Forum: Offtopic Salz in Wasser kontraproduktiv zur Elektronendetektierung?


von Seb B. (sebblessing)


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Salz in Wasser kontraproduktiv zur Elektronendetektierung?

Hallo, ich will Elektronen in Wasser zu Tscherenkowstrahlung zerstrahlen 
lassen und diese mit einem Photomultiplier detektieren. Normalerweise 
benutzt man für solche Experimente hoch steriles, destilliertes Wasser. 
Da für meinen Geschmack zu viele thermische Elektronen entstehen würde 
ich das Wasser gerne so kalt wie möglich machen. Die einzige Möglichkeit 
die mit dazu einfällt ist, das Wasser mit Salz zu versetzen, das als 
Frostschutzmittel dient. Denk ihr das hat irgendwelche Auswirkungen auf 
meine Messergebnisse oder den Effekt des Umwandelns von Elektronen in 
Photonen?
Irgendeinen Grund muss es ja haben, dass immer möglichst destilliertes 
Wasser benutzt wird.

Hoffe hier sind evtl auch paar Hobbyphyiker unter euch, die mir auf die 
Sprünge helfen könnten:)

Gruß Seb

von Andrea B. (stromteam)


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Reines H2O gefriert doch erst bei -48°C, Salz erhöht den Gefrierpunkt.

von Couka R. (Gast)


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Warum muss das Wasser denn überhaupt flüssig sein?

von Christian K. (Gast)


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Thermische Elektronen sollen Photonen mit genug Energie für einen 
Photomultiplier erzeugen?

von Seb B. (sebblessing)


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Andreas B. schrieb:
> Reines H2O gefriert doch erst bei -48°C, Salz erhöht den Gefrierpunkt.

Ok ja natürlich, das macht Sinn, reines H2O sollte mir genügen

Couka R. schrieb:
> Warum muss das Wasser denn überhaupt flüssig sein?

Da das ganz in einem von innen verspiegeltem Behälter stattfindet, der 
die Ausdehnung des Eises vermutlich nicht aushalten würde

Christian K. schrieb:
> Thermische Elektronen sollen Photonen mit genug Energie für einen
> Photomultiplier erzeugen?

Ich war auch erst verwundert, ich habe zwar einen ziemlich empfindlichen 
PMT aber hätte auch nicht gedacht dass der die schon messen kann. Ich 
habe jedenfalls deutliche Messunterschiede in einem Raum mit 30°C und 
einen mit knapp 4°C feststellen können. Mir fällt keine andere Erklärung 
ein, außer die mit thermischen Elektronen, dir etwa?

von Christian K. (Gast)


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Hatte der Photomultiplier denn die gleiche Temperatur? Der ist natürlich 
sehr Temperaturempfindlich.

von Purzel H. (hacky)


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Ich halte die Idee mit den thermischen Elelktronen fuer einen Furz, aber 
... Wenn's kalt sein muss, und eher problemlos, .. fluessiger 
Stickstoff.
der sollte auch passen. Die Cherenkov Strahlung gibt's ja sowieso, wenn 
das Teilchen schneller wie die Lichtgeschwindigkeit im Medium 
daherkommt. Allenfalls muss man ihn vor der Messung entblubbern.

von Seb B. (sebblessing)


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Christian K. schrieb:
> Hatte der Photomultiplier denn die gleiche Temperatur? Der ist natürlich
> sehr Temperaturempfindlich.

Ja, also der Temperatursensor befand sich fast direkt am 
Photomultiplier.
Aber der ist doch normalerweise in kompletten Vakuum, wie werd der dann 
durch die Temperatur beeinflusst?

von Bernhard S. (gmb)


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Andreas B. schrieb:
> Reines H2O gefriert doch erst bei -48°C, Salz erhöht den Gefrierpunkt.

Gibt es dafür Quellen, die das belegen?

von Andrea B. (stromteam)


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Bernhard S. schrieb:
> Gibt es dafür Quellen, die das belegen?

Hast Du Google kaputt?

von Andreas B. (bitverdreher)


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Dazu muß das Wasser aber so rein sein, daß es nur per Computer in 
diesem Zustand simuliert werden kann.
In der Praxis sind es eben doch wieder 0°C und Salz erniedrigt den 
Gefrierpunkt.

Gruß
Andreas

von Teo D. (teoderix)


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Andreas B. schrieb:
> In der Praxis sind es eben doch wieder 0°C

Mit einfachem Dest.Wasser, sauberes, glattwandigem Gefäß, 
erschütterungsfreier Umgebung. Sind <-5°C locker drin, mit Glück auch 
<-10°C.

von (prx) A. K. (prx)


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Teo D. schrieb:
> Mit einfachem Dest.Wasser, sauberes, glattwandigem Gefäß,
> erschütterungsfreier Umgebung.

