Forum: HF, Funk und Felder Interpretation der Norm: Messung der Störaussendung im Kurzzeitbetrieb


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von Knirps (Gast)


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Hallo

Ich versuche gerade aufzulisten welche EMV Messungen (derzeit nur 
Störaussendung) für mein Produkt relevant sind.

Jetzt ist es aber so, dass mein Produkt nur eine sehr kurze 
Einschaltzeit und eine sehr lange Pausenzeit hat.
Einschaltzeit ca. 5s ein und dann Pausenzeit ≥ 15s

Dieser Verhältnis / Dutycycle sollte auch nicht überschritten werden, da 
sonst der Motor auf dauer zu heiß wird.
Ein Beispiel für ein solches Produkt wäre zum Beispiel ein Motorschloss 
(siehe Bild im Anhang).

Ich weiß noch nicht ob ich über irgendwelchen Grenzwerten bin, aber muss 
ich bei dieser Einschaltdauer (Kurzzeitbetrieb) mein Gerät als 
"Dauerstörgröße (kontinuierliche Störgröße) oder als Diskontinuierliche 
Störgröße betrachten?

Es geht um die Norm "DIN EN 55014-1" - "Elektromagnetische 
Verträglichkeit-
Anforderungen an Haushaltgeräte, Elektrowerkzeuge und ähnliche
Elektrogeräte".

Wäre fein wenn mir jemand dazu einen Input geben könnte.

Danke

Knirps

von B e r n d W. (smiley46)


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Es gibt eine Norm, welche Knackstörungen (click noise) behandelt, die 
Nummer habe ich mir nicht gemerkt. Dabei kann es sich um das Betätigen 
eines Lichtschalters oder um das Zünden einer Gasflamme handeln. Wird 
eine maximale Wiederholrate unterschritten, handelt es sich nicht mehr 
um ein kontinuierliches Störsignal, sondern um diese Knackstörungen. Der 
erlaubte Pegel hängt dann von der Wiederholrate ab.

von Bernd (Gast)


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Knirps schrieb:
> Ich weiß noch nicht ob ich über irgendwelchen Grenzwerten bin, aber muss
> ich bei dieser Einschaltdauer (Kurzzeitbetrieb) mein Gerät als
> "Dauerstörgröße (kontinuierliche Störgröße) oder als Diskontinuierliche
> Störgröße betrachten?

Damit kommst du nicht davon, da hilft nur messen.

Die DIN EN 55014-1 verweist auf die CISPR 14-1 und diese ist (bis auf 
Induktionkochfelder) sehr ähnlich zur EN 55011. Dort werden die 
Grenzwerte für feld- und leistungsgebundene Störungen festgelegt.
Schau' dir die genauen Limits mal an!

Das Bewertungskriterium sind zum eine Spannung (leitungsgebunden) oder 
eine Feldstärke (Feld) in "Quasipeak" und "Average".
Dein Puls-Pause-Verhältnis ist für die Zeitkostanten für einen 
normkonformen Quasipeak-Detektor viel zu lang, d.h. deine Störungen 
werden voll erfasst!

von Knirps (Gast)


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Hallo Bernd(s)!

Danke für die Antworten.

Also die CISPR 14-1 hab ich zur Hand bzw. ist es ja die EN 55014-1.

Die Grenzen raus zu lesen, hab ich natürlich gemacht und ist auch nicht 
das Problem.

Welche Zeiten ein Quasipeak-Detektor, um eine Störung zu erfassen hat, 
hab ich bis jetzt noch nicht gefunden.
Wo sollte dies stehen? Hast du dazu vielleicht ein Stichwort?

Laut Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Quasispitzenwert
Eigentlich sollten mit dem Quasipeak ja eher kontinuierliche 
schmalbandinge Signale stärker bewertet werden als breitbandige.
Bei meinem Antrieb ist es eher ein kurzer Rechteckimpuls (=breitbandig).

Eigentlich müsste man versuchen, die Erfassung des Detektors und den 
"start" meines Antriebes zu synchronisieren, so dass die "Störung" voll 
erfasst werden könnte. Was meint ihr?

Und dann gilt es immer noch zu klären ob dies nun ein Knack ist, und 
deshalb die Grenzen erhöht werden dürfen.

Um weiteren Input wäre ich sehr dankbar.

von Bernd (Gast)


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Knirps schrieb:
> Welche Zeiten ein Quasipeak-Detektor, um eine Störung zu erfassen hat,
> hab ich bis jetzt noch nicht gefunden.
> Wo sollte dies stehen? Hast du dazu vielleicht ein Stichwort?

Das steht wiederum in der CISPR 16-1-1:

Schau mal da:
http://www.schwarzbeck.de/appnotes/EMIRcvrCISPR16.pdf
Seite 12+15.

Konkret: Wir reden hier von Zeitkonstanten:
- 1ms Ladezeit
- 550ms Entladezeit
des Detektors für das C/D Band (d.h. 30MHz...1GHz --> feldgebunden)

von Uwe M. (uwe_mettmann)


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@ Knirps

Bei dem Quasi-Peak-Detektor ist die Messzeit immer 1 Sekunden.

In der CISPR 14 steht doch drin, was eine diskontinuierlich Störung, 
sprich Knackstörung ist und wie man das ermittelt.

Ich würde auch erstmal eine Messung durchführend. Auch wenn das Diagramm 
dann breite Lücken aufweist, kann man doch abschätzen, ob das Gerät 
kritische Störungen aussendet oder nicht.

Wie man dann die richtige Messung durchführt, hängt auch davon ab, was 
bei der ersten Messung rausgekommen ist und welches Messequipment zur 
Verfügung steht.

Welche Messungen sollen denn eigentlich durchgeführt, Funkstörspannung 
und Funkstörleistung?


Gruß

Uwe

von Emv ametek (Gast)


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Bei diesen Kurzzeitstörer haben wir immer Probleme. Grundsätzlich ist es 
kein Kurzzeitstörer bzw knackstörer. Da wir in der emv eine Peak 
Vormessung durchführen können und dein Gerät nicht schneller schalten 
kann, würde ich die Peak messzeit so erhöhen das wir pro Frequenz einen 
Zyklus haben. Das dauert zwar unwarscheinlich lange wäre aber normativ 
der richtige weg. Und ich teste in erster Linie nicht pro Kunde sondern 
pro Norm

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