Paar Zahlen zu Feinstaub, NOx und CO2

OP #5109291
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Henry G. schrieb:
> Typische Neidaussage [...] trotzdem ist es für mich völlig ok,
> wenn jemand mit seinem 400 PS Auto zur Arbeit fahren möchte,
> die zahlen ja ordentlich Steuern dafür.

Dem würde ich ebenfalls zustimmen, wenn es denn eine jährlich limitierte 
Energiemenge pro Kopf gäbe. Damit kann dann jeder heizen, fahren, 
fliegen oder seine private Rakete antreiben.

Leider ist dem nicht so, sondern jeder kann problemlos seine Unvernunft 
ausleben, wenn er nur gescheit was abdrückt (die zahlen ja ordentlich 
Steuern dafür).

Dann kann ich mir theoretisch einen A380 zulegen, jeden Tag 255 Tonnen 
Kerosin tanken und selbige in großen Höhen (wo es besonders schädlich 
ist) verblasen. Soll dann mal keiner kommen und rummotzen, denn erstens 
will ich halt nur leben und zweitens zahle ich doch ordentlich Steuern 
für den Unsinn.

Nebenbei: Bei dieser "privaten Nutzung" wäre das Kerosin tatsächlich zu 
versteuern. Das wären bei angenommenen 1 Euro/Liter eben mal schlappe 
328.540 Euro/Tag. Unser Finanzminister würde sich sicherlich auch über 
diesen Unsinn freuen.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5109353
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A. K. schrieb:
> bei den dicken Pötten auf dem Wasser. Da schnüffelt
> niemand am Auspuff.

Die Luft über viel befahrernen Wasserstrassen ist auch gut "gewürzt".

Deutsche Bucht, Skagen, Str. v. Dover.

Wer mal dort ist, sollte bei geringerem Wind mal auf den Horizont 
achten.
Die Luft hat einen deutlichen braunen Schleier.
Da ist regelrecht Smog über dem Meer.
#5109457
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Die größten Motoren der Welt, Schiffsdiesel, sind alle Zweitakter.
Und die laufen mit Abfall, der anders nicht zu gebrauchen ist - 
Schweröl.

Leider wird nur aus Kostengründen auf eine Abgasreinigung verzichtet, 
obwohl auf so einem Pott genügend Platz dafür wäre.

Gruß   -   Werner
OP #5109520
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Werner H. schrieb:
> Und die laufen mit Abfall ...

In den Zusammenhang wundert mich schon lange, dass bei der 
Erdölraffinerie nicht Unmengen an Abfall übrig bleiben. Scheinbar werden 
alle Produkte in genau den entstehenden Mengen benötigt.

Bei der Destillation von Rohöl erhält man 24% Benzin, 4% Kerosin, 21% 
Dieselkraftstoff bzw. leichtes Heizöl und natürlich eine Menge andere 
Kohlenwasserstoffverbindungen.

Mal angenommen, Diesel und Heizöl dürften künftig nicht mehr verwendet 
werden, dann bleibt Diesel und Heizöl sozusagen als Abfall übrig, denn 
es wird ja weiterhin Rohöl destilliert, um z.B. Benzin und Kerosin zu 
gewinnen.

Kann man Diesel/Heizöl eigentlich in Benzin oder Kerosin umwandeln ?
Falls ja, wäre dies auch wirtschaftlich möglich ?

Es gibt z.B. dieses Cracken, damit werden aber langkettige 
Kohlenwasserstoffe in kurzkettige Kohlenwasserstoffe gespalten. Am Ende 
erhält man Benzin, Diesel und leichtes Heizöl. Diesel und leichtes 
Heizöl wären allerdings wieder übrig.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5109530
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Gustav K. schrieb:
> Kann man Diesel/Heizöl eigentlich in Benzin oder Kerosin umwandeln ?
> Falls ja, wäre dies auch wirtschaftlich möglich ?

Du kannst alles in alles Umwandeln.
Alkane sind in der Chemie wie Legosteine.

Man kann mittlerweile hochkomplexe Eiweisse (Fleisch) künstlich 
herstellen.
Das wäre dann ein Wolkenkratzer zum Vergleich zu Legosteinen.

Wirtschaftlich - naja. hunderte Syntheseschritte.

aber Diesel in Benzin mittels Cracken ist kein Problem,
das wäre nur ein Verfahrensschritt.

