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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Noteninflation - oder: Welche Noten darf ich denn noch geben?


Autor: bewerter (Gast)
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Hallo zusammen, ich bin nun schon einige Jahre im Beruf und hab hin und 
wieder Studenten zu betreuen. Praktika, Abschlussarbeiten etc.

Allerdings bin ich ein wenig am verzweifeln, was die Vergabe von Noten 
angeht.
Ich habe gerade einen Studenten hier, der seine Abschlussarbeit schreibt 
bzw. fast damit fertig ist. Er macht das gut, ich bin zufrieden, es gibt 
hier und da aber durchaus methodische Schwächen in der Arbeit neben ein 
paar anderen Problemen.

Da ich kein Haarspalter bin und für mich die gute praktische Leistung 
zählt, hätte ich ihm definitiv eine 1,X gegeben. In der Diskussion mit 
den anderen Betreuern kamen wir letztendlich auf eine 1,7 - sprich: Eine 
gute Leistung mit starker Tendenz zu Sehr gut. Auch sein Professor war 
einverstanden mit diesem Vorschlag.

Leider war unser Student von dieser Bewertung sichtlich enttäuscht - er 
hatte sich mehr erhofft da er sich doch sehr bemüht hatte. Ich hab ihm 
die Bewertung natürlich im Detail erläutert.


Mich wundert das sehr. Ist die Noteninflation schon soweit 
fortgeschritten dass ich ihn mit einer 1,7 enttäuscht habe?
Ich sehe aktuell die Tendenz, dass Studenten eher dorthin gehen, wo die 
besten Noten geboten werden. Dieses Spiel will und kann ich aber nicht 
mitspielen. Das ist doch absurd!

Mich würde generell mal interessieren:
- Welchen Spielraum habt ihr und nutzt ihr bei Abschlussarbeiten?
- Ist eine 1,7 keine Note mehr, über die man sich eigentlich freuen 
müsste?
- Wenn ihr eine Bewerbung auf dem Tisch habt mit einer Masterarbeitsnote 
von 1,7 - ist das schlecht? Ein Ausschlusskriterium?
- Wie kann ich Leistungen differenzieren, wenn ich die folgenden 
Notenstufen habe: 1,0 1,3 1,7 2,0 2,3 2,7 3,0 3,3 3,7 4,0 
nicht-bestanden., aber hier bereits die 1,7 zu Enttäuschung führt? Ist 
dann 1,3 das neue "gut" und die 1,0 das neue "besser"? Aber wie bewerte 
ich dann exzellente Studenten?

Oder mache ich mir als "kleiner Chef eines Studenten" einfach zu viele 
Gedanken über seine Zufriedenheit?

Autor: длинний зелёний тролль (Gast)
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Die Noten zeigt man etwa einmal, bei der ersten Stelle, und nachher 
interessieren sie nicht mehr. Ein augezeichneter Student muss natuerlich 
eine 1.0 bekommen.

Autor: Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite
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Du machst alles richtig :-)
Die Note 1.0 bedeutet „sehr gut“. Der Student hat eine perfekte Arbeit 
ohne Fehler abgeliefert. Das bezieht sich auf die tatsächlich 
durchgeführte Arbeit, auf die schriftliche Ausarbeitung und auf das 
Abschlusskolloquium. Diese Note ist sehr selten.
Die Note 2.0 bedeutet „gut“. Gab es also Abstriche bei der Arbeit, kann 
er zwischen 1.4 und 1.7 eingeordnet werden. Hier hilft Erfahrung. Wenn 
der Prof. es auch so sieht, dann ist doch alles gut.

Offensichtlich hat der Student ein Problem damit, wirklich seine eigene 
Leistung einzuschätzen. Auch hier ist er nicht alleine. Dieses Problem 
haben sehr viele Studenten aus den unterschiedlichsten Ursachen. Oft 
liegt es daran, dass ehrliche Rückmeldungen sehr selten sind. Jeder, 
also auch der Chef, ist gefordert Probleme sachlich anzusprechen und 
Defizite klar zu benennen.

Autor: lalala (Gast)
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Kommt auf die Uni drauf an. Zudem ein bischen ob das für den Studenten 
aus heiterem Himmel kommt. Hast Du immer 'super, weiter so' gesagt und 
ihn dann eine 1,7 'reingewürgt', oder war Dein Feedback angemessen.

Autor: Heiko Lewin (zer0)
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lalala schrieb:
> Kommt auf die Uni drauf an. Zudem ein bischen ob das für den
> Studenten
> aus heiterem Himmel kommt. Hast Du immer 'super, weiter so' gesagt und
> ihn dann eine 1,7 'reingewürgt', oder war Dein Feedback angemessen.

Frage wäre da, ob und wie weit das selbst zu wissen nicht Teil der Note 
sein sollte. Gerade in den Regionen. Noch eben "Hier das!" und "So!" als 
Wegweiser zur 1.0?

Autor: Guest (Gast)
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Meine Erfahrung ist: Abschlussarbeiten werden sehr wohlwollend bewertet. 
Alles was keine 1,x ist heißt letztendlich, dass der Student sich nicht 
bemüht hat.

1,7 = "Hat sich bemüht aber ist gescheitert"
1,3 = "Hat sich bemüht und hat einigermaßen gepasst"
1,0 = "Hat sich bemüht und das Projekt hat funktioniert"

Die Masterthesis zählt deutlich mehr als einzelne Fächer, deswegen zieht 
man hier seinen Schnitt mit einer schlechten Note schnell runter und ist 
enttäuscht. Andererseits zählen alle Module zusammen deutlich mehr als 
die Thesis und werden auch deutlich härter benotet, so dass die 
Erwartungshaltung meistens ist, dass der Student sich mit der Thesis 
noch ein wenig verbessern kann im Abschluss.

Letztendlich ist die Thesis das Sahnehäubchen, die eigentliche Arbeit 
steckt in den Modulen und den Modulnoten, so dass es extra bitter ist, 
sich den Schnitt mit der Thesis zu verschlechtern.

Autor: Crank (Gast)
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Ich dachte es hat sich längst rumgesprochen, dass bei Abschlussarbeiten 
die ungeschriebebe Regel: 1.0 -> 1.0, 2.0 -> 5.0 gilt.. Hab mal eine MA 
gesehen, die mit 2.7 bewertet wurde, die ging aber auch auf keine 
Kuhhaut

Autor: Sebastian L. (sebastian_l72)
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In der Tat - das ist inflationär.

Hier in DK haben wir ein System mit externen Zensor (und bewerte somit 
nicht nur den Studenten sondern auch die Hochschule)

Das man als "harter Hund" gilt, ist ein Kompliment. Ein "Schweine" wäre 
unsachlich und gibt Noten unbegründet. "Schein" sein wäre nicht fair.

Perfekt und ohne Fehler reicht nicht um über die 1.7 zu hüpfen - das ist 
halt "nur" das Mass der Ordentlichkeit.

Eine 1,3 ist ein ausserordentliches Ergebnis und darf keine methodischen 
Schwächen haben, vielmehr muss die eigene Methodenkritik erkennbar sein.

Eine glatte 1 muss nicht nur ausserordentlich sein, sondern muss 
deutlich ausgebildete Methodenkritik haben und eigenentwickelte 
metodische Ansätze haben.

Der reine Einserkadidat erhält somit das Zeugnis
"Eigentlich hätte er gleich promovieren sollen"..

und ja ich bin ein harter Hund. 1,7 Kandidaten kann ich gleich ins 
Arbeitsleben weiterreichen - wenn sie nicht schon vor Abschluss den 
Vertrag in der Tasche haben.
Die 1.0er bleiben dann für nen Hungerpromotionslohn an der Uni. Die 
fangen in einer Firma des real existierenden Kapitalismus ja an alles 
auf den Kopf zu stellen.

Autor: MaWin (Gast)
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1,7 oder schlechter sind Versager.

Autor: auch ein bewerter (Gast)
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Ich bin beruflich auch Betreuer und Bewerter und kann den geschliderten 
Eindruck der Noteninflation abenfalls bestetigen. Das eigentliche 
Problem ist aber mmn ein Übergeordnetes. Schon seit längerem läuft eine 
Automatisierung, Rationalisierung, Optimierung und Standardisierung von 
Arbeitern und ihren Tätigkeiten - alles muss bilig/ersetzbar sein. Da 
darf einer nicht mehr aus dem Raster rausfallen. Die Uni/FH zogen dem 
Trieb nach und haben die Dipl. abgeschaft, dafür aber standartisiert auf 
Bachelor/Master. Ich hatte (glücklicherweise) noch während meiner 
Studienarbeit über den Tellerrand schauen können. Die MA, BA-Studierende 
von heite berichten dagegen von mehr Zeitdruck (auch habe Sie mehr 
Pflichtklausuren pro Semester (5..6) - ich hatte damals 19 in 2 
Jahren-Vordilplom). Ich erzähle mal meinen Studenten, dass ein Kumpel 
von mir mal 15 Semeseter bis zum Diplom gebraucht hatte (weil 
Studentenjobs aber auch Spass am Leben nebenbei lief) - da ist der 
Erstauen (und Angst im Augen) gut zu sehen. Wenn ich noch hinzufüge, 
dass der Kumpel noch bis 36 gebraucht hat, um seine Disse zu fertigen - 
wollen mir meine Praktikanten es heute nicht mehr abkaufen. Der Fakt ist 
aber, dass mein Kumpel, nachdem er mit 36 zur Industrie ging, ein 
Eigenheim und 3 Personen darin problemloss unterhalten kann, ohne sich 
um die Rente sorgen machen zu müssen. Was man von den jüngen Ingenieuren 
von heute (mit gleichem Lebenslauf wie vom Kumpel) nicht bechaupten 
kann. So kommt der Notendruck mmn auch von daher. Es wird erwartet, dass 
alle Arbeiter standard/gleich sind. Wenn alle für eine BA, MA um mich 
herum 1,0 bis 1,3 (- damals waren Noten bis 3,0 gar nicht so selten 
vergeben) haben, darf ich nicht 1,7 haben, sonst bin ich versager. Das 
ist eine verbreiterte Denkweise von heute. Und das fängt schon in der 
Schule an (s. Helikoptereltern). Also ich denke die Studierenden von 
heute ticken genauso wie die von damals, nur passen Sie sich den 
Umstände an, weil es von ihnen verlangt/erwartet wird. Es geht weiter: 
Bei vielen Promotionen heutzutage zählt die Anzahl der Publikationen - 
Damals war man gut, wenn man mal ein Journal Paper geschrieben hat - 
heute muss es mind. 4 sein (Warum nicht 5 oder gleich 50???). So ist die 
Wissenschaft heutzutage auch zählbar/vergleichbar geworden - Es zählt 
vor allem wie viele Drittmittel man erworben hat. Es wird auch gern 
gezählt wie viel Doktoren, BA, MA bei einem entstanden sind.  Alles 
falsche Anreize für Erhaltung von QUALITÄT.

