Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Filigrane Abisolierzange für dünne Kabel


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von H. Fuchs (Gast)


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Hallo zusammen,

ich suche nach diversen Versuchen mit viel zu klobigen Geräten mal nach 
einem ordentlichen Abisolierer, der auch feinere und mehrsträngige Kabel 
ohne Schwierigkeiten bearbeiten kann.

Schwierigkeiten hatte ich bisher zum Beispiel da, wo ich mehradrige 
Stränge mit einer freistehenden Länge von etwa 5mm abisolieren musste. 
Die  meisten Zangen sind einfach zu dick und verbiegen oder quetschen 
beim Trennen des einen Schirms immer die umliegenden Kabel. Bei Arbeiten 
an kleinen Steckern ist es mir auch sehr wichtig, die freistehende Länge 
möglichst kurz zu halten. Von daher suche ich nun nach einem 
feingliedrigen Abisolierer, der diesen Anforderungen gewachsen ist.
Wäre super, wenn man damit auch Kabel mit um die 0.8mm-1.0mm Durchmesser 
abisolieren könnte.

Gibt es da zufällig etwas passendes?

Lieben Gruß,
H. Fuchs

von Hauke Haien (Gast)


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Weidinger Stripax. Und nix anderes. Auch nicht von Knipex.

https://www.amazon.de/WEIDM%C3%9CLLER-Abisolierzange-Stripa-0-08-10-9005000000/dp/B000T7SGWI

Und lass bloß die Finger von den Billigversionen für 15€.

Ist eine Investition fürs Leben, du wirst lediglich bereuen sie nicht 
schon viel früher angeschafft zu haben.

von michael_ (Gast)


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von jz23 (Gast)


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von H. Fuchs (Gast)


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Danke für den Tipp!

Kommt die Zange den umliegenden Litzen denn nicht in die Quere?
Wie gesagt sollten die anderen Litzen drumherum nicht umgeboxen oder 
gequetscht werden.

Das Aufnahmelement müsste dafür denke ich doch recht schmal sein :/

von michael_ (Gast)


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Kann stimmen.

H. Fuchs schrieb:
> Schwierigkeiten hatte ich bisher zum Beispiel da, wo ich mehradrige
> Stränge mit einer freistehenden Länge von etwa 5mm abisolieren musste.
> Die  meisten Zangen sind einfach zu dick und verbiegen oder quetschen
> beim Trennen des einen Schirms immer die umliegenden Kabel.

Das klingt mir aber mehr zu einer gewerblichen Tätigkeit.
Da sollte man doch wissen, wo man Profiwerkzeug einkauft.

von A. K. (Gast)


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KNIPEX - 11 82 130 -

von H. Fuchs (Gast)


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Danke für die Antworten!

Der Vorschlag von Arno gefällt mir bisher am besten. Bei der Knipex ist 
die Durchführung fürs Kabel nämlich direkt an der Nase, weshalb die 
anderen Kabel des Stranges frei in der Luft liegen können und nicht so 
stark gegen Klinge oder Gehäuse gedrückt werden. Sieht schonmal sehr gut 
aus :)

Noch weitere Vorschläge?
Sonst würde ich mich fast schon für diese entscheiden.

von Chris F. (chfreund) Benutzerseite


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Ganz feine Kabel kann man auch mit diesen Lackabkratzern für Trafodraht 
gut abisolieren.

von Finger Hakler (Gast)


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... mit Flachzange Kabelenden aufnehmen und Isolation mit Feuerzeug 
abbrennen und anschließender Reinigung geht auch ... jedenfalls bei 
filigraner Isolation.

von Thorsten Legat (Gast)


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Arno K. schrieb:
> KNIPEX - 11 82 130

Da kannste auch gleich die Zähne nehmen. Sowas taugt für die 
Hausinstallation bis klingeldraht, aber doch nicht für feinste litzen.

Was meinst du, warum irgendwann die automatisch selbst einstellenden 
Dinger erfunden würden?

