Forum: Platinen UV strahlung von LEDs schädlich ?


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von KoE (Gast)


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Guten Abend,

Sollte ich beim Belichten meiner Platinen einen Augeschutz verwenden ?
Ich belichte diese mit UV-LEDs 395nm ?

Mfg Koe

von Michael B. (laberkopp)


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KoE schrieb:
> Sollte ich beim Belichten meiner Platinen einen Augeschutz verwenden ?

Ja, das Auge nimmt UV nicht als so hell wahr, wie es ist,
daher ist der Lidschuss nicht ausreichend, die Netzhaut belastet.

Besser wäre natürlich, die Belichterkiste sowieso lichtdicht
zu bauen, dann kommt auch kein Fremdlicht rein.

von KoE (Gast)


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Michael B. schrieb:
> Besser wäre natürlich, die Belichterkiste sowieso lichtdicht
> zu bauen, dann kommt auch kein Fremdlicht rein.

Das ist genau mein Punkt... habe diese aus durchsichtigem Acrylglas 
gebaut was daher nicht wirklich schlau war.

von Michael B. (laberkopp)


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Schwarz Lackieren ? Schwarze Pappe einfalten ?

: Bearbeitet durch User
von Wolfgang (Gast)


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KoE schrieb:
> Das ist genau mein Punkt... habe diese aus durchsichtigem Acrylglas
> gebaut was daher nicht wirklich schlau war.

Dann solltest du mal prüfen, wie die Transmission für das Licht deiner 
LEDs ist. Je nach Sorte liegt die 50%-Kante der Nenntransmission bei 
290..410nm und verschiebt sich noch etwas mit der Materialstärke.

von Werner H. (pic16)


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KoE schrieb:
> Sollte ich beim Belichten meiner Platinen einen Augeschutz verwenden ?
> Ich belichte diese mit UV-LEDs 395nm

Wenn du 10 minuten in der Sonne bist bekommst du mehr UV ab als bei 10 
minuten LED Srahlung. Und wer belichtet Platinen mit 10 minuten?

: Bearbeitet durch User
von J. S. (pbr85)


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Werner H. schrieb:
> KoE schrieb:
>> Sollte ich beim Belichten meiner Platinen einen Augeschutz verwenden ?
>> Ich belichte diese mit UV-LEDs 395nm
>
> Wenn du 10 minuten in der Sonne bist bekommst du mehr UV ab als bei 10
> minuten LED Srahlung. Und wer belichtet Platinen mit 10 minuten?

Eben. 395nm ist auch schon kaum als UV-Strahlung zu bezeichnen. Ist 
schon hart an der Grenze. Ein großer Teil der Strahlung liegt dann auch 
bei den typischen Halbwertsbreiten von LEDs über 400nm. Selbst mit der 
Filterung durch die Erdatmosphäre reicht die Strahlung der Sonne etwa 
bis ~300nm, was schon eine ganz andere Liga ist als dieses Pseudo-UV. 
Solange man nicht direkt reinguckt und es sich nicht um 365nm-LEDs 
handelt, dürfe die diffus reflektierte Strahlung vernachlässigbar sein.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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KoE schrieb:
> Sollte ich beim Belichten meiner Platinen einen Augeschutz verwenden ?
> Ich belichte diese mit UV-LEDs 395nm ?

Den Augen ist es vollkommen egal, welche Quelle die UV-Strahlung 
erzeugt. Ob das ein Schweißbogen ist, eine UV-Röhre oder UV-LED, ist 
dabei vollkommen nebensächlich. Entscheidend ist einzig die Intensität. 
Insofern: Augenschutz ist nicht verkehrt. Aber wenn es um das Belichten 
von Platinen geht, reicht es ja auch, einfach nicht in das Licht zu 
schauen bzw. den Belichter so zu konstruieren, daß kein Licht nach außen 
dringt.