Autor: Kyle (Gast)
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Wurde vor einiger Zeit auch im Bewerbungsgespräch gefragt "Was lief denn 
bei Ihrer Diplomarbeit damals schief?".
War völlig verdutzt von der Frage und wir haben erst mal gecheckt, ob im 
Zeugnis was falsches drinsteht. Weil ich bis dahin wirklich dachte, ich 
hätte vor 4 Jahren mit meiner 1,7 eine echt ziemlich gute Arbeit 
abgeliefert. Aber eine kleine Google-Recherche hat mir dann auch noch 
diese Illusion geraubt... :-/

Autor: MaWin (Gast)
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auch ein bewerter schrieb:
> Ich bin beruflich auch Betreuer und Bewerter und

Deine Rechtschreibung bewerte ich mit einer glatten 5.0.

Autor: Typ (Gast)
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Ich sehe 3 mögliche Gründe, warum der Student von einer 1,7 enttäuscht 
sein könnte.

1. Er schätzt einfach seine eigene Leistung falsch ein.
2. Er hat zu viel Zeit auf µC.net verbracht und geht davon aus, dass 
alles >1.0 direkt zu Hartz IV führt.
3. Im Gegensatz zu "normalen" Klausurnoten etc. nimmt man so eine Arbeit 
eher persönlich.
Mittelmäßige Note in Mathe? Pfff... ist doch eh kacke/Ich mach das eh 
nur, weil ich muss/Ich hab mir den Stoff nicht ausgesucht etc.

Aber hier hat er vermutlich ein Thema bearbeitet, welches ihn selbst 
interessiert und mit dem er sich vll. sogar identifiziert (zumindest für 
den Moment)
Dann sieht man so eine Note nicht als Bewertung einer abgeschlossenen 
Arbeit, sondern als Bewertung der eigenen Person.
Dann lautet das im Kopf des Studenten nämlich nicht mehr "Deine Arbeit 
ist eine 1,7", sondern "DU BIST eine 1,7"

Wenn dir das tatsächlich Kopfzerbrechen bereitet (was ich sehr 
sympathisch finde) dann schau ob du irgendwo eine 1,3 oder 1,7 Arbeit 
herkriegst, lies die und vergleiche sie mit der deines Studenten.

Autor: Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite
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Sehr gute Überlegungen zur Beurteilung einer Abschlussarbeit lassen sich 
hier finden.
https://www.unibw.de/inf2/Personen/Professoren/min...

Autor: Joachim B. (jar)
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bewerter schrieb:
> Leider war unser Student von dieser Bewertung sichtlich enttäuscht - er
> hatte sich mehr erhofft da er sich doch sehr bemüht hatte. Ich hab ihm
> die Bewertung natürlich im Detail erläutert.
>
>
> Mich wundert das sehr. Ist die Noteninflation schon soweit
> fortgeschritten dass ich ihn mit einer 1,7 enttäuscht habe?


1,7 ist verar***che

das wird zu gut und nicht zu sehr gut (wer liest denn hinterm Komma?)

ich war auch enttäuscht als ich die in meiner Diplomarbeit bekam, aber 
32 Jahre später ist es auch egal.
Der Prof. damals meinte nur ich hätte ja mit ihm reden können, aber ich 
handel doch nicht um 1/10 Noten, wo sind wir hier denn?

Autor: Nop (Gast)
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Die verlinkte Seite der BW-Uni ist sehr aufschlußreich. Es ist einfach 
unfair, wie es früher gelaufen ist, daß solche Infos nicht verfügbar 
waren. Das war ein Ratespielchen, was der Betreuer wie im Detail will 
oder nicht will, und die Note hing nicht unerheblich davon ab, wie gut 
man im Raten war - oder auch nur, wieviel Glück man dabei hatte.

Auch das war und ist ein Grund für die großzügige Bewertung, weil anders 
als bei Klausuren die Erwartungshaltung meistens unzureichend 
kommuniziert wird.

Autor: Und noch ein Bewerter (Gast)
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Da ich selbst beruflich auch viel mit der Bewertung von Studenten zu tun 
habe, kann ich mich diesem Schema hier vollumfänglich anschließen:


1,7 = "Hat sich bemüht aber ist gescheitert"
1,3 = "Hat sich bemüht und hat einigermaßen gepasst"
1,0 = "Hat sich bemüht und das Projekt hat funktioniert"


So läuft das inzwischen an jeder (mir bekannten) Hochschule. Die 
Inflation kommt jedoch m.E.n. durch mehrere Faktoren zustande:
- Sie ist politisch gewollt, da wir immer mehr hochqualifizierte 
Fachkräfte brauchen
- Da die Inflation inzwischen in der Schule beginnt und sich scheinbar 
die Einstellung der Schüler/Studenten geändert hat (vier gewinnt wie aus 
meiner Zeit scheint ziemlich out zu sein, heute sind die Studenten sehr 
auf ihre Leistung erpicht und interessanterweise auch immer sehr von 
sich selbst überzeugt)

Sprich, die letzte Abschlussarbeit (BA, MA, Dipl.) die ich mitbekommen 
habe, die SCHLECHTER als 1,7 war, wurde in wesentlichen Teilen nicht ein 
mal von dem entsprechenden Studierenden selbst verfasst. Somit kann ich 
die Reaktion nachvollziehen, da heute keiner mehr mit einer 1,7 bewertet 
wird, der zumindest ein wenig eigenständig gearbeitet hat.

Interessant ist auch:

"Es geht weiter:
Bei vielen Promotionen heutzutage zählt die Anzahl der Publikationen -
Damals war man gut, wenn man mal ein Journal Paper geschrieben hat -
heute muss es mind. 4 sein (Warum nicht 5 oder gleich 50???)."

Das beobachte ich auch, es entwickelt sich sogar ein komplett eigener 
Markt dafür: Die OpenAccess Publikationen ohne nennenswertes review, 
sozusagen "dumpsites" für Arbeiten. Da es auch hier zu einer Inflation 
an Beiträgen kommt, lässt sich damit Geld verdienen, also muss es gut 
sein.

Mir gefällt diese Entwicklung nicht, aber sobald man sich dieser 
Entwicklung in den Weg stellt, ist man der Buhmann. Schlimm finde ich 
hier nur, dass wirklich gute Studenten nicht mehr differenzierbar sind, 
d.h. es müsste sehr fein zwischen 1,0 und 1,3 unterschieden werden. 
Oftmals ist es jedoch so, dass eine 1,0 nur eine 1,3 mit anschließendem 
Gemaule des Studierenden darstellt. Wie soll ich das auf dem Papier 
auseinanderhalten?

Autor: Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite
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Und noch ein Bewerter schrieb:
> Die Inflation kommt jedoch m.E.n. durch mehrere Faktoren zustande:
> - Sie ist politisch gewollt, da wir immer mehr hochqualifizierte
> Fachkräfte brauchen.

Woher hast Du diese Aussage? Was ist Deine Quelle dazu? Bei der 
Notengebung ist der Prof. immer noch politisch unabhängig! 
Vorauseilender Gehorsam ist nur ihm selbst anzulasten.

Autor: Axel Laufenberg (axel_5)
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Und noch ein Bewerter schrieb:

> Mir gefällt diese Entwicklung nicht, aber sobald man sich dieser
> Entwicklung in den Weg stellt, ist man der Buhmann. Schlimm finde ich
> hier nur, dass wirklich gute Studenten nicht mehr differenzierbar sind,
> d.h. es müsste sehr fein zwischen 1,0 und 1,3 unterschieden werden.
> Oftmals ist es jedoch so, dass eine 1,0 nur eine 1,3 mit anschließendem
> Gemaule des Studierenden darstellt. Wie soll ich das auf dem Papier
> auseinanderhalten?

Dass man der Buhmann ist, könnte man ja noch aushalten.

Aber man schadet den Studenten damit, denn die können ja nichts dafür, 
dass ihre mit ehrlichen 1,7 benotete Arbeit sie bei der Jobsuche als 
Versager dastehen lässt.