Genau, weil die Leute keine Lust hätten ewig an der rändelschraube zu 
spielen bis die litzen dran blieben.

von Sebastian L. (sebastian_l72)


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Hauke Haien schrieb:
> Weidinger Stripax. Und nix anderes. Auch nicht von Knipex.
>
> 
https://www.amazon.de/WEIDM%C3%9CLLER-Abisolierzange-Stripa-0-08-10-9005000000/dp/B000T7SGWI

verlinkt ist die Weidmüller StripaX

Auch von hier die wärmste Empfehlung. Ich mach damit alles von 6 mm2 bis 
CAT 7a. Sauber, schnell, sicher.
Die Könner schaffen damit alle 8 auf einen Streich.

Nur unter eine Palette mit Kabeln keilen sollte man nicht. Baustaub kann 
man problemlos abspühlen - Am Basteltisch hält die wohl ewig.

http://www.weidmueller.de/de/produkte/werkzeuge/produktuebersicht/abisolieren

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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H. Fuchs schrieb:
> Schwierigkeiten hatte ich bisher zum Beispiel da, wo ich mehradrige
> Stränge mit einer freistehenden Länge von etwa 5mm abisolieren musste.

Etwas krasse Rahmenbedingungen, findest Du nicht auch?

Ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern an: Stripax.

von Hauke Haien (Gast)


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H. Fuchs schrieb:
> Schwierigkeiten hatte ich bisher zum Beispiel da, wo ich mehradrige
> Stränge mit einer freistehenden Länge von etwa 5mm abisolieren musste.

Gut, ich gebe zu, dass unter diesen Bedingungen auch die Stripax ihre 
Grenzen hat.
Wenn du das Problem aber laufend hast, würde ich generell überlegen, ob 
du die richtigen Stecker verwendest.
Oft sind Steckertypen inzwischen auch als Schneid-Klemm Version bzw. zum 
Crimpen zu bekommen, meist sogar eher als die Lötversion.

Crimpen erfordert leider oft für die gelegentliche Benutzung 
unverhältnismäßig teure Zangen und/ oder Einsätze, oft kann man sich da 
aber auch mit einer vielseitigen Universalzange behelfen.

RS hat eine gute Auswahl an verschiedenen Steckern/Buchsen in 
verschiedenen Anschlussvarianten.

Im Netzwerkbereich nimmt man heute am besten LSA.
(https://www.reichelt.com/reicheltpedia/index.php5/LSA-Anschlusstechnik)

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Hauke Haien schrieb:
> oft kann man sich da aber auch mit einer vielseitigen Universalzange
> behelfen.

Ich kann da nur die von Engineer empfehlen, mit denen zu arbeiten 
bedeutet zwar pro Verbindung zwei Crimpungen vornehmen zu müssen (eine 
für den eigentlichen Kontakt und eine für die Zugentlastung), die aber 
können mit beliebigen Gesenken in beliebigen Abständen durchgeführt 
werden, so daß eine Zange praktisch alle Kontakte in einem bestimmten 
Leiterquerschnittsbereich abdeckt.

Allerdings: Zum Crimpen müssen die Leitungen auch abisoliert werden, 
insofern löst der Einsatz von Crimpkontakten das Problem nicht.

Hier helfen eigentlich nur "IDC"-Techniken ("insulation displacement 
connector"), also Schneidklemmverbinder.

: Bearbeitet durch User
von Voll krass (Gast)


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Solche "krassen" Bedingungen finden sich z.B. in einem 3.5mm 
Klinkenstecker wieder.

von Johannes S. (Gast)


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diese finde ich ganz gut für dünne Litzen:
https://www.reichelt.de/Abisolierer-Kabelschneider/CK-330011/3/index.html?ACTION=3&GROUPID=573&ARTICLE=126638&OFFSET=30&;
muss aber mit Gefühl bedienen sonst reist man zuviele Litzen ab. Gibt es 
für verschiedene Litzendurchmesser.

