Galvanische Trennung notwendig? Waschmaschiene osziloskop

Gast #5107867
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Hallo
Ich hab ne Kaputte WaschMaschine.
LG WD-14223FD.

Es ist ein Bürstenloser Motor  (Brushless) der von einer Mosfet Treiber 
Einheit 3 Phasig angetrieben wird.
Leider muss man die Trommel anschubsen damit es sich dreht. Vermutung 
wäre der Hallsensor oder einer der 3 Vollbrücken-Mosfet Einheiten.
Ich würde gerne mit Osziloskop messen. Einmal RFT EO213 und einmal ein 
Digitales PC osziloskop  (Hantek).
Die 220V werden doch hier lediglich gleichgerichtet und dann direkt auf 
die Mosfets gegeben.
Hier erzeuge ich doch ein kurzschluss wenn ich mit Tastkopf masse da 
dran gehe?

Gruß Stefan
Angehängte Dateien:
#5107885
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Ja, deswegen wird das Prüfobjekt in einem solchen Falle über einen 
Trenntrafo betrieben. Wenn Du keinen hast, dann sieht es etwas schlecht 
aus.

Wenn Du eon Oszi hast, welches zwei oder mehr Kanäle hat, dann könnte 
man auch Differenzmessungen machen (ohne Massebezug), sofern das Oszi 
solch eine Differenzmessung (über paar 100V Diff) anbietet.
Da sollten aber evtl. berührbare Masseflächen an der Tastkopfspitze 
isoliert werden, um eine versehentliche Berührung mit irgendwelchen 
Schatunsteilen zu vermeiden.

Ansonsten die übliche Trockenübung: mit Mutlimeter Spannungsn messen, 
sofern sinnvoll, oder Bauteile vermessen ...
#5107898
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@ Stefan (Gast)

>Hier erzeuge ich doch ein kurzschluss wenn ich mit Tastkopf masse da
>dran gehe?

Ja. Besorg dir einen Differenztastkopf oder nimm zwei normale Tastköpfe 
und schließe die an, die Masse der Tastköpfe bleibt offen! Dann im Oszi 
die Differenz bilden, das ist ein Differenztastkopf für Arme.

https://www.eevblog.com/2012/05/18/eevblog-279-how-not-to-blow-up-your-oscilloscope/
#5108067
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Stefan schrieb:
> Hier erzeuge ich doch ein kurzschluss wenn ich mit Tastkopf masse da
> dran gehe?

Ja. Man kann mit besseren Oszilloskopen differentiell messen, also Kanal 
A minus Kanal B, und Masse nicht verbinden sondern nur die 2 
Tastkopfspitzen.

Aber insgesamt ist es keine gute Idee, am lebenden Objekt rumzufummeln, 
nicht mal mit Trenntrafo.

Aber ohne Kühlkörper raucht der BLDC Chip sowieso sofort ab.
Gast #5108093
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Gut erkannt...
Ich wollte eigentlich nur wissen welcher Chip das ist. Und wo die Gates 
usw sind.
Es macht aber wenig Sinn ein USB Osziloskop ohne Visualisierung zu 
verwenden.
Dann kann ich auch gleich raten.
Aber alle Ausgänge  u v und w sind nicht kurzgeschlossen noch besteht 
Verbindung zu Masse oder Plus. Jetzt wird mir einer sagen das hätte ich 
auch so messen können. Naja is halt so...

Blöde Frage... wenn ich ein BLDC ohne sensorik drehen lassen möchte, wie 
muss ich sie Signale generieren? 3 Impulse um jeweils 120 grad versetzt? 
Duty cycle?
Gast #5108398
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schrieb im Beitrag #5107885:
> Prüfobjekt in einem solchen Falle über einen
> Trenntrafo betrieben.

2kW Trenntrafo wegen Heizung????

Автомат К. schrieb:
> Unfall ist vorprogrammiert...

Stimmt. Etwas klüger wäre G**gle nach dem TYP und Fehler suchen zu 
lassen. Das geht auch ohne Wasser und gefährliche 230V. Anschließend 
evtl. mit kleiner Hilfsspannung aus Labornetzteil den Fehler auf der 
Leiterplatte einkreisen?
#5108911
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@Автомат Калашникова (dermeckrige)

>Mark S. schrieb:
>> Am besten zwischen Steckdose und Wama.

>Und dann holt sich die schwer ortsveränderliche Waschmaschine ihre
>Erdung möglicherweise über den Fußboden, Zulauf- und Ablaufschlauch und
>der Unfall ist vorprogrammiert...

Spätetstens wenn ich mit der Masseklemme des Tastkopfes des 
netzbetriebenen Oszis an die WaMa gehen, habe ich sowieso diese Erdung.

