Forum: Offtopic Entwickler vs. Informationssicherheit


von Eddy C. (chrisi)


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Liebe Entwickler der programmierenden Zunft,

ich schlage mich derzeit in der Firma mit dem Thema 
Informationssicherheit herum.

Die Situation ist dem Einen oder Anderen vielleicht hinreichend bekannt:

Einerseits werden ausführbare Dateien am laufenden Band produziert, 
andererseits will sich die Firma vor genau diesen Dateien schützen: 
Selbst wenn eine Datei an den Torwächtern (Virenscanner) vorbei in das 
Firmennetz gelangen konnte, sollte die Datei nicht ohne weiteres 
ausführbar sein.

Dass der Entwickler an sich gar keine Viren produziert, ist vielleicht 
eine interessante Erkenntnis, bringt aber irgendwie nicht weiter.

Das Thema kann auf unterschiedliche Art und Weise angegangen werden, 
z.B. über eine Whitelist der ausführbaren Dateien (umständlich), 
Austattung der Entwickler mit Sonderrechten, um Dateien in die 
Produktion zu überführen uswusf.

Wurdet Ihr schon mit dem Thema konfrontiert?

Wie sieht Euer Lösungsansatz oder Workflow aus, der die 
Handlungsfreiheit und Reaktionsfähigkeit nicht zu sehr einschränkt?

Wie läuft es strukturiert oder in großen Firmen?

(Ja, der Administrator hat auch Vorschläge, die gefallen aber der 
Geschäftsleitung mehr, wie dem Programmierer, siehe oben)

von Jeffrey L. (the_dude)


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Die größten Gefahrenquellen lassen sich schon mit recht einfachen 
Mitteln entschärfen. Mails und deren Anhänge werden generell gescannt. 
Ausführbare Dateien (auch in zip-files) werden erst garnicht zugelassen. 
Makros in Officedateien müssen generell bestätig werden.

Das sollten ja wohl die Standardeinstellungen eines jeden Mailservers 
sein.

Wers nicht wirklich braucht hat kein Internet, wenn internet dann mit 
Contenfilter - (exotische) domains wie *.me, *.cv, *.td aber auch *.ru 
werden gernell geblockt und benötigen eine (temporäre) Freigabe (für die 
jeweilige Domain - NICHT tld).


Workstatiosn bekommen nur eingeschränkte Rechte ohne 
Installationsmöglichkeiten, Der Netzwerkzugriff wird über den 
Anmeldename geregelt und beinhaltet ein restriktive Usermanagment, 
insbesondere bei Schreibrechten im Netzwerk.

Dann hast Du schon viel gewonnen!

Bei uns haben SW/HW-Entwickler Adminrechte am lokalen PC - nicht 
optimal, aber hier wird etwas "mehr Hirn" beim klicken als im Lager und 
der Kantine vorraus gesetzt...

von (prx) A. K. (prx)


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Jeffrey L. schrieb:
> Das sollten ja wohl die Standardeinstellungen eines jeden Mailservers
> sein.

Eher die eines Mailfilters, er ggf. im Mailserver integriert ist, aber 
auch ein Durchlauferhitzer sein kann.

> Workstatiosn bekommen nur eingeschränkte Rechte ohne
> Installationsmöglichkeiten, Der Netzwerkzugriff wird über den
> Anmeldename geregelt und beinhaltet ein restriktive Usermanagment,
> insbesondere bei Schreibrechten im Netzwerk.

Recht nützlich ist es auch, wenn ein normaler PC nur über einen 
expliziten Proxy (ggf. mit automatischer Erkennung) ins unbeschränkte 
Internet kommt. Viele Schädlinge versuchen es direkt und scheitern.

von (prx) A. K. (prx)


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Downloads sind ein weiterer interessanter Punkt. Ausführbares zu 
blockieren ist eine Sache, wobei man erst einmal ein System haben muss, 
dass die sperren kann, besonders im SSL-Zeitalter. SSL-Decryption kann 
nötig sein, liebt aber nicht jeder.

Eine zwischengeschaltete Webseite "willst du wirklich virus.exe 
downloaden?" ist nett, nützt aber wenig wenn der Entwickler mit 
irgendwelchen Tools arbeitet, die nötige Libs direkt ziehen. 
Freischaltung von IP-Adressen geht nicht, wenn es keine eindeutigen 
Adressen gibt, wie im Extremfall bei Akamai.

Wir haben deshalb die Web-Entwickler in einen Giftschrank gesperrt, aus 
dem heraus sie intern nur begrenzt Unfug stiften können. Dafür dürfen 
sie leichter nach draussen als normale Anwender. Virtualisierung machts 
möglich: Ein solcher Entwickler hat einen normalen PC mit Office, Mail 
etc - und VMware-WS. Darin läuft ein virtueller Entwicklungsrechner, der 
über ein separates Netzwerk arbeitet. Darin haben sie Admin-Recht, im 
Blech-PC nicht.

PS: Ich bin in diesem Fall Admin, nicht Programmierer. Aber die 
Entwickler müssen schliesslich arbeiten können. Also muss man zu einer 
Lösung kommen, mit der alle leben können.

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