Hallo,
ich will in einem 50 Jahre alten Haus das Bad renovieren. Es sind schon
zwei Lagen Fließen auf der Wand (Farbton Grün-Braun, wer auch immer auf
solche Ideen kommt).
Bisher war ich der Meinung dass die einzige Methode wäre die Fließen
runter zu klopfen und dann neue drauf. Mein Vater hat sich mit einem
Fließenleger unterhalten der meinte das führt sicher zu einem unebenen
Untergrund den man erst mal aufwändig eben kriegen muss. Und hat
empfohlen besser eine dritte Lage Fließen aufzukleben. Außer die 2. Lage
wäre nur geklebt, dann könnte man die zweite Lage entfernen und die
neuen Flißen auf die 1.Lage kleben.
Wie finde ich raus ob die 2.Lage geklebt oder anders befestigt ist? War
wären die anderen Möglichkeiten wenn die nicht geklebt wurden?
Was ist eure Meinung? 3.Lage? Oder runter klopfen und darauf hoffen dass
der Untergrund dann doch eben genug ist?
Vielen Dank für Eure Ratschläge!
>Warum solche Fragen in solch einem Forum?
Für mehr ist das Forum doch eh nicht zu gebrauchen.
Eine Fließe (wo man es nicht sicht [hinterm Schrank etc.]), entfernen
und Verbindungsreste anschauen.
Gruß J
>>Bad-Renovierung: Fließen runter klopfen oder 3.Lage drauf kleben?
Das Bad wird über die Jahre immer kleiner....
In zweitausend Jahren wird man aber die 100 verschiedenen Fliessenmuster
der unterschiedlichen Lagen in Epochen einordnen und daraus wertvolle
Erkenntnisse zur Zeitgeschichte gewinnen.
> In zweitausend Jahren wird man aber die 100 verschiedenen Fliessenmuster> der unterschiedlichen Lagen in Epochen einordnen
Diese Assoziation hatte ich tatsächlich, beim runter reißen der 5 Lagen
Tapete in einem anderen Raum. Man konnte die Moden der 60er bis 90er
zurück verfolgen, in umgekehrter Reihenfolge...
??? schrieb:> Warum solche Fragen in solch einem Forum?
Wen nicht mal Fliese richtig schreiben kann, hält sich aus einem
Fachforum lieber raus, dort wird er sonst angemacht als ob er Widerstand
im Elektronikforum schreiben würde, obwohl selbst Pollin (sic!) das in
seinem aktuellen Katalog schreibt (S.336 221405 - 221418, immerhin,
online offenbar ein Rechtschreibkorrekturprogramm eingesetzt)
Was sind "Fließen"?
Die Keramikplatten aus dem Bad heißen "Fliesen" und reimen sich auf
"Friesen".
--
Sofern das Bad nicht irgendwann zu klein wird, kann man beliebig oft
Fliese-auf-Fliese kleben.
Vorteile:
- Anständiger, ebener Untergrund bereits vorhanden
- deutlich weniger Aufwand (keine Schuttabfuhr, weniger Dreck)
Nachteile:
- Steigender Platzbedarf (Bad wird immer kleiner, d.h. auch
Fensteröffnungen etc.)
- Sieht an Übergängen von nichtgefliesten Flächen zu gefliesten Flächen
in einer Ebene mies aus
- sieht bei eingefliesten Badewannen o.ä. richtig mies aus
asd schrieb:> Wie finde ich raus ob die 2.Lage geklebt oder anders befestigt ist?
Wie außer mit Fliesenkleber sollte die zweite Lage befestigt sein?
Teppichklebeband? Angeschraubt?
Die erste Lage kann im Dickbett gefliest sein, aber das geht nicht
Fliese-auf-Fliese.