@ oszi40 (Gast)

>Mark S. schrieb:
>> Und wieso ist das ein Problem, solange N+L "floaten"?

>Da wäre ich mir z.B. bei Wasseranschluss nicht so sicher, daß ALLES
>schön galvanisch getrennt ist.

Ein TV, der gerade am netzbetriebenen Oszi hängt, hat auch kein 
"floatendes" Chassis mehr. Ein Röhren-TV führt innerlich dann paar 100V 
gegen Erde - ist der dann nicht genauso gefährlich wie eine geerdete 
WaMa?
Wo ist der Unterschied.
#5108922
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Jens G. schrieb:
> Spätetstens wenn ich mit der Masseklemme des Tastkopfes des
> netzbetriebenen Oszis an die WaMa gehen, habe ich sowieso diese Erdung.

Sobald Du mit der geerdeten Masseklemme des Oszis an eine 
potentialführende Stelle der Elektronik gehst und es existiert zudem 
eine Kriechstrecke zwischen N/L zu PE (Einfachfehler, bei Waschmaschinen 
gar nicht so selten), dann steht das Metallgehäuse der Waschmaschine 
unter Spannung.
Hat sich die Waschmaschine zudem anderweitig die Erdung gesucht (siehe 
weiter oben), dann fließt Strom...
#5108998
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@Автомат Калашникова (dermeckrige)

>Sobald Du mit der geerdeten Masseklemme des Oszis an eine
>potentialführende Stelle der Elektronik gehst und es existiert zudem
>eine Kriechstrecke zwischen N/L zu PE (Einfachfehler, bei Waschmaschinen
>gar nicht so selten), dann steht das Metallgehäuse der Waschmaschine
>unter Spannung.

Und wie willst Du diesen Fall nun handlen, wenn Du mit dem Oszi am 
lebenden Objekt ranwillst?
Man könnte noch den Oszi via TT betreiben. Aber dann hat man immer noch 
Spannung zw. Gehäuse und Innenleben, wenn es da irgendwo einen 
Körperschluß gibt. Er scheint mir nicht wirklich minder gefährlich.

>Hat sich die Waschmaschine zudem anderweitig die Erdung gesucht (siehe
>weiter oben), dann fließt Strom...

Das erledigt die Sicherung ;-)
#5109026
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Die Vorschläge sind allesamt grausam bis tödlich.

Die WAMA bleibt in jedem Fall geerdet!
Das Scope auch! (Einen Trenntrafo für's Scope macht man nicht (mehr))
(Evtl. noch in Russland.)



Und wenn Du da dann doch wirklich rann willst,
Hochspannungs-Differenztaskopf ist dein Freund...

z.B.

http://teledynelecroy.com/probes/probeseries.aspx?mseries=430

Entsprechend der Sicherheits-Messkatgorie CAT X ...


Aber eine neue WAMA ist billiger :-)
Gast #5109074
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Zeno schrieb:
> Für so etwas haben wir früher - verbotener Weise - einen Teufelsschwanz
> genommen, dann war der EO213 definitiv erdfrei. Gut, anfassen durfte man
> das Teil dann nicht mehr.

Die Erdungs-Todesgeschichten haben mich schon immer verwirrt.

Aber dieser Beitrag legt noch eins drauf  :-)
#5109097
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Chriss X. schrieb:
> Die WAMA bleibt in jedem Fall geerdet!
> Das Scope auch! (Einen Trenntrafo für's Scope macht man nicht (mehr))
> (Evtl. noch in Russland.)

Ja, wenn L+N getrennt sind, muß das Metallgehäuse schutzgeerdet werden. 
Dafür habe ich extra einen SchukoStecker,ohne Kontaktstifte, der einzig 
eine grün-gelbe PE-Leitung liefert mit einem Bananenstecker am Ende.
#5109203
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Jens G. schrieb:
> Und wie willst Du diesen Fall nun handlen, wenn Du mit dem Oszi am
> lebenden Objekt ranwillst?
> Man könnte noch den Oszi via TT betreiben.

So zum Beispiel. Und eben nur das Oszi am TT. Alternativ Batteriebetrieb 
sofern möglich.


> Aber dann hat man immer noch
> Spannung zw. Gehäuse und Innenleben, wenn es da irgendwo einen
> Körperschluß gibt. Er scheint mir nicht wirklich minder gefährlich.

Mir dagegen erscheint es weniger gefährlich. Das Gesamtsystem
Oszi am Trenntrafo ist überschaubar. Ich weiss wo ich hinlangen darf 
und wo nicht. Und die Zeiten der Eisenschweine in Ganzmetallausführung 
sind vorbei. Bei einem modernen Plaste-DSO sind die spannungsführenden 
Stellen aus Metall überschaubar. Das gefährlichste ist der Tastkopf 
selbst. Aber auch hier gibt es isolierte z.B. von Fluke oder günstiger 
die HV-Tastköpfe von TestTec.

