Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Leistungsregelung an Heizdraht


von Andi R. (icephoenix)


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Hallo,

ich wollte einen Heizdraht in der Leistung stufenlos regeln. Dazu dachte 
ich an Leistungsmessung mit einem Microcontroller und einen PID Regler 
um die Spannung zu regeln. Der Heizdraht hat die maximale Heizleistung 
bei 24V.

Jetzt fallen mir da spontan drei Möglichkeiten ein:
1: Stabilisiertes 24V Schaltnetzteil, 7805 für Microcontrollerspannung, 
Regelung der Leistung mit PWM

2: Verwendung eines Ringkerntrafos, Phasenanschnitt an der Primärseite, 
Leistungsmessung auf der Sekundärseite und Regelung mit Mikrocontroller

3: Verwendung eines Ringkerntrafos, Phasenanschnitt an der 
Sekundärseite, Leistungsmessung und Regelung auch mit Mikrocontroller

Die Frage ist nun, welche Möglichkeit die sinnvollste ist. Ich hätte ja 
spontan gesagt Nr. 2, weil durch die primärseitige Regelung die Verluste 
geringer sind, aber Phasenanschnitt und Trafo soll ja so ne Sache sein. 
Bei Nr. 1 ist das Problem, dass die meisten Schaltnetzteile PWM nicht so 
sehr mögen...

Vielleicht habt ihr ja auch noch ne andere Idee :)

Edit: Hab gerade gesehen, dass das Thema eher in "Schaltungstechnik" 
gepasst hätte, kann ich aber nicht mehr verschieben. Sry deswegen

von MaWin (Gast)


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A. R. schrieb:
> Frage ist nun, welche Möglichkeit die sinnvollste ist.

Sicher 1, mit Schaltnetzteil damit die Stromaufnahme bei abgeschaltetem 
Heizdraht gering bleibt.

3 wird von manchen Lötkolbenstationen verwendet.

2 nie, zu aufwändig, du brauchst noch selbstanlaufende Elektronik auf 
Primärseite.

Eher 4: 5V Netzteil versorgt Regelung, die schaltet per TRIAC einen 24V 
Trafo in Pulspaket wie für Hrizungen ab 75W vorgeschrieben.

von Spannungsteiler (Gast)


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Heizelemente regelt man nicht mit veränderter Spannung,
sondern mit Nominalspannung aber mit Wellenpaketsteuerung
(auf AC Seite, Deine NR2) oder Pulsweitenmodulation PWM
auf der DC Seite, dein Punkt 1.

Beide lassen sich sehr komfortabel mit µC Steuern.

von Ingo L. (corrtexx)


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A. R. schrieb:
> einen PID Regler
Ein gemächlicher PI-Regler dürfte reichen. Denk an die Wärmekapazität, 
die ist meist recht groß, somit darf der Regler gern langsam sein.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Oder wiedermal die übliche Verwirrung Regelung vs Steuerung?

von Ingo L. (corrtexx)


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H.Joachim S. schrieb:
> Oder wiedermal die übliche Verwirrung Regelung vs Steuerung?
Denke mal das man hier tatsächlich eine Regelung ohne Probleme machen 
kann

von Guest (Gast)


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Ingo L. schrieb:
> Ein gemächlicher PI-Regler dürfte reichen. Denk an die Wärmekapazität,
> die ist meist recht groß, somit darf der Regler gern langsam sein.

Eher nicht, da es sich um einen Heizdraht handelt.

von Erich (Gast)


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Wie soll denn der Heizdraht geregelt (!?) werden wenn eine 
Istwert-Rückführung fehlt?
https://www.sbz-monteur.de/2013/08/22/worin-besteht-der-unterschied-zwischen-steuern-und-regeln/

von Ingo L. (corrtexx)


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Guest schrieb:
> Eher nicht, da es sich um einen Heizdraht handelt.
Ah ok, dann lieber doch einen sauschnellen PID-Regler, der die 
Temperatur innerhalb 1ms auf den Sollwert regelt. OMG

Erich schrieb:
> Wie soll denn der Heizdraht geregelt (!?) werden wenn eine
> Istwert-Rückführung fehlt?
Interessant das du weisst das sie fehlt. Der TE sprach von einer 
Regelung, folglich muss eine Istwerterfassung vorhanden sein und wenn es 
der TE selber ist der die Temperatur mit der Hand misst und an einem 
Poti per Hand nachdreht ist es eine Regelung

von Stephan (Gast)


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Da Heute am Freitag meine Glaskugel vom TÜV kam, sehe ich folgendes:
Der TO kennt den Unterschied zwischen Regler und Steller nicht. Er will 
Styropor mit dem Draht schneiden und braucht daher versch. Temperaturen 
für versch. dickes Material. Daher wäre eine Spannungsregelung die 
einfachste Variante. Ob Linear, PWM oder Schaltregler ist 
Geschmackssache.

