Die Personalabteilung ist eingebunden in die Entscheidung, wer
eingestellt wird und wer nicht. Nach meiner Erfahrung hockt dann auch im
Vorstellungsgespräch nicht nur der künftig vorgesetzte Ingenieur,
sondern auch ein Vertreter der Personalabteilung.
Frage 1: Welches Gewicht hat die Meinung des Personalers ggü. dem
fachvertretenden Kollegen?
Frage 2: Was sind die Kriterien, die den Bewerber dem Personaler passend
erscheinen lassen, insbesondere im Vorstellungsgespräch? Das Fachliche
kann der Personaler nicht beurteilen und bei den "weichen" bzw.
charakterlichen Themen kann der Fachvertreter sicher genauso
einschätzen, ob der Bewerber den nötigen Biss hat.
Hat jemand zuverlässige Einblicke oder glaubwürdige Erfahrungsberichte
von Freunden?
Wie verifizierst du eine Antwort, die du erhalten würdest? Meiner
Meinung nach läuft das überall "anders", als das man das pauschal
beantworten könnte, weil zu viele unterschiedliche Faktoren das
beeinflussen.
Die Hierarchie ist überall anders aufgebaut. Wahrscheinlich lässt sich
das immer wieder kategorisch nach Mustern einteilen. Es hat aber keine
Aussagekraft.
Ich habe in meiner alten Firma schon erlebt, dass ein Rhetorisch
begabter gute Chancen hat eine Entscheidung zu beeinflussen. Letztlich
kann aber eine inkompetente Flachzange alle überstimmen. In beide
Richtungen. Einen ungeeigneten einzustellen oder einen geeigneten im
auszusortieren, weil die Schuhe einem nicht gefallen haben im
Vorstellungsgespräch.
Die korrekte Antwort lautet "kommt darauf an"
und zwar bei beiden Fragen.
Ein Personaler wird sicherlich kaum ein Gewicht haben wenn der fachlich
zuständige aus der oberen Leitungsebene kommt, ggf. die Auswahl eines
Praktikanten aber sogar ohne die Anwesenheit der Fachabteilung treffen
dürfen.
Und bei einem Entwicklungsingenieur liegen sicherlich andere Kriterien
seitens des Personalers an den Kandidaten an, als bei einem
Vertriebsingenieur.
Die Fragen so unpräzise zu formulieren kann nur komplett unbefriedigende
Allgemeinantworten nach sich ziehen und zeugt vom vollständigen Fehlen
an Erfahrung des Fragenden.
Den Rest hat H. E. (hobby_elektroniker) bereits korrekt angeführt.
Johnny schrieb:> Frage 2: Was sind die Kriterien, die den Bewerber dem Personaler passend> erscheinen lassen,
-Gehaltsforderung
-Loyalitätsprognose
-Ausfallprognose (Resilienz, Gesundheit/Fitness)
-Springerqualitäten
Hallo jonny.
Johnny schrieb:> Frage 1: Welches Gewicht hat die Meinung des Personalers ggü. dem> fachvertretenden Kollegen?
Das ist von Fall zu Fall verschieden. Es hängt sowohl am am einzelnen
Unternehmen als auch an den beteiligten Personen und variiert auch mit
der Zeit
> Frage 2: Was sind die Kriterien, die den Bewerber dem Personaler passend> erscheinen lassen, insbesondere im Vorstellungsgespräch? Das Fachliche> kann der Personaler nicht beurteilen und bei den "weichen" bzw.> charakterlichen Themen kann der Fachvertreter sicher genauso> einschätzen, ob der Bewerber den nötigen Biss hat.
Das kann ich Dir aus meiner eigenen Erfahrung auch nicht sagen. Ich
hatte schon Vorstellungsgespräche, wo es wieder Erwarten geklappt hat,
und welche, wo es wieder Erwarten nicht geklappt hat. Die Gründe blieben
mir immer verborgen.
Wenn ich mal gefragt habe, und eine Antwort bekam, war sie im
allgemeinen unverständlich. ;O;
> Hat jemand zuverlässige Einblicke oder glaubwürdige Erfahrungsberichte> von Freunden?
Meine persönliche Meinung:
Da zumindest formal fachlich gut qualifizierte Leute in Mengen
herumlaufen, gehe ich mal davon aus, das es meistens nicht an einer
formal guten fachlichen Qualifikation liegt.