Gruss
Axel

Autor: Joachim B. (jar)
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Joe G. schrieb:
> Woher hast Du diese Aussage? Was ist Deine Quelle dazu? Bei der
> Notengebung ist der Prof. immer noch politisch unabhängig!

nun schlechte Noten hiesse ja der Job "Ausbildung" wurde schlecht 
gemacht, welcher Prof. will das?

Es gibt auch Fördermittel an Hand guter Noten

https://de.wikipedia.org/wiki/Exzellenzinitiative

Autor: Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite
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Joachim B. schrieb:
> nun schlechte Noten hiesse ja der Job "Ausbildung" wurde schlecht
> gemacht, welcher Prof. will das?

Du bist selbst Prof. und kennst dich aus?


> Es gibt auch Fördermittel an Hand guter Noten

Du hast schon selbst innerhalb der Exzellenzinitiative einen eigenen 
Förderantrag geschrieben?

Autor: Und noch ein Bewerter (Gast)
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@Joe G.: Ich versuch das mal kurz zusammenzufassen:
1. Geld. Die staatliche Hochschulfinanzierung orientiert sich nicht nur 
an der reinen Anzahl eingeschriebener Studenten, sondern es werden auch 
Kennzahlen wie bspw. mittlere Absolventenanzahl / Regelstudienzeit als 
Indikator herangezogen, wie lange ein Studium dort dauert. Genauso ist 
es auch mit den mittleren Noten. Je besser Studenten bewertet werden, 
desto klüger sind sie, desto besser die Uni.

2. Dynamik. Wenn alle Kollegen die Studenten gut beurteilen, ist der 
eine Kollege, der das Notenspektrum voll ausreizt, unbeliebt. (Klar, wie 
in der Schule auch) Studenten können sich aussuchen, wo sie eine 
Abschlussarbeit machen bzw. wer sie betreut. Häufig sind Institute auf 
Studenten als billige Hilfskräfte angewiesen, da es nicht selten 
vorkommt, dass sich diese sehr zeitaufwändig und auch intensiv mit 
Aufgabenstellungen beschäftigen, die später von den Doktoranden gerne 
genutzt werden ...


Wie gesagt, das ist lediglich meine Meinung zu dem Thema aber ich denke, 
ich habe schon ein wenig Erfahrung auf dem Gebiet. Mag aber anderswo 
anders sein, da schließe ich nichts aus ;-)

Autor: TS (Gast)
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Das erklärt, warum ich, trotz des Fachkräftemangels, so wenig Resonanz 
auf meine Bewerbung bekomme. Ich habe meine Diplomarbeit 2004 nur mit 
1,8 geschafft. Und ich dachte schon die Fachkräftemangel wäre eine Lüge.

Beitrag #5139650 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite
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Und noch ein Bewerter schrieb:
> @Joe G.: Ich versuch das mal kurz zusammenzufassen:

Dann möchte ich das mal kommentieren.

Punkt 1:
Die Finanzierung richtet sich tatsächlich (in meinem Bundesland) nach 
bestimmten Kennzahlen. Die Noten fließen jedoch NICHT in diese 
Kennzahlen ein.

Punkt 2:
Gruppendynamik hin oder her. Ein „harter Hund“ ist jedoch nicht unter 
den Kollegen unbeliebt. Ich frage mich, wie du zu einer derartigen 
Einschätzung kommst.
Die Mehrheit der Studenten sucht sich das Thema und die fachliche 
Betreuung nach Kompetenz und nicht nachguter Notengebung aus.

P.S. Meine Erfahrungen beziehen sich nur auf ingenieurwissenschaftliche 
Studiengänge.

Autor: Abrissbirne (Gast)
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Fachkräftesind: Dachdecker, Fließenleger, Frisörin, etc
Ja, hier ist definitiv Bundesweit Mangel an guten Leuten

Studierte/Absolventen/Aspiranten sind keine Fachkräfte. Wie oft noch?

Mfg,
Abrissbirne

Autor: Klaus I. (klauspi)
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Joe G. schrieb:
> Sehr gute Überlegungen zur Beurteilung einer Abschlussarbeit lassen sich
> hier finden.
> https://www.unibw.de/inf2/Personen/Professoren/min...

Interessant, sehr negativ bewertet wird dort folgendes:
Der Bearbeiter lässt es an eigener Initiative mangeln und bewegt sich ausschließlich in den durch den Betreuer vorgezeichneten Bahnen.

Ist das wirklich realistisch? Ich war nie Student oder Betreuer, habe 
aber einige Diplomanten etc. kennengelernt. Die hatten eigentlich immer 
verschissen, wenn die naheliegende Lösung nicht zu den Ideen Ihrer 
Betreuer oder Profs gepasst haben.

Autor: FartSparkle (Gast)
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bewerter schrieb:
> Hallo zusammen, ich bin nun schon einige Jahre im Beruf und hab hin und
> wieder Studenten zu betreuen. Praktika, Abschlussarbeiten etc.
>
> Allerdings bin ich ein wenig am verzweifeln, was die Vergabe von Noten
> angeht.
> Ich habe gerade einen Studenten hier, der seine Abschlussarbeit schreibt
> bzw. fast damit fertig ist. Er macht das gut, ich bin zufrieden, es gibt
> hier und da aber durchaus methodische Schwächen in der Arbeit neben ein
> paar anderen Problemen.
>
> Da ich kein Haarspalter bin und für mich die gute praktische Leistung
> zählt, hätte ich ihm definitiv eine 1,X gegeben. In der Diskussion mit
> den anderen Betreuern kamen wir letztendlich auf eine 1,7 - sprich: Eine
> gute Leistung mit starker Tendenz zu Sehr gut. Auch sein Professor war
> einverstanden mit diesem Vorschlag.
>
> Leider war unser Student von dieser Bewertung sichtlich enttäuscht - er
> hatte sich mehr erhofft da er sich doch sehr bemüht hatte. Ich hab ihm
> die Bewertung natürlich im Detail erläutert.
>
> Mich wundert das sehr. Ist die Noteninflation schon soweit
> fortgeschritten dass ich ihn mit einer 1,7 enttäuscht habe?
> Ich sehe aktuell die Tendenz, dass Studenten eher dorthin gehen, wo die
> besten Noten geboten werden. Dieses Spiel will und kann ich aber nicht
> mitspielen. Das ist doch absurd!
>
> Mich würde generell mal interessieren:
> - Welchen Spielraum habt ihr und nutzt ihr bei Abschlussarbeiten?
> - Ist eine 1,7 keine Note mehr, über die man sich eigentlich freuen
> müsste?
> - Wenn ihr eine Bewerbung auf dem Tisch habt mit einer Masterarbeitsnote
> von 1,7 - ist das schlecht? Ein Ausschlusskriterium?
> - Wie kann ich Leistungen differenzieren, wenn ich die folgenden
> Notenstufen habe: 1,0 1,3 1,7 2,0 2,3 2,7 3,0 3,3 3,7 4,0
> nicht-bestanden., aber hier bereits die 1,7 zu Enttäuschung führt? Ist
> dann 1,3 das neue "gut" und die 1,0 das neue "besser"? Aber wie bewerte
> ich dann exzellente Studenten?
>
> Oder mache ich mir als "kleiner Chef eines Studenten" einfach zu viele
> Gedanken über seine Zufriedenheit?

Als unbedarfter Leser frage ich mich zunächst einmal inwiefern der TO an 
dieser Stelle überhaupt berechtigt ist, andere Menschen zu beurteilen 
oder sogar mit Noten zu bewerten.
Um seinem Chef zu gefallen?
Weil man sich dann ja ach soo wichtig fühlt?

Nach welchen Kriterien wird überhaupt bewertet?
Nach denen der zuständigen Ausbildungseinrichtung?
Nach denen der lokalen Firmen-Hierarchie?
Danach, was dem TO im Job und hinsichtlich der eigenen Karriere zu pass 
kommt?

Mit der Angabe des TO hinsichtlich der Berufserfahrung von "nun schon 
einige Jahre im Beruf" würde ich ihn eher als Berufsanfänger einstufen - 
konkret würde ich aber sogar jede Erfahrung in der Lehre absolut 
ausschließen.

Mit dieser Vermutung würde ich dem TO sogar jedes Recht absprechen, 
irgendeine Arbeitsleisung überhaupt beurteilen zu können.

Vielleicht möchte er ja erst einmal ein paar Informationen zur eigenen 
Person geben.

Autor: thomas_sachs (Gast)
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Guest schrieb:
> 1,7 = "Hat sich bemüht aber ist gescheitert"

so ist es!

Bei 1,7 gab es an einigen Stellen viele Fehler und Mängeln.

Wer schlechter als 1,7 bekommen hat, der hat schon verschissen.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ thomas_sachs (Gast)

>Guest schrieb:
>> 1,7 = "Hat sich bemüht aber ist gescheitert"

>so ist es!

Schwachsinn^3 Oder kranker Zeitgeist. Oder kaputtes Forum. Wait . . .

>Bei 1,7 gab es an einigen Stellen viele Fehler und Mängeln.

>Wer schlechter als 1,7 bekommen hat, der hat schon verschissen.

Dann hab ich es damals ^3 verschissen. Was für ein Glück, daß man 2000 
kurz vor dem Ende der Dot-Com Blase jeden E-Technik Absoventen als 
Fachkraft von der Straße weggefangen hat ;-)

Autor: Falk Brunner (falk)
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@FartSparkle (Gast)

>Als unbedarfter Leser frage ich mich zunächst einmal inwiefern der TO an
>dieser Stelle überhaupt berechtigt ist, andere Menschen zu beurteilen
>oder sogar mit Noten zu bewerten.

