Forum: HF, Funk und Felder Quecksilber benetzte Ree Relais zum Umschalten von HF geeignet?


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von HF-Bastler (Gast)


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Bei mir werden einige Empfänger mit Aktivantennen betrieben; manchmal 
würde ich aber gerne auf die abgestimmte KW-Antenne umschalten. Bis 
jetzt hatte ich Glück und habe noch keinen Empfänger oder Aktivantenne 
mit 100 Watt (vom Kenwood TS-440S) gegrillt. Zum bequemen und sicheren 
Umschalten möchte ich mir daher eine Antennen-Umschaltbox mit 
entsprechender Sicherung aufbauen. Ähnlich dem Antennenumschalter von 
DK4SX.

Frequenzbereich: 1.5 - 30 MHz, Verbindung über 50 Ohm Coax, 
Sendeleistung max. 100 Watt, random wire und diverse Aktivantennen.

Zum Umschalten von KW-Antennen (Senden/Empfang) werden ja gelegentlich 
Reed Relais eingesetzt. So auch bei DK4SX. Sind auch *_mit Quecksilber 
benetzte_*  Reed Relais für diesen Zweck geeignet?
z.B. das 
hier!https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Clare_HGRM-55211-P00_mercury-wetted_reed_relay.jpg 
Im Inneren des Relaiskörpers existiert ja Quecksilberdampf. Verträgt 
sich das mit  HF? Maximal 100 Watt! Kann es, bedingt durch den 
Quecksilberdampf, zum "Übersprechen" bei HF kommen?
Ich habe etliche von diesen Relais in er Kiste, die ich gerne einer 
sinnvollen Verwendung zuführen möchte :)

73 Winni

von Johann L. (radiostar)


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HF-Bastler schrieb:
> Ich habe etliche von diesen Relais in er Kiste, die ich gerne einer
> sinnvollen Verwendung zuführen möchte :)

Dann bring sie zu einem Entsorgungsfachbetrieb. Oder wie willst Du sonst 
das Quecksilber umweltverträglich loswerden?

Beitrag #5051096 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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HF-Bastler schrieb:
> Kann es, bedingt durch den Quecksilberdampf, zum "Übersprechen" bei HF
> kommen?

Probier's doch einfach: schicke deine 100 W darüber auf eine Dummyload,
und miss die Leistung, die am abgeschalteten Anschluss noch ankommt.

von Alex W. (a20q90)


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HF-Bastler schrieb:
> gelegentlich Reed Relais eingesetzt. So auch bei DK4SX.

Das sind normale Relais.

von Hp M. (nachtmix)


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HF-Bastler schrieb:
> Ich habe etliche von diesen Relais in er Kiste, die ich gerne einer
> sinnvollen Verwendung zuführen möchte :)

Aber nicht dafür.
100W erscheint mir zuviel, auch wenn das in der Kurzbeschreibung steht.
Man sollte aber daran denken, dass es sich bei solchen Angaben 
gewöhnlich um Grenzwerte handelt, die man im Betrieb besser nicht 
ausnützt

Weil diese Relais nicht prellen, hat man sie vor 50 Jahren eher für 
exotische Meßzwecke benutzt, z.B. um extrem steilflankige Impulse zu 
erzeugen.
Auch dürften die Thermospannungen und Kontaktpotentiale sehr gering 
sein, wodurch sie sich zum Schalten und Zerhacken kleinster Spannung 
eignen.
Für die meisten dieser Zwecke gibt es heute wohl bessere Lösungen.

Die Spannungsfestigkeit ist noch das geringste Problem.
Man muß das Glasröhrchen ja nicht luftleer pumpen und auf diese Weise 
eine Quecksilberdampflampe bauen, sondern man kann die 
Durchbruchspannung erhöhen, indem man ein Inertgas, z.B. Argon, 
hineinfüllt und dieses möglichst auch noch mit Überdruck.

Neben der Umweltproblematik dürfte am nachteiligsten außer der Baugröße 
noch die Lageempfindlichkeit solcher Relais sein. Nicht umsonst steht da 
ein Pfeil "UP" drauf!

von blubb (Gast)


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100W an 50Ohm sind doch nur 70.7V und 1.4A.
Aber was machen die Relais, wenn mal kein SWR von 1:1 anliegt und Strom 
oder Spannung größer werden?

von Holm T. (Gast)


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Relais mit "HG wetted contacts" sind eigentlich mehr für Kleinsignale 
gedacht. Die waren für Anwendungen gemacht in denen extrem hohe 
Zuverlässigkeit gefordert wurde, u.A. Meßtechnik in AKW.