Beitrag #5136389 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Ingo L. (corrtexx)


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Stephan schrieb:
> Daher wäre eine Spannungsregelung die
> einfachste Variante.
Und warum willst du dann die Spannung regeln? Es scheint du kennst den 
Zusammenhang zwischen Tastgrad und Spannung nicht. Hier wäre ein Steller 
völlig ausreichend, sofern die von Außen angelegte Spannung stabilisiert 
ist.

Beitrag #5136395 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5136402 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Stephan H. (stephan-)


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Ingo L. schrieb:
> Stephan schrieb:
>> Daher wäre eine Spannungsregelung die
>> einfachste Variante.
> Und warum willst du dann die Spannung regeln? Es scheint du kennst den
> Zusammenhang zwischen Tastgrad und Spannung nicht. Hier wäre ein Steller
> völlig ausreichend, sofern die von Außen angelegte Spannung stabilisiert
> ist.

Ja ein Steller wäre ausreichend. Nur ist der Begriff Spannungssteller 
SEHR ungebräuchlich, Stelltrafos rar und riesige Drahtwiderstände/Potis 
aus der Mode, so das am Ende meist doch eine Regelung eingesetzt wird. 
:-o

von Andi R. (icephoenix)


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Hey,

tut mir Leid, da habe ich tatsächlich was vergessen zu erwähnen. Ich 
wollte das ganze tatsächlich regeln, da ich den Strom und die Spannung 
messe (so bestimme ich auch die Leistung), wollte ich daraus den 
Widerstand des Drahtes und daraus die Temperatur bestimmen. Es ging hier 
ja zunächst mal um das generelle Prinzip.

Wenn ich beim Einschalten einmal den Widerstand messe und für diesen 
dann einfach eine Temperatur von 20°C annehme, sollte ich damit doch auf 
sagen wir mal +-20°C genau regeln können. Sinn des Projektes ist nicht 
nur das schneiden von Styropor, sondern auch das herumexperimentieren 
mit ein paar Regelungen. PI(D) ist ja noch die langweiligste Variante. 
In meinem Kopf schwirrt die Idee eines Kaskadenreglers herum, bei dem 
ein Temperaturregler eine Leistung als Stellgröße ausgibt, welche dann 
wiederum der Sollwert für eine Leistungsregelung ist.

Ich wollte es eventuell mal mit dem Schaltnetzteil versuchen, weil es 
die wohl ziemlich billig aus China gibt. Mit einer PWM würde ich mir 
nämlich auch die Möglichkeit eines Akkubetriebs offen halten. Meint ihr 
die billigen Schaltnetzteile machen sagen wir mal max. 20Hz PWM mit? 
Eventuell mit ein paar Elkos als Unterstützung?

von Noname (Gast)


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Besser ist es eine PWM mit höherer Frequenz zu wählen und eine 
zusätzliche Spule zu verwenden. Im Prinzip ein Stepdown mit 
Mikrocontroller nach dem Schaltnetzneil. Es ist dann auch einfacher die 
Leistung am Heizdraht zu bestimmen und regelungstechnisch viel 
interessanter.

von Sebastian S. (amateur)


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Bedenke aber, dass die Eingespeiste Leistung nur bedingt was mit der 
(Oberflächen)Temperatur zu tun hat.
Im Vakuum schmilzt Dir der Draht schon sehr bald, bei offenem Fenster 
stellt sich eine andere Temperatur ein wie geschlossenem Fenster und 
unter Wasser kannst Du lange heizen ohne über 100° zu kommen.

