Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Erklärung Funktion Eingang einer SMPS


von Fritz (Gast)


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Hallo,

ich habe eine SMPS vor mir und veruche den 220V Eingangsteil zu 
verstehen.
Ich verstehe es wie folgt (siehe Zeichnung):

1. NTC 1 und NTC 2 dienen als Einschaltstrombegrenzung, diese sind 
redundant ausgeführt (auch wenn dies den Widerstand halbiert, gemessen 
4Ohm in der Parallelschaltung bei Raumtemperatur).

2. C1; L1A und L1B (eine Drossel mit gemeinsamen Kern) und C2 0,02uF 
(C2>C1) bilden einen Netzfilter?

- C1 unterdrückgt Gegentakt-Störspannungen

- bei Drossel L1A/ L1B gehe ich von einer stromkompensierten Drossel aus 
welche die Gleichtaktstörströme unterdrückt. Der Betriebsstrom im 
Gegentakt kann jedoch passieren.

- C2 unterdrückt Störspannungen, welche? In gleicher Phase würde ja ein 
GND Anschluss fehlen und dann wären es i.d.R. 2 Kondensatoren..

3. Brückengleichrichter


Kann man abschätzen wie hoch ca. der Einschaltstrom sein wird?
I=U/R=230/4=57,5A, wenn man einen 16A Automat B Charakteristik hat 
müsste dieser doch auslösen (macht er aber nicht)?
Wenn nur ein NTC drin wäre (dann 8Ohm) sollte der Einschaltstrom doch 
nur noch halb so groß sein. Warum haben die Entwickler dann nicht 2 
16Ohm NTC genommen?

Vielen Dank!

von der schreckliche Sven (Gast)


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Fritz schrieb:
> Kann man abschätzen wie hoch ca. der Einschaltstrom sein wird?


Wenn im Scheitelwert der Netzspannung eingeschaltet wird: 320/4=80.
Wenn die NTC`s ~25 Grad haben.
Man könnte auch größere Werte nehmen, die halt etwas mehr Wärme 
verursachen.
Und bei plötzlicher Belastung die Spannung reduzieren.

Die Kondensatoren filtern, egal was.

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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Fritz schrieb:
> wenn man einen 16A Automat B Charakteristik hat
> müsste dieser doch auslösen (macht er aber nicht)?

Nein. Schau mal nach der Auslösekennlinie für B-Automaten in 
https://de.wikipedia.org/wiki/Leitungsschutzschalter. Für sehr kurze 
Zeiten, wie sie beim Laden des Kondensators hier vorliegen, sind sehr 
hohe Ströme zulässig bzw. werden ignoriert.

Beide Kondensatoren filtern nur die Gegentaktstörungen.

von Mark S. (voltwide)


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Ansonsten ist Deine Interpretation schon zutreffend.

von Peter R. (pnu)


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Fritz schrieb:
> Warum haben die Entwickler dann nicht 2
> 16Ohm NTC genommen?

Besser: warum haben sie überhaupt zwei NTC genommen?

Das Parallelschalten zweier NTCs ist doch Unsinn. (ähnlicher Vorgang wie 
beim Parallelschalten von Dioden, nur wesentlich krasser ablaufend wie 
bei denen)

Einer der beiden, der niederohmigere, wird sich erhitzen und vor dem 
andren einen Temperaturvorsprung bekommen. Ende des Vorgangs: Einer wird 
gut leitend und bleibt warm und führt den größten Teil des Stroms. Der 
andre übernimmt nur einen geringen Teil des Stromes, bleibt kühl und 
hochohmig und beteiligt sich am Ganzen überhaupt nicht.
Höchstens bei thermischer Kopplung könnte so etwas gut gehen.

Man kann die Strombegrenzung nicht zu weit treiben. Ein höherohmiger NTC 
würde zwar gut begrenzen, aber im Normalbetrieb zu viel Spannungsverlust 
verursachen und den NTC zu sehr erhitzen.

Die Größe (Masse) des NTC hat mit der Energie des Einschaltstromstoßes 
der dahinter liegenden Schaltung zu tun. Die Größe des NTC muss also an 
die Größe des Lastkondensators angepasst werden.

von Der Zahn der Zeit (Gast)


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Peter R. schrieb:
> Besser: warum haben sie überhaupt zwei NTC genommen?
Das war auch mein erster Gedanke. Aber ich lese manchmal noch ein 
zweites Mal und dann fällt mir etwas auf, was ich vorher übersehen 
hatte:

Fritz schrieb:
> 1. NTC 1 und NTC 2 dienen als Einschaltstrombegrenzung,
> _diese sind redundant ausgeführt_
Genau lesen kann überflüssige Antworten verhindern.

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