Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wenn eine Tri-State Schaltung eine Oder Schaltung ersetzen soll, wie ist das dann mit dem Enable Pin


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von Nano (Gast)


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Wenn eine Tri-State Schaltung eine Oder Schaltung ersetzen soll, wie 
soll dann die Schaltung wissen, wie sie das Enable Pin schalten soll?


Es heißt ja, dass man zwei digitale Ausgänge nicht einfach zusammen 
verbinden soll, da so eine Kurzschlussgefahr besteht. Deswegen gibt es 
das ODER und UND Glied.
Laut WP ist dieses aber langsamer, als eine Tri-State Schaltung, 
weswegen man lieber auf eine Tri-State Schaltung setzen sollte, wenn die 
Schaltung schnell sein soll.


So weit so gut.
Bei Oder hat man 4 Ausgangszustände:
A B | Y
0 0 | 0
0 1 | 1
1 0 | 1
1 1 | 1


Bei A und B = 0 und A und B = 1 ist es egal, wie das Enable Pin einer 
Tri-State Schaltung geschaltet sein soll, es kommt praktisch immer das 
richtige heraus.

Aber wenn A und B verschieden ist, dann ist es nicht mehr egal, wie das 
Enable Pin der Tri-State Schaltung beschaltet sein soll.
Wie löst man also dieses Problem, wenn man einfach eine oder Verknüpfung 
via Tri-State Schaltung realisiert haben will?


Als Schaltung, die diese problematik verdeutlich, habe ich im Circuit 
Simulator mal folgende Schaltung aufgebaut:

http://www.falstad.com/circuit/circuitjs.html?cct=$+1+0.000005+10.20027730826997+50+5+43%0As+192+80+256+80+0+1+false%0Av+112+352+112+80+0+0+40+5+0+0+0.5%0As+192+176+256+176+0+0+false%0Ar+480+240+480+336+0+160%0Aw+112+80+192+80+0%0Aw+192+80+192+176+0%0Aw+256+80+304+80+0%0Aw+256+176+304+176+0%0Aw+480+336+480+352+0%0A180+400+80+496+80+0+0.1+10000000000%0A162+432+352+352+352+1+2.1024259+1+0+0+0.01%0Aw+432+352+480+352+0%0Aw+352+352+112+352+0%0A180+400+176+496+176+0+0.1+10000000000%0AI+352+272+432+272+0+0.5+5%0As+208+272+288+272+0+1+false%0Aw+288+272+352+272+0%0Aw+208+272+192+272+0%0Aw+192+272+192+176+0%0Aw+432+272+448+272+0%0Aw+448+272+448+192+0%0Aw+352+272+352+224+0%0Aw+352+224+416+224+0%0Aw+416+224+416+128+0%0Aw+416+128+448+128+0%0Aw+448+128+448+96+0%0Aw+400+176+384+176+0%0Aw+384+80+400+80+0%0Aw+496+80+496+176+0%0Aw+496+176+496+224+0%0Aw+496+224+480+224+0%0Aw+480+224+480+240+0%0Aw+304+80+384+80+0%0Aw+304+176+384+176+0%0A

Die beiden ersten Schalter stehen für A bzw. B.
Schalter C schaltet das Enable Pin des Tri-State Bausteins.

In dem aktuellen Zustand sind A und B verschieden.
Aber eine OR Verknüpfung gibt bei Verschiedenheit von A und B nur dann, 
wenn für das Enable Pin E gilt:

A B E | Y
0 1 0 | 1
1 0 1 | 1

Wie aber soll die Schaltung das wissen?
Wenn A = 0 und B = 1, dann gibt's z.b. kein Oder, wenn E dann auf 1 
steht.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Laut WP ist dieses aber langsamer, als eine Tri-State Schaltung
Kann ich mir so, wie du das hier geschireben hast, nicht vorstellen. 
Vielleicht kommt es auf den Kontext an, ich kenne den von Dir genannten 
"WP" und seine Werke nicht.

Der dritte Zustand ist weder 0 noch 1. Damit ist deine ganze Überlegung 
und die Tabellen für die Tonne.

