Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Elko im Signalweg


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Basti (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,

ich habe mal eine allgemeine Frage. Wieso werden in Audioschaltungen 
immer wieder Elkos verwendet - also im Signalweg in Reihe. Es gibt doch 
mittlerweile Kerkos die gleichwertige Kapazitäten haben. Spricht etwas 
gegen die Verwendung von Kerkos anstatt Elkos?

von M.N. (Gast)


Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Basti schrieb:
> Spricht etwas
> gegen die Verwendung von Kerkos anstatt Elkos?

1. Mikrofonie durch Piezo-Effekt.
2. Sind die meisten analogen Audio-Schaltungen gefühlt 40 Jahre alt: Das 
haben wir schon immer so gemacht, das haben wir noch nie so gemacht...

von Stefan M. (derwisch)


Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Mache Kerkos haben den Nachteil, dass ihre Kapazität sich mit der 
angelegten Spannung ändert.
Das kann im ungüstigen Fall zu Verzerrungen führen, die messbar und 
hörbar sind, also nicht im audiophilen Vodoo Umfeld zu suchen sind...

von Mampf F. (mampf) Benutzerseite


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Basti schrieb:
> Spricht etwas
> gegen die Verwendung von Kerkos anstatt Elkos?

Mikrofonie wurde ja schon genannt ...

Es gibt aber auch Kerkos, die das Audio nicht-linear übertragen.

Bei einem meiner letzten Projekte hab ich am Audio-Ausgang 47µ in 1210 
verwendet und konnte keine Auffälligkeiten feststellen. Das war ein 
Reichelt-üblicher Keramikvielschicht-Kondensator.

Man muss aber auch sagen, dass sich die Technik bezüglich Kerkos und 
Kapazität schon deutlich weiter entwickelt hat die letzten Jahre.

Was wird denn in Smartphones verbaut?

von Old P. (Gast)


Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Smartphone und "Audio" sollte man nie in einem Satz nennen ;-)

Kerko hat Mikrophonie, Kerko ist spannungsnichtlinear, Kerko ist 
temperaturnichtlinear..... (wurde ja alles schon genannt)
In irgendwelchen Brüllwürfeln sind die ok, bei wirklichem Audio nimmt 
man Folienkondensatoren (wenn ein C sich nicht vermeiden lässt) oder zur 
Not auch gute Elkos.

Old-Papa
Im Übrigen gab es schon weit vor 40 Jahren analoge "Audioschaltungen" 
und es gibt auch ganz aktuelle. Der "Hinweis" von M.N. war einfach nur 
Grütze.

von H-G S. (haenschen)


Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Hängt das mit der Ladedauer bzw. mit dem linearen Bereich bei größeren 
Kapazitäten zusammen ?

Es geht ja um niedrige Frequenzen also lange Periodendauer.

von M.N. (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Old P. schrieb:
> Der "Hinweis" von M.N. war einfach nur
> Grütze.

:-(

Vor 40 Jahren gab es aber noch nicht so tolle Kerkos, so dass mann Elkos 
als Koppelkondensatoren verwenden musste.
Es setzt sich kein Ameteur hin und passt seine Schaltung alle 5 Jahre an 
die aktuell verfügbaren Bauteile an. Im kommerziellen Bereich erst recht 
nicht, wenn die Serie läuft und ggf. sogar noch Zertifikate dahinter 
stehen. Bloß nix anfassen!

von Der Zahn der Zeit (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
M.N. schrieb:
> :-(
Dem schließe ich mich an.

Elkos neigen, wie man weiß, zum Austrocknen. Nicht ungewöhnlich sind 
daher prophylaktische Elko-Austauschorgien, hauptsächlich bei im 
professionellen Bereich genutzen, betagteren Geräten.

Die sehr stabilen und praktisch Mikrofonie-losen C0G-Kondensatoren gibt 
es mittlerweile auch bis 0,47 µF (Kemet Goldmax 300), aber billig ist 
das auch nicht. Die Technologie macht auch hier bemerkenswerte 
Fortschritte.

von Basti (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Danke für eure hinweise. Wäre ein 47µF, den gibts schon als smd kerko. 
Ich werde es auf einen Versuch ankommen lassen, das gehäuse ist relativ 
ruhig, da wird es keine großartigen schwingungen geben.

Dankee

von Lurchi (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wirklich störend ist an den billigen keramischen Kondensatoren die 
Mikrophonie. Wie stark das ist, hängt von der Ausführung ab. Auch wenig 
DC Spannung sollte helfen die Mikrophonie klein zu halten.

Sie sind zwar auch nichtlinear und ggf. stark temperaturabhängig, aber 
dass stört bei der Anwendung als Koppelkondensator mit sehr niedriger 
Grenzfrequenz nicht so sehr.

von Der Zahn der Zeit (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Basti schrieb:
> Wäre ein 47µF, den gibts schon als smd kerko.

Nimm die X5., X7.-Kondensatoren. Das sind die drittschlechtesten (was 
durchaus ausreichen kann). Y.. und Z.. ist gar nicht zu empfehlen 
(https://de.wikipedia.org/wiki/Keramikkondensator#Klasse-1-Keramikkondensatoren).

von Yoschka (Gast)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.