Moin,
für ein Akkupack benötige ich eine Diode, die ca. 175 Ampere schalten
kann, bei Spannungen bis maximal 450 Volt.
Die Diode wird benötigt, weil der Akku nur ein Backup ist und die
normale, am Verbraucher parallel angeschlossene Quelle den Akku nicht
laden soll. Ein Trennrelais scheidet aus, wegen der
Schaltgeschwindigkeit. Natürlich möchte ich die Verlustleistung über
diese Diode so gering wie möglich halten, schon alleine aus
Wärmeabfuhrgründen.
Wie würdet ihr das Problem lösen? Virtuelle Diode über MOSFET? Welche
Bauteile wären geeignet?
Hallo,
liegt die Schaltgeschwindigkeit nicht nur im ms Bereich ?
Dioden mit ca 175 Watt Verlustleistung kenne ich nicht.
Ich habe welche mit 30A bei 1V Diodenflussspannung.
Karl M. schrieb:> Dioden mit ca 175 Watt Verlustleistung kenne ich nicht.>> Ich habe welche mit 30A bei 1V Diodenflussspannung.
Erstens geht es um 175 Ampere und nicht Watt!
Zweitens gibt es genügend Dioden mit deutlich mehr als 175 A.
Drittens: Nach deiner Logik dürfte es die von dir behaupteten 30 A
Dioden nicht geben, denn ich habe welche mit 300 mA.
Hallo
Solche Dioden gibt's schon z.B. MPKB2CA100U60 oder größer. Bei so hohen
Strömen ist die Durchlassspannung auch schon eher im Bereich um 1,6V.
Das schraubt die Verlustleistung dann schon auf knapp 300W. Also wenn es
darauf ankommt, wobei das im Verhältnis zur Last mit knapp 80 kW dann
auch nicht soooo viel ist, dann eben doch was aktives.
Gruß Ulf
Route 6. schrieb:> Erstens geht es um 175 Ampere und nicht Watt!
Bei 1V Diodenflussspannung, die bei derart hohen Spannungen und
Strömen wohl durchaus typisch sind, macht das keinen Unterschied.
> für ein Akkupack benötige ich eine Diode, die ca. 175 Ampere schalten> kann, bei Spannungen bis maximal 450 Volt.
Es geht also um einen Verbrauchee mit bis zu 79 tausend Watt!
Mit sowas macht man keine Experimente. Allein der versuch, hier Hilfe zu
suchen ist in diesem fall schron grob fahrlässig.
Mach erstmal eine Ausbildung zum Energieanlagen-Elektroniker. Danach
brauchst du auch nicht mehr zu fragen.
Hallo,
wie schon richtig zitiert, ich kenne keine Diode für 175A Leistung.
Mein Logik ist so gar mit einem Diplom belegt..
Es handelt sich um die RHRG3060CC im TO-247 Gehäuse.
Sie würde vor vielen Jahren in Hochstromnetzteilen eingesetzt.
Man Beachte: VF im Datenblatt:
http://www.mouser.com/ds/2/149/RHRG3060CC-244170.pdf
Dies hatte ich auf die aktuelle Anforderung übertragen.
Bei sehr guten VF=1V @175A @25°C, fallen halt 175Watt an Verlustleistung
an.
Route 6. schrieb:> Karl M. schrieb:>> Dioden mit ca 175 Watt Verlustleistung kenne ich nicht.>>>> Ich habe welche mit 30A bei 1V Diodenflussspannung.>> Erstens geht es um 175 Ampere und nicht Watt!> Zweitens gibt es genügend Dioden mit deutlich mehr als 175 A.> Drittens: Nach deiner Logik dürfte es die von dir behaupteten 30 A> Dioden nicht geben, denn ich habe welche mit 300 mA.
Horst schrieb:> für ein Akkupack benötige ich eine Diode, die ca. 175 Ampere schalten> kann, bei Spannungen bis maximal 450 Volt.
Wenn du das HIER fragen musst, dann gute Nacht. Finger weg, sag ich da
nur.
Ich persönlich würde ja über eine aktive Lösung nachdenken, weil die
200+ Watt an Verlusten müssen ja irgendwo hin.
Wasweisich, ein Schütz, oder eine "ideale Diode" mit MOSFET oder so.
Humdideldum schrieb:> weil die> 200+ Watt an Verlusten müssen ja irgendwo hin.
Und das ist seit wann ein Problem?
CPUs in Computern werden mit 150W TDP und mehr angegeben. Dafür gibt es
fast unhörbare Kühlkörper. Bei 79 kW Verbraucherleistung wird vermutlich
ein lauter Lüfter, eine Wasser oder gleich eine Stickstoffkühlung doch
wohl drin sein.
Spätestens bei einer Stickstoffkühlung sind die 200 Watt aber sowas von
furzegal.
Harald W. schrieb:> Bei 1V Diodenflussspannung, die bei derart hohen Spannungen und> Strömen wohl durchaus typisch sind, macht das keinen Unterschied.
Du hast es nicht begriffen.
Dem TO geht es um die Vermeidung von solch großen Verlustleistungen bei
175 A!
Horst schrieb:> Ein Trennrelais scheidet aus, wegen der> Schaltgeschwindigkeit. Natürlich möchte ich die Verlustleistung über> diese Diode so gering wie möglich halten, schon alleine aus> Wärmeabfuhrgründen.
Was spricht dagegen, eine Diode einzubauen, die im Fall der Fälle den
Strom kurzzeitig übernimmt und diese dann mit einem Geeigneten Relais zu
überbrücken? Ob dieses dann in 10 ms oder 500 ms schaltet ist dann
relativ egal, die Wärmeentwicklung in den Dioden ist in diesem
Zeitbereich auch nicht allzu problematisch.
