Immer wieder wird einem geraten als Student/Azubi etc. eigene Projekte zu dokumentieren, um bei der Bewerbung etwas praktisches vorzeigen zu können. Nun denke ich, dass manche meiner Projekte durchaus vorzeigbar wären, aber ich hab keine Ahnung, was mit Dokumentation gemeint ist. Klar gibt es vereinzelte Hand-"Zeichnungen", Schaltpläne, Layouts, CAD-Modelle, Quellcodes etc., aber ich wüsste nicht, wie und wann man so etwas in einen Bewerbungsprozess einfließen lassen könnte. Ich kann ja schlecht beim Bewerbungsgespräch ungefragt irgendein Gerät auf den Tisch stellen, oder doch? Die Situation stelle ich mir komisch vor. Als reiner Softwareler war das einfacher, da konnte man im Anschreiben einfach ein Projekt nennen und wer Interesse an mir hatte, hat sich das auf GitHub o.ä. angeschaut und mich im Bewerbungsgespräch darauf angesprochen oder es eben sein lassen.
mensch schrieb: > Klar gibt es vereinzelte Hand-"Zeichnungen", Schaltpläne, Layouts, > CAD-Modelle, Quellcodes etc., aber ich wüsste nicht, wie und wann man so > etwas in einen Bewerbungsprozess einfließen lassen könnte. Als ich im Bewerbungsgespräch das Gefühl hatte, jetzt ist eh alles verloren, habe ich genau das gemacht (den Ordner mit den Skizzen rausgezogen) - und die Stelle bekommen.
Ich habe zu meinen Projekten immer eine Powerpoint Präsentation gemacht von etwa maximal 10 Seiten, diese ausgedruckt und zu den Vorstellungsgespräch mitgenommen. In der Präsentation kamen dann Bilder von meiner Hardware, Prinzipschaltungen und ähnliches rein. Als ich nach meinen bisherigen Erfahrungen gefragt,wurde habe ich die ausgedruckte Präsentation vorgelegt und anhand der Seiten dann meine Projekte vorgestellt. Diese Vorgehensweise kam immer gut an.
Zum Einen kannst du Projekte im Anschreiben erwähnen. Bei den Bewerbungen direkt nach dem Abschluss habe ich der Bewerbung noch eine Übersicht "Arbeiten und Projekte" beigelegt, in der die Studienarbeiten und Diplomarbeit sowie ein privates Elektronikprojekt dargestellt werden. Jeweils auf einer halben Seite mit Bild und stichpunktartiger Beschreibung. Obs was bringt, keine Ahnung. Auf jeden Fall nicht zu viel reinpacken, d.h. auf ein Elektronikprojekt beschränken. Genauso, wenn vorhanden nur eine Anwendungssoftware und nur eine mechanische Konstruktion etc. Halt jeweils das mit dem besten Ergebnis. Vorzeigbar muss es natürlich sein, das ist klar.
mensch schrieb: > Ich kann ja schlecht beim Bewerbungsgespräch ungefragt irgendein Gerät > auf den Tisch stellen, oder doch? Doch, kannst du. Wenn sich die Situation nicht von selbst ergibt, kannst du mit den Worten "Ich möchten ihnen noch etwas zeigen" dein Projekt auf den Tisch stellen. Ich habe schon jemanden gehabt, der hat eine kleine Lochraster-Platine mit einer selbst gebauten DCF77-Uhr aus der Tasche gezogen. Das ist jetzt kein ausgefallenes Projekt, sondern ein Me-Too-Projekt, aber hat trotzdem etwas Eindruck geschunden. Wovon ich persönlich bei Me-Too-Projekt abraten würde sind Arduino-Projekte. Da wird einfach zu viel kopiert und der Arduino-Ansatz baut auf dem Vermeiden von Lernen und Versehen auf. Mit Arduino wäre man bei mir raus. Mit Raspberry Pi müsste es was sein, was aus dem üblichen Einheitsbrei heraus sticht. Es muss aber kein Gerät sein. Ein Student zog letztens auf die Fragen nach Projekten und Programmiersprachen sein Android-Handy hervor und zeigte eine App die er programmiert hatte. Das war auf dem kleinen Bildschirm ein bisschen blöd, aber hat ihm trotzdem Pluspunkte eingebracht. Nicht zuletzt, weil er Detailfragen zur App beantworten konnte (eine App vorzeigen kann schließlich jeder). Ein paar ausgedruckte Screenshots oder so etwas: Robert M. schrieb: > Ich habe zu meinen Projekten immer eine Powerpoint Präsentation gemacht > von etwa maximal 10 Seiten, diese ausgedruckt und zu den > Vorstellungsgespräch mitgenommen. wären noch besser gewesen, aber alles besser als gar nichts.