Aufs reine Destillieren ist man aber schon lange nicht mehr angewiesen.
Gast #5109549
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A. K. schrieb:
> Paul B. schrieb:
>> Ich habe noch LKW mit 2 Takt Dieselmotor kennenlernen können:
>
> Zweitakt-Diesel sind auch heute noch aktuell, allerdings nicht auf der
> Strasse, sondern bei den dicken Pötten auf dem Wasser. Da schnüffelt
> niemand am Auspuff.

..das hat weniger was mit dem schnüffeln am Auspuff zu tun..2-Takt 
Diesel haben durch die Direkteinsprizung den Nachteil der üblichen 
Benziner nicht das Frischgas in den Auspuff gelangt. Die Dinger saugen 
ja nur Luft an und der Kraftstoff kommt über die Einspritzdüse.
Bei unvollständiger Spülung bleibt nur das was man bei 4-Taktern 
künstlich bewerkstelligt: Die Abgasrückführung.

Ergo: gegen einen 2-Takt Diesel ist eigentlich nichts einzuwenden, nicht 
umsonst sind Frachtschiffe meist mit Solchen ausgestattet, 
Passagierschiffe dagegen meist mit 4-Taktern, die bauen wohl höher, sind 
aber leiser..

Gruß,

Holm
Gast #5109553
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Gustav K. schrieb:
> Werner H. schrieb:
>> Und die laufen mit Abfall ...
>
> In den Zusammenhang wundert mich schon lange, dass bei der
> Erdölraffinerie nicht Unmengen an Abfall übrig bleiben. Scheinbar werden
> alle Produkte in genau den entstehenden Mengen benötigt.
>
> Bei der Destillation von Rohöl erhält man 24% Benzin, 4% Kerosin, 21%
> Dieselkraftstoff bzw. leichtes Heizöl und natürlich eine Menge andere
> Kohlenwasserstoffverbindungen.
>
> Mal angenommen, Diesel und Heizöl dürften künftig nicht mehr verwendet
> werden, dann bleibt Diesel und Heizöl sozusagen als Abfall übrig, denn
> es wird ja weiterhin Rohöl destilliert, um z.B. Benzin und Kerosin zu
> gewinnen.
>
> Kann man Diesel/Heizöl eigentlich in Benzin oder Kerosin umwandeln ?
> Falls ja, wäre dies auch wirtschaftlich möglich ?
>
> Es gibt z.B. dieses Cracken, damit werden aber langkettige
> Kohlenwasserstoffe in kurzkettige Kohlenwasserstoffe gespalten. Am Ende
> erhält man Benzin, Diesel und leichtes Heizöl. Diesel und leichtes
> Heizöl wären allerdings wieder übrig.

Du berichtest gerade von einem DDR Problem: Ich kann mich noch erinnern 
das ein Jugendforscherkollektiv in der DDR Presse in den Himmel gelobt 
wurde, weil sie ein neues Verfahren entwickelt hatten mit dem sich die 
sonst bei der Destillation anfallenden Reste weiter aufspalten und somit 
mehr Benzin für die sozialistische Volkswirtschaft erzeugen ließ.

Das war dann in meiner Erinnerung der Zeitpunkt an dem die Straßen 
anfingen zu verfallen weil es nicht mehr ausreichend Bitumen für 
Reparaturen gab.

Gruß,

Holm
OP #5109780
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● J-A V. schrieb:
> Du kannst alles in alles Umwandeln. Alkane sind in der Chemie wie Legosteine.

Gut zu wissen.

Da der Diesel nun ziemlich in Verruf geraten ist und aktuell auch der 
Steuervorteil beim Dieselsprit zur Disposition steht, wird wenigstens 
ein möglicher Überschuss nicht zum Abfallprodukt verkommen.

● J-A V. schrieb:
> Wirtschaftlich - naja.

