Forum: Platinen Welches Lötzinn fliesst am besten auf nacktem Kupfer?


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von Lötfrau (Gast)


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Hallo,

ich wollte mir eine Rolle Lötzinn kaufen, aber da gibt es wiedermal 1001 
verschiedene Legierungen und Flussmittel. Ich suche ein Lötzinn, welches 
speziell bei unverzinnten Oberflächen (Platinen) gut fliesst. Das ist ja 
eher problematisch. Hat da jemand Erfahrung?

: Verschoben durch Moderator
von Michael B. (laberkopp)


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Lötzinn enthält Flussmittel und um so aggressiver das Flussmittel ist,
um so einfacher lötet sich auch leicht oxidiertes Kupfer.

SW31 entspricht Kolophonium, SW34 ist milder, SW26 stärker.

Such dir also eins aus, wenn es um Dachrinnen geht, Flussmittel KD von 
Felder mit Sn97Cu3 Lötzinn.

von Klaus I. (klauspi)


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Wenn Du bleihaltiges Lötzinn verwenden kannst gibt es nur wenig 
Unterschiede bei den Elektronik-Loten. Ich habe mal einige Lote 
verglichen (z.B. alte Widerstände auf angelaufene 
Streifenraster-Platine) und Fixpoint Pb38Sn60Cu2 war vielleicht einen 
Ticken besser. Selbst das Elektronik-Lötzinn aus dem Baumarkt war nicht 
wirklich schlechter als viele angepriesenen "Wunder-Lote".

Edit:
In Extremfällen lieber zusätzliches Flussmittel verwenden; z.B. 20 g 
Kolophonium in 100 mL Isopropanol aufgelöst.

: Bearbeitet durch User
von Gerd E. (robberknight)


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Lötfrau schrieb:
> Ich suche ein Lötzinn, welches
> speziell bei unverzinnten Oberflächen (Platinen) gut fliesst.

Die Platine vorher flächig mit Lötlack (SK10) einsprühen. Danach am 
besten kurz mit der Heißluftpistole drüber, dann trocknet der ordentlich 
und ist nicht mehr klebrig.

Der Lötlack schützt die Platine zum einen vor Oxidation, besteht aber 
aus Kolophonium und hilft daher hinterher beim Löten.

Wenn das noch nicht reicht, dann zusätzliches Flussmittel zum Löten 
verwenden. Da am besten ein Flussmittelgel verwenden.

Als günstiges und einfach zu beschaffendes würde ich da da Edsyn FL22 
empfehlen:
https://www.reichelt.de/index.html?ARTICLE=32673

Noch besser ist das Amtech NC-559:
http://www.tme.eu/de/details/anc559tf/flussmittel/amtech/nc-559-as/
Für deren Kartuschen brauchst Du aber noch nen Handdispenser und ne 
Dosierspitze für. Das auf keinen Fall bei ebay oder Amazon kaufen, dort 
gibt es fast nur schlechte Fälschungen davon. Nur bei ordentlichen 
Distris wie z.B. TME kaufen.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Lötfrau schrieb:
> Ich suche ein Lötzinn, welches
> speziell bei unverzinnten Oberflächen (Platinen) gut fliesst. Das ist ja
> eher problematisch.

Eigentlich nicht.

> Hat da jemand Erfahrung?

Vor dem Löten die zu lötenden Stellen auf der Platine mechanisch von 
eventueller Oxydation befreien. Das kann man mit allem vom Polierblock 
über einem Glasfaserstift, einen Scheuerschwamm bis zur Stahlwolle 
machen. Wobei letzteres sichtbare Kratzer auf der Platine und den 
Leiterbahnen hinterlässt und ein Scheuerschwamm auch nicht ohne ist. 
Aber Hauptsache der Dreck ist weg.

Dann nicht mehr mit den Fingern auf die Leiterbahnen patschen und 
zeitnah alles verlöten.

von Marc H. (marchorby)


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Lötfrau schrieb:
> Ich suche ein Lötzinn, welches
> speziell bei unverzinnten Oberflächen (Platinen) gut fliesst

Nimm bleihaltiges Lötzinn (Sn60Pb40) mit Flussmittelseele

von Mike J. (linuxmint_user)


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Gerd E. schrieb:
> Das auf keinen Fall bei ebay oder Amazon kaufen, dort
> gibt es fast nur schlechte Fälschungen davon.

Da kann ich leider nur zustimmen.

Marc H. schrieb:
> Nimm bleihaltiges Lötzinn (Sn60Pb40) mit Flussmittelseele

Ich nutze solch ein Lot mit Zinn etwas Silber und vielleicht 1% Kupfer, 
das lötet sich eigentlich genau so wie mein altes bleihaltiges Lötzinn. 
Ich habe die Löttemperatur nicht mal höher gestellt obwohl man ja 
theoretisch 20°C mehr braucht.

Es gibt aber auch Lötzinn für welches man quasi einen rot glühenden 
Lötkolben braucht damit es schmilzt, aber so etwas muss man sich ja 
nicht kaufen.

von Gerd E. (robberknight)


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Lötfrau schrieb:
> speziell bei unverzinnten Oberflächen (Platinen) gut fliesst.

Das klingt für mich so als ob Du die selbst geätzt hast.

Verwendest Du fotobeschichtete Platinen (z.B. von Bungard) und kann es 
sein, daß Du nach dem Ätzen die Schicht mit dem Fotolack nicht entfernt 
hast?

