Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik H8/300 Frage (genauer H8/3003)


von Holm T. (Gast)


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Ich habe hier einen Frequenzumrichter bei dem sich die CPU tot stellt, 
eingebaut ist eine "H8/3003" "OL2" "T" "HD6413003F16".
Zufällig lief gerade bei Ebay eine Auktion bei der es für Kleingeld 8 
neue und 40 wieder ausgelötete (falscher Typ) H8/3003 gab, ich habe 
zugeschlagen.

Es gibt offenbar eine "R" und eine "T" Version, bei der R Version wird 
der maximale Takt von 16Mhz intern noch durch 2 geteilt, bei der "T" 
Version scheinbar nicht.
Die wieder ausgelöteten CPUs sind die mit der Beschriftung "R" die 8 
neuen sind mit "TI" beschriftet...

T wäre ja erst mal richtig (s.o.) ich habe aber kein Hitachi/Renesas 
Datenblatt gefunden das das Device-Marking eindeutig erklärt. Kennt sich 
da Jemand genau damit aus?

Der H8/3003 scheint ein PDP11-Verwandter zu sein, PDP11 on Steroids? 
Nein, er ist sicher nicht Maschinencode-kompatibel...
Kennt da Jemand "Open Source" Hardware dafür, gibts außer dem GCC sonst 
noch freie Software?


Gruß,

Holm

von m.n. (Gast)


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Holm T. schrieb:
> Der H8/3003 scheint ein PDP11-Verwandter zu sein, PDP11 on Steroids?

Die H8/300H haben eher Ähnlichkeikeiten mit MC68K.
Altes Datenblatt anbei.

von Johnny B. (johnnyb)


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Ich würde mal bei Renesas anfragen. Die H8 waren früher sehr verbreitet 
in Industrie und Automotive, daher kann es gut sein, dass Du da noch 
Support vom Hersteller bekommst.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Holm T. schrieb:
> Ich habe hier einen Frequenzumrichter bei dem sich die CPU tot stellt,
> eingebaut ist eine "H8/3003" "OL2" "T" "HD6413003F16".

Ist es nicht wesentlich wahrscheinlicher, dass der EPROM-Inhalt langsam 
verdunstet ist?

von m.n. (Gast)


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Johnny B. schrieb:
> Ich würde mal bei Renesas anfragen.

Wozu das denn?
Im verlinkten Datenblatt steht doch eindeutig, daß dir R-Version einen 
internen 2:1 Teiler hat und die T-Version nicht.

Holm T. schrieb:
> Kennt da Jemand "Open Source" Hardware dafür, gibts außer dem GCC sonst
> noch freie Software?

Es gab von Hitachi das HEW, was von Renesas weitergeführt wurde aber in 
der kostenlosen Version eine begrenzte Codegröße hat. 64 oder 128 kB 
glaube ich. Der GCC für H8/300H war nicht berauschend gut; IAR erzeugte 
den eindeutig besseren Code.
Ohne EPROM-Emulator oder zumindest Boot-Loader nutzt einem ein Compiler 
aber nicht sonderlich viel.

von Holm T. (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> Holm T. schrieb:
>> Ich habe hier einen Frequenzumrichter bei dem sich die CPU tot stellt,
>> eingebaut ist eine "H8/3003" "OL2" "T" "HD6413003F16".
>
> Ist es nicht wesentlich wahrscheinlicher, dass der EPROM-Inhalt langsam
> verdunstet ist?

...wahrscheinlich ist die Ursache Überspannung, ich habe noch einen 
weiteren FU bei dem nochwas zuckt, der meldet "Hardware Fehler" ..würde 
mich nicht wundern wenn dort die IGBT-Brücke platt ist.
Den ROM werde ich mal aus der Fassung ziehen (ist die selbe Serie FU) 
und mal umimplantieren, ..gucken was passiert..

@m.n:
..aber ich finde auch da nicht die komplette Dechiffrierung des 
Aufrucks.. über ein "TI" läßt sich da auch Niemand aus.

>Ohne EPROM-Emulator oder zumindest Boot-Loader nutzt einem ein Compiler
aber nicht sonderlich viel.

Nuja, es wäre nicht das erste Mal das ich einen GCC gebastelt und auf 
"bar Metal" angepaßt hätte..
Für kommerzielle Anwendung ist der H8/3003 sicher nichts mehr, zum 
basteln evtl. hübsch, wobei das QFP112 Gehäuse nicht unbedingt 
bastelfreundlich ist.

Ich habe die 48 Stück nur gekauft weil die mich 7 Euro gekostet haben, 
wenn ich den FU wieder zum laufen bekomme hat sich das gelohnt, 
ansonsten klebe ich die Dinger als Fliesen ins Bad :-)

Es wäre halt hybsch wenn es da von Jemandem einen fertig portierten 
Monitor oder Sowas gäbe. Rein für Basteleien.
Ob ich nun ein C-Programm auf ein 68332, einem H8 oder einem STM32 
laufen lasse ist nicht viel Unterschied, abgesehen von der 
Geschwindigkeit.

Gruß,

Holm

von m.n. (Gast)


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Holm T. schrieb:
> ..aber ich finde auch da nicht die komplette Dechiffrierung des
> Aufrucks.. über ein "TI" läßt sich da auch Niemand aus.

Das "I" wird vielleicht etwas über dem Temperaturbereich kodieren. Ich 
habe es in keinem Datenblatt gefunden. Die letzten 3003, die ich 
verwendet hatte, haben die Endung ....F16V und sind bleifrei. Irgendwo 
auf dem Gehäuse findet sich ein einsames "T".

Ob sich die CPU nur tot stellt oder es tatsächlich ist, kann man doch 
schnell herausbekommen: /RESET kurz aktivieren und sehen, was 
anschließend auf den Adressleitungen abgeht. Wenn ich mich richtig 
erinnere, arbeitet der Adressbus bei leerem EPROM wie ein Binärzähler.
Das wäre dann vielleicht eine alternative Anwendung zu Badfliesen ;-)

von Holm T. (Gast)


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m.n. schrieb:
> Holm T. schrieb:
>> Der H8/3003 scheint ein PDP11-Verwandter zu sein, PDP11 on Steroids?
>
> Die H8/300H haben eher Ähnlichkeikeiten mit MC68K.
> Altes Datenblatt anbei.

"Die ursprüngliche H8-Architektur beruhte auf der PDP-11-Architektur der 
DEC PDP-11, mit acht 16-Bit-Registern (die H8/300H und H8S haben eine 
zusätzliche Bank von acht 16-Bit-Registern) und umfangreiche 
Adressierungsmodi. Die Familien H8/300H und H8S besitzen außerdem 
zusätzlich acht 32-Bit-Register, von denen jedes als ein 
32-Bit-Register, zwei 16-Bit- oder zwei 8-Bit-Register angesprochen 
werden kann."

..sagt Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Renesas_H8

Unrecht hast du trotzdem nicht mit dem 68000, der 68000 ist aber auch 
ein ziemlich kompletter Erbe der PDP11 mit auf 32Bit erweiterten 
Registern.

Gruß,

Holm

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