von Chris F. (chfreund) Benutzerseite


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Ich meinte sowas hier:

https://www.amazon.de/dp/B000UYZU8I/

Nennt sich "Lack-Abziehpinzette" und klappt gut bei allen dünneren 
Kabelisolierungen.

von Clemens S. (zoggl)


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für filigrane drähte habe ich diese hier und bin zufrieden.
https://www.hoffmann-group.com/DE/de/hom/Greif-,-Schneid--und-Schlagwerkzeuge/Kabelbearbeitung/Pr%C3%A4zisions-Abisolierer/p/728500-0,25

braucht leider für jede stärke so einen abzieher.

sg

von bianchifan (Gast)


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Mein Universal Abisolierer für Rundkabel heißt Jokari, für aufgefächerte 
Stränge verwende ich mittlerweile einen chinesischen Stripax-Nachbau.
Mechanik nicht so perfekt wie beim Original, bis 28AWG aber problemlos. 
Erst bei 30AWG muss ich Vorsicht walten lassen, damit die Adern nicht 
abgerissen werden.

Wenn häufiger stressfrei sehr dünne Kabel -> Original Stripax

von H. Fuchs (Gast)


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Hallo zusammen und danke für die vielen weiteren Antworten!

Die 0.5mm an freistehenden Kabeln sind natürlich ein Extremfall, kommen 
hin und wieder aber schonmal vor. Ich arbeite oft mit kleineren Steckern 
oder Adaptern, wo nicht viel Platz zur Verfügung steht und ich den 
Mantel nicht (nur aus ästhetischen Gründen nicht) übermäßig weit 
abschneiden möchte.
Bei mehradrigen Kabeln ist es dann sehr schwierig, die Innenleiter nach 
und nach freizubekommen, ohne deren Mantel zu beschädigen bzw. die 
einzelnen Kabel umzuknicken. Ein sehr gutes Beispiel wären 
Micro-USB-Stecker, bei denen ich vor kurzem einige Anläufe gebraucht 
habe, um mir einen Micro-zu-Micro-USB-OTG-Adapter zusammenzulöten. Als 
Absolierzange habe ich für außen eine Jokari 20050 verwendet. Dessen 
Einführelement ist für kurze, mehradrige Stücke aber völlig ungeeignet. 
Da musste ich dann mit einer alten, klassischen Abisolierzange mit 
Stellschraube ran. Die freistehende Länge war für meinen Geschmack aber 
schon recht großzügig, was ich dann wieder mit Schrumpfschläuchen 
ausgleichen musste.
Man könnte hier prinzipiell auch mit dem Cuttermesser arbeiten. Die 
Fehlerrate ist bei derart dünnen, eng aneinander liegenden Adern mit 
geringer Abisolierlänge aber eigentlich zu hoch.

Wenn man vorsichtig arbeitet, wäre die o.g. Knipex vielleicht etwas 
besser als die klassische Isolierzange, da ich die anderen Andern hier 
nicht so stark umbiegen muss, sondern sie einfach links frei in der Luft 
liegen lassen kann.

Ich hoffe, dass ist einigermaßen vorstellbar.
Wenn nicht, kann ich auch gerne ein Beispiel bildlich darstellen ^^

LG und vielen dank nochmal für die vielen Beiträge!
H.F.

von Otto Normal (Gast)


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Ich nehme bei sehr dünnen Leitungen die Fingernägel
Probiers mal

Gruss Bernd

von F. F. (foldi)


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michael_ schrieb:
> Für privat bin ich damit seit Jahren zufrieden.

Bestätigt. Habe die aber auch für die Arbeit.

von Chris F. (chfreund) Benutzerseite


Angehängte Dateien:

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F. F. schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Für privat bin ich damit seit Jahren zufrieden.
>
> Bestätigt. Habe die aber auch für die Arbeit.

