Grundlagenfrage von blutigem Amateur

OP (Firma: privat) #5081861
Ich habe eine ganz simple Zählschaltung mit einem CD40103 8-bit-Zähler 
auf einem Steckboard zusammengesteckt.

Schaltung ist dem Datenblatt entnommen.

Als Eingangstakt habe ich einen Taktgenerator mit einem NE555 mit 1 Hz 
zusammengebastelt - der funzt klaglos.

Zur Zählschaltung:
Alle 8 Programmiereingänge auf Null, ebenso Pin 3 (CarryIn/Counter 
Enable) und Pin 8 (GND); auf +5V liegen Pin2 (CLR),9 (Asynch. Preset 
Enable), 15 (Synch. Preset En.) sowie 16 (+VCC). Den Takt habe ich auf 1 
gelegt (CLK) und an 14 erwarte ich jetzt eigentlich das Ausgangssignal. 
Absolut nix passiert. Ich habe nun schon ICs aus verschiedenen Chargen 
benutzt und z.B. auch einen 74HC40103 versucht. Alles umsonst, der 
Zähler zählt nix.

Laut Oszi liegt ein wunderschöner Eingangstakt an, den habe ich auch 
schon durch 1 bzw. 2 NAND-Gatter geschickt (also einfach bzw. doppelt 
negiert, einfach um zu sehen, dass der Pegel in Ordnung ist) bevor ich 
es dem 40103 angeboten habe.

Hat irgendwer eine Idee, was ich evtl. falsch gemacht habe?
Gast
> Hat irgendwer eine Idee, was ich evtl. falsch gemacht habe?

Kein Schema, kein Bild.

Das IST in dieser Situation essentiell um helfen zu können. Klingt doof, 
ist aber so.
Gast
Immer zwischen positiver Versorgungsspannung und GND. Also zwischen Pin 
16(+VCC) und 8(GND)

wichtig ist, dass der Kondensator möglichst dicht am IC sitzt.
Jürgen H. schrieb:
> Setze ich da einen C zw. Pin 16 und +5V?

Nein -der muß zwischen Anschluß 8 (GND) und 16 (+Ub), praktisch parallel 
zu den Versorgungsanschlüssen des Schaltkreises.

Jürgen H. schrieb:
> Sorry, ich bin blutiger Amateur.

Wisch Dir doch erst mal das Blut ab -Du saust ja das ganze Steckbrett 
ein. Was denkst Du, was Deine Frau Dir erzählt...

:)

-Feldkurat-
Gast
> Nein, es tut sich auch nach 255 Takten nix.
An Pin14!? (Ich schrieb fälschlicherweise 15) - Mit dem Oszilloskop 
festgestellt oder mit der LED? Übrigens ist diese nicht wie im 
Schaltplan beschaltet, dort hängt sie an + und per Widerstand an den 
verbundenen Pin14&15, im Aufbau jedoch an GND, und wohin der Widerstand 
geht, kann ich nicht erkennen.
Gast
Hallo

bei der einfachen und relativ unkritischen Schaltung noch keine so große 
Sache aber:

Diese Steckboards allgemein sind nicht unbedingt als optimal zu 
bezeichnen - schnell mal schlechte Kontakte, lange Leitungen, oft 
bescheidene Qualität sind  Fallen die auch alte schon öfter zur 
Verzweiflung gebracht haben, denn leider sind, besonders schlechte 
Kontakte, oft sehr versteckt und nicht so einfach zu bemerken man sieht 
diese nur sehr selten und die Leitungen und Bauteile sind auch bei 
schlechten Kontakten nur selten mechanisch wackelig.

Es ist nicht einfach gute Steckboards zu bekommen und diese auch zu 
erkennen - nicht umsonst sind "professionelle" Steckbords "richtig" 
teuer und auch aufwendig aufgebaut - und selbst bei diesen ist bei 
"hohen" Frequenzen aus physikalischen Gründen schnell Schluss.
Das Gemeine ist das es oft keinen "Es funktioniert - Es funktioniert 
nicht" Zustand gibt sondern irgendwelche schwer zu erkennbare 
Fehlfunktionen die auch von irgendwo anders herstammen können.
Und besonders nervig wenn es mal funktioniert und mal nicht und das 
gefühlt abhängig vom Wochentag, den Luftdruck und der Schuhgröße ist ;-)

Die zuverlässigste, aber auch aufwendigste Methode ist und bleibt das 
Löten auf einer geeigneten Platine - eine Lochrasterplatine meist aus.
Tatsache ist aber auch das bei verdrahtungsfehlern der Aufwand und 
Frustfaktor bei einer Lochrasterplatine schnell steigt.