Wenn es nicht irgendwelche Vorgaben (gesetzlich oder Firmenintern) gibt,
spielt die formale Qualifikation ausser bei Absolventen/erste Stelle
nach Ausbildung keine Rolle. Anschliessend wirst Du danach beurteilt,
was Du gemacht hast. Hast Du dabei vergeigt, kannst Du Deine formale
Qualifikation vergessen. Hast Du Dich bewährt, ist Deine formale
Qualifikation egal.
Bleibt die Frage, wie bewertet jemand Deine vorherige Tätigkeit korrekt
oder eben auch nicht korrekt?
Weiterer Denkansatz:
Da es im allgemeinen genug fachlich geeignete Leute gibt, spielt es mehr
eine Rolle, welcher von den vielen fachlich geeigneten Leuten von der
Persönlichkeit her am besten auf die Stelle passt. Und an dem Punkte
scheint es dann den "Fachkräftemangel" zu geben.
Der "Fachkräftemangel" wäre also eher ein "Persönlichkeitenmangel",
wobei aber strittig ist, was unter einer "Persönlichkeit" überhaupt zu
verstehen ist. Fragt man hier nach, hört man irgendwie esoterisches
Geschwurbel, was für mich Bedeutet, die Gefragten wissen es entweder
selber nicht, oder verwenden Begriffe in einer für mich sehr
ungewöhnlichen Bedeutung, oder wollen es es in Wirklichkeit nicht sagen
aber vermeiden, dass man das merkt. ;O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Johnny schrieb:> Frage 1: Welches Gewicht hat die Meinung des Personalers
Groß
Johnny schrieb:> Frage 2: Was sind die Kriterien, die den Bewerber dem Personaler passend> erscheinen lassen
Teamfähigkeit (für Normalos :-) ), Persönlichkeit, Werdegang, Standing,
blah blubb, fachlich wird vorausgesetzt, mit der entsprechend
"benoteten" Vorbildung (andere fallen vorher schon raus)
Dieter F. schrieb:> blah blubb
"Blah Blubb" ist nur für Industrie-Taucher notwendig. Für einen
Apnoe-Taucher ist das ein (Achtung: Neu-Deutsch) NoGo
-Feldkurat-
Feldkurat K. schrieb:> "Blah Blubb" ist nur für Industrie-Taucher notwendig. Für einen> Apnoe-Taucher ist das ein (Achtung: Neu-Deutsch) NoGo
Da hast Du Dich geoutet - keine Ahnung!
Schon mal getaucht? Mit Sicherheit nicht. Bleib mal lieber bei bei der
Bibel.
Dieter F. schrieb:> Da hast Du Dich geoutet - keine Ahnung!
Ertappt...
> Schon mal getaucht?
Nur mal in der Lackiererei in einer Sonderschicht.
> Mit Sicherheit nicht. Bleib mal lieber bei bei der> Bibel.
Muß ich -meine Bibel ist nicht wasserfest.
:)
-Feldkurat-
Feldkurat K. schrieb:> Muß ich -meine Bibel ist nicht wasserfest.> :)> -Feldkurat-
Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal Fre... halten :-) (irgendein
Schwachsinns-Komiker - Barth? - hat das mal abgelassen)
Cha-woma M. schrieb:> Nach dem Artikel> http://www.handelsblatt.com/unternehmen/beruf-und-...> werden die Bewerber-Schreiben nach Rechtschreibung und Grammatik> bewertet.>> Alles Klar?
Ein wenig kurz gegriffen oder?
Das ist das Ergebnis einer Studie der Personalberatung „Page Personnel“,
die mehr als 4000 Kandidaten und etwa 600 Berater aus Kontinentaleuropa
zum perfekten Lebenslauf befragt hat. Demnach gaben alle Berater an,
dass sie großen Wert auf richtige Grammatik im Curriculum Vitae legen.
Ebenso wichtig seien die korrekte Ansprache, ein professioneller Ton
sowie die Verwendung von Fachtermini. Laut Studie haben das die Bewerber
auch bereits erkannt.
Schade, dass bisher keiner aus zuverlässiger Erfahrung oder
anderweitigen verlässlichen Quellen Auskunft geben konnte. Bitte
verkneift euch auch beleidigende oder herablassende Kommentare. Wenn
euch ein Post nicht zusagt, könnt ihr doch einfach fern bleiben.
Meine Fragen zielten auf Leute, die Personaler in ihrem Freundeskreis
haben, oder Kollegen in der HR mit denen sie sich dazu austauschen / mit
denen sie befreundet sind, oder selber mal Entscheider waren oder sind
und die Rolle der Personaler genau kennen.