Bis Ende der 80er Jahren wurden die Fließen direkt auf die rohe Wand
gefliest. D.h. Es war ein Mörtel der auf die Fliese geworfen wurde, und
dann an die Wand kam. Merkt man gut, wenn man in einer Fuge bohrt, das
dahinter ein Hohlraum ist. Meist hält dieser Mörtel besser an der Fliese
als an der Wand. Ich habe vor ca. 5 Jahren mein Bad renoviert, da habe
ich es bemerkt.
Wenn du die Fliesen komplett runter machst, brauchst du wohl einen
Gipser, der die Wände verputzt. Du solltest zuerst mal testen, wie
Tragfähig die alten Fliesen an deiner Wand sind. (Wenn du darauf Fliesen
willst)
Kurzum: Hau die Dinger herunter und wenn Du nicht verputzen klannst,
falls größere Verputzarbeiten notwendig sind, dann bringe
Styrotur-Platten ordentlich an. Kannst dann direkt draufkleben.
Bei großen Fliesen z. Bspl. 30x60 usw., wird eine saubere und gerade
Fläche benötigt. Zwei Lagen Fliesen, nicht ratsam!
asd schrieb:> Was ist eure Meinung?
Zusätzlich zu den Aussagen der Vorposter hier meine Meinung als
Immobilienbesitzer und Selbermacher mit jahrzehntelanger Erfahrung,
direkt und unverblümt:
Drüberkleben wird gerne beispielsweise in Mietmolochen praktiziert, weil
das schnell, billig und ohne viel Dreck und Lärm (Ärger mit den
Nachbarn) möglich ist. Würde ich persönlich aber nie machen, einfach aus
folgenden Gründen:
- Es ist letztlich nur Kosmetik - Warum kauft Ihr Euch nicht einfach
einen Kübel Fliesenfarbe und malt drüber, wenn es Euch nur ums Aussehen
geht? Ist noch billiger und mit noch weniger Aufwand verbunden als
Überfliesen.
- Die Haftwirkung der alten Fliesen auf dem Untergrund besteht
erfahrungsgemäß auch nicht ewig; bei Fliesen, die ca. in den 60ern
geklebt wurden, ist diese immer noch i. A. recht hoch, bei
80er-Jahre-Fliesen o. ä. würde ich mich aber nicht so ohne Weiteres
darauf verlassen, dass diese noch weiterhin ein paar Jahrzehnte an der
Wand kleben bleiben => Mit jeder Lage steigt das Risiko, dass sich der
ganze Klapperadatsch von der Wand löst (Nein, die zum Überkleben
eingesetzten Kleber bilden in sich keine stabile, tragfähige,
übertragende Schicht, sondern verlassen sich auf die Stabilität des
Untergrunds.
- Wenn die Rohrinstallation 50 Jahre alt ist, würde ich alleine schon
aus diesem Grund die Wand aufmachen und zumindest die Installation
gründlich inspizieren (persönlich würde ich zumindest die
Wasserzuleitungen in jedem Fall erneuern, da es sich dann dabei
vermutlich um Stahlrohr handelt und das schlichtweg nicht ewig hält
(bzw. seine statistische Lebensdauer schon überschritten hat - und
insbesondere verdeckte Wasserschäden, die erst nach einer gewissen Zeit
auffallen, werden sehr schnell sehr aufwändig, teuer und u. U.
gesundheitsgefährdend)).
- Ja, zum Fliesen braucht man einen ebenen Untergrund. Aber: Gegenfrage:
Ist der jetzige Untergrund tatsächlich eben (und im Idealfall sogar
senkrecht)? Ausbessern auf bestehenden Fliesen wird nix.
- Ja, das Herstellen eines ebenen Untergrunds, welcher sich zum
Verfliesen eignet, kostet Material und Arbeitszeit und -kraft. Und: Er
wird nach dem Abklopfen der Fliesen in jedem Fall uneben sein (Je
nachdem kann man sich noch überlegen (bzw. hängt es davon ab, was sich
wo löst), ob man die erste Kleberschicht (die ersten Fliesen wurden im
Dickbettverfahren verlegt) beibehält und nur eben überspachtelt oder
diese komplett entfernt und eine neue Putzschicht als Untergrund für die
neuen Fliesen aufzieht).
