Hallo zusammen,
Ich habe bereits mit Mikrocontrollern, auch AD-Wandlern, gearbeitet. Da
ich jedoch zum ersten mal mehrere Analoge Signale bekommen habe ich
einige Fragen.
Besitzt ein Mikrocontroller eigentlich nur einen AD-Wandler, wenn dieser
mehrere Channel besitzt?
Ist es möglich mehrere Analoge Signale zu wandeln auf verschiedenen
channeln (in Benutzung mit Interrupts)?
Läuft die AD-Wandlung mehrerer Signale Zeitgleich oder hintereinander
ab?
AD'ler schrieb:> Besitzt ein Mikrocontroller eigentlich nur einen AD-Wandler, wenn dieser> mehrere Channel besitzt?
oft ja, aber es gibt vermutlich auch µC die mehre Wandler haben.
Meistens haben microcontrollers nur ein ADC die an 8 oder 16 eingaengen
gemultiplexed sind. Es gibt auch processoren die mehreren ADCs haben
oder einen sample/hold eingebaut haben. zB PSOC5LP, der hat 4x
sample/hold, 1x 20-bit ADC delta-sigma und 2x 12-bit SAR ADC.
Hast du einen bestimmten controller in gedanken oder kannst du mehr
specs geben ?(geschwindigkeit, resolution, signal-groesse etc)
Mein Projekt umfasst 3 Motoren, wovon ich 2 mittels PWM steuern möchte,
der dritte soll klaufen oder stehenbleiben. Die Analogen Signale sind 2
Abstandssensoren.
Ich hoffe, dass ich das Projekt mit einem Tiny44 oder Tiny84 erledigen
kann. Ist es damit denn möglich mehrere Signale zu samplen?
> Die Analogen Signale sind 2 Abstandssensoren.> Ist es damit denn möglich mehrere Signale zu samplen?
Ja, kein Problem.
Das geht, weil das völlig zeitunkritisch ist und beide Signale nicht zur
exakt gleichen Zeit gesampelt werden müssen.
Gruß Stefan
AD'ler schrieb:> Ich hoffe, dass ich das Projekt mit einem Tiny44 oder Tiny84 erledigen> kann. Ist es damit denn möglich mehrere Signale zu samplen?
Selbstverständlich, die Abtastrate ist aber durch die Verarbeitung
limitiert. Zum einen werden 10bit nun mal nur mit 15kSamp gemacht und
zwischendrin wird noch zwischen zwei Kanälen umgeschaltet (was Zeit
braucht, damit der Sample&Hold-Kondensator umgeladen werden kann). Im
Datenblatt stehen dazu die minimalen Zykluszeiten/ Taktzahlen. Grob über
den Daumen bekommst du 7,5kSamp mit 2 Kanälen, eher weniger.
Freiheitsgrad 1: auf weniger als 10bit gehen, Freiheitsgrad 2: beide
Sensoren über einen Kanal abwickeln und Umschaltzeiten sparen.
Die meisten Mikrokontroller haben nur einen A/D-Wandler, der über einen
Multiplexer mit den verschiedenen Anschlüssen verbunden wird (werden
kann).
Für "normale" Anwendungen, wie z.B. die Überwachung von Motoren, sind
diese auch genau und schnell genug.
... aber. Praktisch alle, mir bekannten Wandler, benötigen die gleiche
Masse, bzw. die des Mikrokontrollers. Also unterschiedliche Spannungen
sind durch Spannungsteiler oder OP-Trickser messbar, bei
unterschiedlichen Potentialen heißt es aber: "Wir müssen draußen
bleiben".
Sebastian S. schrieb:> bei> unterschiedlichen Potentialen heißt es aber: "Wir müssen draußen> bleiben".
Dann muss man aufwändige Schaltungen benutzen. Heutzutage würde ich
einen externen SPI ADC auf das Meßpotential packen und via Opto-Koppler
digital ansteuern.
Sebastian S. schrieb:> Die meisten Mikrokontroller haben nur einen A/D-Wandler, der über einen> Multiplexer mit den verschiedenen Anschlüssen verbunden wird (werden> kann).
Ja.
> ... aber. Praktisch alle, mir bekannten Wandler, benötigen die gleiche> Masse, bzw. die des Mikrokontrollers. Also unterschiedliche Spannungen> sind durch Spannungsteiler oder OP-Trickser messbar, bei> unterschiedlichen Potentialen heißt es aber: "Wir müssen draußen> bleiben".
Nö, noch lange nicht. Solange alle diese unterschiedlichen Potentiale
nur innerhalb der Grenzen von GND..AREF liegen, kann man sie natürlich
auch messen.
Dazu kommt: i.d.R. will man ja in solchen Fällen nicht n Potentiale
gegen GND messen, sondern vielmehr die Differenzspannungen von n\2
Potential-PAAREN. Und wie der Zufall so will, haben das die Chipdesigner
vorausgesehen und in viele µC die Möglichkeit für "differenzielle"
Messungen zwischen Paaren ihrer ADC-Kanäle eingebaut, z.B. auch in recht
viele AVR8. Man muss sie einfach nur kennen (also wie immer: das
Datenblatt gelesen und verstanden haben) und dann nutzen...
Speziell bei den AVR8 gibt es gerade für diese differentiellen Messungen
oft noch andere Goodies für lau, insbesondere eingebaute Verstärker, oft
sogar mit mehreren umschaltbaren Verstärkungsfaktoren. Allerdings sollte
man bei einer angepeilten Nutzung dieser Verstärker das Datenblatt
wirklich sehr genau lesen. Da lauern Fussfallen in Form nach oben stark
limitierter Frequenzgänge. Andererseits: Manchmal lassen sich diese
Verstärker mit ihren Frequenzgängen wiederum gezielt als Tiefpassfilter
verwenden, was externe Tiefpässe erspart, die man normalerweise braucht,
um Frequenzen jenseits der Nyquist-Grenze vom AD-Wandler möglichst
fernzuhalten.
Man muss einfach nur das Vorhandene kennen und daraufhin abklopfen, ob
es sich für das eigene Problem irgendwie sinnvoll verwenden ließe...
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