Für ein Oder-Gatter mit Tristate-Ausgang gilt:
1
A B E | Y
2
=========
3
- - 0 | x
4
0 0 1 | 0
5
1 0 1 | 1
6
0 1 1 | 1
7
1 1 1 | 1
8
x - - | nicht zulässig
9
- x - | nicht zulässig
10
- - x | nicht zulässig
x ist der dritte Zustand, - bedeutet "egal"

Eine Oder Verknüpfung mit Schaltern geht so:
[code]
         __
VCC o-----  -------+---------o Ausgang
                   |
         __      |
VCC o-----  -------+---[===]---|
[code]

von ui (Gast)


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1. Du meinst Wired-OR und Wired-AND. Es gibt einen Grund warum dies 
nicht einfach UND bzw. ODER heißt. Physik der Hu.... Lies dir am besten 
die Wikipedia Artikel dazu nochmal durch und versteh Sie vor allem.

2. Tri-State kennt 3 Ausgangszustände.

von Nano (Gast)


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Stefan U. schrieb:
>> Laut WP ist dieses aber langsamer, als eine Tri-State Schaltung
> Kann ich mir so, wie du das hier geschireben hast, nicht vorstellen.

Dafür ist ja der Link zum Circuit Simulator da, da sieht man den 
Schaltplan.

> Vielleicht kommt es auf den Kontext an, ich kenne den von Dir genannten
> "WP" und seine Werke nicht.

WP steht für Wikipedia.


>
> Der dritte Zustand ist weder 0 noch 1. Damit ist deine ganze Überlegung
> und die Tabellen für die Tonne.

Auf die Idee bin ich durch folgendes Video gekommen:
https://www.youtube.com/watch?v=X03SlfFg104



> Eine Oder Verknüpfung mit Schaltern geht so:
> [code]
>          ____
> VCC o-----  -------+---------o Ausgang
>                    |
>          __      |
> VCC o-----  -------+---[===]---|
> [code]

Wenn die Schaltern digitale Bausteine währen, dann hätte man aber einen 
Kurzschluss und davor wird im obigen Video und WP Artikel gewarnt.

von Peter D. (peda)


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Nano schrieb:
> Wenn eine Tri-State Schaltung eine Oder Schaltung ersetzen soll

Warum soll sie das, was ist der Hintergrund dieser Frage?

von Nano (Gast)


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Peter D. schrieb:
> Nano schrieb:
>> Wenn eine Tri-State Schaltung eine Oder Schaltung ersetzen soll
>
> Warum soll sie das, was ist der Hintergrund dieser Frage?

Aus der WP:
"Verglichen mit den Wired-And- und Wired-Or-Verknüpfungen ist die 
Tristate-Technologie deutlich schneller, da die Tristate-Technologie 
jeweils einen eigenen Schalttransistor zum Umschalten des Ausgangs auf 
den L-Pegel und auf den H-Pegel besitzt."
https://de.wikipedia.org/wiki/Tri-State

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Nano schrieb:
> Laut WP ist dieses aber langsamer, als eine Tri-State Schaltung,
> weswegen man lieber auf eine Tri-State Schaltung setzen sollte, wenn die
> Schaltung schnell sein soll.

Das bezweifle ich als erstes. Warum sollte ein Tri-State Gatter 
schneller sein als ein simples OR? Wenn ich die Verzögerungszeit des 
CD74HC32(Quad OR) von TI (7ns) mit dem des CD74HC125 (Buffer mit 
Tri-State Ausgang) vergleiche (Input- Output 25ns, Enable-Output 26ns), 
kommt das Gatter viel schneller zum Ergebnis.

Nano schrieb:
> wenn die Schaltern digitale Bausteine währen, dann hätte man aber einen
> Kurzschluss und davor wird im obigen Video und WP Artikel gewarnt.

Da fehlen auch die Dioden, die bei Wired Or und Wired AND dazu gehören, 
um die Ausgänge voneinder zu trennen. Sowas ist aber wirklich langsam 
gegenüber richtigen OR Gattern.

Vllt. ist es an der Zeit, das du uns sagst, was du erreichen willst.

von Nano (Gast)


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ui schrieb:
> 1. Du meinst Wired-OR und Wired-AND. Es gibt einen Grund warum
> dies
> nicht einfach UND bzw. ODER heißt. Physik der Hu.... Lies dir am besten
> die Wikipedia Artikel dazu nochmal durch und versteh Sie vor allem.