Meines Wissens hat die Personalabteilung, als Vertretung der Verwaltung,
eine übergeordnete Stellung ggü. den Ingenieurabteilungen (welche
operativ sind). Dies sollte sich im Einfluss an der Einstellungspraxis
wiederspiegeln (Hinweis zu Frage 1). Gleichzeitig können sie einen
geeigneten Ingenieur doch gar nicht erkennen, da sie fachfremd sind.
Der Fachvertreter kann sowohl die fachliche als auch die charakterliche
Eignung einschätzen.
Ergo: Wieso braucht's dann noch einen Personaler? Welche Berechtigung
hat sein Einfluss? Was ist seine Rolle?
Johnny schrieb:> Ergo: Wieso braucht's dann noch einen Personaler? Welche Berechtigung> hat sein Einfluss? Was ist seine Rolle?
Weil in nennenswerten Firmen, die überhaupt eine Personalabteilung
haben, Dutzende Bewerbungen auf eine Stelle kommen und die Fachabteilung
andere Aufgaben hat, als sich durch den Stapel an Bewerbungen zu fräsen.
Beispielsweise Projekte entwickeln. Außerdem wäre es Geldverschwendung,
jemanden mit Ingenieursgehalt für Aufgaben abzustellen, die auch
irgendeine untere HR-Charge für weniger Geld erledigen kann.
Daher macht die Personalabteilung die Vorfilterung, damit die
Fachabteilung nicht in Bewerbungen ertrinkt. Bleiben immer noch genug
Bewerbungen übrig, und wer selbst in einer Bewerbung noch
Rechtschreibfehler macht, wo man sich von seiner besten Seite
präsentieren soll, der wird seine Arbeit genauso schlampig machen.
Gilt aber auch umgedreht. Ich hab schon Xing-Anfragen mit
Rechtschreibfehlern bekommen und das als Zeichen eines schlampigen
Ladens gewertet. Auch Stellenausschreibungen mit Rechtschreibfehlern
sagen mir dasselbe.
genervt schrieb:> Glaubst du, die machen nur Bewerbungsgespräche?
Nein, manchmal würfeln sie auch, wer den Bewerber rauskegeln darf, oder
sie spielen "Mensch ärger Dich nicht!", wenn sie bei der Beförderung
eine Runde aussetzen mußten.
Johnny schrieb:> Frage 1: Welches Gewicht hat die Meinung des Personalers ggü. dem> fachvertretenden Kollegen?>> Frage 2: Was sind die Kriterien, die den Bewerber dem Personaler passend> erscheinen lassen, insbesondere im Vorstellungsgespräch?
Eine Erfahrung dazu habe ich. Wir katten einen Kandidaten mit viel
relevanter Berufserfahrung eingeladen, alle sind davon ausgegangen dass
er mit wehenden Fahnen durch segeln wird. Es gab ~6 fachliche Interviews
durch verschiedene Leute (einer davon ich). Alle ist dabei aufgefallen
dass der Kandidat zwar fachlich sehr gut ist, aber es teilweise massive
Kommunikationsprobleme gibt. Einige der Interviewer waren deswegen dafür
ihn abzulehnen (einschließlich mir), der Abteilungsleiter war allerdings
dafür ihn zu nehmen. Da hat sich der Personaler in der Nachbesprechung
mit Hinweis auf die massiven Bedenken bzgl. Kommunikation quergestellt
und der Kandidat wurde abgelehnt. M.E. wurde dadurch die richtige
Entscheidung getroffen.
Interviewer schrieb:> Eine Erfahrung dazu habe ich. Wir katten einen Kandidaten mit viel> relevanter Berufserfahrung eingeladen, alle sind davon ausgegangen dass> er mit wehenden Fahnen durch segeln wird. Es gab ~6 fachliche Interviews> durch verschiedene Leute (einer davon ich). Alle ist dabei aufgefallen> dass der Kandidat zwar fachlich sehr gut ist, aber es teilweise massive> Kommunikationsprobleme gibt.
Bitte Klartext,
1)was sind für Euch "massive Kommunikationsprobleme"
meint das nur mündlich-sachlich? also Sprachprobleme. Oder auch
mündlich-sozial bspw arrogant unangenhme Kommunikationsatmosphäre. Oder
auch zu ängstlich, Wörter mussen aus der Nase gezogen werden
und
2)wieso ist Kommunikation ein KO - Kriterium? Lieber mundfaul als
denkfaul, sag ich mal.
