Welche Drossel brauche ich?

Gast #5123204
Lesenswert?

Hallo zusammen,

zunächst mal Danke für das tolle Forum, habe hier in der Vergangenheit 
viele Infos gefunden, die mir weitergeholfen haben!

Jetzt habe ich folgendes Problem: Ich habe eine LED Außenleuchte eines 
namhaften, deutschen Herstellers, in die mir dummerweise Wasser 
eingedrungen ist (Gummidichtung/Kabeleinführung war ausgerissen). 
Dadurch ist leider der Draht einer eingangsseitigen Drossel auf der 
Netzteilplatine durchoxidiert.

Die Platine is sonst volkommen i.O., da nur diese Drossel, ein 
Widerstand und die 230V Anschlussklemme so platziert sind, dass sie mit 
dem Wasser in Berührung kamen. Daher würde ich mir gerne den Kauf einer 
neuen Lampe für >150 EUR ersparen und lieber für ein paar wenige EUR die 
Drossel tauschen.

Nun habe ich zwar im Studium viel über Grundlagen der Elektrotechnik, 
Elektronik und entsprechend auch Induktivitäten gelernt bzw. auch sonst 
einige Erfahrungen mit Elektronik und v.a. E-Technik, aber mit Details 
zu Glättung und Störfiltern etc. nie beschäftigt und auch nie 
gearbeitet. Erschwerend kommt hinzu, dass ich hier momentan auch nur 
absolute Basisausstattung in Form eines Multimeters (ohne L-C Messung) 
und kein Laborequipment zur Verfügung habe.

==>Kann mir irgendjemand einen Tipp geben, wie ich herausfinde welche 
Drossel ich als Ersatzteil brauche? Nach allem was ich bisher so 
recherchiert habe scheint mir das Ganze eine Glättung der 
Eingangsspannung zu sein, die Wicklungen sind in Reihe zu L bzw. N der 
230V Eingangspannung geschaltet. (Bilder anbei).

Die Aufschrift auf der Drossel lässt sich schwer lesen, aber mit Lupe 
geht es halbwegs:
HARTU 17/13
210153-10

Hierzu finde ich allerdings rein gar nichts im Netz, außer dass HARTU 
ein Hersteller von Induktivitäten ist... An der intakten Wicklung messe 
ich mit dem Multimeter einen ohmschen Widerstand von ca. 90 Ohm. Wenn 
ich halbwegs genau gemessen habe hat das Teil ein Rastermaß von 8mm.

Danke für Eure Unterstützung im Voraus!

Viele Grüße,
Sebastian
Angehängte Dateien:
Gast #5123236
Lesenswert?

Welche Drossel meinst du denn?

Im ersten Bild sehe ich links einen TRafo und rechts eine Drossel.

Das ganze sieht nach Schaltnetzteil für die LED aus. Wenn du Pech hast, 
ist der Wandlertrafo durchgebrannt, eventuell aufgrund eines Defektes 
der Wandlertransistoren. Dass die Drossel  (rechts im Bild) 
durchgebrannt ist, ist unwahrscheinlich.

Ahhh... ich lese gerade Hartu... auf dem Trafo.
Das ist also keine Drossel, sondern ein Trafo.
Ich fürchte, du musst dir das Original-Teil besorgen.
#5123255
Lesenswert?

Der Tip, eine Gleichtaktdrossel aus einem ähnlichen defekten Gerät zu 
nehmen, ist gut, und so lange kann man sie mit 2 Drahstücken 
überbrücken.

Die echte Drossel müsste 2 Spueln haben, gegensinnig gewickelt, im 
selben Anschlussraster für denselben Maximalstrom mit derselben 
Resonenzfrequenz damit die Dämpfung bei der relevanten Freuqenz gleich 
gut ist. So eine wirst du nicht finden.

Eventuell passt 
https://www.pollin.de/p/drossel-tdk-hf2022r-333y0r3-01-250466 irgendwie 
rein.

Alternativ kannst du die vorhandenen Drossel auseinandernehmen, dabei 
Windungsanzahl zählen, und mit neuem Draht neu wicklen, wenn dir der UKW 
Empfang deines Nachbarn wichtig ist..
Gast #5123349
Lesenswert?

