Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Fake Schottkys?


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von eber (Gast)


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Auf vielen Fernostplatinchen findet man erstaunlich kleine SS34 (3A 40V) 
Dioden, zufälligerweiße genauso groß wie die echte 1A Variante.

Was steckt dahinter? Lohnt sich das Falsch- bzw. Umgravieren wirklich?

von Mark S. (voltwide)


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Schon mal in aktuelle Datenblätter von Vishay oder Bourns geschaut?

von eber (Gast)


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Jawohl.
Die, die ich finde sagen für die 3A Reihe DO-214AB also ca. 6x7mm und 
für die 1A Reihe DO-214AC, also 2,5x4mm

Ich habe hier eine Schottky mit 2,5x4mm, auf welcher SS34 steht.

von Hp M. (nachtmix)


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eber schrieb:
> Ich habe hier eine Schottky mit 2,5x4mm, auf welcher SS34 steht.

Gleiches Marking auf einem anderen Gehäuse bezeichnet öfter mal ein 
unterschiedliches Bauteil.
Das ist nun einmal so, seit der Platz auf den Bauteilen nur noch für 
wenige Zeichen reicht.

Hier sieht es aber so aus, als ob das ganz offiziell eine 3A-Diode im 
SMA-Gehäuse ist: http://www.sunrom.com/p/ss34-smd-3a-schottky-diode

I.W. ist die Wahl des Gehäuses eine Frage der Wärmeabfuhr über die 
Anschlüsse bzw. des thermischen Widerstands.
Die geringere Breite der Anschlüsse des SMA-Gehäuses wird teilweise 
durch deren geringere Länge kompensiert.
Evtl. hat der Hersteller auch ein dickeres Material dafür verwendet oder 
einen dünneren Si-Chip.
Auch eine höhere zulässige Chiptemperatur kann helfen die Daten zu 
erreichen.

Bei diesen SMA-Dioden wird die maximal zulässige Sperrschichttemperatur 
mit 125°C angegeben, der Wärmewiderstand mit 10°C/W, die Temperatur der 
Anschlüsse mit 95°C.
Bei den entsprechenden Typen von Vishay im SMC-Gehäuse
http://www.vishay.com/docs/88751/ss32.pdf
liegt die zulässige Sperrschichttemperatur sogar bei 150°C, aber der 
Wärmewiderstand wird mit bescheidenen 17°C/W genannt.
Allerdings sind die Bedingungen evtl. nicht 1:1 vergleichbar.

Wenn man genau hinsieht, endeckt man aber einen wirklichen Unterschied:
Die grosse Diode darf die 3A bis zu einer Temperatur der Anschlüsse von 
120°C liefern, während es bei der kleinen Diode nur 95°C sind.

Die SMC-Diode ist also einfacher zu kühlen, bzw. die kleine SMA-Diode 
schafft bei 120°C nur noch 0,5A!

Im Datenblatt von Motorola (ON, Fairchild)
http://www.onsemi.com/pub/Collateral/SS39-D.pdf
kann man sehen, dass die "echte" SS34 diese 120°C bei einer 
Umgebungstemperatur von von 75°C erreicht.


P.S.:
Die SS34 von Vishay ist mit S4 markiert ;-)

: Bearbeitet durch User

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