Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Nixiemuxing Nixie Röhren multiplexen multiplex 6 zu 1


von Maddin (Gast)


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Hi,

eine Frage. Kann ich Nixie Röhren 1 zu 6 multiplexen und dennoch ein 
gutes Ergebnis erziehlen? Oder gibt es sonst irgendwelche Nachteile?

Ich frage da ich über einen Schaltplan gestolpert bin in dem 6 Röhren 
mit 2 - 1 zu 3 multiplext wurden, dafür wird es wohl einen Grund geben, 
deswegen frage ich hier vorher an.

Danke.

Viele Grüße
JJ

von Feldkurat K. (feldkurat)


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Maddin schrieb:
> Oder gibt es sonst irgendwelche Nachteile?

Der Hauptnachteil ist der der stark verkürzten Lebensdauer der Röhren 
durch die ständige Neu-Zünderei. Tu Dir und ihnen den Gefallen und 
betreibe sie statisch.

-Feldkurat-

von Harald W. (wilhelms)


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Maddin schrieb:

> dafür wird es wohl einen Grund geben,

Ja, Lebensdauer.

von Maddin (Gast)


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okay, danke! :-)

von Hannes (Gast)


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>>Ja, Lebensdauer.

wirklich? ist das tatsächlich ein "Zünden" bei den Röhren? Und ist das 
dass was den Nixies zu schaffen macht? Ich dachte immer durch das lange 
Leuchten "oxidieren" die Anoden/Kathoden...

Im Prinzip leuchten die dann doch nur 1/6 der Zeit, werden also weniger 
amgenutzt...?

Hannes

von Karl B. (gustav)


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Hannes schrieb:
> Ich dachte immer durch das lange
> Leuchten "oxidieren" die Anoden/Kathoden...

Hi,
ich glaube Du verwechselst Nixie-Glimmkathodenröhren mit Vakuum 
Fluoreszenz Displays.
Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Einige VFDs müssen sogar gemultiplext werden, weil sie nicht genügend 
Kontakte herausgeführt haben.

ciao
gustav

von Karl B. (gustav)


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von Kai O. (schnurzel)


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Ein 6:1 Multiplexing bedeutet schon einen ungünstigeren Tastgrad für die 
einzelne Röhre. Je länger die Abstände zwischen den Zündvorgängen, desto 
geringer die Restionisierung und härter die Folgezündung. Die 
schwindende Helligkeit muss man ggf. auch noch durch stärkere 
Stromimpulse wettmachen.

Einen alternativen Denkanstoß liefert das "Ghosting" was mitunter im 
Multiplexbetrieb auftritt, je nach Röhrentyp mehr oder weniger sichtbar, 
durch Schaltungsmodifikationen reduzier-/ oder vermeidbar. Das 
Kathodenmaterial fliegt folglich auch nicht nur zum Anoden-Gitter oder 
schwärzt die Röhre sondern kann/könnte auch von Ziffer zu Ziffer 
springen oder bei passender Frequenz sogar zur Ziffer zurückkehren, eine 
Art forcierbarer Recycling-Prozess wie bei Halogenlampen. :)

Einige Nixie-Röhren haben einen kaum dokumentierten "i.c."-Anschluss 
(primer/ignittion current), vorgesehen für Betrieb bei Minusgraden. Über 
diesen kann man die Röhre über eine zweite Betriebsspannung und 
minimalen Strom (ohne sichtbare Entladung) gezündet halten bzw. das 
Multiplexing der Ziffern bedeutet dann nicht mehr länger "Durchbruch" 
sondern nur noch temporärer "Stromanstieg".

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Würde mir dann mal bitte einer der Nixiekenner erklären, warum 
Glimmlämpchen, die mit 50Hz am Wechselstromnetz betrieben werden, 
Jahrzehnte halten, z.B. im Treppenlichtschalter? Die müssten doch lt. 
eurer Theorie schnell kaputt gehen.

von Hannes (Gast)


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Hi,

ich habe vor mit der IN-4 eine Uhr zu bauen. :-) Also mit einer Nixie, 
nicht mit einer VFD Röhre.


"Über
diesen kann man die Röhre über eine zweite Betriebsspannung"...

Die IN-4 leuchtet so ab 140volt, mit entsprechendem Vorwiderstand erst 
später. Könnte man die Schaltung nicht auch so konstruieren dass immer 
eine Spannung anliegt, für aus 100V und für an 180V? sinnvoll?