Praktiker
Gast
Praktiker schrieb:
> Die zuverlässigste, aber auch aufwendigste Methode ist und bleibt das
> Löten auf einer geeigneten Platine - eine Lochrasterplatine reicht aus.

Damit es nicht ganz so knibbelig ist, benutze ich das 5,04mm Rastermaß 
und die Lötpads können sogar noch als Lötinseln für Knotenpunkte 
verwendet werden. 16 polige IC-Lötpads sollten aber zusätzlich auch noch 
vorhanden sein.
OP (Firma: privat)
Super Tipps vom Praktiker, vielen Dank! Werde ich mir besorgen solche 
Rasterplatinen!

Jetzt bin ich soweit, dass die Schaltung nach einer nicht 
vorauszusagenden Zeit beginnt, genau das zu tun was sie soll. Könnte es 
sein, dass man den Zähler bspw. an einem der beiden Preset-Pins starten 
muss, damit er seine Eingänge ab diesem Zeitpunkt runter taktet? Da 
bräuchte ich ja sicher sowas wie eine Einschaltverzögerung?
Hi

Läuft schon was?
Wenn ich das Steckbrett richtig sehe:
'Beinchen' am unteren IC
- 1-2-4 hängen zusammen in der Luft
- 10, 11 unbeschaltet

Die fehlenden Abblock-Kondensatoren wurden bereits genannt, ein kleiner 
Elko auf der +/- Schiene schadet nicht, muß aber nicht.

MfG
Jürgen H. schrieb:
> Ich habe eine ganz simple Zählschaltung mit einem CD40103 8-bit-Zähler
> auf einem Steckboard zusammengesteckt.

Nicht so toll. Steckboards sind notorisch unzuverlässig.

> Zur Zählschaltung:

(Prosa)

Ein Schaltplan wäre wesentlich hilfreicher gewesen. Außerdem vermisse 
ich den obligatorischen Abblockkondensator zwischen Vcc und GND. 
Ansonsten scheint die Beschaltung korrekt zu sein um den Zähler abwärts 
zählen zu lassen.

> Den Takt habe ich auf 1 gelegt (CLK) und an 14 erwarte ich jetzt
> eigentlich das Ausgangssignal.

Wieso eigentlich das Ausgangssignal? Das ist ein 8-Bit Binärzähler und 
der hat 8 Ausgänge, die den Zählerstand anzeigen. Pin 14 ist 
Carry-Out. Der ist für 255 von 256 möglichen Zählerständen auf H und 
geht nur für einen Zählerstand auf L. Hast du dir das Timingdiagramm im 
Datenblatt überhaupt man angeschaut? Vermutlich hast du den 
Signalwechsel (nach 255 Sekunden) einfach verpennt?

> Hat irgendwer eine Idee, was ich evtl. falsch gemacht habe?

Halte deinen Oszi doch mal an die Zählerausgänge.
Hi

Wolfgang schrieb:
> Ausgänge dürfen in der Luft hängen.

Meine Annahme begründet sich darauf, daß laut dem hochgeladenen 
Schaltplan die Pinne als 'Schalter mit PullDown' verdrahtet sind - als 
Ausgänge ergeben Diese keinen höheren Sinn?!?

Aber ok, wenn hier Eingänge fest auf Ausgängen liegen bzw. Ausgänge 
nicht weiter beschaltet sind, habe ich keine Einwände ;)
(und nein, ich werde nicht das Datenblatt zu dem IC querlesen)

MfG
OP (Firma: privat)
Euch allen noch mal vielen Dank für die zahlreichen Hinweise.


Ich habe jetzt den unteren IC wieder rausgeworfen. Schaltung läuft nach 
langer Zeit los und zählt dann perfekt. Muss mich mal mit dem Preset 
auseinander setzen.

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