In der Tat, "Als unbedarfter Leser".

Der bedarfte Leser würde feststellen, daß der OP der 
Diplomarbeitsbetreuer ist und damit einen ähnlichen Stellenwert 
bezüglich der Leistungsbeurteilung hat wie der Professor in der Uni.

>Um seinem Chef zu gefallen?
>Weil man sich dann ja ach soo wichtig fühlt?

Kann es sein, daß der unbedarfte Leser ein Problem mit einer 
Leistungsbeurteilung hat und demzufolge diese prinzipiell ablehnt? Dann 
geh zu Walldorfschule.

>Nach welchen Kriterien wird überhaupt bewertet?

Fachlichen.

>Nach denen der zuständigen Ausbildungseinrichtung?
>Nach denen der lokalen Firmen-Hierarchie?
>Danach, was dem TO im Job und hinsichtlich der eigenen Karriere zu pass
>kommt?

Du jammerst. Aber OK, damit bist du in diesem Unterforum goldrichtig.

>Mit dieser Vermutung würde ich dem TO sogar jedes Recht absprechen,
>irgendeine Arbeitsleisung überhaupt beurteilen zu können.

Kann sein, muß nicht.

Autor: Urknall (Gast)
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Abrissbirne schrieb:
> Studierte/Absolventen/Aspiranten sind keine Fachkräfte. Wie oft noch?

Laut Agentur für Arbeit werden sie aber als Experten eingestuft, also 2 
Stufen über der Fachkraft, vorher kommt noch der Spezialist.
Berufserfahrung erfährt keine Berücksichtung, diesen Spleen haben nur 
die Arbeitgeber.
Also kann man sagen, Deutschland hat einen Fachkräftemangel, 
hauptsächlich wegen dort vorhandener mittlerweile zu niedrig gewordenenr 
Gehälter, von denen man hier nur noch überleben, aber nicht mehr leben 
kann. Expertenmangel gibt es hingegen nicht?

Autor: Guest (Gast)
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Falk B. schrieb:
>>Guest schrieb:
>>> 1,7 = "Hat sich bemüht aber ist gescheitert"
>
>>so ist es!
>
> Schwachsinn^3 Oder kranker Zeitgeist. Oder kaputtes Forum. Wait . . .

Naja, 2000 gabs ja auch noch das Diplom. Da war die Abschlussarbeit 
deutlich mehr Wert, bzw mehr Arbeit. Wie schon gesagt, heute steckt die 
Arbeit in den Modulnoten, die Abschlussarbeit ist nur das Sahnehäubchen 
und damit will niemand die Abschlussnote vermiesen.

Bis zur Masterarbeit hatte ich 46 Prüfungen abzulegen. Und dann soll 
diese EINE Arbeit den Schnitt von 46 Prüfungen verschlechtern? Also 
bitte...

Autor: Edi. M. (Firma: Industrie 1.0) (elektromeister)
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Mir hat mein Prof auch nur eine 1,7 gegeben. Soll Ich jetzt weinen?
Am Ende will die niemand mehr sehen. Eine 1.0 wird ohnehin hinterfragt 
und wehe man hat dann später als Überflieger ein paar Lücken.

Autor: MaWin (Gast)
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>Mir hat mein Prof auch nur eine 1,7 gegeben.

Du bist ziemlich schlecht.
Aber die 1.0 bekommen sowieso nur Highperformer wie ich.

Autor: Joachim B. (jar)
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Edi M. schrieb:
> Mir hat mein Prof auch nur eine 1,7 gegeben. Soll Ich jetzt weinen?
> Am Ende will die niemand mehr sehen. Eine 1.0 wird ohnehin hinterfragt
> und wehe man hat dann später als Überflieger ein paar Lücken.

so sehe ich das heute auch

1,7 rules ;)

Autor: klausi (Gast)
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Joachim B. schrieb:
> 1,7 rules ;)

Hab sogar mal ne 0,9 bekommen :)

Autor: hmmm (Gast)
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Irgendwie sind Noten ohne externe Standardisierung doch sinnlos. Ich 
vergebe eigentlich auch tendentiell nix unter 2, aber was ist schon die 
Referenz? Idiotenstudenten nehme ich erst gar nicht an. Ich fände ein 
System aus bestanden/nicht bestanden sinnvoller.

Beitrag #5140420 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: qwertz (Gast)
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bewerter schrieb:
> Mich wundert das sehr. Ist die Noteninflation schon soweit
> fortgeschritten dass ich ihn mit einer 1,7 enttäuscht habe?

Ein ehemaliger Professor von mir, welcher der digitalen 
Schaltungstechnik sehr affin war, ging auch bei der Notengebung sehr 
digital vor. Es gab nur "bestanden" (4.0) und "nicht bestanden" (5.0). 
So wurde es uns zugetragen. Bis zu den Klausuren habe ich das für einen 
Scherz gehalten...

Das ist aber sicher auch ein eher extremer Maßstab. Sein Job war glaube 
ich für akzeptable Klassengrößen am Ende des Grundstudiums zu sorgen.

Was man so hört, werden die Schulen jetzt ja auch alle digital. 
Digitalisierung und so... Es soll nur noch "toll" (2.0) und "ganz toll" 
(1.0) geben. Erstgenanntes ist den Jungs vorbehalten. Ob's stimmt, keine 
Ahnung. Ein anderer extremer Bewertungsmaßstab.

Bei der Abschlussarbeit war die Bewertung schon immer etwas 
wohlwollender. Ich würde so bewerten: Ab (inkl.) einer 3 wäre als 
miserable Leistung anzusehen, zwischen 2 und 3 durchschnittliche bis 
dürftige Leistungen, bis 2 sehr gute bis gute Leistungen. Ich denke vor 
einer finalen Wertung würde ich auch den Studenten zu Wort kommen 
lassen, was aus seiner Sicht besonders positive Aspekte der Arbeit sind 
und wie er sich selbst bewerten würde. Vielleicht hat man ja selbst nur 
die negativen erkannt. Es kann auch nicht schaden, sich andere Arbeiten 
als Vergleichsmaßstab zu suchen.

Autor: Unabhängiger Beobachter (Gast)
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Hohoho. Beim dem Thread kommt gleich Torben minimaxx um's Eck. Hohoho.
Schon ist Stefan coffecup gelöscht.

Autor: Klaus I. (klauspi)
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Joachim B. schrieb:
> 1,7 rules ;)

Die 1,7 ist die Vier des kleinen Mannes? ;o)

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ hmmm (Gast)

>Irgendwie sind Noten ohne externe Standardisierung doch sinnlos.

Naja, es sollte schon einen verbindlichen Standard geben, der nicht nach 
und nach verwässert.

>Ich
>vergebe eigentlich auch tendentiell nix unter 2, aber was ist schon die
>Referenz? Idiotenstudenten nehme ich erst gar nicht an.

Schön, wenn du dir das aussuchen kannst.

> Ich fände ein System aus bestanden/nicht bestanden sinnvoller.

Bitte? Dann kannst du gleich Teilnahmebestätigungen austeilen. Es ist 
schon ein "kleiner" Unterschied, ob jemand mit Ach und Krach bestanden 
hat oder wirklich fit ist. Nur weil es durch diverse politische Prozesse 
zu einer Inflation von guten Noten für mittelmäßige Leistungen gekommen 
ist, heißt das NICHT, daß eine "analoge" Bewertung falsch ist!

Wir haben im Moment irgendwas um die 60% Abiturquote, ein Wahnsinn! Und 
2,7 Millionen Studenten in Deutschland, vor 10-15 Jahren waren es nur 
1,7 Millionen. Plötzlich alle so schlau und wißbegierig? Große 
Bildungsoffensive? Oder schlicht massenhafte Mogelpackung? Und trotzdem 
Fachkräftemangel? Irgendwas stimmt da einfach nicht.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@qwertz (Gast)

>digital vor. Es gab nur "bestanden" (4.0) und "nicht bestanden" (5.0).
>So wurde es uns zugetragen. Bis zu den Klausuren habe ich das für einen
>Scherz gehalten...

>Das ist aber sicher auch ein eher extremer Maßstab. Sein Job war glaube
>ich für akzeptable Klassengrößen am Ende des Grundstudiums zu sorgen.

Tja, da man ja vorher keine Aufnahme- und Eignungsprüfungen machen will 
und darf und jeder Depp ein Recht auf jeden Scheiß hat, muß man es halt 
politisch korrekt darüber regulieren, um nur minimal angreifbar zu sein.

>Was man so hört, werden die Schulen jetzt ja auch alle digital.
>Digitalisierung und so... Es soll nur noch "toll" (2.0) und "ganz toll"
>(1.0) geben.

Tja, auch diese Deppen verwechseln Digital mit binär. Schöne 
Schwarz-Weiß Malerei. :-(

>Bei der Abschlussarbeit war die Bewertung schon immer etwas
>wohlwollender. Ich würde so bewerten: Ab (inkl.) einer 3 wäre als
>miserable Leistung anzusehen, zwischen 2 und 3 durchschnittliche bis
>dürftige Leistungen, bis 2 sehr gute bis gute Leistungen. Ich denke vor
>einer finalen Wertung würde ich auch den Studenten zu Wort kommen
>lassen, was aus seiner Sicht besonders positive Aspekte der Arbeit sind
>und wie er sich selbst bewerten würde.

Und dann tanzen wir alle unseren Namen?