Was ich vergessen habe, bitte keine Butterdosen oder Tupperware als Gehäuse. Dann lieber nackt.
Wenn jemand alles schön aufbereiten will könnte er vielleicht eine Wordpress Seite nehmen? Dokuwiki (verwende ich zur eigenen dokumentation) könnte auch gehen, wirkt hald nicht so sauber und sieht direkt nach einem wiki aus.
Beitrag #5095807 wurde von einem Moderator gelöscht.
Jack schrieb: > Wovon ich persönlich bei Me-Too-Projekt abraten würde sind > Arduino-Projekte. Da wird einfach zu viel kopiert und der Arduino-Ansatz > baut auf dem Vermeiden von Lernen und Versehen auf. Hi, damit hast du das bestätigt, was ich die ganze Zeit gedacht habe. Zum Glück arbeite ich an Nicht-Arduino Projekten und werde sie nach dem Master Studium mit in die Bewerbung nehmen. LG
> Als reiner Softwareler war das einfacher, da konnte man im Anschreiben > einfach ein Projekt nennen und wer Interesse an mir hatte, hat sich das > auf GitHub o.ä. angeschaut Diese Meinung würde ich genau so zum Besten geben, gerade während eines VG. GitHub (generell Versionierungssysteme mit Web-Frontend) ist ja klar und ausschliesslich nur für reine SW-Erzeugnisse...
Cerberus schrieb im Beitrag #5095807: > Jack schrieb: >> Dann lieber nackt. > > Mit herunter gelassenen Hosen bewerben reicht wohl nicht? > Dich sollte man so durchs Dorf prügeln. Ihr seit doch so was > von abartig. Kein Wunder, dass die Leute verrückt spielen > und Amok laufen. Bin schon gespannt, wann der nächste Fall > kommt. Es kann ja sein, daß ich mich irre, mir kam es aber so vor als meinte der Platine soll nackt sein, nicht der Bewerber. Ansonsten: Ich hab bei Bewerbungsunterlagen immer ein Foto einer Lochrasterkarte (AVR-Testboard) beigelegt, und eine PDF mit einem 3D-Modell einer Platine (insgesamt waren es fünf) oder Bilder davon mitgeliefert. Im Bewerbungsgespräch dann das Teil rausgezogen und rumgegben-bei den Ings im Vorstellungsgespräch schindet das Eindruck, dem Personaler sagt das in den Bewerbungsunterlagen mehr als das Anschreiben. Wenn ich schreibe daß ich C und Java kann sagt das dem Personaler eher wenig, außer es steht in seiner Kriterienliste. Sieht er das Bild von der Platine weiß er "Ah, sowas machen wir doch auch..." und kann das zumindest unter "Kann was" einordnen. Ansonsten ist es als Ing nie verkehrt, was zum Anschauen/Anfassen mitzubringen, außer es geht um 20 Jahre BE oder so. Ich hab zu Arduino zwar eine sehr eindeutige Meinung, hätte aber nicht gedacht daß das in einem VG schon so schlecht ankommen kann.