Beitrag #5136746 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Hoschti (Gast)


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Wenn der TO aber schon Strom und Spannung misst, hat er ja auch den 
Widerstand des Drahtes (R=U/I). Und daraus dann noch die Temperatur des 
Drahtes zu bestimmen, ist dann auch kein Hexenwerk mehr.

von ztffcxswqwerfgv (Gast)


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Hoschti schrieb:
> Widerstand des Drahtes (R=U/I). Und daraus dann noch die Temperatur des
> Drahtes zu bestimmen, ist dann auch kein Hexenwerk mehr.

Im prinzip ja, aber das ist der Mittelwert, der Draht kann durchaus an 
einer Stelle rotgluehend und an anderer eiskalt (durch das zu 
schneidende Material) sein.

ztffcxswqwerfgv

von (prx) A. K. (prx)


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4. Möglichkeit: Feste Spannung, variable Drahtlänge.

von Dieter W. (dds5)


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A. R. schrieb:
> ... den Widerstand des Drahtes und daraus die Temperatur bestimmen.

Das setzt natürlich ein Material voraus, das einen relativ großen TK 
hat. Die weit verbreiteten Legierungen auf CrNi Basis haben aber nur 
einen sehr kleinen TK und sind für diese Art der Temperaturmessung nicht 
geeignet.

von Andi R. (icephoenix)


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ztffcxswqwerfgv schrieb:
> Hoschti schrieb:
>> Widerstand des Drahtes (R=U/I). Und daraus dann noch die Temperatur des
>> Drahtes zu bestimmen, ist dann auch kein Hexenwerk mehr.
>
> Im prinzip ja, aber das ist der Mittelwert, der Draht kann durchaus an
> einer Stelle rotgluehend und an anderer eiskalt (durch das zu
> schneidende Material) sein.
>
> ztffcxswqwerfgv

Aber das Problem tritt doch auch bei einer einfachen Steuerung auf, oder 
nicht? Ich glaube eine Regelung hat da schon zumindest einige wenige 
Vorteile. Außerdem gehts ja ums ausprobieren, aus ner Regelung ne 
Steuerung machen geht im Notfall ja schnell

Dieter W. schrieb:
> A. R. schrieb:
>> ... den Widerstand des Drahtes und daraus die Temperatur bestimmen.
>
> Das setzt natürlich ein Material voraus, das einen relativ großen TK
> hat. Die weit verbreiteten Legierungen auf CrNi Basis haben aber nur
> einen sehr kleinen TK und sind für diese Art der Temperaturmessung nicht
> geeignet.

Da wollte ich mal ein wenig rumbasteln mit verschiedenen Drähten. Über 
die Dicke des Drahtes lässt sich ja der Widerstand in einem gewissen 
Rahmen anpassen.

A. K. schrieb:
> 4. Möglichkeit: Feste Spannung, variable Drahtlänge.

Geht schon, aber dann fällt Regelung weg (es sei denn man baut etwas 
mechanisches) und man braucht eine extra Vorrichtung um die Länge zu 
variieren...

Noname schrieb:
> Besser ist es eine PWM mit höherer Frequenz zu wählen und eine
> zusätzliche Spule zu verwenden. Im Prinzip ein Stepdown mit
> Mikrocontroller nach dem Schaltnetzneil. Es ist dann auch einfacher die
> Leistung am Heizdraht zu bestimmen und regelungstechnisch viel
> interessanter.

Eben weil der Heizdraht keine Induktivität hat sondern rein ohmsch ist, 
kann ich doch einfach während der "High" Zeit des PWM Signals abtasten 
um dann mithilfe des Duty Cycles relativ exakt die Leistung zu 
bestimmen. Dabei sollten etwa 20Hz schnell genug sein, dass sich während 
einer Periode kein nennenswerter Temperaturunterschied einstellt, sodass 
man nicht mal viel mitteln muss. Gleichzeitig ist das gering genug, dass 
keine Parasiten auftreten oder irgendwelche komischen 
Resonanzerscheinungen mit dem Schaltnetzteil.

Achja, dann war da noch die Pulspaketsteuerung. Da habe ich glaube ich 
einen Denkfehler: Wenn ich eine Auflösung meiner Leistungsregelung von 8 
Bit haben will (zwischen volle Pulle und gar keine Leistung), dann 
bräuchte ich doch dann 256 Perioden, d.h. ich hätte eine Verzögerung von 
20ms * 256 = 5,12s

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