Dann wäre klar warum Du da nicht sauber drauf löten kannst. Nach dem 
Ätzen die Reste vom Fotolack unbedingt mit Aceton runterwaschen.

Danach dann direkt den Lötlack drauf, kurz antrocknen lassen und dann 
mit der Heißluft drüber. Dann oxidiert da nix mehr und das Löten sollte 
leicht gehen.

von Superlöter (Gast)


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Blei, Blei, Blei ....haltig sollte das Lot sein.

von Mike J. (linuxmint_user)


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Mein Lötzinn hat folgende Daten:

Firma: Stannol (Legierung)
S-Sn95Ag4Cu1 (713)
ISO 9453:2006

Typ: Kristall 511
Fg.2,7% 5-seelig

Durchmesser: 0,7mm
Gewicht: 500g
Art.Nr.: 593202

von herbert (Gast)


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Wenn du irgendwo Fluitin 1532 SN60 bekommen kannst , dann nimm es. Es 
ist das beste Lötzinn das auch mit oxidierten Sachen gut zurecht kommt. 
Lötlack Sk10 empfehle ich nicht mehr seit mir einige Dosen im Regal 
undicht geworden sind. Aber du kannst Kolophonium mit Spiritus auflösen 
und deine Platine damit einpinseln. Allerdings solltest du dein fertigt 
gelötete Platine hinterher mit Spiritus und einer alten Zahnbürste 
reinigen und dann trocken föhnen.

von Guido B. (guido-b)


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herbert schrieb:
> Allerdings solltest du dein fertigt
> gelötete Platine hinterher mit Spiritus und einer alten Zahnbürste
> reinigen und dann trocken föhnen.

Warum? Das Kolophonium macht doch nichts!

von herbert (Gast)


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Guido B. schrieb:
> Warum? Das Kolophonium macht doch nichts!

Das Fluitin hat ein spezielles etwas agressiveres Flußmittel und das muß 
nach dem Lötprozess runter. Auf der anderen Seite ist halt eine 
gewaschene Platine für die meisten viel schöner anzusehen als die 
pappige nach dem löten. Man wäscht sich ja selber auch und räumt die 
Wohnung auf. Und Autoliebhaber verbringen Stunden um selbiges zu 
putzen.Außerdem sieht man danach Kurzschlüsse und Haarverbinungen 
...ungewollt viel besser. ;-)

von Bernd Z. (bernd_d981)


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Guido B. schrieb:
> Warum? Das Kolophonium macht doch nichts!

Ich lese auch so oft, dass man Kolophonium abwaschen soll.
Bisher halten meine Platinen, die ich vor mehr als 30 Jahren gelötet 
habe noch.
Klar, es sieht besser aus, aber Korrosion in dem Sinn habe ich nicht.
Gegenargumente?

In Ermangelung vernünftigen Fluids habe ich auch schon in Brennspiritus 
aufgelöstes Kolophonium tröpfchenweise zum vorbehandeln der Pads bei SMD 
genommen. etwas gewartet hilft der Klebeffekt auch bei der 
Positionierung.
Ob das Jahrzehnte gut geht, weiß ich natürlich nicht. Ist also eher 
keine Empfehlung

von Mike J. (linuxmint_user)


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Ich hatte meine Platinen immer mit einer dünnen Schicht Kolophonium 
überzogen damit der Dreck/Staub sich nicht zwischen die freigeätzten 
Bereiche legen kann und dort dann Fehler (anderer Widerstand) 
verursacht.

Das war natürlich etwas unschön und da habe ich es mit Lack probiert.
Jedenfalls war der noch nicht ganz getrocknete Lack noch etwas leitend 
und selbst Tage später (Zeitverlust) hat er Fehler verursacht. War wohl 
auf Wasserbasis?
Eine andere Lacksorte (Bootslack) hatte dieses Problem nicht.
Es ist bei uns wichtig dass die Platinen selbst etwas Wasser abhalten 
können.

Blöd ist nur wenn es ein Prototyp ist den man über einen gewissen 
Zeitraum unter diesen Bedingungen testet und man vielleicht noch etwas 
ändern muss, da kann man den Lack natürlich nicht einsetzen. Kolophonium 
ist da noch immer meine beste Oberflächenversiegelung.

Wenn irgend welcher Dreck während des Lötens in das Kolophonium gelangt 
ist, dann kann es da vielleicht auch Fehler geben.
Ich hatte aber schon wirklich mit Fremdstoffen versetztes Kolophonium 
welches immer noch gut isolierend war.

Prototypen-Platinen (selbst geätzte ohne Lötstoplack) auf denen eine 
dünne Schicht Kolophonium ist lassen sich auch nach sehr langer Zeit 
noch sehr gut löten und sie laufen auch nicht braun an.
Man sieht ja nicht dass da eine dünne Schicht drauf ist und im 
Fehlerfall schützt diese dünne Schicht auch etwas vor einem 
versehentlichen Kurzschluss. Wenn man an einer Stelle etwas messen 
möchte kann man die Messspitze aber auch leicht durch die Lackschicht 
stoßen.

von Relais (Gast)


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Geh mal auf die Webseite von Stannol. Ich arbeite mit zwei verschiedenen 
Lötdrähten. Für meine hartnäckigen Fälle (wo ich aber auch z.B. M3 
Messingschrauben verlöte, nehme ich gerne das 2630. Mein Standardzinn 
ist das HS10. Die sind halt beide Halogenhaltig.

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