Autor: bewerter (Gast)
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Vielen Dank für eure Antworten. Es geht hier generell in verschiedene 
Richtungen, was ich sehr interessant finde.
Es scheint also nicht "DAS" eine Notenschema zu geben.

Auf ein paar Fragen möchte ich gesondert eingehen.


Klaus I. schrieb:
> Interessant, sehr negativ bewertet wird dort folgendes:Der Bearbeiter
> lässt es an eigener Initiative mangeln und bewegt sich ausschließlich in
> den durch den Betreuer vorgezeichneten Bahnen.
>
> Ist das wirklich realistisch? Ich war nie Student oder Betreuer, habe
> aber einige Diplomanten etc. kennengelernt. Die hatten eigentlich immer
> verschissen, wenn die naheliegende Lösung nicht zu den Ideen Ihrer
> Betreuer oder Profs gepasst haben.

Ja, definitiv bei mir. Ich verlange (sage dies auch explizit), dass der 
Student eigene Ideen einbringen soll und muss. Wenn ich etwas 
vorschlage, mein Student aber meint "nein das geht nicht gut weil X, ich 
mach lieber Y" dann darf und SOLL er das auch tun! Ich lass da mit mir 
reden. Wenn es nicht funktioniert, dann haben wir beide was gelernt, 
wenn es funktioniert ist es schön.
In beiden Fällen sehe ich das positiv. Ich muss nicht immer recht haben.
Also ja, Eigeninitiative will ich sehen. Sehe ich leider aber sehr 
selten.


Auch dir, FartSparkle - was für ein Name - beantworte ich gerne die 
Fragen. Falk hat das weitgehend schon gut erwischt, hier nochmal mehr im 
Detail.
FartSparkle schrieb:
> Als unbedarfter Leser frage ich mich zunächst einmal inwiefern der TO an
> dieser Stelle überhaupt berechtigt ist, andere Menschen zu beurteilen
> oder sogar mit Noten zu bewerten.
Die Berechtigung bekomm ich vom Prof. Ich mache mit ihm aus, dass ich an 
einen Studenten ein Thema ausgebe. Daraufhin bin ich dafür 
verantwortlich. Ich muss die Note an den Prof melden, wenn er 
einverstanden ist gibt er sie weiter, ansonsten wird diskutiert.
Rechtlich betrachtet hat der Prof das Sagen, praktisch betrachtet hab 
ich den größten Einfluss auf die Note.
Das ist aber auch so gewollt und allgemein an Universitäten akzeptiert. 
Es gäbe gar nicht genug Profs um alle Studenten persönlich von ihnen 
betreuen zu lassen.


> Um seinem Chef zu gefallen?
Meinem direkten Chef(=/= Prof) ist das egal. Der weiß nicht mal was 
meine Studenten bekommen haben. Datenschutzmäßig wäre das eventuell 
nicht ganz sauber, wenn ich diese Info weitergeben würde.

> Weil man sich dann ja ach soo wichtig fühlt?
Probleme?


> Nach welchen Kriterien wird überhaupt bewertet?
Um das gehts hier unter anderem. Lies den Thread. Fachliche Leistung 
(Fortschritte, Qualität der Ausarbeitung, Qualität der Präsentation, 
Selbstständigkeit, etc.)

> Nach denen der zuständigen Ausbildungseinrichtung?
Natürlich. Studienordnung spielt eine Rolle.

> Nach denen der lokalen Firmen-Hierarchie?
Erläutere mir bitte wie ich nach Hierarchie bewerten soll. <trollmode> 
Vorstand = 1.0, Abteilungsleiter = 2.0, Gruppenleiter = 3.0, 
Angestellter = 4.0, Student = 5.0? Und wenn er von der FH kommt gibts 
die 6.0? </trollmode>

> Danach, was dem TO im Job und hinsichtlich der eigenen Karriere zu pass
> kommt?
Ich hab weder etwas davon wenn ich einem Student die 1,0 gebe, noch wenn 
ich ihn durchfallen lasse.
Solche Unterstellungen sind haltlos.

> Mit der Angabe des TO hinsichtlich der Berufserfahrung von "nun schon
> einige Jahre im Beruf" würde ich ihn eher als Berufsanfänger einstufen -
> konkret würde ich aber sogar jede Erfahrung in der Lehre absolut
> ausschließen.
Wie man sich doch täuschen kann. Ich hab mehrere Jahre Erfahrung mit 
Lehre, insbesondere Übungen zu halten aber auch hier und da mal ne 
Vorlesungsstunde. Auch in die Prüfungskorrektur bin ich eingebunden. Ein 
"freies" Bewerten von Arbeiten ist aber jedes mal wieder eine 
Herausforderung und wird von mir seltener gemacht.

> Mit dieser Vermutung würde ich dem TO sogar jedes Recht absprechen,
> irgendeine Arbeitsleisung überhaupt beurteilen zu können.
Da vermutest du vermutlich falsch.

> Vielleicht möchte er ja erst einmal ein paar Informationen zur eigenen
> Person geben.
Ich denke ich hab genug geschrieben. Noch weiter brauch ich die Hosen 
nicht runterlassen ;-)


Falk B. schrieb:
> Wir haben im Moment irgendwas um die 60% Abiturquote, ein Wahnsinn! Und
> 2,7 Millionen Studenten in Deutschland, vor 10-15 Jahren waren es nur
> 1,7 Millionen. Plötzlich alle so schlau und wißbegierig? Große
> Bildungsoffensive? Oder schlicht massenhafte Mogelpackung? Und trotzdem
> Fachkräftemangel? Irgendwas stimmt da einfach nicht.

Ich muss dir hier leider recht geben, da passt was nicht. Wenn ich 
Übungen halte, dann ist der Raum oft voll. Zu voll um anständig arbeiten 
zu können. Dennoch gibt es immer nur eine Hand voll Leute die wirklich 
aktiv und motiviert mitarbeiten. Der große Rest sitzt seine Zeit ab, 
will nur die Prüfung bestehen. Ein paar gute Leute gibts, die triffst du 
immer wieder, die schaffen was! Den Rest kann ich leider kaum 
gebrauchen, die sind nicht intrinsisch motiviert.

Autor: Zocker_52 (Gast)
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> Re: Noteninflation - oder: Welche Noten darf ich denn noch geben?

Zu meiner Zeit : 127 angefangen, 7 fertig geworden, 6 mal eine vier und 
einmal eine drei. Die Drei hat noch promoviert und ist heute Professor 
für
theoretische Elektrotechnik an einer Fachhochschule.

Heute : 127 angefangen, 125 fertig geworden, schlechteste Note eine 1,8.

Irgend was stimmt da nicht.

Autor: Leroy M. (mayl)
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Da lob´ ich mir den IHK-Schlüssel:

100 - 92 Punkte sehr gut
 92 - 81 Punkte  gut
 81 - 67 Punkte  befriedigend
 67 - 50 Punkte  ausreichend
 50 - 30 Punkte  mangelhaft
 30 -  0 Punkte  ungenügend


Wobei auch da gerne sehr wohlwollend bewerted wird.


Leider beginnt die Noteninflation ja nicht im Studium, sondern bereits 
wesentlich früher, in bzw. nach der Grundschule...

Autor: Was vom Pferd? (Gast)
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Zocker_52 schrieb:
> Zu meiner Zeit : 127 angefangen, 7 fertig geworden, 6 mal eine vier und
> einmal eine drei.

An welcher Uni soll das denn gewesen sein? Und kann nur ein schlechtes 
Ausnahmesemester gewesen sein, nicht die Regel.

Autor: Achim S. (Gast)
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Zocker_52 schrieb:
> Zu meiner Zeit : 127 angefangen, 7 fertig geworden, 6 mal eine vier und
> einmal eine drei.

Und das fandest du besser als heute? Wenn nicht mal 6% der Anfänger das 
Studium zu Ende bringen, ist das für mich nicht primär ein "Gütesiegel" 
sondern ein Hinweis darauf, dass mit dem Studiengang was nicht stimmt.

Zocker_52 schrieb:
> Heute : 127 angefangen, 125 fertig geworden, schlechteste Note eine 1,8.

Sollen das konkrete Zahlen für einen aktuellen Studiengang sein?

Bei den Bachelorstudiengängen in E-Technik, die ich kenne, brechen 
50-60% das Studium ab, 40-50% bekommen ihren Abschluss. Die mittlere 
Abschlussnote liegt dabei deutlich schlechter als das, was du als 
schlechteste Abschlussnote nennst.

Bei Masterstudiengängen sieht die Sache tatsächlich anders aus. Ist aber 
auch naheliegend, weil dort im Normalfall die Anfänger schon ein 
erfolgreich absolviertes Studium hinter sich haben.

Autor: Dipl.- Gott (hipot)
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bewerter schrieb:

> Ist die Noteninflation schon soweit
> fortgeschritten dass ich ihn mit einer 1,7 enttäuscht habe?

Die Reaktion auf 1,7 ist leicht überzogen, kann aber durchaus heutzutage 
die Realität schon abbilden.

Grundsätzlich gilt: Schlechter als 2,0 = totaler Pfusch
Da wäre man als Student besser dran statt ner 2,3 oder 2,7 ne 5,0 zu 
nehmen und die Diplomarbeit zu wiederholen.