- Wo liegen die Feuchtbereiche? Ist hier keine Veränderung geplant?
Heute ist es üblich bzw. vorgeschrieben, im Bad noch eine
Wassersperrschicht (komme gerade nicht auf den Namen) zwischen Fliesen
und Untergrund einzubauen - auf dem Boden und z. B. im Duschbereich auch
an der Wand -, da man irgendwann festgestellt hat, dass die Fugen nicht
wasserdicht sind (!). Finde ich sinnvoll, und würde ich auch in jedem
Fall machen - siehe oben; ein versteckter Feuchtigkeitsschaden ist sehr
unschön.
- Bei einem selbst genutzten Haus hat man sehr große Freiheiten bei der
Renovierung. Klar, es macht Dreck, Staub, Lärm, und das Bad fällt für
eine Zeit aus, aber außer diesen reinen Komfortaspekten gibt es nichts,
was einen zum Pfuschen (sprich, Überkleben/Kosmetik) zwingt, statt es
gleich richtig zu machen. In einer Mietwohnung o. ä. sieht die Sache
wieder etwas anders aus, klar - aber wie gesagt, nichts hält ewig.
Mit anderen Worten: Wenn Euch Euer Fliesenleger nicht auch in dieser
Hinsicht entsprechend beraten hat, sondern nur das Überkleben vorschlug,
ist es ein Pfuscher.
> - Die Haftwirkung der alten Fliesen auf dem Untergrund besteht> erfahrungsgemäß auch nicht ewig; bei Fliesen, die ca. in den 60ern> geklebt wurden, ist diese immer noch i. A. recht hoch, bei> 80er-Jahre-Fliesen o. ä. würde ich mich aber nicht so ohne Weiteres> darauf verlassen, dass diese noch weiterhin ein paar Jahrzehnte an der> Wand kleben bleiben => Mit jeder Lage steigt das Risiko, dass sich der> ganze Klapperadatsch von der Wand lost
Hmm... das ist natürlich ein gutes Argument gegen die dritte Lage.
Weil du gefragt hast: eigenes Haus, und es soll die nächsten 50 Jahre
halten (d.h. es soll vernünftig gemacht warden)
> - Wenn die Rohrinstallation 50 Jahre alt ist, würde ich alleine schon> aus diesem Grund die Wand aufmachen
Es sollen neue Wasserrohre rein, das ist überhaupt der Hauptgrund das
Bad neu zu machen.
> - Ja, zum Fliesen braucht man einen ebenen Untergrund. Aber: Gegenfrage:> Ist der jetzige Untergrund tatsächlich eben
Muss ich mal checken.
> Bis Ende der 80er Jahren wurden die Fließen direkt auf die rohe Wand> gefliest. D.h. Es war ein Mörtel der auf die Fliese geworfen wurde, und> Dann an die Wand kam. Merkt man gut, wenn man in einer Fuge bohrt, das> dahinter ein Hohlraum ist. Meist hält dieser Mörtel besser an der Fliese> als an der Wand.
Als ich mal einen Dübel in die Wand gesetzt habe habe ich bemerkt dass
ein Hohraum war zwischen erster und zweiter Schicht, nicht zwischen
zwischen Wand und erster Schicht.
(Solche unklarheiten wären aber ein weiteres Argument alles bis zu
Ziegelwand runter zu klopfen)
> Kurzum: Hau die Dinger herunter und wenn Du nicht verputzen klannst,> falls größere Verputzarbeiten notwendig sind, dann bringe> Styrotur-Platten ordentlich an. Kannst dann direkt draufkleben.
Diese Platten kenne ich nur als dicke Platten zur Isolierung. Wie dick
müsste ich mir die Version vorstellen die den ebenen Untergrund für die
Fliesen dar stellt?