Ich habe noch einige dieser Relais im Schrank liegen und auch irgendwo 
ein Datenblatt für diese. Ich werde mal nach letzterem suchen um heraus 
zu finden was da als maximal zu schaltende Spannung angegeben ist. 
Quecksilberdampfgleichrichter zünden bereits bei um die 20V, 
Brennspannungen liegen bei 12V ind so fern sind die o.a. 70V schon 
viel..allerdings werden in dem Relais nicht so geringe Drücke herschen 
das diese Zündspannungen erreicht werden.

..kurz: ich würde das lassen..

Gruß,

Holm

von HF-Bastler (Gast)


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Holm T. schrieb:
> Ich habe noch einige dieser Relais im Schrank liegen und auch irgendwo
> ein Datenblatt für diese. Ich werde mal nach letzterem suchen um heraus
> zu finden was da als maximal zu schaltende Spannung angegeben ist.
> Quecksilberdampfgleichrichter zünden bereits bei um die 20V,
> Brennspannungen liegen bei 12V ind so fern sind die o.a. 70V schon
> viel..allerdings werden in dem Relais nicht so geringe Drücke herschen
> das diese Zündspannungen erreicht werden.
>
> ..kurz: ich würde das lassen..
>
> Gruß,
>
> Holm

Danke für die ausführliche und einleuchtende Information. Das Datenblatt 
ist vorhanden.

Diese Relais sind offenbar - für meine Anwendung - nicht geeignet! Ich 
werde es lassen!

Gruß Winni

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Da ich kürzlich Ersatz für ein Tx/Rx-Relais in einem TS-440 suchen
musste, würde ich dir dieses hier als Tipp auf den Weg geben:

TE Connectivity IM-C 1462042-6

Mouser part number: 655-1462042-6 (Oct. 2016)
Digikey part number: PB1250-ND (Oct. 2016)

von 123 (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> TE Connectivity IM-C 1462042-6

Es stehen 60W im Datenblatt -> kein Problem da mit mehr drauf zu gehen 
weil HF?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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123 schrieb:
> Es stehen 60W im Datenblatt -> kein Problem da mit mehr drauf zu gehen
> weil HF?

“switching power”, also die schaltbare Leistung.

Tx/Rx-Relais wird allerdings leistungslos geschaltet, damit ist der
Dauerstrom wesentlich.  Das sind 1,4 A bei Anpassung (wurde schon
genannt), selbst bei Fehlanpassung nur ein bisschen mehr, denn bei
zu großer Fehlanpassung regelt der Transceiver zurück.

Außerdem war es letztlich das einzige Relais, welches ich überhaupt
finden konnte mit brauchbaren HF-Eigenschaften.  Davor war ein
Panasonic AE5543 NR-HD-12V drin, das wurde noch mehr über seinen
Grenzwerten betrieben (und ist nur noch für den Gegenwert in Gold
zu kaufen ;).

: Bearbeitet durch Moderator
von Wolfgang H. (Firma: AknF) (wolfgang_horn)


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Hi, HF-Bastler, Ja!

> Zum Umschalten von KW-Antennen (Senden/Empfang) werden ja gelegentlich
> Reed Relais eingesetzt. So auch bei DK4SX. Sind auch *_mit Quecksilber
> benetzte_*  Reed Relais für diesen Zweck geeignet?
Für den Zweck wurden die mal entwickelt.

Vor allem für Meßzwecke hätte ich gern eines. Genauer: Zum Messen von 
Schwingkreisen und ihrer Parameter wäre mir ein Relais mit minimalem 
Serienwiderstand sehr willkommen.

Ciao
Wolfgang Horn

von W. S. (winni_funker)


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Hallo Wolfgang,
ich habe Dir eine Email geschickt!

73 Winni

von Funker (Gast)


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blubb schrieb:
> Aber was machen die Relais, wenn mal kein SWR von 1:1 anliegt und Strom
> oder Spannung größer werden?

Gewöhnlich wird die Endstufenschutzschaltung das schneller erkennen, als 
das Relais das merkt, und die Leistung runter regeln.

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