Und wenn dann jemand enttäuscht über die Ergebnisse gegen den sonst 
völlig erschütterungsfreien Behälter tritt? ;-)

von Bernhard S. (gmb)


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Andreas B. schrieb:
> Bernhard S. schrieb:
>> Gibt es dafür Quellen, die das belegen?
>
> Hast Du Google kaputt?

Nein, aber anderslautende Quellen. Wikipedia 
(https://de.wikipedia.org/wiki/Gefrierpunkt) schreibt

"Wenn jemand ohne nähere Angaben vom „Gefrierpunkt“ spricht, meint er in 
der Regel den von reinstem Wasser, also 0 °C. "

"Es ist möglich, eine Flüssigkeit auf eine Temperatur ein wenig unter 
dem Gefrierpunkt abzukühlen, ohne dass sie erstarrt. Eine solche 
unterkühlte Flüssigkeit erstarrt dann bei geringsten Störungen 
schlagartig unter ebenso spontaner Erwärmung auf den Gefrierpunkt."

Es ist damit sachlich falsch, einen Gefrierpunkt von -48°C anzunehmen 
und die Aussage, Salz erhöhe diesen ist ebenso falsch.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Bernhard S. schrieb:
>
> Es ist damit sachlich falsch, einen Gefrierpunkt von -48°C anzunehmen
> und die Aussage, Salz erhöhe diesen ist ebenso falsch.

Genau so ist es. Man kann viele Flüssigkeiten unter ihren Gefrierpunkt 
abkühlen wenn man glatte Oberflächen hat und jedigliche Impfung eines 
Kristalls vermeidet.
Der Gefrierpunkt ist so aber nicht definiert.

Gruß
Andreas

von Lukas T. (tapy)


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Bin das nur ich, oder fiel noch jemandem auf, dass lediglich der 
Photomultiplier, nicht aber die Detektorflüssigkeit gekühlt werden muss?

also nochmal langsam für TEs:
Das waren keine "thermischen Elektronen" aus deiner Suppe, sondern 
Rauschen am Detektor, was mit der Temperatur geht.

von Pandur S. (jetztnicht)


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> Bin das nur ich, oder fiel noch jemandem auf, dass lediglich der
Photomultiplier, nicht aber die Detektorflüssigkeit gekühlt werden muss?


Ja, sicher fiel das auf, weil thermische Elektronen Bullshit sind. Aber 
wenn der Poster eine Frage per Messung beantwortet haben will, auch wenn 
die Theorie dagegenspricht...

von Patrick J. (ho-bit-hun-ter)


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Hi

Sapperlot W. schrieb:
> auch wenn die Theorie dagegenspricht...

Naja, früher war die Erde Mal eine Scheibe, da man ja 'unten' davon ab 
fallen würde - Das konnte man sogar mit einem simplen Ball 
demonstrieren: Marienkäfer (mit Socken) auf Ball, Ball drehen, wenn 
Marienkäfer unterhalb der Äquator kommt, fällt Er runter (deswegen die 
Socken, sonst hält sich der Säukrüppel nämlich fest!!).
Und dann kommt da so nen Hippie und schwätzt was von 'und Sie dreht Sich 
doch' ... aber zu der Zeit bekam man auch schnell eine externe 
Erleuchtung (auf dem Scheiterhaufen), wenn man bekanntes Wissen in Frage 
stellte ...

MfG

PS: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_Galilei#Der_Prozess_gegen_den_Dialog

von Seb B. (sebblessing)


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Vielen Dank für die ganzen Antworten.

Der Photomultiplier läuft jetzt stabil ab unter +5°C und liefert 
erstaunlich genaue Messergebnisse für mein kleines Heimlabor.
Weiteres Abkühlen der Flüssigkeit brauch ich garnicht, evtl. würde das 
noch etwas genauere Messergebnisse hervorbringen, mir reicht aber das 
was ich habe auch vollkommen. Die athmosphärischen Myonen zerstrahlen so 
stark, dass ich über 800 Photonen pro Myon mit dem PMT detektieren kann. 
Dieser Ausschlag ist im digitalen Oszilloskop sogar auch bei 
Raumtemperatur noch deutlich zu sehen.

Ob es einen Unterschied macht, ob ich destilliertes oder normales Wasser 
nehme werde ich die nächsten Tage, rein aus interesse halber noch 
testen:)

MfG Seb

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