Was nützt ein Kommunikationswunder das 0 Ahnung vom Fach hat? Baut nur
Scheiße, kann sie aber schön "Schön reden"?!
Was soll denn diese Löscherei? Was ist an meinem Beitrag nicht
in Ordnung. Passt zum Thema und ist nicht politisch.
Dieter F. schrieb:> Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal Fre... halten :-) (irgendein> Schwachsinns-Komiker - Barth? - hat das mal abgelassen)
Kann sein, dass Mario diesen Spruch schon früher abgelassen hat.
Ich weiß vom Dieter Nuhr (auch Komiker) das er diesen Spruch schon
benutzt, vielleicht sogar mal entwickelt hat.
Johnny schrieb:> Die Personalabteilung ist eingebunden in die Entscheidung, wer> eingestellt wird und wer nicht. Nach meiner Erfahrung hockt dann auch im> Vorstellungsgespräch nicht nur der künftig vorgesetzte Ingenieur,> sondern auch ein Vertreter der Personalabteilung.
Eingebunden würde ich nicht sagen, eher so eine Art Erfüllungsgehilfe.
Ob jemand von der Fachabteilung dabei ist, ist nicht garantiert.
Das wird ganz unterschiedlich und wohl so nur in Großbetrieben
so kultiviert gehandhabt. Wenn man sich die Aufgaben von Personalern
mal etwas genauer anschaut, wird man wohl erkennen, dass die eigentlich
nicht viel zu tun haben, gerade in Firmen, wo die Fluktuation und die
damit verbundene Tätigkeit gering ist. Wenn nicht noch andere Aufgaben
delegiert werden können, sitzen die Leute da doch nur gelangweilt rum.
Also werden Tätigkeiten angestrebt, um die Leute zu beschäftigen, wenn
ansonsten nicht genug Arbeit da ist. Selbst erlebt.
> Frage 1: Welches Gewicht hat die Meinung des Personalers ggü. dem> fachvertretenden Kollegen?
Das wird man kaum allgemeingültig beantworten können. Das ist
ziemlich willkürlich, insbesondere wenn man den kurzen Dienstweg
um diese Leute herum geht, denn die Personaler sind doch durch
die Bank weg Misanthropen. Vernünftig reden kann man mit denen nicht.
> Frage 2: Was sind die Kriterien, die den Bewerber dem Personaler passend> erscheinen lassen, insbesondere im Vorstellungsgespräch? Das Fachliche> kann der Personaler nicht beurteilen und bei den "weichen" bzw.> charakterlichen Themen kann der Fachvertreter sicher genauso> einschätzen, ob der Bewerber den nötigen Biss hat.
"Biss" würde ich das nicht nennen, eher Affinität und Führbarkeit
oder anders ausgedrückt, alle Tugenden hat, die ein AG erwartet, aber
selbst in seinem Reich aufgrund seines Standesdenken nicht hat.
> Hat jemand zuverlässige Einblicke oder glaubwürdige Erfahrungsberichte> von Freunden?
Eine Verwandte hat mal bei einem DL gearbeitet als Vermittlerin
und damit Einblick in die Verhältnisse gehabt. Das Schmierentheater
hat sie da nur 3 Monate mit gemacht und dann hin geschmissen.
War nicht auszuhalten, was da so ab lief. Ist zwar nicht explizit
der HR-Bereich gewesen, aber nahe dran.
Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass es Firmen darauf
ankommt Planungsgarantien zu bekommen, also im Wurst-Käse-Fall
einen früheren Arbeitgeber auch mal auf Schadenersatz zu verklagen,
wenn ein Gekündigter über den grünen Klee hinaus gelobt wurde. Die
Zeugniscodes tun dafür ein übriges. So ein paar Andeutung,
die bei der Erstellung einer meiner Arbeitszeugnisse mal gemacht
wurden, lassen da Übles erahnen.
Viele Firmen hatten nie vor, jemanden einzustellen, der zwar
im Grunde qualifiziert ist, aber nicht auch noch ein paar
Kleinigkeiten, die man unkommuniziert erwartet, erledigen soll.
Arbeitsmangel scheint auch da ein gelebtes Problem zu sein und
da ich durchaus kompetent und tüchtig bin, hatte ich schon häufiger
das Problem mit Arbeitsmangel konfrontiert zu werden, manchmal
dann in der Konsequenz, den Job Ade sagen zu müssen.
