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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Relaisschaltung mit Attiny 85


Autor: Olli Kier (Gast)
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Hallo.
Ich bin Anfänger in diesem Bereich und wurschtel mich gerade durch die 
ersten Projekte. Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich diverse Termini ( 
noch ) nicht korrekt anwenden kann.

Projektbeschreibung
Ich versuche gerade eine simple Bewässerungssteuerung für meine 
Zimmerpflanzen mittels eines Attiny 85, einem Moisture Sensor, einem 
Relais und einer kleinen Pumpe zu realisieren.

Als Relais kommt ein Kemo B197 ( 
https://www.conrad.de/de/relaiskarte-bausatz-kemo-... 
) zum Einsatz.

Ergänzende Bemerkung
Die Spannung liegt derzeit bei 5V. Ich hatte überlegt, ob ich den Attiny 
mittels eines Spannungsteilers an 12V hänge, da das Relais eigentlich 
auf 12V ausgelegt ist und durch den Widerstand R3 ( im Fritzing 
außerhalb des Breadboards angedeutet ) die 5V nicht mehr ausreichen, um 
das Relais zu schalten. Ich habe den R3 dementsprechend weggelassen und 
das Relais schaltet nun auch beim Anlegen von 5V. Der Transistor und die 
zwei anderen Widerstände sind die, die bei dem Relais schon dabei sind.

Ich habe hier im Forum vorher schon gesucht und folgenden Artikel 
gefunden: 
https://www.mikrocontroller.net/articles/Relais_mi...

Hier wurde von einer Freilaufdiode gesprochen, die ich, wie im Fritzing 
zu sehen, ebenfalls bereits eingebaut habe. Desweiteren habe ich den 
RESET Pin des Attiny mittels Widerstand an VCC geklemmt ( nicht im 
Fritzing zu sehen. Hab ein bisschen experimentiert ).

Pin 7 ist analogRead()
Pin 5 ist digitalOut()

Der Code im loop ist recht trivial: Wenn Pin 7 über 600 geht, schalte 
Pin 5 für 5 Sekunden auf HIGH und danach ein delay von 2h.

Problembeschreibung
Hau ich den Attiny auf mein Breadboard und nutze anstelle des Relais 
eine normale LED, funktioniert alles genau wie es soll.
Nutze ich das Relais mit Motor ( schon verlötet ), dann "klackert" das 
Relais die ganze Zeit. Ich konnte durch einen Widerstand mit LED 
zwischen Pin 5 und GND sehen, dass Pin 5 tatsächlich seine Spannung / 
Strom verliert.

Als Laie mutmaße ich, dass durch das Schalten der Last die Spannung 
kurzzeitig so fällt, dass der Attiny resetet. ( Korrekt? )

Lösungsansatz
Ich habe hier keine besonderen elektronischen Komponenten rumliegen ( 
sprich MOSFETS, Spezialdioden, etc. Hab ich auch gar keine Ahnung von 
und würde das per se nach Trail&Error nutzen ). Aber ich habe noch ein 
paar Kondensatoren und eine Schachtel Widerstände.

Wenn ich das bis jetzt alles richtig verstanden habe, dann müsste ich ja 
mittels eines Kondensators diesen Spannungsabfall auffangen können(?). 
Allerdings weiß ich derzeit nicht wo und wie. Ich habe von der "Snubber" 
Schaltung gelesen, weiß aber nicht, ob das hier das Richtige ist. Oder 
kann ich einfach einen Kondensator irgendwo parallel zu VCC vom Attiny 
schalten?

Mit freundlichen Grüßen und besten Dank im Vorraus.

Olli Kier

Autor: Stefan Us (stefanus)
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Die Diode ist falsch gepolt. Wenn du Farben rot und blau nicht 
verwechselt hättest, wäre Dir das sicher selbst aufgefallen.

Der 330 Ohm Vorwiderstand vor dem Transistor ist nicht nötig. Der 100k 
Ohm Pull-Down Widerstand ist nicht nötig.
Am Transistor fallen etwas mehr als 0,7V ab. Bekommt das Relais so noch 
genug Spannung? Auch wenn die Batterie (falls vorhanden) schwach wird?

Und wie immer: Der Abblock-Kondensator fehlt. Falls du das Wort nicht 
kennst, Google danach.

Schau Dir mal in der Artikelsammlung an, wie man Relais ansteuert. Man 
kann das nämlich mit weniger Spannungsverlust machen.

Mindestens den Motor, besser auch das Relais vesorgst du besser separat, 
so dass Störungen nicht auf die Versorgungsspannung des µC einwirken. 
Besonders der Motor wird die Versorgungsspannung erheblich versauen.

> Ich hatte überlegt, ob ich den Attiny
> mittels eines Spannungsteilers an 12V hänge

Spannungsteiler sind völlig ungeeignet, weil deine Schaltung keine 
Konstante Stromaufnahme hat. Du brauchst einen Spannungsregler. In 
deinem Fall würde es sich anbieten, eine 12V Pumpe und ein 12V Relais zu 
verwenden. Mit dem Spannungsregler gewinnst du aus diesen 12V schön 
stabilisierte 5V.

Beim Netzteil solltest du bedenken, daß Motoren beim Anlaufen 
typischerweise 5 bis 10 mal so viel Strom brauchen, wie im 
Normalbetrieb. Entsprechend belastbar muss das Netzteil zumindest 
kurzzeitig sein.

: Bearbeitet durch User
Autor: Olli Kier (ollikier)
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Hi.