"Sehr gut" = 1,0-1,7 je nach "Härte" des Profs, aber mehr noch 
Nasenfaktor.
Im allgemeinen kann ich aus Diplomzeiten sagen: Notenschwemme 1,3 und 
1,7, 1,0 gab es eher selten. Für 1,0 muß einen der Prof außerdem 
ziemlich mögen. 1,7 und 2,0 kriegen auch desöfteren die Leute, die sehr 
gut gearbeitet haben, sich an schwierige Themen wagten, jedoch nicht 
oder nur wenig im akademischen Enddarm verweilen, oder wo der Prof nicht 
nach seinen Vorstellungen entsprechend involviert wurde.

Dein Fall ist das klassische Beispiel, warum man Noten für den Großteil 
des Studiums abschaffen muß - es sollte auf "bestanden" und "nicht 
bestanden" bzw. bei der Arbeit "angenommen" und 
"abgelehnt"/"zurückgewiesen" zusammengeschmolzen werden, mit wenigen 
benoteten Prüfungen zum Ende des Hauptstudiums.

Die Noteninflation ist das Ergebnis einer klassischen 
Konkurrenzsituation unter kapitalistischem Anpassungsdruck; die 
Institutionen wollen ihre Studenten nicht benachteiligen und die 
Arbeitgeber sieben so weltfremd, daß es durchaus Fälle geben kann, wo ne 
1,7 im Vgl. "schlecht" aussieht.
Selbstgemachter Ärger: Noten abschaffen, sich auf wesentliche 
Mindeststandards konzentrieren und in das Zeugnis das ausführliche 
Gutachten des Betreuers beilegen -- wie früher in der Schule, wo der 
Lehrer sich im Endjahreszeugnis unter den Zensuren ordentlich auslassen 
konnte, statt irgendwo unkommentierte "Zahlen" hinzuschreiben.

Der Student auf der anderen Seites soll mal den Ball flachhalten; die 
Verteidigung kommt ja auch noch und wirg gegen die schriftliche Arbeit 
gewichtet. Da kann er mit einer bombigen 1,0er Verteidigung 0,3 
wettmachen und einen Endschnitt von 1,4 (Prädikat "Sehr gut") erreichen 
((2x 1,7 + 1,0)/3).

Autor: Dipl.- Gott (hipot)
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MaWin schrieb:
> auch ein bewerter schrieb:
>> Ich bin beruflich auch Betreuer und Bewerter und
>
> Deine Rechtschreibung bewerte ich mit einer glatten 5.0.

Das wäre eine ungerechte Note. Ich habe seinen Text überflogen und 24 
Fehler plusminus gefunden. Bei 392 Wörtern liegt das schriftliche 
Erzeugnis irgendwo bei 6-7 Fehlern pro 100 Wörter. Nach dem extrem 
strengen DDR-Maßstab für die Bewertung von Diktaten (gilt z.B. auch in 
Mecklenburg-Vorpommern) ist das im Bereich der Bewertung "ausreichend". 
Ein gehöriger Teil der Rechtschreibfehler sind zudem eindeutig 
Anschlagfehler wegen Tastatur und würden beim Schreiben des Textes mit 
Füller nicht passieren. Der Text liegt grob überschlagen also eher im 
Bereich der Zensur 3 "genügend"/"befriedigend".

Eine 5.0 ist "nicht bestanden"/"ungenügend", also völlig überzogen.

Autor: Nop (Gast)
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Dipl.- G. schrieb:
> Nach dem extrem strengen DDR-Maßstab für die Bewertung von Diktaten

Strenge Diktate in einer strengen Diktatur.. ^^

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Nop (Gast)

>> Nach dem extrem strengen DDR-Maßstab für die Bewertung von Diktaten

>Strenge Diktate in einer strengen Diktatur.. ^^

;-)

Das aktuelle Gegenteil des totalen LafiFari und wir sind alle toll und 
haben uns lieb ist aber auch Mist.

Autor: Zocker_52 (Gast)
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> Autor: Achim S. (Gast)
> Datum: 13.09.2017 16:52

> Sollen das konkrete Zahlen für einen aktuellen Studiengang sein?

Natürlich !

Autor: Achim S. (Gast)
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Zocker_52 schrieb:
>> Sollen das konkrete Zahlen für einen aktuellen Studiengang sein?
>
> Natürlich !

Dann würde mich ehrlich interessieren, um welchen Studiengang/welche 
Hochschule/welches Bundesland es sich handelt. Denn es steht in krassen 
Widerspruch zu den ET-Studiengängen, bei denen ich so den Überblick habe 
und bei denen die Abbrecherquote von ~50% so eine Art Naturkonstante ist 
(leider).

Und so ganz weltfremd scheint meine persönliche Erfahrung nicht zu sein. 
Denn auch laut http://www.dzhw.eu/pdf/pub_fh/fh-201701.pdf liegen die 
Abbrecherquoten im Ingenieurbereich im Bundesschnitt über 30% (Quote ist 
bei Unis und FHs praktisch identisch). An Universitäten ist sie in den 
letzten Jahrzehnten tatsächlich gesunken (von 48% auf 32%). Das ist laut 
Studie aber vor allem auf Veränderungen im Bereich Maschinenbau 
zurückzuführen, für den Bereich E-Technik konstatiert das DZHW:

"Der Studienabbruch in den Ingenieurwissenschaften ist sehr stark durch 
Leistungsprobleme bestimmt. ..... Angesichts des Rückgangs der 
Studienabbruchquote, besonders in den Studiengängen des Maschinenbaus 
....
Eine Ausnahme stellt allerdings die Elektrotechnik dar. In diesem 
Studienbereich scheint es nach wie vor zu einer besonderen Kumulation 
von leistungsinduzierten Problemlagen zu kommen."

In meine Sprache übersetzt bedeutet der letzte Satz: die Abbrecherquoten 
in ET liegen im Bundesschnitt deutlich über 33%. Wenn deine Zahlen 
(Erfolgsquote >98%) also einen realen Studiengang ET betreffen, 
erscheint er mir eher die krasse Ausnahme als die Regel. Oder sie gelten 
eben nicht für einen grundständigen (Bachelor-)Studiengang sondern für 
einen Master, für den der Vergleich mit einem früheren Diplomstudiengang 
hinkt.

Falk B. schrieb:
> Wir haben im Moment irgendwas um die 60% Abiturquote, ein Wahnsinn! Und
> 2,7 Millionen Studenten in Deutschland, vor 10-15 Jahren waren es nur
> 1,7 Millionen. Plötzlich alle so schlau und wißbegierig? Große
> Bildungsoffensive? Oder schlicht massenhafte Mogelpackung? Und trotzdem
> Fachkräftemangel? Irgendwas stimmt da einfach nicht.

Ja, es ist richtig: es werden immer mehr junge Leute durchs Abitur und 
an die Hochschule geschleust. Und es ist auch richtig, dass dadurch 
praktisch unvermeidbar das Niveau leidet.

Nur: welche Abiturquote und welche Studierendenquote wäre denn die 
"beste"? Ich hab den leisen Verdacht, dass viele dazu neigen, die 
Bedingungen ihres eigenen Studiums als "normal" zu betrachten. Alles, 
was es danach an zusätzlicher Öffnung gab, war zuviel. Aber ebenso war 
alles, was es davon an stärker Begrenzung gab, übetrieben streng. Die 
eigene Studienerfahrung wird also (willkürlich) zum Normalmaß erhoben, 
alle Abweichungen davon betrachtet man als übel.

Ich selbst hab in den 80er Jahren studiert. Ich wette, dass die Klagen 
über das Verflachen des Niveaus aufgrund der gestiegenen 
Zulassungszahlen praktisch genau so klangen, wie heute. Und sie klangen 
nicht nur genau so, sondern sie waren (im Vergleich mit den 60er und 
70er Jahren) auch genau so berechtigt. Nur: wäre ich zehn Jahre früher 
geboren, dann hätte ich bei gleicher Begabung sicher kein Abitur gemacht 
und sicher nicht studiert (ich seh's an meinen älteren Geschwistern). 
Ich tu mich daher schwer damit, wie man die "richtige" Grenze für 
Abiturienten/Studentenquote festlegen sollte.

Auch ich erlebe so ziemlich täglich, dass Leute in Vorlesungen sitzen, 
die recht offensichtlich fehl am Platz sind. Aber sie hatten zumindest 
die Chance für ein Studium und konnten dort zeigen, ob sie es schaffen 
oder nicht - und wurden nicht vorab durch noch unpassendere Kriterien 
ausselektiert. Denn es sind nach meiner Erfahrung nicht automatisch die 
Einser-Abiturienten, die sich im Studium bewähren, sondern die, denen 
viel am Studium liegt und die sich entsprechend dafür einsetzen. Das ist 
kein Plädoyer dafür, einfach "jeden" zuzulassen. Aber die Gewissenheit, 
mit der manche die heutigen Zulassungszahlen als zu hoch bewerten, fehlt 
mir.

Um mal auf die Eröffnungsthese zurück zu kommen: ja, die Noten in 
Abschlussarbeiten liegen auf einem viel "besseren" Niveau, als es früher 
zu Diplomzeiten war. Und ja: die Note der Abschlussarbeit erlaubt damit 
weniger als früher auszudifferenzieren, wie gut der Absolvent 
tatsächlich ist. Das ist schade, aber man kann sich tatsächlich bei den 
Bewertungskriterien nicht völlig abkoppeln von dem, was im Mittel als 
Kriterium angewandt wird. Ein gewisser Ersatz für die verlorene 
Aussagekraft der Absolutnote sind Notenstatistiken im diploma 
supplement, auf der sich ablesen lässt, wie der Student im Verhältnis zu 
seinem Jahrgang lag (so zumindest in den Studiengängen, die ich kenne).

