Haftung bei Elektronischen Herstellugsfehlern

OP #5076459
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Hallo,

eine Frage die mich seit längerer Zeit interessiert, wenn ich neue 
Elektrogeräte wie Netzteile etc kaufe.

Beispiel:
Ich kaufe ein Netzteil für eine FritzBox mit dessen Kompatibilität aktiv 
geworben wirbt, wie z.B. der:
https://www.amazon.de/gp/aw/d/B003A4IPAK/ref=oh_aui_i_sh_pre_o0_img?ie=UTF8&psc=1

Jetzt schließe ich das Netzteil an und alles funktioniert auch erstmal 
einwandfrei. Jetzt kommt es irgendwann durch Zufall (bzw. Technischem 
Defekt an dem Netzteil) zu einem Brand.

Wer ist dann Haftbar? Der Hersteller, weil sein Produkt ein Fehler 
aufwies, oder ich, weil ich ein nicht von AVM Zertifiziertes Netzteil an 
einer FritzBox genutzt habe, obwohl der Hersteller offensichtlich damit 
wirbt?

Danke für die Antworten :)
#5076469
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Da stellt sich einmal die Frage ob das Netzteil zu brennen begonnen hat 
(vermutlich wurden hier normen bei der herstellung nicht eingehalten, 
normalerweise sollte dies ja nicht passieren) oder ob die fritzbox zu 
brennen begonnen hat.

Hat die Fritzbox zu brennen begonnen müsste man beweisen das dies 
deshalb passiert ist, weil das netzteil nicht der angeworbenen 
kompatibilität entsprochen hat.

Das wäre mal eine annahme, wirkt aber als könnten kleine Faktoren alles 
um drehen.
OP #5076471
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Danke für die schnelle Antwort ;)

Base64 U. schrieb:
> Hat die Fritzbox zu brennen begonnen müsste man beweisen das dies
> deshalb passiert ist, weil das netzteil nicht der angeworbenen
> kompatibilität entsprochen hat.

Aber selbst dann wäre der Hersteller des Netzteils ja Haftbar, weil 
dieser ja offensichtlich für die Kompatibilität geworben hat oder? Als 
Kunde/Benutzer ist man dann doch eigentlich fein raus, oder?
#5076689
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Sören W. schrieb:
> Wer ist dann Haftbar?

Bei einem Brand kommt es zu einer Brandursachenermittlung.

Wenn der Sachverständige das Netzteil als Verursacher erkennt, passiert 
erst mal nichts.
Du hast nichts falsch gemacht, sondern (vermutlich) die Dinger in 
vorgesehener Weise verwendet, die Verwendung war extra beworben.

Wenn diese Netzteile zu Dutzenden als Brandverursacher auffallen, wie 
Spülmaschinen von Bosch/Siemens, dann hat der Hersteller ein Problem. So 
durfte BSH Millionen von Geschirrspülern nachrüsten.

https://dishcareaction.com/de-de

Man kann sich als Hersteller nicht von der Produkthaftung freikaufen, 
selbst wenn man alle gesetzlichen Vorgaben (Normen) bei der Herstellung 
befolgt.

 https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/prodhaftg/gesamt.pdf
 BGB §823(2)

Hat man die Vorgaben befolgt (CE Zeichen zu Recht), wird man aber nicht 
gleich beim ersten Problem zur Sau gemacht, sondern erst wenn sich die 
Fälle unübersehbar häufen.
#5077437
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Sören W. schrieb:
> Base64 U. schrieb:
>> Hat die Fritzbox zu brennen begonnen müsste man beweisen das dies
>> deshalb passiert ist, weil das netzteil nicht der angeworbenen
>> kompatibilität entsprochen hat.
>
> Aber selbst dann wäre der Hersteller des Netzteils ja Haftbar, weil
> dieser ja offensichtlich für die Kompatibilität geworben hat oder?

Es könnte auch an einem Defekt der Fritzbox liegen (sprich egal welches 
Netzteil, es wäre so oder so zu einem Brand gekommen)


Sören W. schrieb:
> Als
> Kunde/Benutzer ist man dann doch eigentlich fein raus, oder?

Als Kunde/Benutzer bist du erst mal der angeschissene mit einer 
unbewohnbaren Wohnung wenns blöd her geht :(

Michael B. scheint da etwas bessere Infos als ich zu haben.
#5079592
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Patrick J. schrieb:
> Naja - es wurde eine Spule (oder was in der Richtung) getauscht, also
> Nichts Wildes.

Es wurde ein Relais hinzugebaut, so daß das ursprüngliche Heizrelais nur 
noch dessen Spulenstrom zu steuern hatte.

> Das Teil war halt etwas arg auf Kante genäht

Na ja, Relais, die (nach Kontaktkorrosion) so warm werden, daß sich sich 
selbst auslöten (und die Lötstelle dann das Brandrisiko darstellt), 
waren nicht unbedingt billig.

> trotz tausender eingesparter zehntel-Cent keine billige Aktion gewesen ;).

Wohl wahr, Siemens ist ausgestiegen aus BSH.
Gast #5079825
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Patrick J. schrieb:

> Michael B. schrieb:
>> So
>> durfte BSH Millionen von Geschirrspülern nachrüsten.
>
> Naja - es wurde eine Spule (oder was in der Richtung) getauscht, also
> Nichts Wildes.

Es wurde ein externer Bypass für das bleifrei gelötete Heizrelais 
eingebaut. Dessen Lötstellen fingen an wegzukrümeln, so dass es 
vereinzelt zu Schwelbränden gekommen ist. Nun schaltet das Relais auf 
der Leiterplatte ein externes Relais (Schütz), welches wiederum die 
Heizung aktiviert.

Die Kontakte auf der Leiterplatte sollte man ruhig trotzdem mal 
nachlöten. Das macht der Kollege von der Nachrüstfirma nicht, und da 
bröseln auch noch andere Lötstellen.
#5080767
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Das ist lustig - zum Thema "vereinzelte Schwelbrände" durch 
Geschirrspüler :
nach der Hamradio habe ich heute morgen einen anderen OM getroffen (oder 
genauergesagt auf der Hotelterasse) der mit seiner Frau die Sanierung 
der Küche durch Geschirrspülerbrand beklagte. Mit Feuerwehreinsatz und 
folgender Sanierung incl. Wandbelagsentfernung im ganzen Raum. Hörte 
sich  - auch im Zusammenhang des Gesamtgesprächs - plausibel und 
gruselig an.
#5080811
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Gerade passend dazu auf der Heise Startseite:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Zeitbomben-im-Wohnzimmer-Ramsch-Elektrogeraete-ueberschwemmen-den-Markt-3772672.html



Ich bin auch sehr vorsichtig weil ich schon zuviel Ramsch gesehen habe. 
Kein Gerät (wo ich mich nicht selbst von den inneren Qualitäten 
überzeugt habe) bleibt unnötigerweise dauerhaft am Netz. Schon gar nicht 
unbeaufsichtigt - z.B. Handy Ladegerät, da wird nur geladen wenn ich 
auch in der Nähe und wach bin.

Aber bei Herd, Geschirrspüler und Kühlschrank wird sowas natürlich 
schwierig...

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