Eben, das ist meist das zentrale Problem, siehe das Abfackeln von Gasen:

"Das freie Abfackeln nicht genutzter Gase beim Pipeline-Transport von 
Erdöl ist eine der Ursachen für die globale Erwärmung. Die Aufarbeitung 
und Nutzung der Gase wird allein aus wirtschaftlichen Gründen 
unterlassen."

https://de.wikipedia.org/wiki/Abfackelung#Umweltauswirkungen

Umweltschutz findet offensichtlich nur statt, wenn er sich lohnt.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #5110284
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Gustav K. schrieb:
> "Das freie Abfackeln nicht genutzter Gase beim Pipeline-Transport von
> Erdöl ist eine der Ursachen für die globale Erwärmung. Die Aufarbeitung
> und Nutzung der Gase wird allein aus wirtschaftlichen Gründen
> unterlassen."

liesst sich ein büsch'n so, als würde eine Nutzung des Gases
=Verbrenung im Kraftwerk oder als Antrieb kein CO2 freisetzen.

-Interessant formuliert.
#5111207
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Naja, wenn das Gas sinnvoll genutzt würde, dann würde es überwiegend 
einen anderen Brenn- oder Treibstoff ersetzen, der dann eben nicht 
(jetzt) verbrannt würde. Insgesamt wäre der CO2-Ausstoß bei sinnvoller 
Nutzung des Erdgases also schon geringer.

Aber natürlich ergibt die Verbrennung von Kohlenwasserstoffen immer CO2 
und Wasser....
OP #5112097
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Weiter oben zitierte ich: "Die Aufarbeitung und Nutzung der Gase wird 
allein aus wirtschaftlichen Gründen unterlassen."

Ich verstehe das so, dass die Aufarbeitung und Nutzung teurer wäre, als 
ein anderer vergleichbarer Energieträger bereits aufgearbeitet kostet. 
Damit ist es eben keine billige Energie und man fackelt das Gas ab, 
damit es weg ist.
OP #5133664
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Lars R. schrieb:
> Nichts ist technisch einfacher als die Anzahl der einfahrenden Autos
> (oder auch nur deren Größe/Gewicht) zu limitieren. Das ist aber nicht
> gewollt und nicht mehrheitsfähig. Stattdessen schaltet man zeitabhängig
> sogar die Gegenspuren für die Einfahrt frei.
>
> Man hätte zwar gern weniger Verkehr in der Stadt, aber keinesfalls soll
> sich dafür ein Unternehmen oder eine Einrichtung außerhalb der Stadt
> niederlassen.
>
> Deshalb machen die Städte nichts und rufen nach dem Bund, auf dass
> dieser alle beschränke.

Scheint tatsächlich genau darauf hinauszulaufen: Gestern sagte Fritz 
Kuhn (OB Stuttgart) in der Tagesschau: "Wichtig ist auch, dass wir klare 
ordnungsrechtliche Rahmenbedingungen des Bundes brauchen, blaue 
Plakette ..."

Ich ahnte es schon länger: Obwohl ich in der Großstadt nichts verloren 
habe, werde ich am Ende meinen Topp erhaltenen Youngtimer nicht mehr 
nutzen können. Ist zwar ein Benziner, hat aber nur D3. Das ist zwar nur 
einen Tick unter Euro3 - knapp vorbei ist aber auch daneben.
Gast #5134232
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● J-A V. schrieb:
> ab wann greift denn ein "Bestandsschutz"?
>
> den alten Unimog eines Nachbarn bekommt man auch nicht weg.
> der darf die ganze Gegend einräuchern,
> bis man sogar einen Ölfilm auf dem Gartenteich hat.
>
> hier kam von behördlicher Seite ebendiese Begründung zurück.

Du hast einen Ölfilm auf dem Gartenteich wegen dem Unimog des Nachbarn?
So einen Nachbarn wie Dich habe ich Gott sei dank nicht, nur einen 
Umweltfuzzi der Oberförster ist und Sonntags mit dem Hochdruckreiniger 
seine Karren wäscht...

Gruß,

Holm
#5134834
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Mir war noch in Erinnerung, dass wir im THW auch Zweitakter hatten:
https://de.wikipedia.org/wiki/DKW_Munga
aber das war ein Ottomotor.

https://de.wikipedia.org/wiki/Zweitaktmotor#Diesel-Zweitakter
"Das unkultiviert klingende Leerlaufgeräusch des Zweitakters"

Als Schiffsdiesel soll er den besten Wirkungsgrad haben.
"da die Abgasemissionen in der Schifffahrt bis heute kaum gesetzlich 
reguliert sind"

(hab jetzt erst gesehen, Pauls Beitrag zu Zweitakt-LKWs stand als 
letztes auf Seite 1, darauf wollte ich antworten, hier ging es ja noch 
weiter)

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