Die Bewertungsskalen, die oben vermutet wurden (1,7 = "Hat sich bemüht 
aber ist gescheitert") haben aber nichts mit der Realität der 
Notenvergabe zu tun, die ich täglich erlebe. 1,7 gibts in meinem Umfeld, 
wenn die Arbeit zwar im Prinzip gelungen war, aber an einigen Stellen 
Nachbesserungsbedarf klar erkennbar ist. War die Arbeit schlechter, dann 
ist auch die Note schlechter. Und ich habe schon einige Studenten 
erlebt, die über die Note enttäuscht waren, aber noch keinen, der sie 
nicht akzeptiert hätte oder nachverhandeln wollte.

Der Schnitt der Bachelorarbeitsnoten, die ich vergebe, liegt tatsächlich 
besser als 2. Aber das liegt daran, dass die Arbeiten im Schnitt 
tatsächlich besser als 2 sind. Denn auch bei der Benotung der 
Abschlussarbeit sollte man nicht den Fehler machen, die eigenen 
Bewertungskriterien der Diplomarbeit auf die aktuelle Situation einer 
Bachelorarbeit zu übertragen. Die gesetzlich vorgegebene Obergrenze für 
den Arbeitsaufwand einer Bachelorarbeit sind 12 ECTS - das entspricht je 
nach Interpretation maximal 9 Wochen Vollzeitarbeit an der 
Bachelorarbeit. Ich trau mich gar nicht zu sagen, wie lange ich damals 
an meiner Diplomarbeit gearbeitet habe, aber es war erheblich länger 
als 9 Wochen. Und natürlich konnte ich mich in der längeren Zeit tiefer 
in das Thema reinknien, mehr vom Thema verstehen und bessere Ergebnisse 
liefern. Also bitte nicht erwarten, dass heute eine Bachelorarbeit mit 
1,3 genau so gut und fundiert sein muss wie früher eine Diplomarbeit mit 
1,3. Eine Bachelorarbeit ist (nur) eine Bachelorarbeit, das muss einem 
beim Betrachten der Note klar sein.

Autor: Markus (Gast)
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Achim S. schrieb:
> Ich trau mich gar nicht zu sagen, wie lange ich damals
> an meiner Diplomarbeit gearbeitet habe, aber es war erheblich länger
> als 9 Wochen.

Die 9 stimmt schon, nur waren es Monate ;-)

Autor: Gerald M. (gerald_m17)
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Bei uns gab es bis jetzt auch nur zwei Mal eine Note schlechter als 1,7. 
Einer, der war so schlecht, der hätte eigentlich durchfallen müssen, und 
einer, der letztens noch seine Diplomarbeit nach 10 Jahren Studium 
abgegeben hat, bei dieser aber von vorne herein nur 9 Monate Zeit hatte 
und davon nur die Hälfte der Zeit da war.
1,7 ist relativ schlecht, 1,3 ist relativ normal, 1.0 sind die, die man 
gerne da behalten würde für Master oder Promotion.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Gerald M. (gerald_m17)

>1,7 ist relativ schlecht, 1,3 ist relativ normal, 1.0 sind die, die man
>gerne da behalten würde für Master oder Promotion.

Wenn das WIRKLICH so ist, hat sich der Benotungsmaßstab MASSIV 
verschoben. Ob das so gut ist?

Autor: Joachim B. (jar)
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Falk B. schrieb:
> @Gerald M. (gerald_m17)
>>1,7 ist relativ schlecht
>
> Wenn das WIRKLICH so ist, hat sich der Benotungsmaßstab MASSIV
> verschoben. Ob das so gut ist?

Das war die Titelthese "Noteninflation" und gut ist das nicht

Autor: Dipl.- Gott (hipot)
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Bezüglich Noteninflation: Mein Professor in Technischer Mechanik vom 
Bewertungstyp "harter Hund" hat mal in einem Film mitgespielt.
Youtube-Video "You Shall Not Pass!"

Autor: Zocker_52 (Gast)
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> Autor: Achim S. (Gast)
> Datum: 14.09.2017 11:14

> Zocker_52 schrieb:
>>> Sollen das konkrete Zahlen für einen aktuellen Studiengang sein?
>>
>> Natürlich !

> Dann würde mich ehrlich interessieren, um welchen Studiengang/welche
> Hochschule/welches Bundesland es sich handelt.

TU Kaiserslautern, Elektrotechnik/Kerntechnik, 1974 - 1979.

Zu der Zeit dürftest du bestenfalls in der Krabbelgruppe gewesen sein.

> Autor: Falk Brunner (falk)
> Datum: 14.09.2017 17:03

> @Gerald M. (gerald_m17)

> >1,7 ist relativ schlecht, 1,3 ist relativ normal, 1.0 sind die, die man
> >gerne da behalten würde für Master oder Promotion.

> Wenn das WIRKLICH so ist, hat sich der Benotungsmaßstab MASSIV
> verschoben. Ob das so gut ist?

Ist schon erstaunlich was für Noten heute jedes Weichei anzieht.

Autor: Achim S. (Gast)
Datum:

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Zocker_52 schrieb:
> Zu der Zeit dürftest du bestenfalls in der Krabbelgruppe gewesen sein.

Wie oben schon geschrieben: einige Jahre später (84) habe ich mein 
Studium begonnen. Lustigerweise auch an der Uni KL, allerdings in einem 
anderen Fachbereich (die E-Technik habe ich dort nur als Nebenfach 
genossen).

Dass es 1974 (kurz nach der Gründung des Fachbereichs) solche 
Verhältnisse gegeben haben mag - nur 7 Abschlüsse bei 127 Anfängern - 
nehme ich dir ggf. noch ab. Dass heute dort tatsächlich von 127 
Bacheloranfängern 125 erfolgreich abgeschlossen haben sollen, glaube ich 
immer noch nicht so richtig. Liegt einfach zu weit weg von meinen 
Erfahrungswerten und den Zahlen des Bundesdurchschnitts.

Und wenn ich mir die Studierendenstatistik aus KL ansehe, deutet die 
auch klar in eine andere Richtung:

http://www.uni-kl.de/fileadmin/ha-4/Statistiken/St...

Im SoSe17 waren im Bachelor EI dort 133 Studies in den Semester 1-2, 
aber nur noch 66 Studies in den Semestern 6-7. Das sieht mir ziemlich 
nach der "normalen" Schwundquote von ~50% aus. Und es passt irgendwie 
gar nicht zu den behaupteten Zahlen, dass von 127 Anfängern ganze 125 
abgeschlossen haben sollen.

Autor: Zocker_52 (Gast)
Datum:

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> Und es passt irgendwie gar nicht zu den behaupteten Zahlen, dass von 127 > 
Anfängern ganze 125 abgeschlossen haben sollen.

Natürlich nicht. Hat ja auch nichts mit E-Technik zu tun.

Derartige Ergebnisse sind eher bei Fächern wie Betriebswirtschaft oder 
Volkswirtschaft zu erkennen.

> Dass es 1974 (kurz nach der Gründung des Fachbereichs)

Die waren damals noch mit Trier zusammen.

Abgesehen von ein paar Fehlinterpretationen ist dein Beitrag aber soweit 
in Ordnung.

Autor: FartSparkle (Gast)
Datum:

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Falk B. schrieb:
> @FartSparkle (Gast)
>
>>Als unbedarfter Leser frage ich mich zunächst einmal inwiefern der TO an
>>dieser Stelle überhaupt berechtigt ist, andere Menschen zu beurteilen
>>oder sogar mit Noten zu bewerten.
>
> In der Tat, "Als unbedarfter Leser".

Was bitte bedeutet denn "In der Tat"? Bist Du weniger bedarft? Fühlst Du 
Dich schon deswegen überlegen und sowieso im Recht?

>
> Der bedarfte Leser würde feststellen, daß der OP der
> Diplomarbeitsbetreuer ist und damit einen ähnlichen Stellenwert
> bezüglich der Leistungsbeurteilung hat wie der Professor in der Uni.
>

Der wirklich bedarfte Leser würde aber auch wissen, dass einem 
Diplomarbeitsbetreuer kaum mehr als die Rolle einer unbezahlten 
Hilfskraft zukommt, der letztendlich gerade mal die vom Delinquenten 
angestrebte Qualifikation halbwegs erreicht haben sollte.
Dies mit einer Professur bzw. der Erfahrung in der Lehre glechstellen zu 
wollen halte ich für Wunschdenken.

>>Um seinem Chef zu gefallen?
>>Weil man sich dann ja ach soo wichtig fühlt?
>
> Kann es sein, daß der unbedarfte Leser ein Problem mit einer
> Leistungsbeurteilung hat und demzufolge diese prinzipiell ablehnt? Dann
> geh zu Walldorfschule.

Nur mit unqualifizierten Leistungs-Beurteilungen.
Was hast Du gegen Waldorfschulen? Kennst Du Dich damit aus? Hast Du Dich 
damit auseinandergesetzt?
Oder muß ich annehmen, daß dies nur (unqualifiziert) dahingeworfen ist?

>
>>Nach welchen Kriterien wird überhaupt bewertet?
>
> Fachlichen.
>

Yo - das überzeugt. In den nächsten Sätzen etwas anzukreutzen war wohl 
zu kompliziert?

>>Nach denen der zuständigen Ausbildungseinrichtung?
>>Nach denen der lokalen Firmen-Hierarchie?
>>Danach, was dem TO im Job und hinsichtlich der eigenen Karriere zu pass
>>kommt?
>
> Du jammerst. Aber OK, damit bist du in diesem Unterforum goldrichtig.