Andere (selten)Firmen haben geantwortet, dass sie sich dafür
entschieden haben nicht einzustellen, ohne die konkreten
Gründe aufzulegen.
Pläne, dies dann im nächsten Jahr zu machen, waren regelrecht gelogen.
Letztens hab ich einen Bewerbungsrücklauf erhalten, wo davon die Rede
ist, dass man jemanden anders eingestellt hatte. Die Ausschreibung
ist aber immer (mehrere Monate) noch online. Darauf hingewiesen wurde
einfach ignoriert. Anderer DL hatte ein passende Stelle mit überzogenen
Gehalt ausgelobt. Rücklauf war dann eine ganz andere Qualifikation.
Den Braten hatte ich aber schon gerochen, dass da was nicht stimmte.
Auch hier keine Antwort auf diese offensichtlich falsche Vorgehensweise.
Ich gehe davon aus, dass die meisten Stellen real gar nicht existieren
und die Firmen nur mal schauen wollen, wie gut der Arbeitsmarktpool
gefüllt ist. Einstellungen sollen wohl auch ein wenig anders laufen
als das vernünftig wäre. Man soll sich so unterwürfig als Arbeitnehmer-
Untertan anbiedern, dass man leicht über den Tisch gezogen werden kann.
Die Firmen schieben einen Berg von Überstunden vor sich her, den sie
nicht bezahlen wollen. Also werden Lösungen gesucht die billiger sind
und die desolate Situation am Arbeitsmarkt ist nun die Konsequenz.
Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel sehen anders aus.
Für mich ist es nicht plausibel, dass Leute an der Einstellungspraxis in
übergeordneter Weise teilhaben aber ihnen das Fachwissen fehlt,
geeignete Bewerber zu erkennen. Ich möchte es auch stark bezweifeln,
dass Personaler weniger gut bezahlt werden als die Ingenieure in einem
Betrieb, was hier jemand behauptet hat - und umso weniger wenn man den
Beitrag zum Unternehmenserfolg miteinbezieht. Ohne Produktentwickler und
-verkäufer kein Betrieb - da kann der Personaler noch so gut sein.
Natürlich kenne ich die Behauptung, dass bspw. ein Psychologe einen
Bewerber besser einschätzen kann als ein Ingenieur (wobei das noch der
eher bessere Fall ist; es gibt ja alles mögliche an beruflichen
Hintergründen von Personalern). Und selbst wenn man das glaubt, dann
macht das immer noch nicht den zentralen Widerspruch wett, dass
Fachfremde Fachleute einstellen.
Andere Frage: Wieso leistet man sich eine Personalabteilung aus
Fachfremden wenn man sich auch Ingenieursstudenten auf 400 Euro-Basis
leisten könnte, die wirklich geeignete Bewerber vorselektieren könnten
und zugleich günstiger und flexibler wären? (Bei BWL-Bewerbern das
gleiche mit BWL-Studenten usw.).
Meine Hypothese ist die folgende:
Personalabteilungen wurden installiert durch die Macht der
Gewerkschaften um mehr Einfluss und Kontrolle in den Betrieb zu bekommen
(Teil der Verwaltung = mächtige Position). Sie sind politische
Einrichtungen, geschaffen durch Politik aber - dann wie so oft - gegen
den gesunden Menschenverstand, gegen markwirtschaftliche Sinnhaftigkeit
und zum Nachteil von Leistungsträgern wie uns operativen Ingenieuren.
Insofern sind ihre Bewertungskriterien für geeignete Bewerber ebenfalls
politisch motiviert um den Agenden von Gewerkschaft und Regierung
gerecht zu werden (z.B. Bevorzugung von Frauen, Minderheiten,
Migranten,... oder die Prognose, ob jemand das widersinnige System in
Frage stellen wird).
Schliesslich glaube ich, dass Verwaltungen, besonders jene aus dem
öffentlichen Dienst und in den Konzernen, exzessiv aufgeblähte
Einrichtungen sind als Ergebnis von Arbeitsbeschaffungsmassnahmen, was
ebenfalls die Gewerkschaften in Zusammenwirkung mit der Regierung, über
Jahrzehnte hinweg, forciert hat (beide haben das Interesse von wenigen
Arbeitslosen).
Denn was macht man mit jemandem der "Kommunikation" studiert hat? Man
muss ihm eine Stelle erfinden. Zum Beispiel eine in der
Personalabteilung.