Sebastian S. schrieb:
> Die meisten Mikrokontroller haben nur einen A/D-Wandler, der über einen
> Multiplexer mit den verschiedenen Anschlüssen verbunden wird (werden
> kann).
Ja.
> ... aber. Praktisch alle, mir bekannten Wandler, benötigen die gleiche
> Masse, bzw. die des Mikrokontrollers. Also unterschiedliche Spannungen
> sind durch Spannungsteiler oder OP-Trickser messbar, bei
> unterschiedlichen Potentialen heißt es aber: "Wir müssen draußen
> bleiben".
Nö, noch lange nicht. Solange alle diese unterschiedlichen Potentiale
nur innerhalb der Grenzen von GND..AREF liegen, kann man sie natürlich
auch messen.
Dazu kommt: i.d.R. will man ja in solchen Fällen nicht n Potentiale
gegen GND messen, sondern vielmehr die Differenzspannungen von n\2
Potential-PAAREN. Und wie der Zufall so will, haben das die Chipdesigner
vorausgesehen und in viele µC die Möglichkeit für "differenzielle"
Messungen zwischen Paaren ihrer ADC-Kanäle eingebaut, z.B. auch in recht
viele AVR8. Man muss sie einfach nur kennen (also wie immer: das
Datenblatt gelesen und verstanden haben) und dann nutzen...
Speziell bei den AVR8 gibt es gerade für diese differentiellen Messungen
oft noch andere Goodies für lau, insbesondere eingebaute Verstärker, oft
sogar mit mehreren umschaltbaren Verstärkungsfaktoren. Allerdings sollte
man bei einer angepeilten Nutzung dieser Verstärker das Datenblatt
wirklich sehr genau lesen. Da lauern Fussfallen in Form nach oben stark
limitierter Frequenzgänge. Andererseits: Manchmal lassen sich diese
Verstärker mit ihren Frequenzgängen wiederum gezielt als Tiefpassfilter
verwenden, was externe Tiefpässe erspart, die man normalerweise braucht,
um Frequenzen jenseits der Nyquist-Grenze vom AD-Wandler möglichst
fernzuhalten.
Man muss einfach nur das Vorhandene kennen und daraufhin abklopfen, ob
es sich für das eigene Problem irgendwie sinnvoll verwenden ließe...