Hallo
leider bin ich ein Mathematiknoob - das möchte ich gerne ändern.
Die Ursachen dafür sind vielfältig und liegen in der Kindheit und
Jugend:
Eine Mischung aus Faulheit, einen schlechten Lehrer (als es kompliziert
und wichtig wurde und wichtige Grundlagen hätten gelegt werden müssen)
und wohl auch einer recht ausgeprägten irgendwie angeborenen (gibt es
das tatsächlich ?) Mathematikschwäche - zumindest in verschiedenen
Teilbereichen der Mathematik.
Trotzdem Ausbildung zum Energieelektroniker erfolgreich bestanden (ist
schon mehr als 25 Jahre her), aktiver Hobbyelektroniker und sogar
erschreckender Weise in der "Alltagsmathematik" besser und
interessierter als viele in meinen direkten Bekanntenkreis und
Arbeitsumfeld.
Jetzt möchte ich aber aus rein privaten Gründen (Hobby und auch "just
for Fun") mehr können und verstehen - z.B. um die Feinheiten der
Regelungstechnik zu verstehen, um nur aus Spaß an der Sache zu berechnen
nach welcher Zeit ein Kondensator welche Spannung bei einen bestimmten
Strom hat (ein Beispiel - bitte nicht jetzt speziell darauf eingehen)
usw. - aber eben wirklich "richtig" verstehen und nicht nur eine
Anleitung was ich im Taschenrechner eintippen muss...
Tja und gleich mal, nur mal als Beispiel versucht heraus zu finden was
Integrieren ist:
Die Antwort auf den verschiedensten Seiten ist in etwa "Umkehrung des
Differenzierens" ... Geil jetzt ist alles Klar... oder eben auch nicht !
Also was ist Differenzieren?
Da wird mir irgendwas über Ableitungen(?) Funktionen, verschieden Regeln
-Produkt.., Potenz-... erzählt.
Super, ganz einfach und selbsterklärend... ;-) (Das ist Ironisch gemeint
- nur so als Info für die Mathematik Nerds). Von manchen
Begrifflichkeiten habe ich wenigsten schon mal was gehört, aber
trotzdem...
Also wie (wieder) neu anfangen aber eben nur aus Hobbyinteresse, mit
Erklärungen aus der Praxis heraus (möglichst E-Technik Bereich und
Physikalische Gegebenheiten aus dem Alltag) und nicht als rein
abstrakten "Zahlen- und Buchstabenspielereien" wie es wohl noch immer
Methode in der Schulischen (egal ob Kinder oder Erwachsene) Bildung ist.
Welche Bücher, Online Kurse (aber keine kostenpflichtige und / oder
welche wo irgend eine Art von Fremder Kontrolle oder auch nur
andeutungsweise Leistungsdruck besteht - also reine autodidaktische
vollkommen anonymes lernen), Video Tutorials usw. könntet ihr mir
empfehlen?
Wenn ich mir mein Beitrag durchlese klingt das sogar für mich etwas
trollig - aber ist ganz ehrlich vollkommen Ernst gemeint und soll bitte
keine Startrampe sein um über Fleiß, Anspruchsdenken, das
Bildungssystem, den Sinn und Unsinn von Leistungsdruck usw. zu
diskutieren, geschweige denn über Mathematiknoobs, aber auch nicht über
Mathematiknerds her zu ziehen.
Danke!
Wenn du so ein viel wissen willst, würde ich mal eine Fortbildung
belegen, z.B. Volkshochschule und nicht am Freitag hier trollen.
Das würde für das Forum sonst auch viel zu umfangreich werden.
Einzelfragen zu beantworten wären wohl kein Problem.
> Gutes Mathelexikon
Bronstein, Semendjajew:
https://www.amazon.de/Taschenbuch-Mathematik-Bronstein-Ilja-N/dp/3808557893ABER Das ist wirklich rein zum Nachschlagen wenn man Details vergessen
hat. Es taugt absolut nicht als Lehrbuch und ist nicht dafür gemacht.
Wenn man nicht zumindest die Grundlagen eines Bereiches gelernt hat ist
das Ding nutzlos.
Was Mathe Lexika betrifft, ist es einfach, obwohl es sehr
unterschiedliche Niveaus gibt. Über die Büchersuche im Internet kann man
in die Bücher reinschauen und erkennt schnell, was man lesen kann und
was nicht.