Wühlhase schrieb: > Ich hab zu Arduino zwar eine sehr eindeutige Meinung, hätte aber nicht > gedacht daß das in einem VG schon so schlecht ankommen kann. Das kommt es nur, wenn man es Arduino und nicht atmega328p nennt. Ein Arduino KANN auch mit normalen C programmiert werden, und es kann je nach Aufgabenstellung sinnvoll sein einen zu benutzen. Lieber einen Softwerker, der seine Thesis innerhalb der Zeit mit einem Arduino abgeschlossen hat, als jemanden der ueber ein Jahr planungslos ueberzogen hat und jetzt "super erfahren ist". Diese AppNotes-Spielereien der meisten Studenten haben ohnehin kaum was mit realer HW Entwicklung zutun.
Realist schrieb: > Ein Arduino KANN auch mit normalen C programmiert werden, und es kann je > nach Aufgabenstellung sinnvoll sein einen zu benutzen. Ack. Es kommt eben immer darauf an, wofür man sich bewirbt. Einen HW Entwickler der eine Arduino Spielerei auf den Tisch legt würde ich sofort raus werfen. Geht es um eine Softwerker Stelle ist das vielleicht etwas Anderes - dann sollte man allerdings auch den Quellcode veröffentlichen. Ich habe im CV meine Arbeitserfahrung, Abschlussarbeiten und Projekte im PDF verlinkt. Mein Serverlog sagt mir, dass zumindest eine Person auf meiner Seite rumgesurft ist und sich die Masterarbeit runtergeladen hat... Es hat offenbar etwas gebracht, denn ich wurde eingestellt :)
Daniel schrieb: > Als ich im Bewerbungsgespräch das Gefühl hatte, jetzt ist eh alles > verloren, habe ich genau das gemacht (den Ordner mit den Skizzen > rausgezogen) - und die Stelle bekommen. Echt Bob? Das ist ja UUUNglaublich!!!
mensch schrieb: > Immer wieder wird einem geraten als Student/Azubi etc. eigene Projekte > zu dokumentieren, um bei der Bewerbung etwas praktisches vorzeigen zu > können. WER rät einem sowas?
Realist schrieb: > Das kommt es nur, wenn man es Arduino und nicht atmega328p nennt. Ein > Arduino KANN auch mit normalen C programmiert werden, Ich kann es echt nicht mehr hören. Arduino ist NICHT eine Hardware mit Controller. Arduino IST das Gesamtpaket und standardisierter Hardware und dem Softwareframework + IDE. Wenn also jemand einen ATmega ohne dieses Framrwork programmiert, ist es egal auf welcher Platine er es tut, es hat NICHTS mit Arduino zu tun. Und wir wissen alle dass Arduino Nutzer das nicht können, darum nutzen sie das Gesamtpaket. Also BITTE BITTE BITTE (mit extra Zuckerguss) erspart euch in Zukunft so eine Unsinns Aussage und vermeidet es euch derart der Lächerlichkeit preiszugeben. > WER rät einem sowas? Keine Ahnung, es ist aber auf jeden Fall sinnvoll, WENN es eigene Projekte sind welche in HW und SW stimmen. Und nicht die Millionste Arduino Uno Platine + 5 Sparkfun Boards mit Jumperwires verbandelt um damit "selbst" eine Binäruhr mit DCF und SMS Funktion zu "bauen".
Wer glaubt seine mehr oder weniger peinlichen Basteleien (egal ob mit oder ohne Arduino) sind entscheidend im Bewerbungsgespräch glaubt auch an den Weihnachtsmann. Da kämpft man sich jahrelang durch ein Studium, kämpfte z.B. mit theoretischer E-Technik, theoretischer Informatik,... die Personaler sind alle skeptisch und dann zaubert man DEN Joker aus dem Zylinder: ne DCF-Uhr und alle fallen um vor diesem wahnsinns Projekt und ohne Arduino. Studium, Noten, Abschlussarbeit - alles unwichtig wenn ihr ne verbrannte Lochrasterplatte mit ner Schaltung aus den 80ern präsentiert und auch noch selbst gelötet, ohne Brandblasen 11elf1!°!!11 LÖL, wer glaubt denn so einen Schwachsinn? Sind wieder die Kinder unterwegs? Ach ja sind ja Ferien....
