Stephan schrieb:
> Ochjo schrieb:
>> Beispiel:
>> ...
>> Beispiel2:
>>...
>> Beispiel3:
>>...
>
> Seeehr cool, danke. Hast Du eine Quelle für mehr Beispiele und
> Berechnungsgrundlagen?
Nein. Das waren Beispiele aus der Praxis.
Konkret läuft das so (Beispiel Schaltregler):
Man hat einen Peak bei der EMV-Abstrahlung, beispielsweise um 100MHz.
Durch kreatives probieren stellt man fest, ein Schaltregler ist schuld.
Außerdem stellt man fest: Abgestrahlt wird das über die Zuleitung,
asymmetrisch (also nur an +).
Abhilfe ist z.B: ein PI-Filter aus Kerkos und Bead vor dem Regler. Bei
100MHz braucht man Kondensatoren, die bei 100MHz noch leitend sind
(kuckt man Frequenzgang im Datenblatt). 1nF COG sind da oft noch gut, µF
oder 100nF oft nicht mehr.
Das Bead kann ein 600E @ 100MHz sein, oder auch weniger. Wichtig ist ein
scharfer Blick auf den Frequenzgang - Ferrite gibt mit stark
unterschiedlichen Eigenschaften. Man muss schon einen herauspicken, der
auch günstig für den Bereich ist. Wie hochohmig das sein muss, ist in
der Praxis eher herumprobiererei.
Aber man sieht schon: Dass man eine Maßnahme setzen kann, setzt schon
voraus, dass man Quelle, Art und Frequenzbereich der Störung kennt.
Exakt Berechnen tut man da nicht so viel.
Präventive Maßnahmen beruhen dann meistens auf Erfahrung. Ich empfehle
dazu: Selber messen, oder die Messungen begleiten. Und nicht nur Peaks
bekämpfen, die über dem Grenzwert sind, sondern allen nennenswerten
nachgehen.
Was "Kontraproduktiv" angeht:
Ein sinnloses Filer kostet Geld und hat einen Spannungsabfall / verzerrt
oder dämpft das Signal etwas und verkompliziert das Layout.
PS:
Billiger als EMV-Maßnahmen ist ein gescheites Layout. Das bringt
wirklich viel.