Man muss in Windows zwischen "Shortcuts" (auch "Shell Links" und auf
deutsch "Verknüpfungen" genannt) und "Symbolic Links" unterscheiden.
Shortcuts sind gewöhnliche Dateien in einem speziellen Format, die von
einigen wenigen Programmen (bspw. dem Explorer) wie symbolische Links
interpretiert werden. Mit Hilfe des Explorers generierte Shortcuts sind
m.W. immer absolut, obwohl das Dateiformat auch relative Pfade vorsieht:
https://msdn.microsoft.com/en-us/library/dd871305.aspx
Mit einem geeigneten Tool kann man also möglicherweise auch relative
Shortcuts erzeugen.
softlink schrieb:
> Man kann mithilfe eines Tools bestehende Links vom Pfad her
> "umbiegen". Das würde mir reichen.
>
> Habe da was gefunden, aber noch nicht ausprobiert. Sieht soweit
> jedoch gut aus.
Vielleicht hast du da genau so eines gefunden.
Echte Links hingegen, wie sie auch in Unix/Linux üblich sind, gibt es im
User-Mode erst seit Windows Vista. Sie lassen sich mit mklink erzeugen,
wahlweise symbolisch (m.W. auch relativ) oder hart:
https://technet.microsoft.com/de-de/library/cc753194(v=ws.10).aspx
Der Vorteil dieser Links liegt darin, dass sie bereits auf Filesystem-
Ebene interpretiert werden, so dass sie im Gegensatz zu Shortcuts in
Anwendungsprogrammen auch dann funktionieren, wenn diese nicht speziell
darauf vorbereitet sind.
Das gilt allerdings auch für die meisten Kopier-Tools (bspw. Explorer
und COPY-Befehl in der Kommandozeile), bei denen die Links deswegen
immer dereferenziert werden, so dass sie in der Kopie durch die jeweils
entsprechende Datei ersetzt werden. Das möchte man normalerweise
(insbesondere bei relativen Links) nicht.
Leider hat es Microsoft bei der Einführung bzw. der allgemeinen Freigabe
der symbolischen Links versäumt, den Explorer und den COPY-Befehl
entsprechend anzupassen. Auch drei Windows-Generationen später ist m.W.
immer noch nichts in dieser Richtung geschehen (die "Kacheln" waren wohl
viel dringlicher ;-)).
XCOPY scheint derzeit das einzige Standard-Windows-Tool zu sein, das
Links wahlweise (mit der Option /b) direkt kopieren kann:
https://technet.microsoft.com/de-de/library/cc771254(v=ws.10).aspx
Da somit jede der beiden Alternativen (Shortcuts und symbolische Links)
entscheidende Nachteile hat, muss man halt immer diejenige wählen, mit
der man noch am ehesten leben kann. IMHO sind symbolische Links meistens
die bessere Wahl, aber man muss beim Kopieren aufpassen, dass man das
richtige Tool mit den richtigen Optionen verwendet.
Markus schrieb:
> Soetwas funktioniert noch nichtmal unter Linux
Wie kommst du darauf? Relative symbolische Links sind in Unix seit über
30 Jahren möglich und werden auf breiter Basis genutzt (bspw. im
Zusammenhang mit shared Objects). Linux hat dieses Feature von Anfang an
übernommen. Nur diesen völlig überflüssigen Shortcut-Unfug gab es dort
IMHO noch nie ;-)