Werner H. schrieb:
> Wenn du 10 minuten in der Sonne bist bekommst du mehr UV ab als bei 10
> minuten LED Srahlung.

Im Prinzip ja. ABER.

Das ABER besteht hier darin, daß die Sonne im Gegensatz zu UV-LED ein 
kontinuierliches Spektrum abgibt. Ein hoher UV-Anteil ist also immer mit 
einen hohen Anteil an sichtbarem Licht gekoppelt, was mindestens zu 
einer Verengung der Pupillen oder gar zu einem Lidschlußreflex führt. 
Für Strahlung mit hoher Intensität außerhalb des sichtbaren Spektrums 
versagen diese Schutzmechanismen. Deswegen sind IR-Laser (und noch mehr: 
UV-Laser) auch so gefährlich.

von J. S. (pbr85)


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Axel S. schrieb:

>
> Im Prinzip ja. ABER.
>
> Das ABER besteht hier darin, daß die Sonne im Gegensatz zu UV-LED ein
> kontinuierliches Spektrum abgibt. Ein hoher UV-Anteil ist also immer mit
> einen hohen Anteil an sichtbarem Licht gekoppelt, was mindestens zu
> einer Verengung der Pupillen oder gar zu einem Lidschlußreflex führt.
> Für Strahlung mit hoher Intensität außerhalb des sichtbaren Spektrums
> versagen diese Schutzmechanismen. Deswegen sind IR-Laser (und noch mehr:
> UV-Laser) auch so gefährlich.
UVA-Licht ist ja gerade für die Hornhaut problematisch, sodass eine 
Verengung der Iris da nichts ändert. Da kommt nur weniger an der 
Netzhaut an. Und die Sonne strahlt in dem Bereich schon richtig stark, 
verglichen mit den meisten künstlichen Lichtquellen. Von daher ist der 
Verweis auf die Sonne berechtigt. Speziell für Esoteriker, die was von 
Blaulichtschäden an Augen (hier an der Netzhaut) faseln, die durch 
künstliche Lichtquellen entstanden sein sollen.

Natürlich sollte man da Vorsicht walten lassen und moderne LEDs sind da 
alleine wegen der Strahlungsleistung an sich bzw. der durch Absorption 
entstehenden Wärme potenziell sogar brandgefährlich! Eine blaue XP-G3 
auf 1,5A kann mit der Linse auf ein Stück Pappe aufgelegt diese in 
wenigen Sekunden entzünden! Was eine vergleichbare UV-LED mit größerer 
Photonenenergie am Auge anrichten könnte, wenn man direkt reinguckt, 
will ich gar nicht wissen. Aber Idiotensicher kann man sowas ja eh kaum 
bauen.

: Bearbeitet durch User
von michael_ (Gast)


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E. S. schrieb:
> Aber Idiotensicher kann man sowas ja eh kaum
> bauen.

Doch, man baut sowas in eine Blechkiste mit Truhenschalter.
UV ist UV, da kuckt man nicht rein!

von Rote T. (tomate)


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Setz halt eine Sonnenbrille auf, wenn du Platinen machst.

 Hab nen Röhrenbelichter (gehackter Gesichtsbräuner), der läuft auch 
offen (Stück Schaumstoff und irgendwas Schweres als Deckel), da setz ich 
auch immer eine Sonnenbrille bei auf und vermeide es, unnötig 
reinzuschauen, obwohl das vermutlich nicht allzu tragisch sein dürfte, 
schliesslich war das Ding früher mal ein Gesichtsbräuner.....

von J. S. (pbr85)


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michael_ schrieb:
> E. S. schrieb:
>> Aber Idiotensicher kann man sowas ja eh kaum
>> bauen.
>
> Doch, man baut sowas in eine Blechkiste mit Truhenschalter.
> UV ist UV, da kuckt man nicht rein!