Danke für die schnelle Antwort. Ich schaue mir gleich ein paar Vids zum 
Thema Abblockkondensator an.

Ja, ich hab vorhin beim Fritzing nochmal die Kabel etwas umlegen müssen. 
Das untere rote Kabel sollte eigentlich nicht an GND sondern an VCC. Die 
Diode habe ich in Sperrrichtung verbaut.

Die ganzen Widerstände sind quasi eins zu eins von der fertigen 
Relaiskarte übernommen. Ich hab die nur mit eingezeichnet um deutlich zu 
machen, welchen ich genau weggelassen habe. Habe die quasi strickt nach 
Anleitung verlötet und dann festgestellt, dass die 5V nicht mehr 
reichen. Hab VCC dann hinter dem 107 Ohm Widerstand angelötet, sodass 
der aus der Schaltung raus fällt. Das Relais sprach jedenfalls an. Ob 
das jetzt so gut ist oder so gemacht werden kann \ sollte \ darf ... je 
ne sais pas. Wie gesagt: Anfänger :-)

Ich denke, ich werde dann nochmal ein paar Bauteile bestellen müssen, 
denn einen Spannungsregler hab ich jetzt nicht da.

Das über "nur" 5V laufen zu lassen war der Versorgungsspannung des 
Attiny und meinen ersten Versuchen geschuldet. Mein nächster Schritt ( 
Versuch \ Erfahrung \ Trail )  wären dann die 12V und für den Attiny 5V 
runtergeregelt gewesen. Denn der Vater des Gedanken ist, dass ich nur 
ein Netzteil ( Universal 3V - 12V, 1.2A - 0.5A ) nutzen möchte und keine 
zwei um unterschiedliche Spannungen zu halten. Zumal auch die ( erste ) 
Pumpe noch nichts großes ist ( 
https://www.amazon.de/gp/product/B01CZH2Z62/ref=oh... 
) . Ich will mich ja langsam rantasten und nicht gleich mit der 1000 KW 
Pumpe für den Vorgarten anfangen ;-)

Viele Grüße

Autor: Axel R. (Gast)
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n paar Kondensatoren drann und dann geht das sicher. Wo hat der Tiny 
seinen Reset-Pin? Dort 1K nach plus.


StromTuner

Autor: Hubert G. (hubertg)
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Warum über ein Relais den Motor ansteuern und nicht gleich über einen 
Transistor oder besser einen FET. Ein IRLZ34 ist zwar reichlich 
überdimensioniert dafür aber fast unkaputtbar.
Du ersparst dir die Relaisstörungen, die Motorstörungen hast du ohnehin. 
Die Diode kommt dann parallel zum Motor.

Autor: Stefan Us (stefanus)
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> Ich schaue mir gleich ein paar Vids zum
> Thema Abblockkondensator an.

Es mag altmodisch klingen, aber lernen tut man besser durch Lesen. Die 
allermeisten Videos sind oberflächlich. Viele Autoren konzentrieren eher 
darauf, viele Klicks (=Geld) einzusammeln, anstatt Wissen zu vermitteln.

Ist denn dein Problem jetzt gelöst? Wenn nicht, zeige den aktuellen 
Schaltplan.

: Bearbeitet durch User
Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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Hubert G. schrieb:
> die Motorstörungen hast du ohnehin.

Generell fehlt hier die Freilaufdiode über dem Motor - ob man das Relais 
durch einen MOSFet ersetzt oder nicht. Der Motor wird sonst die 
Betriebsspannung erheblich verschmutzen.

Autor: Olli Kier (ollikier)
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@Axel R.
Der Attiny hat seinen Reset Pin gegenüber von VCC auf Pin 1 ( 
http://www.atmel.com/images/atmel-2586-avr-8-bit-m... 
)

@Hubert G.
Wie erwähnt, ist die 5V nur der Anfang. Langfristig gesehen möchte ich 
mir eine komplette Gartenbewässerung mit Regen- und Bodensensoren bauen. 
Ich habe zwar nicht viel Garten, aber mit 5V respektive 12V kommt man da 
nicht mehr weit. Da soll irgendwann eine 220V Pumpe dran, die den Druck 
für mehrere Meter Schlauch liefern kann. Die ist ja auch schon 
vorhanden, nur derzeit manuell benutzt.
Klar, dann hab ich auch einen zweiten Stromkreis am Relais und 
höchstwahrscheinlich nicht mehr diese Probleme, dann aber sicherlich 
ganz andere. Deshalb immer alles Step by Step. 5V, 12V, 220V :)

@Stefan Us
Ja, bin ich eigentlich auch eher ein Freund von. Ich hatte vorgestern 
nur ein Video mit schöner Erklärung am Osziloskop ( welches ich noch 
nicht besitze ) gesehen. Das war dann schon interessant.

Aber generell bin ich auch eher ein Freund von Trail & Error. Wenn man 
die "Blitzmännchen" in Form von blauem Dunst durch die Bude wandern 
sieht, kann das generell auch Mal sehr aufschlussreich sein und es 
"brennt" sich quasi ins Gedächtnis :)

Ja, ich hab jetzt den Ansatz wie ich weitermachen muss. Dennoch habe ich 
mir jetzt erstmal einen Spannungsregler und diverse Keramikkondensatoren 
bestellt. Kostet ja nichts. Bis der hier ist, experimentier ich noch ein 
bisschen mit den vorhandenen Kondensatoren, Dioden und Widerständen rum.

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