Bei den elektrotechnischen Fachbüchern zu Teilgebieten kann man wissen,
dass etwas ältere gute Fachbücher die Mathematik weniger abstrakt
formalisiert verwenden. Zinke, Brunswig: Hochfrequenztechnik ist zum
Beispiel sehr gut lesbar.
Es gibt viele Fachbücher von Fachschulniveau bis Fachhochschulneiveau,
die die verwendete Mathematik gut anwendungsbezogen mit erklären. Da
kann man mit leichterer Kost beginnen und sich rauf arbeiten. Auch ier:
vorher reinschauen.
Ich borge mir gerne Bücher in Büchereien aus und kaufe sie erst, wenn
ich sicher bin, dass ich sie intensiv längere Zeit durcharbeiten will
und kann.
Viel Erfolg
Für die Vertiefung von Mathematik musst du schon einige Zeit einplanen,
dass kommt nicht von heute auf morgen.
Das hängt mit dem Gehirn zusammen, wo die aufgenommen Informationen
langsam sacken und mathematisch-logische Strukturen bilden.
Wenn du zum Beispiel heute die Funktion siehst e^(j * pi) + 1 = 0,
dann siehst du erst mal vielleicht nicht, dass es eine zyklische
Funktion ist mit dem Radius 1 (Einheitskreis in der komplexen Ebene) und
dass j = wurzel(-1) gar nicht mal so relevant an dem Zusammenhang ist.
Das kommt dann mit der Zeit, je weiter es zurückliegt nach der
Ersterfassung und wie oft man das anwenden musste.
Genauso auch mit e^(j*x) = cos(x) + j * sin(x). Hier siehst du auf den
ersten Blick auch nicht, dass der Betrag |e^(j*x)| auch immer 1 und was
mit Frequenz auch zu tun haben könnte. Mit x = 2*pi*t z.B.
Erst die Anwendung am konkreten Fall und das Erleben der Mathematik in
der Praxis, als auch die Herleitung und die Grundlagen der Theorie
ergeben im Wechselspiel brauchbare mathematische Werkzeuge, um damit,
wie es dein Anliegen ist, konkrete elektrotechnische Probleme zu lösen.
Das Problem mit den klassischen Schulbüchern ist, dass diese nicht
wirklich auf Selbststudium ausgelegt sind. Zumindest nicht wenn du ohne
Vorwissen an die Sache herangehen musst.
Ich hatte mir vor ein paar Jahren die Telekolleg-Bücher gekauft, die
Sendungen gab es damals noch aus dem Esel, ich weiß nicht ob diese
überhaupt noch im Fernsehen übertragen werden. Die sind zwar teilweise
aus den 70er Jahren, aber an der Mathematik hat sich seitdem zumindest
in dem Bereich nichts geändert. Auf die Sendungen ist man aber nicht
angewiesen, so als Auflockerung und Einführung in einen neuen Abschnitt
aber nicht schlecht.
Ich hatte drei Bücher durchgearbeitet:
- Analysis: Folgen und Grenzwerte (quasi als Einstieg)
- Analysis: Integralrechnung
- Analysis: Differentialrechnung
wenn du richtig einfache und kurze erklärungen willst, dann kann ich dir
den youtube kanal "simple maths" empfehlen.
hier wäre ein video zu ableitungen also zum differenzieren:
https://www.youtube.com/watch?v=4L9s2GHZCq0
der kanal macht mathe videos zu themen aus dem abitur und dem ersten
semester, die zwar mathematisch teilweise nicht korrekt sind und auch
ziemlich kindisch, aber viele unfähige abiturienten kamen damit immerhin
durchs mathe abi und können ableitungen bilden und integrieren, was ja
fürs bestehen das matheabis reicht.
wenn du gar keine ahnung von integralen, ableitungen, matrizen, dgl's
und und und hast, dann würde ich an deiner stelle mit diesem kanal
anfangen und mir irgendwoher ableitungs- und integralaufgaben besorgen
und diese lösen.
erst danach würde ich mit dem autodidaktischen lernen aus
mathematikbüchern anfangen, da die bücher meist für leser ausgelegt
sind, die den abiturstoff der mathematik zumindest grob beherrschen.
Hallo
danke für die verschiedenen Empfehlungen und Links - insbesondere der
Hinweis zum youtube kanal "simple maths" ist für mich sehr Hilfreich.
