Quecksilber benetzte Ree Relais zum Umschalten von HF geeignet?

Gast #5051064
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Bei mir werden einige Empfänger mit Aktivantennen betrieben; manchmal 
würde ich aber gerne auf die abgestimmte KW-Antenne umschalten. Bis 
jetzt hatte ich Glück und habe noch keinen Empfänger oder Aktivantenne 
mit 100 Watt (vom Kenwood TS-440S) gegrillt. Zum bequemen und sicheren 
Umschalten möchte ich mir daher eine Antennen-Umschaltbox mit 
entsprechender Sicherung aufbauen. Ähnlich dem Antennenumschalter von 
DK4SX.

Frequenzbereich: 1.5 - 30 MHz, Verbindung über 50 Ohm Coax, 
Sendeleistung max. 100 Watt, random wire und diverse Aktivantennen.

Zum Umschalten von KW-Antennen (Senden/Empfang) werden ja gelegentlich 
Reed Relais eingesetzt. So auch bei DK4SX. Sind auch *_mit Quecksilber 
benetzte_*  Reed Relais für diesen Zweck geeignet?
z.B. das 
hier!https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Clare_HGRM-55211-P00_mercury-wetted_reed_relay.jpg 
Im Inneren des Relaiskörpers existiert ja Quecksilberdampf. Verträgt 
sich das mit  HF? Maximal 100 Watt! Kann es, bedingt durch den 
Quecksilberdampf, zum "Übersprechen" bei HF kommen?
Ich habe etliche von diesen Relais in er Kiste, die ich gerne einer 
sinnvollen Verwendung zuführen möchte :)

73 Winni
Beitrag #5051096 wurde von einem Moderator gelöscht.
#5051344
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HF-Bastler schrieb:
> Ich habe etliche von diesen Relais in er Kiste, die ich gerne einer
> sinnvollen Verwendung zuführen möchte :)

Aber nicht dafür.
100W erscheint mir zuviel, auch wenn das in der Kurzbeschreibung steht.
Man sollte aber daran denken, dass es sich bei solchen Angaben 
gewöhnlich um Grenzwerte handelt, die man im Betrieb besser nicht 
ausnützt

Weil diese Relais nicht prellen, hat man sie vor 50 Jahren eher für 
exotische Meßzwecke benutzt, z.B. um extrem steilflankige Impulse zu 
erzeugen.
Auch dürften die Thermospannungen und Kontaktpotentiale sehr gering 
sein, wodurch sie sich zum Schalten und Zerhacken kleinster Spannung 
eignen.
Für die meisten dieser Zwecke gibt es heute wohl bessere Lösungen.

Die Spannungsfestigkeit ist noch das geringste Problem.
Man muß das Glasröhrchen ja nicht luftleer pumpen und auf diese Weise 
eine Quecksilberdampflampe bauen, sondern man kann die 
Durchbruchspannung erhöhen, indem man ein Inertgas, z.B. Argon, 
hineinfüllt und dieses möglichst auch noch mit Überdruck.

Neben der Umweltproblematik dürfte am nachteiligsten außer der Baugröße 
noch die Lageempfindlichkeit solcher Relais sein. Nicht umsonst steht da 
ein Pfeil "UP" drauf!
Gast #5051682
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Relais mit "HG wetted contacts" sind eigentlich mehr für Kleinsignale 
gedacht. Die waren für Anwendungen gemacht in denen extrem hohe 
Zuverlässigkeit gefordert wurde, u.A. Meßtechnik in AKW.


Ich habe noch einige dieser Relais im Schrank liegen und auch irgendwo 
ein Datenblatt für diese. Ich werde mal nach letzterem suchen um heraus 
zu finden was da als maximal zu schaltende Spannung angegeben ist. 
Quecksilberdampfgleichrichter zünden bereits bei um die 20V, 
Brennspannungen liegen bei 12V ind so fern sind die o.a. 70V schon 
viel..allerdings werden in dem Relais nicht so geringe Drücke herschen 
das diese Zündspannungen erreicht werden.

..kurz: ich würde das lassen..

Gruß,

Holm
Gast #5051748
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Holm T. schrieb:
> Ich habe noch einige dieser Relais im Schrank liegen und auch irgendwo
> ein Datenblatt für diese. Ich werde mal nach letzterem suchen um heraus
> zu finden was da als maximal zu schaltende Spannung angegeben ist.
> Quecksilberdampfgleichrichter zünden bereits bei um die 20V,
> Brennspannungen liegen bei 12V ind so fern sind die o.a. 70V schon
> viel..allerdings werden in dem Relais nicht so geringe Drücke herschen
> das diese Zündspannungen erreicht werden.
>
> ..kurz: ich würde das lassen..
>
> Gruß,
>
> Holm

Danke für die ausführliche und einleuchtende Information. Das Datenblatt 
ist vorhanden.

Diese Relais sind offenbar - für meine Anwendung - nicht geeignet! Ich 
werde es lassen!

Gruß Winni
Moderator Persönliche Seite #5052316
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123 schrieb:
> Es stehen 60W im Datenblatt -> kein Problem da mit mehr drauf zu gehen
> weil HF?

“switching power”, also die schaltbare Leistung.

Tx/Rx-Relais wird allerdings leistungslos geschaltet, damit ist der
Dauerstrom wesentlich.  Das sind 1,4 A bei Anpassung (wurde schon
genannt), selbst bei Fehlanpassung nur ein bisschen mehr, denn bei
zu großer Fehlanpassung regelt der Transceiver zurück.

Außerdem war es letztlich das einzige Relais, welches ich überhaupt
finden konnte mit brauchbaren HF-Eigenschaften.  Davor war ein
Panasonic AE5543 NR-HD-12V drin, das wurde noch mehr über seinen
Grenzwerten betrieben (und ist nur noch für den Gegenwert in Gold
zu kaufen ;).
Gast #5053024
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Hi, HF-Bastler, Ja!

> Zum Umschalten von KW-Antennen (Senden/Empfang) werden ja gelegentlich
> Reed Relais eingesetzt. So auch bei DK4SX. Sind auch *_mit Quecksilber
> benetzte_*  Reed Relais für diesen Zweck geeignet?
Für den Zweck wurden die mal entwickelt.

Vor allem für Meßzwecke hätte ich gern eines. Genauer: Zum Messen von 
Schwingkreisen und ihrer Parameter wäre mir ein Relais mit minimalem 
Serienwiderstand sehr willkommen.

Ciao
Wolfgang Horn

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