So wie ich das verstehe, ist Wired-Or und Wired-And OR bzw. AND mit 
einfachen mitteln.
Als man ICs noch teuer waren, hat man diese Technik vermutlich verstärkt 
benutzt um Kosten zu senken, vermute ich mal.


> 2. Tri-State kennt 3 Ausgangszustände.

Zustimmung.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Ahhh, du meinst also wirklich Wired-OR und -AND. Klar, hier kommt es 
darauf an, wie viel Strom du durch die Dioden und den Pullup/-down 
fliessen lässt. Das ist langsam, wenn man sich im normalen Bereich von 
vllt. 1mA - 10mA bewegt.

von Nano (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> Nano schrieb:
>> wenn die Schaltern digitale Bausteine währen, dann hätte man aber einen
>> Kurzschluss und davor wird im obigen Video und WP Artikel gewarnt.
>
> Da fehlen auch die Dioden, die bei Wired Or und Wired AND dazu gehören,
> um die Ausgänge voneinder zu trennen. Sowas ist aber wirklich langsam
> gegenüber richtigen OR Gattern.

Ja, das wird damit wohl im WP Artikel gemeint gewesen sein.

>
> Vllt. ist es an der Zeit, das du uns sagst, was du erreichen willst.

Eigentlich bringe ich mir gerade bei, wozu Tri-State gut ist und wofür 
man es nutzen kann.

Die obigen Überlegungen ergaben sich aus dem WP Artikel und dem Video. 
Also bspw. Wired-Or mit Tri-State zu ersetzen.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Nano schrieb:
> Also bspw. Wired-Or mit Tri-State zu ersetzen.
Sicher nicht aus Geschwindigkeitsgründen. Wie o.a., schlägt ein echtes 
OR Gatter das Tristate um etwa Faktor 3.
Wired OR hat nun mal keine Push Pull Endstufe, sondern eine Hälfte des 
Ausgangs wird vom Pulldown gebildet. Der Rest sind die beiden Dioden, 
die schnell sein müssten. Aber bei Wired-OR kommt es auf Kosten und 
Bauteile an. Denn es braucht keine Betriebsspannung, keinen weiteren IC, 
sondern eben nur 3 einfache Bauteile - für den Preis des 
Spannungsabfalls über den Dioden und die Schaltzeit dieser Kerlchen.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Eigentlich bringe ich mir gerade bei, wozu Tri-State gut ist und
> wofür man es nutzen kann.

Man benutzt Tristate Ausgänge, wenn man mehrere parallel schalten will 
von denen aber immer nur einer gleichzeitig aktiv ist. Zum Beispiel 
teilen sich mehrere Bus-Teilnehmer die Leitungen vom SPI Bus. Der Master 
spricht immer nur mit einem Slave, die anderen Slaves müssen sich "tot 
stellen". Das heisst, die schalten ihren Ausgang hochohmig.

von michael_ (Gast)


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Das sind verschiedene Anwendungsgebiete.
Schau dir den 7406 an.
Ich glaub der geht bis 30V. Ein Tristate geht nur mit der Spannung der 
Logikfamilie.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Nano schrieb:
> Aus der WP:
> "Verglichen mit den Wired-And- und Wired-Or-Verknüpfungen ist die
> Tristate-Technologie deutlich schneller, da die Tristate-Technologie
> jeweils einen eigenen Schalttransistor zum Umschalten des Ausgangs auf
> den L-Pegel und auf den H-Pegel besitzt."
> https://de.wikipedia.org/wiki/Tri-State

Das ist hanebüchener Unsinn. Wired-OR kann man mit Tristate-Logik nicht 
vergleichen, weil das ganz verschiedene Dinge sind. Bei Wired-X 
Verknüpfungen steuern mehrere Ausgänge die gleiche Leitung 
gleichzeitig. Tristate-Ausgänge verwendet man hingegen, wenn mehrere 
Ausgänge die gleiche Leitung abwechselnd treiben sollen.

Das Argument mit der Geschwindigkeit gehört eigentlich zum Thema "Open- 
Kollektor vs. Gegentakt-Ausgänge".