> Bei großen Fliesen z. Bspl. 30x60 usw., wird eine saubere und gerade> Fläche benötigt. Zwei Lagen Fliesen, nicht ratsam!
An diese Größe hatte ich gedacht weil dann weniger Fugen anfallen die
schwierig sauber zu machen sind.
Vielen Dank an alle für die Tipps.
asd schrieb:> Es sollen neue Wasserrohre rein, das ist überhaupt der Hauptgrund das> Bad neu zu machen.
Und der Fliesenleger schlägt trotzdem vor drüber zu kleben? Wie stellt
der sich das vor? Da wo ungefähr die alten Rohre liegen mit der
Mausersäge Schlitze in zwei Lagen Fliesen und Wand sägen und hoffen die
Rohre zu treffen?
Denn mit dem Bohrhammer die Rohre freilegen führt zu anständig Bruch bei
den Fliesen. Danach kann er breite Streifen gelockerte und zertrümmerter
alter Fliesen ausbessern, nur damit er eine dritte Lage drüber kleben
kann.
Ist doch Pfusch.
> dritte Lage drüber kleben
Auf eine krumme Wand noch buckligere Fliesen kleben? Man könnte auch
frisch putzen oder notfalls über grünen Gipskarton nachdenken falls ein
moderne Hinterwandinstallation ins Spiel kommt. Mal da fragen:
http://www.bau.net/index.php
asd schrieb:> eigenes Haus, und es soll die nächsten 50 Jahre> halten (d.h. es soll vernünftig gemacht warden)
Wie kommt man dann auf die Idee, 3 Schichten anzubringen ? Weil es in 50
Jahren dann 6 sind ?
asd schrieb:> An diese Größe hatte ich gedacht weil dann weniger Fugen anfallen die> schwierig sauber zu machen sind.
Klar, man hat heute gelernt, Feinsteinzeug auch in grossen Platten
halbwegs eben zu bekommen. Der Hersteller freut sich, du zahlst dann
mehr Verschnitt. Fugen sind auch Dehnfugen, d.h wenn die Wand einen
anderen Wärmeausdehnungskoeffizienten hat als die Fliese, dann dehnt
sich die Fuge und reisst nicht die Fliese. Das wird bei grösseren
Platten immer schwerer für die Fliese.
Toni Tester schrieb:> Ja, zum Fliesen braucht man einen ebenen Untergrund.
Nicht wirklich. Mörtelbett.
Wenn du die Fliesen ersetzen musst weil du die Rohre neu machen willst,
ist ja eventuell nicht das ganze Bad betroffen. Vielleicht nur 1 Wand.
Da kann es lohnend sein, sich Gedanken zu machen, ob der Rest so in
Ordnung ist und so bleiben kann. Es ist nicht verboten, in einem Bad 2
unterschiedliche Wände zu haben. Man muss auch nicht fliesen, man kann
Mosaik legen, Glasplatten anbringen, Stucco Lustro spachteln lassen,
Granit oder Marmor anbringen, hinterleuchtetes Plexiglas oder
Trespa-Platten anbringen, es gibt viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten für
ein Bad als dir der Fliesenhandel weis machen will.
Toni Tester schrieb:> - Es ist letztlich nur Kosmetik - Warum kauft Ihr Euch nicht einfach> einen Kübel Fliesenfarbe und malt drüber, wenn es Euch nur ums Aussehen> geht? Ist noch billiger und mit noch weniger Aufwand verbunden als> Überfliesen.
Die Antwort ist einfach: Geld.
Die Entfernung der alten Fliesen und Aufbringen eines Mörtelbetts dürfte
länger dauern als das eigentliche Verlegen der neuen Fliesen, womit sich
die Gesamtkosten quasi verdoppeln.