Ich sehe gerade den Link, genau das Teil habe ich daheim auch schon seit 
knapp 20 Jahren. Es schnackt zwar nicht mehr zurück aber wenn man weiß 
wo man festhalten muss, geht es noch gut. Für Kupferlackdraht hatte ich 
die aber noch nie im Einsatz.

von Diopter  . (diopter)


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Otto Normal schrieb:
> Ich nehme bei sehr dünnen Leitungen die Fingernägel

Mit meinen Fingernägeln funktioniert das auch sehr gut.
Bei manchen Leuten sind die Nägel dafür aber zu weich
oder zu kurz (weil abgekaut).

von F. F. (foldi)


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Zu weich. Habe das auch versucht, klappt nur selten.

von michael_ (Gast)


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Diopter  . schrieb:
> Bei manchen Leuten sind die Nägel dafür aber zu weich
> oder zu kurz (weil abgekaut).

Oder zu jung.

von mini duro stripax (Gast)


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Wir haben für feines die
WEIDMÜLLER Abisolierzange Mini-duro-stripax

von Olly T. (twinpeaks)


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Hi,

ich merke gerade, dass ich auch mal ne gut Abisolierzange brauche. :-)
Einsatzgebiet sind hauptsächlich Litzen von 0.14 - 0.5 mm^2 (AWG 26 - 
20). Wenn dünneres noch zuverlässig geht, um so besser.
Größere Querschnitte müssen nicht sein, stört aber auch nicht, wenn es 
keine Nachteile bringt.

Was mir wichtig ist, dass man den Anschlag runter bis mindestens 2 mm 
einstellen kann, um damit Litzen für filigrane Crimpkontakte wie z.B. 
von JST abzuisolieren. Ich hab ne Zange, da geht das nur bis minimal 5 
mm.

Bisher sind die Weidmüller Stripax und die Mini-Duro-Stripax in der 
engeren Auswahl.

- Kann hier jemand was zum Anschlag bei diesen Zangen sagen? Sind 2 mm 
(oder kürzer) problemlos möglich?
- Die Stipax kann 0,08 - 10 mm^2, die Mini-Duro-Stripax 0,08 - 1 mm^2.
- Die Stripax hat also den größeren Bereich, hat das irgendwelche 
Nachteile?
- Hat der kleinere Bereich der Mini-Duro-Stripax einen Vorteil? Ist sie 
handlicher?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Olly T. schrieb:
> um damit Litzen für filigrane Crimpkontakte wie z.B. von JST
> abzuisolieren.

Ich verwende notfalls einen guten Seitenschneider, um zu lang 
abisolierte Litze anzupassen. Da ich nicht als Konfektionierer arbeite, 
ist dieser zusätzliche Arbeitsschritt überlebbar.

Die Stripax zwingt einen auch nicht, den Anschlag zu verwenden, mit 
etwas Übung kann man mit der ganz ohne Anschlag auch Längen < 2mm 
abisolieren.

von spess53 (Gast)


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Hi

>- Kann hier jemand was zum Anschlag bei diesen Zangen sagen? Sind 2 mm
>(oder kürzer) problemlos möglich?

Diese Teile gehen bis auf fast 0mm :

https://www.reichelt.de/Abisolierer-Kabelschneider/CK-330011/3/index.html?ACTION=3&GROUPID=573&ARTICLE=126638&OFFSET=30&;

Gib es für 3 verschiedene Drahtstärkenbereiche 
(0,14-0,4/0,25-0,8/0,3-1mm)

MfG spess

von Olly T. (twinpeaks)


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spess53 schrieb:
> Diese Teile gehen bis auf fast 0mm :
>
> 
https://www.reichelt.de/Abisolierer-Kabelschneider/CK-330011/3/index.html?ACTION=3&GROUPID=573&ARTICLE=126638&OFFSET=30&;

Danke für die Info. Ist zwar was ganz anderes, aber Hauptsache ist ja, 
dass es funktioniert. Werde ich mal im Hinterkopf behalten.

von Olly T. (twinpeaks)


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Ich habe seit heute eine Stripax und die macht bisher einen super 
Eindruck. OK, die minimale Abisolierlänge ist nur ca. 3 mm, aber das 
hatte ich mir vorher schon anhand der Fotos gedacht.