Bei 365nm LEDs kann ich es verstehen. Aber bei 395nm-LEDs, wo jede 
Schwarzlichtröhre mit einer Modalwellenlänge von ~370nm weitaus tiefer 
liegt und direkt offen ins Auge strahlt, während hier nur diffuse 
Reflexionen vorliegen, wo man vielleicht ab und zu kurz rüber guckt?

Kanonen und Spatzen ...

: Bearbeitet durch User
von Klaus (Gast)


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E. S. schrieb:
> Bei 365nm LEDs kann ich es verstehen. Aber bei 395nm-LEDs, wo jede
> Schwarzlichtröhre mit einer Modalwellenlänge von ~370nm weitaus tiefer
> liegt und direkt offen ins Auge strahlt, während hier nur diffuse
> Reflexionen vorliegen, wo man vielleicht ab und zu kurz rüber guckt?

Nach der offiziellen Definition beginnt sichtbares Licht bei 380nm. 
Alles drunter ist UV, alles drüber ist sichtbares Licht. 395nm ist also 
nicht U(ltra)V(iolett) sondern einfach violettes Licht. Die Bandbreite 
solcher LEDs bei dieser Wellenlänge ist so im Bereich +-5nm, d.h. eine 
395nm LED liefert noch etwas bei 390nm. Das ist aber immer noch einfach 
sichtbares Licht. Die Sonne liefert diese Wellenlänge in riesigen 
Mengen, jedes Glas läßt sie zu 95% passieren, genau wie den Rest des 
sichtbaren Lichts. Man wird davon, wie man durch einen Langzeittest 
hinter einer Glasscheibe leicht nachweisen kann, nicht braun. 
Wirkliches UV läßt eine Glasscheibe nämlich nicht durch. Wer sich vor 
395nm Licht fürchtet, sollte nicht durch ein Fenster nach draußen 
schauen, jedenfalls nicht am Tage.

MfG Klaus

von J. S. (pbr85)


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Klaus schrieb:
>
> Nach der offiziellen Definition beginnt sichtbares Licht bei 380nm.
> Alles drunter ist UV, alles drüber ist sichtbares Licht. 395nm ist also
> nicht U(ltra)V(iolett) sondern einfach violettes Licht. Die Bandbreite
> solcher LEDs bei dieser Wellenlänge ist so im Bereich +-5nm, d.h. eine
> 395nm LED liefert noch etwas bei 390nm. Das ist aber immer noch einfach
> sichtbares Licht. Die Sonne liefert diese Wellenlänge in riesigen
> Mengen, jedes Glas läßt sie zu 95% passieren, genau wie den Rest des
> sichtbaren Lichts. Man wird davon, wie man durch einen Langzeittest
> hinter einer Glasscheibe leicht nachweisen kann, nicht braun.
> Wirkliches UV läßt eine Glasscheibe nämlich nicht durch. Wer sich vor
> 395nm Licht fürchtet, sollte nicht durch ein Fenster nach draußen
> schauen, jedenfalls nicht am Tage.
>
> MfG Klaus

Eben. Ein Studium der Spektren UND Intensitäten kann da Klarheit 
bringen, wobei die Halwertsbreite von LEDs doch etwas größer ist als von 
dir angegeben. Je nach LED liegt diese bei 10-20nm, bis die relative 
Int. auf 50% abgefallen ist. Ein klitzekleiner Teil liegt also 
tatsächlich <380nm, der Großteil aber weit drüber. Die Sonne strahlt 
wiederum bei 90° auf die Erdoberfläche etwa 20W/m² UV-Licht im Bereich 
300-380nm. Das sind ganz andere Größenordnungen.

: Bearbeitet durch User
von Werner H. (pic16)


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E. S. schrieb:
> Bei 365nm LEDs kann ich es verstehen. Aber bei 395nm-LEDs

Unter 400nm werden LEDs richtig teuer und ich bezweifle das die 
angebotenen Dinger darunter liegen.

>Kanonen und Spatzen ...
Jau

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