Wir haben nur zwei winzigkleine Badezimmer á 3,5 m² (ja, sind wirklich
so sauklein). Die vergangenes Jahr erfolgte Komplettrenovierung (alte
Rohrinstallationen raus, neue rein, Wand- und Bodenfliesen neu -aber
größtenteils übergeklebt-, Sanitärobjekte neu kostete geschmeidige
17.000 €... In einer ländlichen Gegend wohlgemerkt, keine Großstadt. Und
ja, wir haben uns mehrere Angebote machen lassen. Die Fliesen mit
Verlegung machten davon ca. 7.500 € aus. Von meiner Idee, die
vorhandenen Fliesen abzuschlagen bin ich ganz schnell weggekommen.
Im übrigen kann man froh sein, wenn sich für solche 'Kleinaufträge' über
poppelige 7.500 € überhaupt irgendein Handwerker findet. Mit soetwas
geben die sich momentan nämlich gar nicht ab. Zum ersten Mal saß ich im
April mit den Handwerksmeistern zusammen und als Starttermin wurde
Anfang August bestimmt. Am Tag, an dem es eigentlich losgehen sollte,
ruft mich der Vogel an und meint, wir müßten es um drei Wochen
verschieben. Da ich so schnell keinen Ersatz auftreiben konnte, willigte
ich wohl oder übel ein.
Zur Frage des TO: auf jeden Fall die 3. Lage Fliesen draufkleben! Am
besten mit Tapetenkleister, Silikon ist zu teuer.
Erst ab 7 Lagen Fliesen, 12 Lagen Tapete oder 87 Farbanstrichen
übereinander wird es so richtig wohnlich. Dann fällt auch nicht mehr
auf, wenn in den 50er Jahren mal ein Maurer mit eingeputzt wurde.
Nennt mir die Anzahl eurer Anstriche übereinander und ich weiß mehr über
euch, als euch lieb ist!
Das ist nämlich ne grundsätzliche Lebenseinstellung. Wer sowas macht,
mogelt sich auch anderweitig nur durchs Leben.
Pfusch, so weit das Auge reicht! schrieb:> 7 Lagen Fliesen
Nun würde mich interessieren, wie Schalter und Steckdosen dort montiert
sind. So lang ist kein normaler Draht. Das wird interessant.
Pfusch, so weit das Auge reicht! schrieb:> Das ist nämlich ne grundsätzliche Lebenseinstellung. Wer sowas macht,> mogelt sich auch anderweitig nur durchs Leben.
Unsinn, immer Aufwand und Nutzen einrechnen.
Auch wenn man den alten Putz bis auf das Mauerwerk abhackt und neu
verputzt, ist es nicht glatter als die alten Fliesen.
Wenn es nicht Plaste oder Glasfliesen sind, würde ich die zwei Lagen
drunterlassen.
Fliesen kleben ist kein Hexenwerk. Das kriegt man gut selbst hin.
Aber Fliesen ins Vollbett setzen, das sollte man gelernt haben.
michael_ schrieb:> Auch wenn man den alten Putz bis auf das Mauerwerk abhackt und neu> verputzt, ist es nicht glatter als die alten Fliesen.
Kommt ganz darauf an. Grüner Gipskarton geht schnell und wird meist
gerade. Putzen dauert länger. Viel Feuchtigkeit braucht Zeit. Frage ist
auch wie es dahinter aussieht ...
Auch wenn der Gipskarton grün ist, ich traue dem Zeug nicht mit der Luft
dahinter.
Das ist nichts für die nächsten 50 Jahre.
Höchstens 15 Jahre.
Und ist dicker als 3 Schichten Fliesen.
michael_ schrieb:> 3 Schichten Fliesen
Das kann nicht dein Ernst sein. Ferner auch nicht der des Fliesenlegers.
Überall seh ich solchen Mist. 15 Lagen Dachpappe, nur weil das
Draufklatschen so schön einfach ist...
Das sind die selben Leute, die auch anderweitig immer nur so tun, als
ob. Daß sie das selbst gar nicht mehr erkennen, bestätigt nur die Dauer
dieses erbärmlichen Zustands.