spess53 schrieb:
> Diese Teile gehen bis auf fast 0mm :
>
> 
https://www.reichelt.de/Abisolierer-Kabelschneider/CK-330011/3/index.html?ACTION=3&GROUPID=573&ARTICLE=126638&OFFSET=30&;;

Für Spezialfälle werde ich mir evtl. dieses Werkzeug auch noch holen. Da 
ich die Stripax günstig (gebraucht) bekommen habe, ist die quasi noch im 
Preis mit drin.

von Wanderer82 (Gast)


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Anscheinend gibt es Abisolierzangen, die speziell gut bei Litzen 
funktionieren bzw. wenn man sicherstellen will, dass keine Verletzungen 
der Adern auftreten. Diese Zange wird auch in der Luftfahrt-Industrie 
verwendet. Es handelt sich um die Ideal Stripmaster.

von Frank O. (frank_o)


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Leider werden die Einträge nicht nach Zeit sortiert gezeigt, wenn man 
etwas sucht.
Da in mehreren Fragen nach einer gescheiten Abisolierzange immer wieder 
der Name "Stripax" gefallen ist, habe ich diese bestellt.

Da ich auch beruflich öfter (früher ständig) Kabel abisolieren muss, 
habe ich mit einigen Zangen Erfahrung.
Gebraucht hätte ich die Stripax nicht unbedingt, aber ich war neugierig.
Alle anderen Zangen schneiden schon mal ein paar Drähte mit ab. Bei sehr 
dünnen Kabeln ist das sicher nicht so toll.
Ich habe sie jetzt ausprobiert, die Stripax.
Einfach klasse! Vor allem, man kann die Schnitttiefe einstellen und das 
funktioniert sogar (gegenüber anderen, die das auch können sollten).
Sie ist sehr leicht, deutlich kompakter (was gut ist), als ich das 
erwartet hatte.
Es gibt noch einen Unterschied zu vielen anderen Empfehlungen.
Klickt man auf die meisten Links, so sind diese nicht mehr vorhanden. 
Die Stripax dagegen schon ewig lange.
Also von mir auch die absolute Kaufempfehlung.

von Uli S. (uli12us)


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Dass es Drähte abschneidet ist mir zumindest mit etwas besseren Zangen 
noch nie passiert. Es gibt ja auch dieses ganz billige Pollin Teil um 2 
oder 3€, da könnte ich mirs zumindest vorstellen. Aber mit den, ganz 
egal ob knipex, stripax, Weidmüller oder chinesische Nachbauten bzw 
Nachempfindungen davon aus China passiert das nicht. Bei den ganz 
simplen mit dem Prisma und Einstellschraube dagegen, kann ich mir das 
gut vorstellen.

von Frank O. (frank_o)


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Na ja, die meisten sind gar nicht einstellbar.
Davor hatte ich auch nicht den billigsten Schrott, aber hin und wieder 
waren von den wenigen Drähten einig weg. Auch wenn ich heute nicht mehr 
täglich bei der Arbeit Drähte abisolieren muss, so war es in der 
Vergangenheit sehr viel. Im Moment rüste ich einige Fahrzeuge um und bei 
0,75 passiert mit den anderen Zangen auch nichts.

von Uli S. (uli12us)


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Diese Bauart hier kenn ich nur mit entweder nem Schieber oder nem 
kleinen Rädchen zum Einstellen des Anpressdrucks. 
https://de.aliexpress.com/item/1005006019084973.html. Ich finde bei dem 
Preis, da braucht man sich nicht mehr mit dem Billigstzeugs abgeben, 
ganz egal, ob das jetzt manuell oder
halbautomatisch ist.

von Frank O. (frank_o)


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Wie geht so ein Preis?
Ich habe noch nie etwas bei Ali gekauft.Die haben ja mittlerweile auch 
PayPal.
Ist da ein Haken dabei? Muss man dann 1000 Stück abnehmen?