Nano schrieb:
>> Vllt. ist es an der Zeit, das du uns sagst, was du erreichen willst.
>
> Eigentlich bringe ich mir gerade bei, wozu Tri-State gut ist und wofür
> man es nutzen kann.

Wie der Name schon sagt: ein Tristate-Logikausgang kann nicht nur die 
beiden Zustände H oder L annehmen, sondern noch einen dritten (daher 
"tri") Zustand: hochohmig. Und man braucht es, wenn eine Leitung für den 
Datentransport in verschiedenen Richtungen benutzt wird. Bspw. die 
Datenleitungen in einem Computerbus. Je nachdem, ob die CPU schreibt 
oder liest, muß entweder die CPU die Datenleitungen treiben (beim 
Schreiben) oder der Speicher/das IO-Gerät von dem gelesen wird. Alle 
Geräte sind dabei an die gleichen Leitungen angeschlossen, aber nur eins 
davon ist nicht im hochohmigen Zustand.

von MaWin (Gast)


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Nano schrieb:
> Laut WP ist dieses aber langsamer, als eine Tri-State Schaltung,
> weswegen man lieber auf eine Tri-State Schaltung setzen sollte, wenn die
> Schaltung schnell sein soll.

Unsinn. Das steht dort nicht. Das steht dort:

Nano schrieb:
> "Verglichen mit den Wired-And- und Wired-Or-Verknüpfungen ist die
> Tristate-Technologie deutlich schneller, da die Tristate-Technologie
> jeweils einen eigenen Schalttransistor zum Umschalten des Ausgangs auf
> den L-Pegel und auf den H-Pegel besitzt."

TriStateAnd ist schneller als wired and, also zwei oder mehr open 
collector oder open drain Ausgänge zusammen an einem pull up widerstand. 
Ein echtes AND ist jedoch immer noch schneller.

Vergiss also dein "hach ich muss so schnell sein ich machs besser als 
alle anderen".

Zudem kann mam eine einfache wired and Schaltung
1
          +5V
2
           |
3
           R
4
           |        
5
           +---+--- SignalA*SignalB
6
           |   |
7
SignalA --|<   |
8
           |E  |
9
SignalB ---(--|<
10
           |   |E
11
          GND GND
Nicht so einfach auf TriStateAnd umbauen, denn bei TriStateAnd muss 
immer ein Ausgang aktiv sein. Das erfordert bei den üblichen ENABLE low 
Eingängen einen zusätzlichen Inverter.
1
SignalA --------|>------+
2
                 o      |
3
                 |      +-- SignalA*SignalB
4
SignalB ---+-|>o-+      |
5
           |            |
6
           o            |
7
GND ------|>------------+

von Nano (Gast)


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Stefan U. schrieb:
>> Eigentlich bringe ich mir gerade bei, wozu Tri-State gut ist und
>> wofür man es nutzen kann.
>
> Man benutzt Tristate Ausgänge, wenn man mehrere parallel schalten will
> von denen aber immer nur einer gleichzeitig aktiv ist. Zum Beispiel
> teilen sich mehrere Bus-Teilnehmer die Leitungen vom SPI Bus. Der Master
> spricht immer nur mit einem Slave, die anderen Slaves müssen sich "tot
> stellen". Das heisst, die schalten ihren Ausgang hochohmig.

Danke für die Antwort. Habe es inzwischen auch gelesen.

Ich denke ich werde mir ein paar 74HC244 Octal Buffer/liner driver 
3-state nicht invertierend kaufen.

Haben die invertierenden 74HC240 irgendeinen Vorteil gegenüber den 
74HC244, oder anders gefragt, warum sollte man das Bussignal 
invertieren?
So einen Slave damit am Bus Ein und Ausschalten kann ich ja mit beiden, 
aber warum sollte man das Signal auf dem Bus invertiert übertragen?

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Nano schrieb:
> Ich denke ich werde mir ein paar 74HC244 Octal Buffer/liner driver
> 3-state nicht invertierend kaufen.

Warum? Wenn ums Spielen geht, ist ein 74xx125/126 vermutlich sinnvoller. 
Denn da hast du einen separaten Enable-Anschluß für jeden 
Tristate-Ausgang statt immer nur für Vierergruppen.