Dann bleibt nur noch, viel Spaß bei der dritten Lage Fliesen zu
wünschen. Ist ja Freitag, was will man erwarten?
Hi
ich habe mittlerweile 2 Altbauten als Laie saniert, bin aber nie auf die
Idee gekommen 2 Lagen Fliesen übereinander zu kleben. So etwas machen
vielleicht Mieter, aber keine Eigentümer. Und wenn man dann noch neue
Leitungen verlegen will, sollte man das zum Anlaß nehmen, das auch
ordentlich zu machen.
Auch ich als Laie haben eine krumme Altbauwand topeben neu verputzen
können. Man benötigt dazu nur Putzprofile. Diese werden mit Putz auf die
Wand geklebt und dann mit der Wasserwaage (1m) und Richtlatte
ausgerichtet. Die Abstände der Putzprofile sollten max. der Hälfte der
Länge der Richtlatte entsprechen, so daß man immer 3 Putzprofile unter
der Richtlatte beim Ausrichten hat. So bekommt man die Wand auch in
horizontaler Richtung absolut gerade. Anschließend kann man den Putz
(das draufklatschen muß geübt werden ;-) ) topeben auf der Wand mit der
Richtlatte abziehen.
Früher wurden Wänder frei Hand verputzt. Daher sehen die Wände von
Altbauten entsprechend aus. Mangels flexiblen Fliesenkleber (den es
damals nicht gab) hat man dann die Fliesen mit Mörtel direkt auf das
Mauerwerk geklebt (Dickbett). So macht das heute kein Mensch mehr.
Grünen Gipskarton als Grundlage kann man nehmen, ist aber in meinen
Augen auch Pfusch, obwohl das von den heutigen "Fachkräften" gerne
gemacht wird.
Ich habe die Baddecke damals (25 Jahre her) mit grünen Gipskarton
abgehängt. Die Platte ist heute imer noch absolut in Ordnung. Als
Fliesenunterlage würde ich es trotzdem nicht nehmen. Ausnahme: Leichte
Stellwände, die mit Gipskarton erstellt werden. Da geht es nicht anders
(dann aber doppelte Platten).
Gruß
Andreas
Markus schrieb:> Fliesen mit Verlegung machten davon ca. 7.500 € aus
Es gibt in der Baubranche klar definierte Preise, zu denen eine Firma
die andere beauftragt, eine Wohnungsbaugesellschaft den Handwerker ruft
oder ein Bauunternehmer den Subunternehmer einstellt: Das sind ca. 55
EUR/Stunde beim Fliesenleger oder 30 EUR/m2.
Da Fliesen ca. 20 EUR/m2 kosten und 2 Bäder a 3.5m2 zu 2x5x2x2x2 = 80 x
(30+20) = 4000 EUR führen, hat man euch ca. das doppelte von dem
abgenommen was es kosten darf und den eigenen Gewinn mal eben
verzehnfacht.
MaWin schrieb:> Da Fliesen ca. 20 EUR/m2 kosten und 2 Bäder a 3.5m2 zu 2x5x2x2x2 = 80 x> (30+20) = 4000 EUR führen, hat man euch ca. das doppelte von dem> abgenommen was es kosten darf und den eigenen Gewinn mal eben> verzehnfacht.
Der Markt gibts aktuell her, gebaut wird wie blöde, auch wenn man noch
die übelste Ranzklitsche beauftragen muss damit der eigene Wunschtraum
vermeintlich zeitnah umgesetzt wird. Ein privater Laie ist da gefundenes
Fressen um einen Kleinauftrag etwas gewinnorientierter zu bepreisen, so
nach dem Motto "Friss oder Stirb".
Sowas schreibt man bei myhammer oder ähnlichen Portalen rein und lässt
sich entsprechende Angebote kommen.
Das ist ja keine große Aktion da ein paar Fliesen an die Wand zu kleben.