von Tobias (600ohm)


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ich bin nun durch die Suche auch hier gelandet. Ich habe mal eine Jokari 
Super4 für 10EUR im Angebot gekauft, die eigentlich bei allen auch 
kleineren Durchmessern/Querschnitten auch gut funktioniert. Jedoch ist 
das "Maul" sehr breit und zum Absetzen muss man die Adern dort auch 
relativ tief einschieben.
Gerade wenn ich an Lochraster-Platinen Drahtbrücken oder Verbinder löte, 
kann ich beim 2. Lötende meist damit nicht mehr arbeiten. Vorher beide 
Seiten auf den mm perfekt Ablängen ist nahezu unmöglich.
Um das 2. Ende abzusetzen wird es ziemlich unsauber: Mit einem 
Lackkratzer "reißen" geht nicht gut, zumal ich die Ader nicht mehr 
gegenhalten und den Lackkratzer dazu platzmäßig auch kaum drehen kann. 
Mit der Pinzette habe ich nicht genug Kraft zum Gegenhalten der Ader. 
Mit meinen Wurstfinger komme ich erst recht nicht dran, wenn 
Brücke/Verbinder sehr kurz. Dann hilft nur eine feine Spitzzange, mit 
der ich allerdings die Ader mit Isolierung an der Haltestelle unschön 
platt drücke, um vernünftig Gegenhalten zu können. Dann versuche ich mit 
viel Gefühl mit der Zangenspitze eines feinen Elektronikseitenschneider 
die Isolierung abzusetzen. Alles sehr fummelig und schnell habe ich mit 
dem scharfen Elektronikseitenschneider auch schnell mal die Ader 
verletzt oder gar abgeknipst.
Die Ader muss vor dem Absetzen wirklich gut gegengehalten werden, was 
autom. Abisolierer ja schon mitbringen. Einfach ziehen ohne Gegenhalten 
geht nicht, weil ich sonst schnell die Ader an der fertigen Lötstelle 
abreiße oder gar Gefahr laufe das feine Lötauge rauszureißen.

Gibt es keine autom. Abisolierzange mit einem spitzeren Schnabel für die 
kleineren Querschnittchen feiner Litzen, bzw. für YV-Drahtbrücken mit 
kleinem Durchmesser?

Mit einem Feuerzeug wegkokeln ist nicht die feine Art. Das Ende von 
Kupferlackdraht kann man ordentlich mit Lot bearbeiten, bis die 
Lackschicht wenige mm weg ist. Dauert aber auch seine Zeit und den nehme 
ich eher nur für feinste Verdrahtungen. Kunststoffisolierung bevorzuge 
ich bei "normalen" Verbindern doch eher.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Tobias schrieb:
> Gerade wenn ich an Lochraster-Platinen Drahtbrücken oder Verbinder löte,
> kann ich beim 2. Lötende meist damit nicht mehr arbeiten. Vorher beide
> Seiten auf den mm perfekt Ablängen ist nahezu unmöglich.
> Um das 2. Ende abzusetzen wird es ziemlich unsauber: Mit einem
> Lackkratzer "reißen" geht nicht gut, zumal ich die Ader nicht mehr
> gegenhalten und den Lackkratzer dazu platzmäßig auch kaum drehen kann.

Dafür gibt es lötbaren CuL-Draht ... auch "Fädeldraht" genannt.

von Flo H. (hintiflo)


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Die wollt ich auch vorschlagen, die sind klasse!

Aber, werden die noch produziert/verkauft?
Ich finds nirgendsd mehr auf Lager.

mfg, Flo

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Frank O. schrieb:
> Wie geht so ein Preis?

Ich habe so eine Zange gekauft. Sie hat alle meine dünnen Kabel durch 
geschnitten, funktionierte nur mit starren Leitungen für 230V 
Elektroinstallation halbwegs richtig.

