Hallo,
in der linearen Regelungstheorie betrachtet man immer nur linearisierte
Modelle (https://de.wikipedia.org/wiki/Linearisierung), ergo betrachtet
man immer nur Differenzen der Größen zum Arbeitspunkt.
Beispiel: Du möchtest die Raumtemperatur regeln. Das
Übertragungsverhalten von der Spannung an der Heizwendel zur mittleren
Raumtemperatur ist sicher kein linearer Zusammenhang, sondern irgendwie
komplizierter. Da du in deinem Raum aber eh nur 22°C haben willst,
interessiert dich eigentlich nur der Bereich der Übertragungskennlinie
von 20°C bis 24°C.
Jetzt linearisiert du das Übertragungsverhalten (z.B. mit dem
Taylorpolynom
http://massmatics.de/merkzettel/#!204:Das_Taylorpolynom_fur_Funktionen_mit_mehreren_Variablen)
und betrachest fortan nur noch Differenzgrößen zum Arbeitspunkt.
Arbeitspunkt: 22°C
Wenn der Istwert nun in deinem linearen Modell 1°C beträgt, bedeutet
das, dass die echte Raumtemperatur 23°C ist.
Wenn der Istwert nun in deinem linearen Modell -2°C beträgt, bedeutet
das, dass die echte Raumtemperatur 20°C ist.
Genauso verhält es sich mit dem Sollwert.
Wenn der Sollwert in deinem linearen Modell 0°C beträgt, bedeutet das,
dass die echte Raumtemperatur auf 22°C geregelt werden soll.
Ich hoffe das beantwortet deine Frage.
Grüße