Ich fürchte das scheitert letzlich am Geld. Dioden sind so billig,
selbst mit dickem Kühlkörper ist das kleines Geld.
DC Schütze sind leider nicht ganz billig.
Mosfet mit Controller für ideale Diode geht im Prinzip schon. Das sind
dann aber schnell mal 40Stk. TO247 parallel wenn sich das mit der
kleineren Verlustleistung lohnen soll. Bauteile, Leiterplatte, alles was
so beim testen kaputt kaputt macht: ca. 700,- fürs Material. Da du das
nötige Wissen nicht selbst hast ist das gemessen an den Kosten für
jemanden ders macht leider nur ein kleiner Teil.
Für einen Wirkungsgradgewinn im Promille Bereich ist das alles wohl
nicht sinnvoll.
viel Erfolg und halt uns auf dem Laufenden
hauspapa
hauspapa schrieb:> DC Schütze sind leider nicht ganz billig.
Der Schütz schaltet ja fast spannungsfrei. Und deshalb reichen dort
sicher geringere Anforderungen aus...
Die Idee mit dem Schütz ist super, hat allerdings ein Problem.
Funktion der Diode ist ja nicht nur, dass das Akku-Backup "nahtlos"
einspringt. Genauso nahtlos sollte die Anordnung auch sperren, wenn die
Hauptquelle wieder zur Verfügung steht. Wenn der Akku schon deutlich
entladen ist, würde die Haupt-Stromversorgung sonst einen ordentlichen
Ladestrom in den Akku quetschen. Unter diesen Bedingungen muss das
Relais dann unter hoher Last abschalten. Deswegen dürften die
Anforderungen doch nicht so gering sein. Es bleibt dann auch die Frage
der Ansteuerung mit hoher Zuverlässigkeit.
Vielleicht ist eine normale Hochstromdiode doch das Mittel der Wahl,
auch wenn die Verlustleistung absolut gesehen eher unhandlich ist.
Prozentual gesehen spielt sie keine Rolle.
Horst schrieb:> Unter diesen Bedingungen muss das> Relais dann unter hoher Last abschalten
Und das auch noch DC!!
Kauf dir einen Tesla und schau mal nach was da so verbaut ist.
Georg
Georg schrieb:> Kauf dir einen Tesla und schau mal nach was da so verbaut ist.
Das kann man dann rausbauen und anschliessend den
Tesla wegen nichtfunktion zurückgeben. :-)
Man kann MOSFETs, wie alle anderen Bauteile, zur Erhöhung der
Spannungsfestigkeit in Serie schalten. Dann noch 175A drüberzujagen ist
keine große Sache. Allerdings macht das keiner, weil es ja auch noch
Thyristoren und IGBTs gibt. Ich stehe allerdings auf seiten derer, die
Qualifikation fordern. 450V und 175A schmelzen ziemlich dicke
Kupferstreifen. Das möchte man nicht reflexhaft mit der Hand fangen.
Vielleicht hilft es dem Ein oder Anderen, die geforderte Schaltzeit in
ein di/dt umzuwandeln und mit einer irgendwie gearteten
Anschlussinduktivität den Überschwinger auf den 450V abzutragen. Nur
falls man an MOSFETs und ordentliche Treiberströme für ns-Abschaltung
denkt. (50cm Zuleitung je Pol in 16mm² gibt auch 'ne ordentliche
Luftspule.)
Update: Pufferkondensator für die Überbrückung im Schaltmoment nicht
vergessen! Der will auch mitschwingen.
Kleine Anekdote bzw. Aufforderung zum Besuch: wer ein Ausbesserungswerk
für Schienenfahrzeuge mit Oberleitung in der Nähe hat, sollte sich mal
die Schaltanlage für die interne Zuleitung anschauen. Da schmelzen 5mm
dicke Kupferschienen problemlos, wenn der Antrieb mal von jetzt auf
gleich keine Energie mehr abnimmt.
Horst schrieb:> für ein Akkupack benötige ich eine Diode, die ca. 175 Ampere schalten> kann, bei Spannungen bis maximal 450 Volt.
Hallo, nur mal neugierig gefragt: Wofür braucht man sowas? Ich meine,
Was für ein Gerät braucht einen Akkupuffer in dieser Größenordnung?
Danke und viel Erfolg. Rainer
Der Andere schrieb:> Klingt für mich irgendwie nach Selbstbausolaranlage mit Speicher.> 70kW ist aber schon ziemlich reichlich!
Na, raten ist doch keine Option. Wenn ich eine Solaranlage mit diesen
Daten hätte, dann hätte ich mit Sicherheit auch das notwendige
"Drumherum". Also bräuchte ich auch sicher keine separate Diode, wo auch
immer.
Also: mit nem Kotflügel kann man nicht fliegen! Taxi Knosowski...
Rainer
Horst schrieb:> Die Diode wird benötigt, weil der Akku nur ein Backup ist und die> normale, am Verbraucher parallel angeschlossene Quelle den Akku nicht> laden soll
Was für ein Gewurstel...seit wann entlädt eine Quelle ihre
Lebensversicherung?
Scheint getrolle zu sein...schade.
Rainer V. schrieb:> Was für ein Gewurstel...seit wann entlädt eine Quelle ihre> Lebensversicherung?> Scheint getrolle zu sein...schade.
Lies noch mal genau: Da steht nix von "entladen" ;)
Und eine Quelle kann schon einen Akku entladen, wenn z.B. ihre Spannung
unter die des Akkus fällt...aus welchen Gründen auch immer ;)