Inzwischen habe ich mir den Jokari PWS-PLUS 002 für die dünnen Leitungen 
gekauft, sowie Jokari Super 4 Plus für's Grobe. Mit dieser Kombination 
bin ich zufrieden.

Telefonkabel kann man mit beiden bearbeiten.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Flo H. schrieb:
> Aber, werden die noch produziert/verkauft?

Zusammen mit dem gnadenlos überteuerten Fädelstift gibts das bei 
Reichelt. Aber der Preis lässt einen zusammenzucken.

https://www.reichelt.de/sg/de/faedelstift-wire-wrap-werkzeug-faedelstift-ww-p220367.html

Auch nicht wirklich günstig ist das hier:

https://de.beta-layout.com/elektronik-shop/nuetzliches/10042-faedeldraht/

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Es gab mal bei Bürklin einen teuren runden Hand-Abisolierer der die 
Litzendrähte beim Herausziehen verdrillt. Ich meine, ein Schweizer 
Hersteller. So etwas gibt es anscheinend nur noch für >1000€ mit Motor 
(Weidmüller "Powerstripper").
Soweit ich mich erinnere, verhedderten sich die winzigen rotierenden 
Messer gelegentlich und schnitten dann zu tief ein, außerdem war die 
Feineinstellung ziemlich kompliziert.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Auch nicht wirklich günstig ist das hier:

https://www.amazon.de/gp/product/B0722RXR65/?th=undefined

Auch nicht umsonst, aber wenigstens 100m. Aber eigentlich ist
der Preis okay wenn man bedenkt das man damit vermutlich 20Jahre
auskommen wird. Bloed ist halt das man eigentlich gerne mehrere
Farben haette...

Vanye

von Harald K. (kirnbichler)


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Hmm. Hast Du den im Einsatz?

Falls ja: Wie gut lötet der sich im Vergleich zum Original von Siemens* 
oder Vero?

--
Nachtrag: Muss man nicht bei Amazon kaufen, die verkaufen den Kram auch 
selbst:

https://wittko.eu/search/?qs=lackdraht

*) ja, die haben sowas auch mal gemacht, lang, lang ist's her ...

: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Aus der Schweiz wie schon geschrieben:
https://nitronic.ch/abisolierung/ministrip/index.html?ridcat=2
https://de.farnell.com/nitronic/ministripzh/ministrip-abisolierer-m-zentriereinheit/dp/1121011

Das Vorgängermodell "Absolier- und Verdrillgeräte AV" (AV12/17/25) 
kostete bei Bürklin Anfang der 80er um 100 DM, jetzt also bei Farnell 
900-1100 €.
Also für den Hobbyanwender viiel zu teuer.

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Hmm. Hast Du den im Einsatz?

Ja hab ich. Sogar abwechselnd rot von Vero und lila von dieser
andere Firma. Ich kann also direkt vergleichen.

> Falls ja: Wie gut lötet der sich im Vergleich zum Original von Siemens*
> oder Vero?

Er loetet sich eher einfacher wie Vero. Vero geht mit 370Grad brauchbar, 
mit 350Grad schlecht und darunter garnicht. Der Draht von laesst sich 
z.B deutlich einfacher in der Mitte durchloeten. So gesehen also ein 
Vorteil.
Ein Nachteil ist allerdings das der Farbstoff, zumindest Lila, die 
anderen kenne ich nicht, nicht so temperaturstabil ist. Wenn du da am 
Ende 1mm verzinnst dann werden weitere 1-2mm Kupferfarben weil die Farbe 
weg ist, der Lack ist aber noch da und isoliert auch.
Ausserdem ist Vero 0.2mm und Wittko 0.15mm. Das klingt nach nicht viel, 
macht aber schon was aus. Deshalb hab ich beide im Einsatz. Den 0.2er 
fuers grobe und den 0.15er dann fuer die sensiblen Sachen.

Vanye

von Harald K. (kirnbichler)


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Danke für den Erfahrungsbericht, das klingt doch gut. Daß der Draht 
etwas feiner ist, find' ich eher gut.

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