Dagegen das System beliebig komplexe Maschine ist es eben nicht, wie 
hier schon das Beispiel Waschmaschine zeigt. Zu versuchen das System 
erd- und potentialfrei zu bekommen kann schnell in die Hose gehen. 
Oftmals ist es auch gar nicht möglich.

Von daher stehen mir regelmäßig die Haare zu Berge, wenn die erstbeste 
Fachkraft brüllt, dass immer das Messobjekt an den TT gehöre - ohne die 
Situation zu verstehen. Dazu fehlt es oft an Sachverstand und 
Vorstellungskraft. Und eine FMEA hat von denen auch noch keiner 
erstellt.

Jens G. schrieb:
> Das erledigt die Sicherung ;-)

Glaubst Du wegen einer Kriechstrecke fließen zwangsläufig >16A? Dann 
wäre die Sicherung schon im Normalbetrieb gekommen. Der Stromfluss kann 
auch <30mA sein (FI) und dennoch lebensgefährlich.
#5109467
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Nochmal,

...

Und wenn Du da dann doch wirklich rann willst,
Hochspannungs-Differenztaskopf ist dein Freund...

NEIN, nicht die oben aufgeführten, sondern z.B.
(Die sind nur für Hochspannung, aber nicht galv. getrennt !)

Hier z.B.

http://www.testec.de/products/product-categories/differrential-probes

http://teledynelecroy.com/probes/probeseries.aspx?...

Entsprechend der Sicherheits-Messkatgorie CAT X ...
#5110024
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@ Автомат Калашникова (dermeckrige)

>Jens G. schrieb:
>> Und wie willst Du diesen Fall nun handlen, wenn Du mit dem Oszi am
>> lebenden Objekt ranwillst?
>> Man könnte noch den Oszi via TT betreiben.
>
>So zum Beispiel. Und eben nur das Oszi am TT. Alternativ Batteriebetrieb
>sofern möglich.

Batteriebetrieb wäre natürlich ideal.
Ansonsten hilft Deine Empfehlung auch nur, den Blitz beim Anschluß des 
Oszis an das Prüfobjekt zu vermeiden. Potentialfrei ist die ganze Sache 
dann eben nicht.

>> Aber dann hat man immer noch
>> Spannung zw. Gehäuse und Innenleben, wenn es da irgendwo einen
>> Körperschluß gibt. Er scheint mir nicht wirklich minder gefährlich.

>Mir dagegen erscheint es weniger gefährlich. Das Gesamtsystem
>Oszi am Trenntrafo ist überschaubar. Ich weiss wo ich hinlangen darf

Betrachte ich als Ansichtssache ....

>Dagegen das System beliebig komplexe Maschine ist es eben nicht, wie
>hier schon das Beispiel Waschmaschine zeigt. Zu versuchen das System
>erd- und potentialfrei zu bekommen kann schnell in die Hose gehen.
>Oftmals ist es auch gar nicht möglich.

Erdfrei wäre schon möglich. Aber potentialfrei geht eigentlich gar 
nicht. Denn man hat überall in einem System einen Potentialunterschied 
(=Spannung), wo man nicht dazwischen sein sollte. Sobald ich das Oszi 
mit Masse irgendwo anklemme, ist es vorbei mit potentialfrei in der 
Schaltung.

>Von daher stehen mir regelmäßig die Haare zu Berge, wenn die erstbeste
>Fachkraft brüllt, dass immer das Messobjekt an den TT gehöre - ohne die
>Situation zu verstehen. Dazu fehlt es oft an Sachverstand und
>Vorstellungskraft. Und eine FMEA hat von denen auch noch keiner
>erstellt.

Genau - Sachverstand ist nötig. Man muß einfach wissen, wo 
Potentialunterschiede sein könn(t)en.
Aber üblicherweise gehört das Meßobjekt nun mal an den TT (wenn es nicht 
selbst einen schon hätte, wie in "üblichen" Geräten "üblich") , und 
nicht das Oszi, weil sonst alles (also auch Masse) gegenüber Erde 
irgendeine Spannung haben könnte.

Jens G. schrieb:
> Das erledigt die Sicherung ;-)

>Glaubst Du wegen einer Kriechstrecke fließen zwangsläufig >16A? Dann
>wäre die Sicherung schon im Normalbetrieb gekommen. Der Stromfluss kann
>auch <30mA sein (FI) und dennoch lebensgefährlich.

Nein - deswegen das zwinkernde Auge ...

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