Ich habe nur Frgen gestellt. Für das Gejammere scheinst Du Dich 
zuständig zu fühlen. Der Hinweis auf dieses Unterforum - war das jetzt 
so etwas wie Selbstmitleid?

>
>>Mit dieser Vermutung würde ich dem TO sogar jedes Recht absprechen,
>>irgendeine Arbeitsleisung überhaupt beurteilen zu können.
>
> Kann sein, muß nicht.

Gut - also hast Du keine Antwort bzw. keinen eigenen Standpunkt.
Meinste nicht, dass Du Dir Deinen Kommentar da besser hättest gleich 
sparen können?

Autor: Jo S. (Gast)
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Gerald M. schrieb:
> 1,7 ist relativ schlecht, 1,3 ist relativ normal

1,3 als Durchschnitt ergibt ca. 2,5 im Normalbereich.

1,7 --> 2,9  d.h. außerhalb des Toleranzbereichs, bei Großunternehmen 
wird man damit kaum eingestellt werden.

Sozialpädagogische Benotung: Es gibt nur Einser-Schülerinnen

Mit diesem Unsinn machen sich Hochschulen und Dozenten lächerlich.

Autor: A. (Gast)
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Ich habe eine 1,3 auf meine Bachelorarbeit bekommen. Hab ich aber nicht 
verdient. Aber würden keine guten Noten vergeben werden, würden ggf. 
auch Studiengänge irgendwann gestrichen wegen zu schlechten Zahlen etc.

"Gesundheitskarte" lässt grüßen (Neusprech).

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Jo S. (joo)

>Sozialpädagogische Benotung: Es gibt nur Einser-Schülerinnen

>Mit diesem Unsinn machen sich Hochschulen und Dozenten lächerlich.

So sieht's aus!

Autor: Mighty Matze (hustler)
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Noten in Abschlussarbeiten sagen doch gar nichts aus...ist doch auch von 
FH/Uni/TU schon mal gar nicht zu vergleichen....dann muss man auch noch 
differenzieren, an welchem Institut man so eine Arbeit 
schreibt...schreibe ich eine sehr theoretische Arbeit, ist diese wohl 
schwerer, als eine Arbeit, wo ich in der Praxis Algorithmen durch 
evaluieren muss....

Und kennt der Student noch den Prof durch Hiwi-Jobs ist meist eine gute 
Note durch Vitamin B garantiert....kann man also alles nicht 
vergleichen, ist so ähnlich wie mit dem Abitur aus verschiedenen 
Bundesländern...

Autor: Zocker_52 (Gast)
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> 1,7 --> 2,9  d.h. außerhalb des Toleranzbereichs, bei Großunternehmen
> wird man damit kaum eingestellt werden.

Keine Angst, Perschau und Frunel nehmen dich auch mit einer 4,0.
Auf Inbetriebnahme hast du mit 4,0 und drei Fremdsprachen auch keine 
Probleme. Nur verdienst du dort fünfmal so viel wie bei den Zockerbuden.

> Sozialpädagogische Benotung: Es gibt nur Einser-Schülerinnen

Die sind ja auch alle so schrecklich gut !

Autor: F. B. (finanzberater)
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bewerter schrieb:
> Mich wundert das sehr. Ist die Noteninflation schon soweit
> fortgeschritten dass ich ihn mit einer 1,7 enttäuscht habe?
> Ich sehe aktuell die Tendenz, dass Studenten eher dorthin gehen, wo die
> besten Noten geboten werden. Dieses Spiel will und kann ich aber nicht
> mitspielen. Das ist doch absurd!

Ja, das ist absurd. Mein Einserdiplom wird dadurch völlig entwertet, 
wenn heutzutage jeder Hinz und Kunz eine 1,x bekommt.

Autor: F. B. (finanzberater)
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Joe G. schrieb:
> Offensichtlich hat der Student ein Problem damit, wirklich seine eigene
> Leistung einzuschätzen. Auch hier ist er nicht alleine. Dieses Problem
> haben sehr viele Studenten aus den unterschiedlichsten Ursachen.

Dasselbe Problem tragen sie dann auch in den Beruf und meinen, sie wären 
mit ihrem Halbwissen Experten für alles. Furchtbar, mit solchen Kollegen 
zusammenarbeiten zu müssen.

Autor: bewerter (Gast)
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F. B. schrieb:
> Joe G. schrieb:
>> Offensichtlich hat der Student ein Problem damit, wirklich seine eigene
>> Leistung einzuschätzen. Auch hier ist er nicht alleine. Dieses Problem
>> haben sehr viele Studenten aus den unterschiedlichsten Ursachen.
>
> Dasselbe Problem tragen sie dann auch in den Beruf und meinen, sie wären
> mit ihrem Halbwissen Experten für alles. Furchtbar, mit solchen Kollegen
> zusammenarbeiten zu müssen.

Ja, das ist ein interessanter Punkt!

Das schlimme ist, dass wohl auch kein anständiges Feedback mehr gegeben 
wird bzw. das keiner mehr machen will. Sehe ich bei Chefs, aber auch bei 
uns Betreuern.

Da haben viele Angst, etwas falsch zu machen.
Ich hatte mal nen ausländischen Studenten, mit dem ich teils Probleme 
mit der Verständigung hatte. Im direkten Kontakt gar kein Problem, aber 
seine E-Mails waren oft ziemlich unverständlich.
Beim Abschlussgespräch war mein Kollege ziemlich dagegen, ihn darauf 
anzusprechen. Ah ne... eher nicht... mach des nicht... Ich hab es 
schließlich im Alleingang gemacht. Ich habe ihm kurz gesagt: Im großen 
und ganzen finde ich dein Deutsch in Ordnung, nur beim Schreiben 
solltest du dich noch verbessern, damit die Zusammenarbeit besser 
klappt! Aber das wird schon!
(übrigens hatte das keinen Einfluss auf die Bewertung.)

Wenn wir Studenten immer nur "TOP!" "WEITER SO!", "DA HAST DIE 1,0!" 
sagen, dann kann sich keiner verbessern...

Autor: Dipl.- Gott (hipot)
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Blablabla - die beste Lösung wurde bereits genannt: Noten abschaffen und 
die Abschlußarbeit wie in anderen Ländern auf "angenommen" und 
"zurückgewiesen" reduzieren, allerdings ein Mü strenger prüfen.
Für tatsächlich überdurchschnittliche Leistungen das Prädikat 
"angenommen" durch "mit Auszeichnung" anreichern.

Besser wäre ein objektiviertes Gutachten des Betreuers als 
Zeugnisbeilage, wo Arbeitsweisen, Methoden etc. evaluiert 
werden...anstatt stumpfer Notenvergabe nach Schema F.

Der Großteil des Studiums sollte ähnlich notenfrei sein. Das wäre 1. 
viel näher an Humboldts Verständnis von Universität dran, und würde 2. 
eine ganzheitliche, vom "für die Prüfung pauken" entfernte Lernstrategie 
begünstigen. Benotete Prüfungsleistungen könnten reduziert und in 
schwierige Großprüfungen kondensiert werden, z.B. eine intensive 
Diplomvorprüfung zwischen 4. und 5. Semester, eine das gesamte Studium 
umfassende Diplomhauptprüfung unmittelbar bevor die Abschlußarbeit 
öffentlich verteidigt werden muß. Eine solche 
Universitätsausgangsprüfung hätte auch eher den Charakter einer 
waschechten Ingenieurlizenzprüfung, wo in anderen Ländern in kurzer Zeit 
ein breites Spektrum and Fachgebiete in wesentlicher Tiefe beackert 
werden muß. Das würde auch sicherstellen, daß alle Studenten mit einem 
aktuellen und abrufbaren Mindeststandard von der Uni abgehen.
Ob die Noten durch insgesamt 40 oder nur 3 Prüfungen abgelegt werden, 
ist vollkommen Jacke wie Hose. Auswendiglernen und sich spezifisch auf 
ganz bestimmte Sachen einschießen würde allerdings durch Großprüfungen 
reduziert, so daß eher der wahre ganzheitliche Wissensstand des 
Studenten aufgedeckt wird, und nicht nur ob er gut genug vernetzt war, 
um alte Prüfungen zu kriegen, und dann wie ne Wildsau 20 immergleiche 
Klausuren rechnen konnte.

Autor: schnitzerich (Gast)
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Dipl.- G. schrieb:
> Der Großteil des Studiums sollte ähnlich notenfrei sein.

Zustimmung. Fand es an der FH und der Uni ab einem gewissen Punkt sehr 
einfach, gut bis sehr gute Noten zu schreiben:

Einfach die letzten 4-5 Klausuren + Vorlesungsskript auswendig lernen 
(beides, mit entsprechenden Memo-Techniken absolut problemlos machbar. 
Stichwort: Wiedererkennung).

Damit konnte ich mit 1.5 Monaten - sehr entspannter Vorbereitungszeit - 
immer problemlos besser als eine 2.0 hinrotzen.


Meine Meinung:
Schwerpunkt auf Aufgaben legen, wo eine selbstständige Herangehensweise 
gefordert wird. Am besten abstrakte Projekte, wo die Lösung nicht auf 
Stackoverflow/Reddit/Co. direkt auf der Hand liegt und der Kandidat 
selbst eine optimalen Lösungsweg finden muss (Nutze ich jetzt C, C++, 
Scala oder reicht ein Bash/Python Script? Vielleicht tuns auch nur zwei 
Zeilen in Excel?).

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