> Haben die invertierenden 74HC240 irgendeinen Vorteil gegenüber den
> 74HC244

Unsinnige Frage. Welchen Vorteil haben blaue Turnschuhe gegenüber roten? 
Es sind beides Schuhe. Nur eben einmal blau und einmal rot. Du hast die 
Auswahl. Nimm das, was für die konkrete Anwendung besser paßt.

> oder anders gefragt, warum sollte man das Bussignal invertieren?

Warum nicht? Kommt doch auf den Bus an. Anscheinend hat es invertierende 
Busse gegeben, sonst gäbe es keine Treiber dafür.

von michael_ (Gast)


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Nano schrieb:
> Haben die invertierenden 74HC240 irgendeinen Vorteil gegenüber den
> 74HC244, oder anders gefragt, warum sollte man das Bussignal
> invertieren?

Das ist historisch bedingt.
Die invertierenden waren eher da, sie haben einfacheren Aufbau und etwas 
geringere Schaltzeiten.
Dann war jede Rechnerbaugruppe gepuffert. Am Ausgang wie am Eingang.
Deshalb ist die Negierung Nebensache.

von Nano (Gast)


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Axel S. schrieb:
> Nano schrieb:
>> Ich denke ich werde mir ein paar 74HC244 Octal Buffer/liner driver
>> 3-state nicht invertierend kaufen.
>
> Warum? Wenn ums Spielen geht, ist ein 74xx125/126 vermutlich sinnvoller.
> Denn da hast du einen separaten Enable-Anschluß für jeden
> Tristate-Ausgang statt immer nur für Vierergruppen.

Könnte man einen 74xx125 nicht auch durch ein schlichtes 74HC08 Quad AND 
Gate ersetzen?
So rein logisch betrachtet, wäre das ja das gleiche, auch wenn es anders 
funktioniert oder hätte man da die Kurzschlussproblematik?

>
>> oder anders gefragt, warum sollte man das Bussignal invertieren?
>
> Warum nicht? Kommt doch auf den Bus an. Anscheinend hat es invertierende
> Busse gegeben, sonst gäbe es keine Treiber dafür.

Also ich finde nicht invertierend sinnvoller, denn das ist eine 
Fehlerquelle weniger.

von Nano (Gast)


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michael_ schrieb:
> Nano schrieb:
>> Haben die invertierenden 74HC240 irgendeinen Vorteil gegenüber den
>> 74HC244, oder anders gefragt, warum sollte man das Bussignal
>> invertieren?
>
> Das ist historisch bedingt.
> Die invertierenden waren eher da, sie haben einfacheren Aufbau und etwas
> geringere Schaltzeiten.
> Dann war jede Rechnerbaugruppe gepuffert. Am Ausgang wie am Eingang.
> Deshalb ist die Negierung Nebensache.

Danke für die Antwort.

Wenn die Schaltzeiten aber geringer sind, dann könnten die ja wiederum 
Sinn machen.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Nano schrieb:
> Also ich finde nicht invertierend sinnvoller, denn das ist eine
> Fehlerquelle weniger.

Das ist für die Profis, die damals mit merkwürdigsten Speichern und 
Peripherie zu tun hatten, ein Klacks. Nur eine Stilblüte aus der Zeit 
ist z.B. der invertierende 16*4 bit Speicher 74LS189...
Da freut sich die CPU, wenn der Buffer gleich das Invertieren übernimmt.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Der 74HC08 hat KEINE Tristate Ausgänge und keinen Enable Eingang. Damit 
kannst du die Funktion von Tristate gattern nicht ausprobieren.

von Nano (Gast)


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Stefan U. schrieb:
> Der 74HC08 hat KEINE Tristate Ausgänge und keinen Enable Eingang.
> Damit
> kannst du die Funktion von Tristate gattern nicht ausprobieren.

Dass der kein Tristate hat ist schon klar, allerdings kommt logisch 
betrachtet ja das gleiche raus.

Wenn ich 4 Leitungen via Tristate einzeln durchschalten kann, dann 
könnte man auch genauso gut das selbe mit einem AND Gatter pro Leitung 
erreichen, denn das Gatter wird ja auch einzeln auf HIGH geschaltet.

