings immer gelesen, dass die
> TVS-Dioden besser geeignet sind, weil sie schneller sind.

Geht beides. Wenn ich Z-Diode sage, meine ich die TVS auch mit.

Karls Q. schrieb:
> Würde die Z-Diode dann Anstelle der TVS-Diode genommen in Kombination
> mit einem Serienwiderstand direkt hinter der Verpolungsschutz-Diode?

Auch die TVS braucht nen Reihenwiderstand. So wie du das gerade gebaut 
hast, fließt ein fast unbegrenzt hoher Strom über D2 und D3. Die haben 
natürlich ein paar Ohm Widerstand und die 10uF fangen auch noch was ab, 
aber wenn die Überspannung mal etwas länger als 20ms anliegt brutzeln 
die Dioden zügig durch.

So als Beispielrechnung: D2+D3 haben ca. 28V Flussspannung und 2 Ohm 
Widerstand, es kommt ein Lastabwurf mit 80V für 200ms: I = 80-28V/2Ohm = 
26A (!); P = I*U = 26 * 28 = 728W (!!). Peng.
Abhilfe: Diode aussuchen, im Datenblatt nach maximaler Verlustleistung 
und maximaler Kurzzeitleistung suchen, Reihenwiderstand so 
dimensionieren dass man da nicht drankommt.

Karls Q. schrieb:
> Auf eine Sicherung würde ich gerne verzichten, da ein Austausch nicht
> möglich ist.

Kann man machen. Aber eine Einlötsicherung schützt dir im Zweifelsfall 
den Regler sodass das Gerät dann noch reparabel ist.

Karls Q. schrieb:
> THOR schrieb:
>> Wenn du die Z-Diode sehr groß machst und die auch ausreichend kühlst,
>> kann der Reihenwiderstand sehr klein werden.
>
> Damit ist sicherlich die Bauform und nicht die Nennspannung der Diode
> gemeint?!

Ja, Bauform/maximale Verlustleistung.

Karls Q. schrieb:
> Ist die Anordnung der Bauteile wie im Schaltplan überhaupt sinnvoll?

Größtenteils schon, aber der LC-Tiefpass vorm Regler ist etwas doppelt 
gemoppelt.
Wenn du beides verwenden willst, dann mach den LC nach vorn und den 
100nF nah an den Regler zwecks ESD-Schutz. Ne Spule hat ne parasitäre 
Kapazität, sehr kurze induktive Spikes schlagen da komplett durch. 
Beispiel: Abschalten von induktiven Verbrauchern wie 
Scheibenwischermotoren. Und dann kannst du einen großen Elko statt 2 
kleinen nehmen. 22uF zum Beispiel.

Es würde aber auch reichen, Reihenwiderstand, Verpolschutzdiode und TVS 
in Verbindung mit nem 47uF Elko und 100nF Kerko einzusetzen.

Wie gesagt, Kompromiss Schutzwirkung/Bauteilaufwand/Wirkungsgrad. Eine 
Schaltung mit LC-Eingangsbeschaltung arbeitet fast verlustfrei während 
der Reihenwiderstand natürlich ständig Verluste erzeugt.

von Karls Q. (karlsquell)


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Ich hatte mal gelesen, dass Elkos wegen ihrer Alterung nicht gerne in 
KFZ-Systemen gesehen werden. Manache Hersteller verbieten wohl sogar 
deren Einsatz.

Zu den Eingangsbauteilen:
C1: Eingangskondensator laut Schaltregler-Datenblatt
L2,C8: Filterkombination aus Würth AppNote
C7: Blockkondensator (Sollte wirklich weiter vor)

So bin ich auf diese Anordnung gekommen. In der Würth AppNote wurden 
auch Elkos empfohlen.

So nun habe ich noch eine Rechnung für den Vorwiderstand bezüglich 
minimale Speisespannung und minimale Eingangsspannung vom Schaltregler 
berechnet.

Rvor=(Vin-Vreg)/Imax
Rvor=(9V-6V)/150mA
Rvor=20 ohm

Also darf der Vorwiderstand nicht größer wie 20 Ohm sein, sodass der 
Regler auch noch bei minimaler Eingangspannung funktioniert.

Wenn ich jetzt eine TVS-Diode mit einer Stand-Off Spannung von 36V bzw 
einer Clampingspannung von 57V nehme, komme ich auf folgenden Strom bzw 
Leistung:
Lastabwurfspannung 24V-System: 150V

I=(150V-36V)/22Ohm=5,2A
Pdiode=5,2*36V= 187W

Pwiderstand= 600W!