Das Muxing läuft jedenfalls wunderbar hier im Testbetrieb. Ich stehe an 
der Stelle zu entscheiden ob ich alles auf einzeltreiber aufbohre oder 
nicht, natürlich möchte ich lange was von den Röhren haben...

Hannes

von Schreiber (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> Würde mir dann mal bitte einer der Nixiekenner erklären, warum
> Glimmlämpchen, die mit 50Hz am Wechselstromnetz betrieben werden,
> Jahrzehnte halten, z.B. im Treppenlichtschalter? Die müssten doch lt.
> eurer Theorie schnell kaputt gehen.

1. Dicke Elektroden,
2. schmerzfreie Benutzer, wenn die Glimmlampe dunkler wird ist es egal
3. möglichst geringer Betriebsstrom
4. nur 50Hz, bei schnellem Multiplexen wird öfter neu gezündet
5. schon mal eine alte Glimmlampe angeschaut? Da ist der Glaskolben von 
innen mit Metall bedampft, im Neuzustand war das noch nicht so

Hannes schrieb:
> Das Muxing läuft jedenfalls wunderbar hier im Testbetrieb.

Kurzfristig wunderbar, langfristig ruiniert es die Röhren.
Definitiv NICHT multiplexen und den höchszulässigen Betriebsstrom auch 
nicht ausnutzen.
PWM zur Helligkeitsregelung ist auch keine gute idee

von Hannes (Gast)


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ok, danke.

Welchen Vorwiderstand und welche Versorgungsspannung würdet du 
empfehlen?

Gruß
Hannes

von Johnny S. (sgt_johnny)


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Die Lebensdauer einer Nixie kann durch Multiplexing verkürzt werden das 
ist klar, fraglich ist jedoch ob das den Benutzer überhaupt tangiert.

Eine Uhr die zb. nur 2-3 Mal pro Woche für ein paar Stunden zur Deko 
betrieben wird würde ich persönlich auch Multiplexen. PWM zur 
Helligkeitsregulierung wird in vielen Nixieprojekten benutzt und is 
praktisch das selbe wie multiplexing.

Grosse, teure Röhren die dauerhaft laufen versehe ich selbstverständlich 
mit Direktbetrieb - aus "Angst"!
Ein Bekannter aus einem Nixieforum hat eine Uhr mit Multiplex seit über 
15 Jahren im Dauerbetrieb und noch keine Röhre aufgrund von 
Multiplex-Schäden ersetzt.


Wielange es dauert bis eine Nixie durch Multiplexing ruiniert ist, ist 
auch in der Nixieszene relativ unbekannt - viel bekannter und wichtiger 
ist zb. bei einer Uhr das man die wenig genuzten Ziffern (Stunden) ab 
und zu "durchlaufen" lässt, da sich sonst vom Dauerbetrieb sogenantes 
"Sputtering" auf den anderen Ziffern ablegt.

Das DDR-Werk RTF sowie die Amerikanischen Firmen Burroughs und National 
Electronics haben zur Nixiezeit spezielle Typen produziert, welche 
explizit für den Multiplexbetrieb designt waren, diese kamen z.b. in 
Rechnern zum Einsatz


Für Multiplexing musst du natürlich den 6fachen Strom anlegen,damit die 
Helligkeit gleichbleibt. Man kann also nicht beim Netzteil stromsparen 
wie die meisten vermuten.


Beim Preis und bei der Verfügbarkeit von IN-4's sehe ich Multiplexing 
jetz nicht so schlimm wiebei IN-18 und konsorten.


Für den Widerstand bei der IN-4 würde ich jetz mal folgendes 
vorschlagen:

Dauerbetrieb:
(Zündspannung-Brennspannung)/Strom = (170V-150V)/2.5mA = 20/0.0025 = 
8kOhm also 8.2kOhm

Mux (1x6)
Strom * 6

20/0.015 = 1.3kOhm, also 1.5kOhm



Last but not least -
6 Ersatz IN-4 kommen günstiger als 2 HV shift-register zur 
Direktsteuerung
Bei IN-8, IN-18 und Co siehts natürlich anders aus.

von MaWin (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> Würde mir dann mal bitte einer der Nixiekenner erklären, warum
> Glimmlämpchen, die mit 50Hz am Wechselstromnetz betrieben werden,
> Jahrzehnte halten

Tun sie leider nicht. Taugen nur als Betriebskontrolle aber nicht als 
Dauerlicht. Was ich schon an kaputten Toilettenlichtschaltern fand...

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