Beispiel, 2 Leitungen:

A1 E1  O1
0  0 = Z (hochohmig)
1  0 = Z
0  1 = 0
1  1 = 1

A2 E2  O2
0  0 = Z (hochohmig)
1  0 = Z
0  1 = 0
1  1 = 1

vs.
A1 B1  O1
0  0 = 0
0  1 = 0
1  0 = 0
1  1 = 1

A2 B2  O2
0  0 = 0
0  1 = 0
1  0 = 0
1  1 = 1


Ein hochohmiges Z muss man eh mit einem pull-down oder pull-up 
Widerstand gerade biegen, damit man irgend einen definierten Zustand am 
nächsten Logik IC hat.
Insofern ist das eh ein low.

Und das hat man ja auch beim AND Gatter.
Soll das AND Gatter durchschalten, so wie eben beim Tri-State, wenn man 
das Enable setzt, dann setzt man einfach den zweiten Eingang auf HIGH.
Der zweite Eingang eines AND Gatters entspricht somit dem Enable Pin des 
Tri-State Bausteins.


Legt man alle Ausgangsleitungen des Tri-State auf eine einzige Leitung, 
also z.b. weil das ein 1 Bit Bus ist, dann muss bei diesem IC ja eh alle 
Tri-States unabhängig einzeln schalten und dann sicher stellen, dass 
nicht zwei Tri-States zur gleichen Zeit eingeschaltet sind, damit es am 
Bus keinen Konflikt gibt.
Mit dem AND erreicht man das gleiche, gesetzt denn Fall, das der 
durchgeschaltete AND mit seinem HIGH, alle anderen LOWs überschreibt und 
dabei kein kurzschluss erzeugt wird.

Ist die ganze Sache invertierend, dann geht es natürlich nicht.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Insofern ist das eh ein low.

Nur, wenn du da einen Pull-Down Widerstand dran hängst. Bei einem 
Pull-Up Widerstand wäre e High.

Wenn der definierte Zustand aber nur durch den Widerstand zustande 
kommt, hast du wieder den Geschwindigkeits-Nachteil.

: Bearbeitet durch User
von michael_ (Gast)


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Nano schrieb:
> Mit dem AND erreicht man das gleiche, gesetzt denn Fall, das der
> durchgeschaltete AND mit seinem HIGH, alle anderen LOWs überschreibt und
> dabei kein kurzschluss erzeugt wird.

Das nennt man Datenkämpfen.
Warum willst du mit Krampf irgendwas machen?
Es gibt doch viele schöne Bausteine für jeden Zweck.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Das wollte ich auch gerade fragen. Der gesamte Gedankengang ist von 
hinten durch die Brust und dazu auch noch vollkommen überflüssig.

Ich kann auch mit einem Flugzeug zum nächsten Bäcker fahren, wenn ich 
unbedingt will.

von Nano (Gast)


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Stefan U. schrieb:
>> Insofern ist das eh ein low.
>
> Nur, wenn du da einen Pull-Down Widerstand dran hängst. Bei einem
> Pull-Up Widerstand wäre e High.

Da hast du natürlich recht. Mein Fehler.

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Nano schrieb:
> Axel S. schrieb:
>> Nano schrieb:
>>> Ich denke ich werde mir ein paar 74HC244 Octal Buffer/liner driver
>>> 3-state nicht invertierend kaufen.
>>
>> Warum? Wenn ums Spielen geht, ist ein 74xx125/126 vermutlich sinnvoller.
>> Denn da hast du einen separaten Enable-Anschluß für jeden
>> Tristate-Ausgang statt immer nur für Vierergruppen.
>
> Könnte man einen 74xx125 nicht auch durch ein schlichtes 74HC08 Quad AND
> Gate ersetzen?

Nein?

> So rein logisch betrachtet, wäre das ja das gleiche

Nein!

Nano schrieb:
> Ein hochohmiges Z muss man eh mit einem pull-down oder pull-up
> Widerstand gerade biegen

Nein!

Der Sinn und Zweck des hochohmigen Zustands besteht darin, hochohmig zu 
sein. Da gibt es genau gar nichts "gerade zu biegen".

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