Also brennt mir jetzt der Widerstand ab.

Ist die Rechnung so richtig angestellt?

Müsste ich also eine Balance zwischen Leistung am Widerstand und 
Leistung an der Diode finden?

Wenn ich jetzt erst die Diode wähle, welche Leistung nehme ich da? Die 
Dauerleistung ist ja immer recht klein und die Peakleistung gilt nur für 
1ms. Leider gehen die Belastungsdiagramme auch nie bis zu 200ms 
Impulsdauer.

Gruß
Johannes

von THOR (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Ist die Rechnung so richtig angestellt?

Ja.

Karls Q. schrieb:
> Also brennt mir jetzt der Widerstand ab.

Nicht zwingend. Aber es ist schon viel, ja.

Karls Q. schrieb:
> Müsste ich also eine Balance zwischen Leistung am Widerstand und
> Leistung an der Diode finden?

Es ist gut möglich, dass es die praktisch nicht gibt. Du müsstest Diode 
UND Widerstand extrem groß machen bzw. mehrere parallel schalten. Das 
ist nur begrenzt sinnvoll.

Wenn du ganz an den Anfang, direkt hinter die Verpolschutzdiode deinen 
LC-Tiefpass setzt, kann der Strom gar nicht so hoch werden, sofern die 
Spule genug Induktivität hat. Auf Sättigungsstrom achten.

Das wird allerdings von Hand dann schwierig zu rechnen, ich würde ein 
Simulationsprogramm einsetzen.

Für so Kleinigkeiten reicht das hier: www.falstadt.com/circuit

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich, nen dicken PNP mit 
Stromgegenkopplung als Highside-Strombegrenzer zu verbauen statt dem 
Widerstand. Den stellst du auf 200mA ein, die TVS muss dann auch nur 
200mA Peakstrom können. Bei normaler Betriebsspannung ist der mehr oder 
weniger in Sättigung, bei zu hoher Betriebsspannung fließt ein größerer 
Strom und der Transistor beginnt zu sperren.

Karls Q. schrieb:
> Ich hatte mal gelesen, dass Elkos wegen ihrer Alterung nicht gerne in
> KFZ-Systemen gesehen werden. Manache Hersteller verbieten wohl sogar
> deren Einsatz.

Stimmt beides, man hat Ausfallwahrscheinlichkeit und Lebensdauer 
allerdings gut im Griff. Für nicht Sicherheitsrelevante Elektronik 
benutzt man auch Elkos. Die haben gegenüber Dünnschicht-Keramik den 
Vorteil, dass die Kapazität nicht so krass mit der Temperatur schwankt. 
Son X7R kann über den gesamten Temperatur- und Spannungsbereich um 40% 
schwanken, entwickle damit mal ein ABS Steuergerät. Fürn Handy geht 
sowas, fürn Navi auch.
Die besser tolerierten Keramikkondensatoren sind dann auch wieder teuer.

von Karls Q. (karlsquell)


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Wäre diese Anordnung wie im Anhang zu sehen besser?

Zur Dimensionierung:
-Wie lege ich den LC-Kreis aus? Beim Simulieren änderte sich der Strom 
bei der Veränderung der Induktivität nur in der Anstiegszeit, nach ein 
paar millisek. war er dann auch bei ca 5A. Muss dann auch der 
Sättigungsstrom so hoch ausgelegt sein?

-Was nimmt man für eine Diode als Verpolungsschutz? Reicht da ne 
einfache Gleichrichterdiode wie die 1n4004 oder muss es was schnelleres 
sein?

- Welche Bauform wählt man bei dem Serienwiderstand? Normale SMD, 
Melf,..? Wie legt man hier die Leistung fest, da der Strom ja nur 
kurzzeitig anliegt.

Dieses Thema ist echt die Hölle für mich.

Gruß
Johannes

von THOR (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Dieses Thema ist echt die Hölle für mich.

Auch die KFZ-Zulieferer plagen sich damit rum. Und die rechnen in 
Mikrocent, die können nicht einfach mal so ne dicke Spule auf die 
Platine klatschen. Bei Stückzahlen im Millionenbereich wird das sonst 
schnell teuer.