Also, Sebastian, lass Dich bitte nicht verwirren.
Da wo HARTU draufsteht, das ist definitiv eine 
Gleichtakt-Entstördrossel. Als Ersatz kannst Du fast alles verwenden, 
was auf die Platine passt.
Gast #5123954
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> wenn dir der UKW
> Empfang deines Nachbarn wichtig ist..

Wer hört denn heute noch UKW.. .:) Spaß beiseite - die Lampe brennt 5 
Minuten im Jahr, weswegen ich auch nicht viel investieren will. Den Rest 
der Zeit ist sie stromlos..

D.h. ich werde mir dann entsprechend des Tipps von "der schreckliche 
Sven" ein von den Dimensionen her passendes Teil organisieren

der schreckliche Sven schrieb:
> Also, Sebastian, lass Dich bitte nicht verwirren.
> Da wo HARTU draufsteht, das ist definitiv eine
> Gleichtakt-Entstördrossel. Als Ersatz kannst Du fast alles verwenden,
> was auf die Platine passt.

Danke "der schreckliche Sven" für's auf den Punkt bringen! Kommt mir, 
wie oben geschrieben, sehr entgegen, dass man das - insbesondere bei der 
gelegentlichen Nutzung - wohl nicht so extrem "wissenschaftlich" 
betrachten muss.

Danke auch für alle anderen Tipps und Hinweise!

Viele Grüße,
Sebastian
#5124044
Lesenswert?

>Dadurch ist leider der Draht einer eingangsseitigen Drossel auf der
>Netzteilplatine durchoxidiert.

Du meinst das letzte Stück Kupferdraht, der von der Spule zum 
Anschlußpin geht?
Wenn dieser Draht von der äuseren Windung kommt, dann kannste ja einfach 
eine Windung abwickeln, und den Draht wieder auf Länge schneiden, Lack 
runterkratzen, neu anlöten.
Die geringe Imbalance der Gesamtdrossel, die wegen der einen fehlenden 
Windung auf einer Wicklung entsteht, sollte nicht weiter stören, bzw. 
dürfte in den sonstigen Toleranzen untergehen.
Wenn der Draht von der inneren windung kommt, isses eher unmöglich. Aber 
wenn nach der Fraßstelle noch ein Kupferdrahtstummel herausgucken 
sollte, könnte man versuchen, den kurzen Stummel mit einem Stückchen 
Draht bis zum Anschlußpin zu verlängern.
Ansonsten könnte man die Drossel auch gleich ganz rausschmeißen, und 
durch zwei Brücken ersetzen - dann wird das ganze Ding aber evtl. zu 
Störstrahler ...
#5124054
Lesenswert?

Jens G. schrieb:

> Wenn dieser Draht von der äuseren Windung kommt, dann kannste ja einfach
> eine Windung abwickeln, und den Draht wieder auf Länge schneiden, Lack
> runterkratzen, neu anlöten.
> Die geringe Imbalance der Gesamtdrossel, die wegen der einen fehlenden
> Windung auf einer Wicklung entsteht, sollte nicht weiter stören,

Doch, das würde sehr stören, weil die Drossel dann nicht mehr symme-
trisch belastet wird und in die Sättigung geht.
#5124346
Lesenswert?

@ Harald Wilhelms (wilhelms)

>Doch, das würde sehr stören, weil die Drossel dann nicht mehr symme-
>trisch belastet wird und in die Sättigung geht.

Hast Du das mal getestet, bzw. kennst die Kerneigenschaften?
Der Kern geht doch nicht sofort in Sättigung, bloß weil da paar Zehntel 
% Differenz sind. Und Differenzen hat man so oder so, wegen 
unvermeidbarer unterschiedlicher Toleranzen/Abweichungen vom Ideal bei 
beiden Spulen.

Mit einer Windung Unterschied zw. beiden Spulen ist ja eigentlich 
daselbe wie eine Spule mit nur einer Windung im Ganzen - ich kann mir 
nicht vorstellen, daß diese Spule damit so schnell in Sättigung gerät 
(auch wenn solche Drosselkerne nicht unbedingt gute 
Sättigungseigenschaften haben sollten).

Aber gut - man kann ja auch noch eine Windung von der anderen Spule 
wegnehmen, dann stimmts wieder.
#5124394
Lesenswert?