Für Quereinsteiger ist das vielleicht was. Und ob Leute mit einem Studium in einem bestimmten Fach was drauf haben ist auch nicht sicher. Es gibt da genug die extrem viel auswenig lernen und daher gute Noten haben. Falls ich mich irgendwann doch noch bewerben muss werde ich auf jeden Fall meine Hobbyprojekte mit einbringen.
Hallo Chawoma. Cha-woma M. schrieb: >> Immer wieder wird einem geraten als Student/Azubi etc. eigene Projekte >> zu dokumentieren, um bei der Bewerbung etwas praktisches vorzeigen zu >> können. > > WER rät einem sowas? Mir z.B. die Berater vom Arbeitsamt, aber auch einige Leute, bei denen ich zum Vorstellungsgespräch war, haben mir dazu geraten. Motto: "Da sie keine relevanten Berufserfahrungen haben, könnte das recht sinnvoll sein". Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic http://www.l02de
Ich denke, für manche Bewerbungsgespräche mit der Fachabteilung können solche Basteleien sehr beeindruckend und Job-fördernd sein. Für die Personal-Referentin hat das keine Bedeutung, die beachtet nur die anerkannten Abschlüsse (Uni, Abi), alles andere ist für sie "Hobby" und hat mit dem Beruf nichts zu tun.
Harald Glööööckler empfiehlt schrieb: > Da kämpft man sich jahrelang durch ein Studium, kämpfte z.B. mit > theoretischer E-Technik, theoretischer Informatik,... Ja nur nützt das dem AG recht wenig, wenn du am Ende kein Produkt daraus zaubern kannst. Und mit einem vorzeigbaren Projekt, zeigst du dass du eben am Ende des Tages auch tatsächlich etwas funktionierendes zustande bringst, mit entsprechenden Tools Erfahrung hast usw. usw. Studium ist nur ein notwendiges, aber kein hinreichendes Kriterium für einen guten Job.
Harald Glööööckler empfiehlt schrieb: > Da kämpft man sich jahrelang durch ein Studium, kämpfte z.B. mit > theoretischer E-Technik, theoretischer Informatik,... die Personaler > sind alle skeptisch und dann zaubert man DEN Joker aus dem Zylinder: ne > DCF-Uhr und alle fallen um vor diesem wahnsinns Projekt und ohne > Arduino. Studium, Noten, Abschlussarbeit - alles unwichtig wenn ihr ne > verbrannte Lochrasterplatte mit ner Schaltung aus den 80ern präsentiert > und auch noch selbst gelötet, ohne Brandblasen 11elf1!°!!11 Also, entweder du hast meine Frage nicht gelesen oder das ist deine Definition von vorzeigbar. Danke an alle für ihre Meinungen zu dem Thema, ich les fleißig mit.
mensch schrieb: > Ich kann ja schlecht beim Bewerbungsgespräch ungefragt irgendein Gerät > auf den Tisch stellen, oder doch? Die Situation stelle ich mir komisch > vor. Manchmal wird man auch direkt gefragt was mitzubringen. (War jedenfalls bei mir schonmal so) Was es aber öfters gibt ist die Aufforderung schon beim Bewerbungsschreiben eine Projektmappe mitzusenden. Da kann man dann seine Projekte mit einer kurzen Beschreibung aufzählen. Wenn man einmal so ein Ding anfertigen musste, so kann mans ja imemr wieder mitschicken. Ansonsten hilft immer eine Webseite, da dokumentiert man dann alles wenn das projekt fertig ist (oder währenddessen) und man hat so seine eiegne INfo Quelle. Irgendwann vergisst man sonst was.
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