Ich hab meinen Alternativvorschlag mal simuliert:
http://www.falstad.com/circuit/circuitjs.html?cct=$+1+0.000005+10.20027730826997+46+5+50%0AR+96+176+48+176+4+5+1+130+24+0+0.1%0Aw+96+176+128+176+0%0Ad+128+176+176+176+1+0.805904783%0Ag+464+336+464+368+0%0Aw+400+272+464+272+0%0Az+464+336+464+272+1+0.805904783+40%0Ar+544+272+544+336+0+80%0Ag+544+336+544+368+0%0Aw+464+272+496+272+0%0Aw+496+272+544+272+0%0Ac+496+272+496+336+0+0.00001+40.33274158980178%0Aw+496+336+464+336+0%0Aw+240+176+240+208+0%0At+208+272+240+272+0+-1+99.21816405587242+-0.7546716641520561+100%0Ar+240+208+240+256+0+10%0A174+192+240+192+288+0+47000+0.7673000000000001+Resistance%0Aw+192+176+176+176+0%0Aw+192+176+240+176+0%0Ag+192+304+192+352+0%0Az+192+240+192+176+1+0.805904783+40%0Aw+240+288+304+272+0%0Aw+304+272+400+272+0%0Ao+1+64+0+4099+160+1.6+0+2+1+3%0A

Nen passenden PNP zu finden sollte deutlich einfacher sein.

Verpolschutzdiode und LC-Filter gehören immer noch davor, aber jetzt 
muss die Spule nur noch die induktiven Spikes abdecken (diverse 10 uH 
reichen) und auch nur noch auf ca. 1,3A dimensioniert sein.
Wichtig: Das C vom LC-Filter darf kein Elko sein, sonst besteht 
bezüglich ESD keine Schutzwirkung!

Rest wie im Schaltplan: Stromquelle statt dem Reihenwiderstand, Z-Diode 
(bzw. TVS). Verlustleistung fällt in beiden an. Wenns SMD werden soll, 
am besten nicht ganz eng beieinander packen.

Die 80 Ohm ganz rechts sind die Last.

von Karls Q. (karlsquell)


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von THOR (Gast)


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von Karls Q. (karlsquell)


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von THOR (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Ja da habe ich wieder deinen Link erwischt.
> Ich meine:
> http://www.falstad.com/circuit/circuitjs.html?cct=...
>
> sorry

Geht, der 10 Ohm Widerstand stellt jetzt aber keine Stromgegenkopplung 
mehr dar. Die Qualität der Schaltung ist daher etwas schlechter.

Hinter dem LC Filter entstehen knappe 300V infolge der 
Resonanzüberhöhung. Da müssen die Bauteile in jedem Fall für gewachsen 
sein. Mit nem R in Reihe zum L lässt sich das etwas dämpfen (bzw. die 
Spule hat ja auch selbst schon nen Widerstand).

von Karls Q. (karlsquell)


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So, dann nehme ich deinen Vorschlag. Vielen Dank für die Hilfe!!
Ich denke, da habe ich jetzt eine solide Lösung.

Noch eine Frage:
Ist es egal, ob ich da eine Z-Diode oder eine TVS-Diode einsetze?

Gruß

von THOR (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Ist es egal, ob ich da eine Z-Diode oder eine TVS-Diode einsetze?

Ja. Ne TVS hat vermutlich in dem Spannungsbereich nicht so ne 
butterweiche Kennlinie wie ne normale Zd und ist daher vorzuziehen.

von Karls Q. (karlsquell)


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Bezüglich der auslegung der TVS Diode:
Die kann jetzt wesentlich kleiner ausfallen, da der Strom ja schon 
begrenzt ist. Ist das richtig? Da würde also auch eine der SMBJ serie 
(600W Peak) ausreichen?!

Gruß und Danke
Johannes

von THOR (Gast)


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Karls Q. schrieb:
> Die kann jetzt wesentlich kleiner ausfallen, da der Strom ja schon
> begrenzt ist. Ist das richtig?

Ja, genau. Und beim Transistor kannst du im SOA Diagramm nachlesen 
welche kurzzeitige Belastung er ab kann. Den musst du also auch nicht 
auf 1A Dauerstrom auslegen, das kann generell auch ein BC640 oder was 
ähnliches sein.

von Karls Q. (karlsquell)


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So wie ich das in den SOA-Diagrammen sehe, darf der Strom kurzzeitig 
meist höher als der Nennstrom sein, aber die maximale Spannung bleibt 
auch bei kurzzeitiger Belastung gleich.

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