Hansi auch wenn du diesen etwas kritisch siehst ist dieser Kanal perfekt
für mich als Mathenoob geeignet - vor allem weil er auch erklärt was man
jeweils an Vorwissen benötigt - und was du als Kindisch bezeichnest
kommt mir zwar auch etwas anbiedernd für die eigentliche Zielgruppe vor
- aber andererseits kann es mir (und auch anderen) alten Säcken nicht
schaden einen Einblick in die Welt und Denkweise "der" Jugendlichen zu
erhalten.
Ich möchte der Gemeinschaft und den anderen Mathenoobs etwas (nur
indirekt aber...) zurückgeben:
http://www.fernstudium-wiwi.de/einfuehrung-in-die-differenzialrechnung/
Bei meiner Suche guter Tutorials bin ich auf den angegeben Link getosten
wo, so finde ich, auf sehr verständlicher Weise einen Erwachsenen
Publikum erklärt wird wie man in die Differentialrechnung einsteigt - so
müssten Mathebücher für neugierige und (noch) "Mathematikdumme" ;-)
Erwachsene wie mich (noch) geschrieben werden.
Nummerus Nixus
Seht mal was ich gefunden habe auf der Seite mit den o.g. Link:
http://www.fernstudium-wiwi.de/informatik-fernstudium/
Master Embedded Systems Fernstudium für 12.936,- Euro. Bezahlt so was
auch die ARGE als Erstqualifikation?
Embedder schrieb:> Master Embedded Systems Fernstudium für 12.936,- Euro. Bezahlt so was> auch die ARGE als Erstqualifikation?
Das bezahlt wohl eher ein Arbeitgeber (anteilig) als Fortbildung.
Bei Nachfragen nach Büchern, Videos, Anleitungen usw. gibt es ein
Problem welches häufig übersehen wird:
Nach einem Klavierkonzert sprach ein begeisterter Zuhörer den
Klaviervirtuosen an und sagte: „Ich würde einmal in meinem Leben so
Klavier spielen können wie Sie! Was muß ich geben, damit ich auch so
spielen kann wie Sie?“ Der Meister sagte: „Ihr Leben.“
Hallo nochmal
...ein begeisterter Zuhörer den Klaviervirtuosen an und...
na ja der ->Virtuose<- hat sicherlich recht aber ich, wie wohl auch der
Großteil der anderen Hobby- und selbst Professionellen E-Techniker, auch
mit Ing. Titel, wollen es sicherlich nicht mit einen Mathematiker
aufnehmen oder neue Formeln (gibt es das heute überhaupt noch ?)
entwickeln, sondern sind schon froh das sie den , oft schon sehr alten
"Kram", einigermaßen verstehen und anwenden können.
Und das kann man mit viel Fleiß, Training, guten (!) und
verständlichen(!) Anleitungen und Erklärungen tatsächlich erlernen wie
ich gerade feststelle.
Dafür braucht es schon einige Zeit und viel Fleiß - aber ein ganzes
Leben ist dann doch bei weiten nicht notwendig.
Eigentlich hätte das ja umfassen in der Schule (und Universität?- War
nie an einer) geschehen sollen - aber: Persönlicher Fleiß.. gute
Erklärungen...(und damit auch wirkliches Interesse)...
Damals (hier die 80er Jahre bis in den ganz frühen 90er) gab es leider
nicht die vielen guten Erklärvideos und Möglichkeit auch mal "dumm" bei
sehr vielen die es wirklich Wissen nachzufragen, besonders ab den 7/8
Schuljahr wurden insbesondere die Mathelehrer (-innen waren bei uns da
sehr selten bzw. gar nicht vorhanden) immer größere Ar..lö..er die kein
Interesse hatten Einzelne gezielt zu fordern und(!) fördern - da sieht
es heute selbst mit einen schlechten Lehrer und später persönlicher
Einsicht (eventuell auch nur Zwang wegen einer Prüfung) deutlich besser
aus: Aus der Vielfalt von Onlinelehrgängen, (Online)-literatur, Fragen
anderer und Videotutorials kann man sich eigentlich immer das
heraussuchen was einen ganz perönlich an verständlichsten die
Sachverhalte aufführt - auch werden oft schwierige Beispiele aus der
Schul- und "echten" Praxis vorgerechnet und erklärt was man dafür an
Wissen benötigt und sinnvolle Hinweise gegeben wie und wo man dieses
Wissen auffrischt bzw. vorfindet - leider ist(war?) so ein Vorgehen bei
Lehrern in den höheren Jahrgängen alles andere als selbstverständlich...
Nummerus Nixus
Bernd W. schrieb:> Hallo Tobias.>> Tobias P. schrieb:>>> Ich hab meine Zusammenfassungen aus dem Bac. hochgeladen. Ist nicht>> perfekt und teilweise fehlen Dinge. Beim jetzigen AG brauche ich die>> Zusammenfassung manchmal und korrigiere/erweitere sie. Kannst ja mal>> rein schauen.>>>>> https://hb9fsx.ch/wordpress/wp-content/plugins/download-attachments/includes/download.php?id=18>> Ich bin nicht der TO, aber trozdem bedanke ich mich herzlich.>> Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic> http://www.l02.de
Hi Bernd
danke :-) ich möchte an dieser Stelle aber nochmals darauf Hinweisen,
dass das Doc. zum Teil recht alt ist und ich mir bewusst bin, dass es
zum Teil sehr hemdsärmelig geschrieben ist. Auch ist es sicher möglich,
dass der ein- oder andere Fehler noch drin ist.
Übrigens bin ich auch wie der TO der Meinung, dass ein Beispiel immer
gut ist, um etwas zu verdeutlichen. Wenn ich sowas lernen will, dann
interessiere ich mich meist zuerst für die Beispiele und schaue erst
hinterher die Beweise an. Die finde ich auch immer wichtig, da ich
selten gerne einfach etwas glauben möchte ;-) aber für viele Beweise und
Erklärungen fehlt mir das Wissen, weil man das vmtl. einfach nur im
Mathematikstudium lernt.
Nummerus Nixus schrieb:> Dafür braucht es schon einige Zeit und viel Fleiß - aber ein ganzes> Leben ist dann doch bei weiten nicht notwendig.
Die Metapher des Virtuosen soll hauptsächlich eines aussagen. Nur „Übung
macht den Meister“. Um Klavier spielen zu können reicht es eben nicht
aus nur die Noten zu lernen.
Das ein ganzes Leben bei weitem nicht notwendig ist, kann ich so nicht
bestätigen. Das Feld der Mathematik (auch das der Ingenieurmathematik)
ist schier unendlich. Je mehr du darüber weißt um so mehr weißt du, das
du eigentlich nichts weißt. Ich selbst entdecke nach 30 Jahren täglicher
Ingenieurmathematik immer noch wundervolle neue faszinierende
mathematische Gebiete.
> auch mit Ing. Titel, wollen es sicherlich nicht mit einen Mathematiker> aufnehmen oder neue Formeln (gibt es das heute überhaupt noch ?)
Ich würde es nicht „neue Formeln“ nennen, sondern mathematische Beweise,
mathematische Theorien, Transformationen usw. Und ja, es gibt sie noch!
Eine sehr spannende Geschichte ist der Beweis [1] des „Großen
fermatschen Satzes“ von Andrew Wiles 1993/1994. Willes hat sich dazu 7
Jahre zurückgezogen und sich für die Beweisführung, in für ihn selbst
noch unbekannte Theorien einarbeiten, müssen.
[1] http://math.stanford.edu/~lekheng/flt/wiles.pdf
Joe G. schrieb:> Eine sehr spannende Geschichte ist der Beweis [1] des „Großen> fermatschen Satzes“ von Andrew Wiles 1993/1994. Willes hat sich dazu 7> Jahre zurückgezogen und sich für die Beweisführung, in für ihn selbst> noch unbekannte Theorien einarbeiten, müssen.>> [1] http://math.stanford.edu/~lekheng/flt/wiles.pdf
nett, das Paper. Ich verstehe höchstens 50%. Du alles? ich bin
beeindruckt! da sind Dinge drin, die man als Ingenieur leider nie lernt.
Joe G. schrieb:> Tobias P. schrieb:>> Ich verstehe höchstens 50%. Du alles?>> Netter Versuch :-) Den Beweis führte Andrew Wiles in einer ganzen> Vortragsreihe. Wenn dich jedoch eine verständliche Form interessiert,> lies einfach dieses Paper.>> http://didaktik.mathematik.hu-berlin.de/files/fermat.pdf
War kein Versuch. Ich habs überflogen. Kann auch gut sein, dass es noch
weniger ist! aber elliptische Kurven kommen zB. vor. Die kenn ich ein
bisschen ?