Jens G. schrieb:
> Wenn dieser Draht von der äuseren Windung kommt, dann kannste ja einfach
> eine Windung abwickeln, und den Draht wieder auf Länge schneiden, Lack
> runterkratzen, neu anlöten.
> Die geringe Imbalance der Gesamtdrossel, die wegen der einen fehlenden
> Windung auf einer Wicklung entsteht, sollte nicht weiter stören

Na ja, das ist ein Gleichtaktdrossel, die subtraktiv wirkt. Da sollte 
man schon auch von der anderen Wicklung eine Windung abwickeln.
Gast #5124834
Lesenswert?

Ich glaube tatsächlich, dass ich die Variante mit der Brücke wählen 
werde - für die 5 Minuten pro Jahr Betrieb sollte das keine größeren 
Probleme verursachen.

Leider sind nämlich alle Drosseln, die ich finde, von den Anschlüssen / 
Pins 90 Grad verdreht zu dem was ich benötige. D.h. ich müsste das Teil 
quer einbauen und dafür fehlt wiederum der Platz..

Das einzige das ich noch gefunden hatte war so etwas in der Art: 
http://www.ebay.de/itm/Stromkompensierte-Ringkerndrossel-3-5mH-1A-/332103041968?hash=item4d52e243b0:g:jx0AAOxyeR9TH3B4
Erfüllt das auch (einigermaßen) den Zweck? In dieser Bauform wäre ich 
nämlich mit den Anschlüssen flexibel...

Danke und Gruß,
Sebastian
Gast #5125192
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Sehr ungünstig, bringt wnig, ist für viel mehr Strom dafür hat sie
> ien
> viel geringere Induktivität, wird kaum dämpfend wirken.
> Du suchst eine mit dünnerem Draht und merh Windungen.

Ja, suche eher was für 11W (also mit Puffer sagen wir mal 20-50W).. In 
dieser Bauform war allerdings 1A die kleinste, die ich bisher gesehen 
habe.

Sebastian S. schrieb:
> Ziemlich viel Spekulation!
>
> Hast Du mal versucht bei denen anzurufen?
>
> Die haben ihren Sitz in Germanistan.
>
> Es könnte allerdings auch eine kundenspezifische Sache sein.

Nein, noch nicht bei HARTU angerufen - ich befürchte aber auch, dass das 
ein Custom Teil ist. Beim Lampenhersteller möchte man mir mit 
Ersatzteilen (bspw. ganze Platine) nicht helfen.. Man hätte dort aber 
einen Reparaturaervice, der mir gerne einen KVA erstellt....

Ich will allerdings nicht viel ausgeben und hänge im Zweifel die Lampe 
auch defekt wieder hin. Wie gesagt, Licht benötige ich an der Stelle 
eigentlich nicht (Straßenlaterne leuchtet da kräftig hin), daher ist die 
Lampe fast nie in Betrieb. Allerdings muss ich ja den Lampenauslass 
wieder abdecken und außerdem diente die Lampe auch als Abzweigdose für N 
und PE... :)

Gruß,
Sebastian
Gast #5125436
Lesenswert?

Ich versuch's jetzt mal hiermit: 
http://www.ebay.de/itm/20-x-2x16mH-0-2A-Vogt-Ringkern-Entstor-Drossel-Spule-Funkentstordrossel-11Q31-/251272848596?hash=item3a810764d4:g:HqoAAOSw4A5Y0Tya

Die sehen so aus als könnte ich damit was basteln bzw. im Zweifel die 
Drossel samt Lötpins aus dem Gehäuse lösen und verarbeiten. Und im 
schlimmsten Fall habe ich 20 Versuche dafür.. :)

Danke nochmal an alle für die Unterstützung!
#5125469
Lesenswert?

Der schreckliche Sven schrieb:
> Die sind jetzt wiederum nicht geeignet. Die Wicklungen müssten schon
> getrennt sein, weil der Kupferlackdraht die Netzspannung nicht isolieren
> kann.

Keine SELV Schutzisolierung nötig, bloss Funktionsisolierung, dafür 
sollte 2 x Lackschicht reichen auch ohne triple insulated wire. Mamn 
wickelt ja auch die beiden 115V Primärwicklungen eines 230V Trafos in 
eine Kammer.
Gast #5130791
Lesenswert?

Der schreckliche Sven schrieb:
> Die sind jetzt wiederum nicht geeignet. Die Wicklungen müssten schon
> getrennt sein, weil der Kupferlackdraht die Netzspannung nicht isolieren
> kann.