Abknattern kann man die alten doch selber. Macht Spaß :-)
Wir haben auch Fliese auf Fliese geklebt. Das muss kein Pfusch sein und
ist in manchen Szenarien sogar die bessere Alternative.
Wichtig ist allerdings die Untergrundvorbereitung. Wo ständige
Feuchtigkeit zu erwarten ist (z.B. in der Duschecke), sollte die untere
Lage mit Flüssigfolie abgedichtet werden, damit die Feuchtigkeit keine
Chance hat, ins Mauerwerk einzudringen.
Zu überklebende Fliesen müssen speziell bei Wänden mit Haftgrund
vorbehandelt werden, damit der Fliesnkleber darauf hält.
Wir haben ausserdem zwecks Schallisolierung eine Schicht Dämmplatten
zwischen die Fliesenschichten gesetzt, also untere
Fliese-Haftgrund-Fliesenkleber-Dämmplatte-Fliesenkleber-obere Fliese.
Wie alles richtig gemacht wird, lässt sich in DIY Videos bei Youtube
herausfinden.
Die Entfernung der alten Fliesen hätte lt. Kostenvoranschlag mit
Vorbereitung (Gipsen etc) doppelt so viel gekostet, wie wir letztendlich
für die gesamte Badrenovierung gezahlt haben.
Oliver S. schrieb:> Drähte mit Wagos strecken
ALTE, kurze Drähte? Wenn die Frau dann Fön und den Heizer ansteckt ...
Könnte man tun, ist aber "wenig zukunftsorientiert" ausgebrannte Dosen
zu flicken. Außerdem haben Frauen stets neue Wünsche und es würde mich
wundern, wenn im Bad schon alles am rechen Fleck ist.
Oliver S. schrieb:> ein paar Fliesen an die Wand zu kleben
Wir kennen den Tatort bisher nicht! Wir wissen nicht wie krumm die Wand
ist und in welchen Zustand die Installation ist. Wahrscheinlich pappt er
heute neue Fliesen drauf und nächste Woche wird was undicht ...
Noch ein Tipp für Feucht- und Nassräume. Wenn Trockenbau, dann nicht die
grünen Gipskarton-Platten, sondern zementgebundene Faserplatten (z.B.
Aquapanel) verwenden. Die sind wasserfest und schimmelresistent und
halten dann auch 50 Jahre.
Gruß Jay
Der größte Nachteil am Fliesen entfernen:
Es macht Dreck.
(niedriger WAF)
Der größte Vorteil:
Mann darf Dreck machen und mit der Hilti rumfuchtel.
(niedriger WAF, dafür aber Spaß)
Definitiv die fliesen neu aufbringen und nicht einfach überkleben.
Man kann durch das Aufbringen in mehreren Schichten langfristig eine
Menge Geld sparen: Dadurch verkleinert sich nach und nach die
Grundfläche des Raumes und dadurch sinkt natürlich auch die Miete.
Weiterhin verrringert sich die Gefahr von Elektrounfällen, da die Adern
in den Wanddosen nun so kurz sind, daß man keine Steckdosen mehr
anklemmen kann. Weil man keinen Handwerker beauftragen will und man
selbst Alles ohnehin besser kann (zumindest mit Schnauze), spart man
wieder Geld, so daß man sogar für das Wohnzimmer eine Lage Fliesen rund
um die Schrankwand anbringen kann.
Man sieht: Nur Vorteile
MfG Paul
Leroy M. schrieb:>> Der größte Vorteil:>> Mann darf Dreck machen und mit der Hilti rumfuchtel.> (niedriger WAF, dafür aber Spaß)>
Macht wirklich Spaß (nachdem ich mich mit Hammer und Meißel 3min pro
Fliese rumgequält habe). Allerdings würde ich keine Hilti dafür nehmen
(die gehen dabei nämlich auch kaputt), sondern einen dicken
Elektromeißel leihen.
Das Ganze dauert dann ratz fatz 1h.
Gruß
Andreas