Guter Punkt! Dachte ich hatte da was von 250V gelesen, aber stimmt, 
steht nicht dort - habe wohl einfach zu viele Teile angeschaut und sehe 
den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr... Datenblatt von den alten 
Dingern finde ich auch keines.

Habe mal einen kleinen Test gemacht und es schlägt nicht direkt durch - 
aber in der Tat ist das für Dauerbetrieb vermutlich nichts. Demnach die 
hier wohl leider auch nicht.. 
http://www.ebay.de/itm/Drossel-stromkompensiert-2x10mH-250mA-4295/311762634885?hash=item4896804885%3Ag%3Atg4AAOSwa%7EBYVnfP

Harald W. schrieb:
> Kannst Du nicht einfach ein neues, komplettes Netzteil einbauen?

Hmm, das hat schon eine sehr spezielle Bauform (s. Bilder) und die ist 
auch genau eingepasst - da ist rechts und links und oben und unten kein 
Platz. Das Originalersatzteil (ganze Netzteilplatine) möchte man mir 
(und auch dem Elektrikermeister meines Vertrauens) nicht zusenden. Kommt 
immer nur der Hinweis, dass man die Lampe doch gerne einschicken kann 
und dann einen KVA bekommt...


==> Ich habe jetzt testweise mal zwei 100 Ohm Widerstände statt der 
Spule(n) eingelötet. Dies entspricht recht genau dem Wert, den ich auf 
der intakten Wicklung mit einem halbwegs ordentlichen Multimeter 
gemessen habe. Immerhin weiß ich jetzt, dass die Lampe tatsächlich noch 
funktioniert.

Ansonsten habe ich mir folgendes überlegt (und auch mit obigen Drosseln 
getestet): Wenn ich eine annähernd passende Bauform (klein / flach 
genug) finde, würde ich mir mittels Lochrasterplatine quasi einen 
Adapter bauen. Da hätte ich dann sogar die Möglichkeit noch zwei 
Widerstände mit draufzupacken um mich den ~100 Ohm anzunähern (die 
meisten Drosseln, die ich bisher gesehen habe sind nämlich deutlich 
niederohmiger).

Viele Grüße,
Sebastian
Gast #5130942
Lesenswert?

Wieso weitersuchen?
Du bist doch schon längst fündig geworden:

Sebastian schrieb:
> Ebay-Artikel Nr. 332103041968

Und wenn sie "zu viel" Strom verträgt? WTF?
Es geht wirklich nur darum, für die HF-Spannung, die der kleine 
Übertrager erzeugt, einen hohen Widerstand einzufügen. WIRKLICH!! Sogar 
zwei Stabkernspulen hätten Wirkung. Sei doch nicht so zaghaft. Baue 
endlich irgendwas ein!
#5131298
Lesenswert?

Sebastian schrieb:


> Da hätte ich dann sogar die Möglichkeit noch zwei
> Widerstände mit draufzupacken um mich den ~100 Ohm anzunähern

Das ist Quatsch und macht keinerlei Sinn. Wenn man einen
leistungsschwachen Verrbraucher hat, nimmt man eine Drossel
mit sehr vielen Windungen, weil diese dann eine bessere
Wirkung hat. Als eher unerwünschten Nebeneffekt hat eine
solche Drossel einen hohen Widerstand, den man aber bei
niedrigen Strömen in Kauf nimmt. Deshalb sollte man eine
solche Drossel strommäßig auch nicht überdimensionieren,
weil sie dann eine kleinere Wirkung hat.
Gast #5131451
Lesenswert?

Harald W. schrieb:
> Das ist Quatsch und macht keinerlei Sinn. Wenn man einen
> leistungsschwachen Verrbraucher hat, nimmt man eine Drossel
> mit sehr vielen Windungen, weil diese dann eine bessere
> Wirkung hat. Als eher unerwünschten Nebeneffekt hat eine
> solche Drossel einen hohen Widerstand, den man aber bei
> niedrigen Strömen in Kauf nimmt

Ok, ich hatte zunächst ähnlich gedacht, dann aber auch wiederum 
vermutet, dass ja doch die ganze Auslegung der restlichen Schaltung 
irgendwie auf diesen Werten basiert. Wollte nicht noch weitere Bauteile 
verheizen...
Beitrag #5137392 wurde von einem Moderator gelöscht.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren