mikrocontroller.net

Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Zweiklang Ton erzeugen


Autor: Mayka Greschner (mayka)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Forum! Nachdem ich hier zwar viele Beiträge zum Thema Töne 
erzeugen gefunden habe; allerdings immer nur Töne mit einer Frequenz 
möchte ich mal fragen ob man auch zweiklang Töne erzeugen kann. Und zwar 
solche wo zwei verschiedene Frequenzen gleichzeitig erzeugt und 
ausgegeben werden wie bei einer Zweiklanghupe am Auto. Sollte in Bascom 
sein.

MfG Mayka

Autor: Patrick J. (ho-bit-hun-ter)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi

Du könntest zwei Töne an zwei Ausgängen erzeugen und Diese per Dioden 
entkoppelt 'irgend wo drauf geben'.
Geht auch in anderen Sprachen :)

Wenn die Töne nahe genug zusammen liegen, bekommst Du Schwebungen.
Selbst, wenn man die Frequenzen einzeln der Ohren zuführt macht das Hirn 
daraus eine Schwebung (einfach zwei Töne mit wenigen Herz Unterschied 
für das linke/rechte Ohr z.B. in Audacity erzeugen und per Kopfhörer 
anhören, hat was).

Der Ton einer Hupe ist aber um Welten von 'zwei Einzeltöne gemischt' 
entfernt - wenn Du was in dieser Richtung vor hast, vll. ein einfaches 
MP3-Modul bespielen und mit Leistung durch den Lautsprecher gejagt.

MfG

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Mayka G. schrieb:
> mal fragen ob man auch zweiklang Töne erzeugen kann

Klar geht das. Application Note AVR314 beschreibt die Erzeugung von DTMF 
Tönen mit dem AVR.

> Sollte in Bascom
> sein.

Tja - nö. Das müsstest du dir z.B. mit Hilfe der AN selber umschreiben.

Der allgemeine Weg ist die Erzeugung von 2 Wellenzügen, deren Addition 
und der Ausgabe auf einer PWM.

: Bearbeitet durch User
Autor: Wusel (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
nimm einfach ein WAV-File mit dem gewünschten Ton und wandle es in ein 
C-Code-Array um. Dann den Code einfach stur auf eine PWM geben. Die PWM 
mit einem Tiefpass filtern und das Signal dann auf einen NF-Verstärker 
geben und fertig. Damit kannste beliebige Töne ausgeben.

Autor: Wusel (Gast)
Datum:

Bewertung
-2 lesenswert
nicht lesenswert
Alternativ kannste auch für 2Euro einen DFPlayer Mini MP3-Player nehmen 
und den per BASCOM und UART ansteuern. Viele Wege führen nach Rom :-)

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Patrick J. schrieb:
> Du könntest zwei Töne an zwei Ausgängen erzeugen und Diese per Dioden
> entkoppelt 'irgend wo drauf geben'.

Stimmt, man entkoppelt analoge Signale mit Dioden. Ich habe 
fälschlicherweise immmer Kondensatoren verwendet. Wie dumm Ich doch war. 
Zumal Dioden ja auch viel billiger und robuster sind.

Autor: Jacko (Gast)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Mit einem Rechtecksignal gibst du doch schon eine ganze Menge
Frequenzen aus:
Die Grundfrquenz und alle ungeraden Vielfachen davon...

Willst du was harmonisch Klingendes, sollte das Verhältnis der
Frequenzen ein Bruch mit kleinen Zahlen sein.
- z.B. 2:3, 3:4, 2:5, ...

Berechne die Sinusfunktionen und deren Summe in passenden
Schritten, so dass es in einer Tabellenkalkulation ein
"hübsches Bild" gibt. Durch Addition von 128 und Multiplikation
mit je 60 erhältst du PWM-Werte im Bereich 8...248.

Die "passenden Schritte", die so gewählt werden müssen, dass
sich die Summen-Kurve nach 100...200 Schritten wiederholt, ist
etwas Fummelei (Approximation)- da muss man durch!

Speichern muss man nur die halbe Kurve - sie wird abwechselnd
vorwärts und rückwärts abgespielt.

Mit einem Tiny45 habe ich in dezenter Lautstärke ein Zweiklang-
Schlagwerk (mit Hüllkurve eines Gongs/einer Glocke) für meine
DCF-Uhr simuliert. Stunden- und Viertelstundenschläge in
unterschiedlicher Tonhöhe.
Viele Besucher fragen verwundert, wo die mechanische Uhr steht,
oder hängt...

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Was sollten denn das für Töne sein?
3:2 wäre ja noch ok, eine reine Quinte, aber 3:4 oder gar 2:5
4:3 ist ein vermurkste Quarte und 5:2 eine schlaffe Terz in der nächsten 
Oktave.

Wir erbitten hiermit eine Audioaufnahme dieses melodiösen Tones.

Autor: Frank Esselbach (Firma: Q3) (qualidat)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Du brauchst eine Tabelle mit den Werten einer kompletten Sinus-Periode.

Für jeden Tonkanal benötigst du einen Zeiger, der gerade auf die 
aktuelle Abspielposition zeigt. Die Zeiger werden mit unterschiedlicher 
Geschwindigkeit (entsprechend den einzelnen zu mischenden Tönen) 
weitergeschoben.

Zum Schluss musst du nur noch die Momentanwerte addieren und per PWM 
ausgeben ...

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Mayka G. schrieb:
> ob man auch zweiklang Töne erzeugen kann. Und zwar solche ... wie
> bei einer Zweiklanghupe
Du willst einen Hupenklang nachbilden?

Dann würde ich mal empfehlen, erst mal nur 1 Ton auszugeben, der sich 
wie eine "normale" Hupe anhört. Wenn du weißt, wie das geht, dann kann 
man mal über den zweiten Ton nachdenken...

Autor: Yalu X. (yalu) (Moderator)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Patrick J. schrieb:
> Du könntest zwei Töne an zwei Ausgängen erzeugen und Diese per Dioden
> entkoppelt 'irgend wo drauf geben'.

Ich würde die beiden Signale nicht mit Dioden, sondern mit zwei
gleichgroßen Widerständen addieren und einem Verstärker zuführen.

Edi M. schrieb:
> Was sollten denn das für Töne sein?
> 3:2 wäre ja noch ok, eine reine Quinte, aber 3:4 oder gar 2:5
> 4:3 ist ein vermurkste Quarte

Wieso vermurkst? Sie ist genauso rein wie die 3:2-Quinte.

> und 5:2 eine schlaffe Terz in der nächsten Oktave.

Nenn sich auch (große) Dezime und ist ebenfalls rein.

Ich gehe aber davon aus, dass bei einer Autohupe die beiden Frequenzen
(meist mit Terzabstand) nicht immer sauber zueinander gestimmt sind. Die
Hupe soll ja schließlich nicht schön, sondern aggressiv klingen :)

Autor: Patrick J. (ho-bit-hun-ter)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Hi

Ihr macht hier einen

Edi M. schrieb:
> Terz

um so ein bisschen Hupe :)
Wobei, bis auf 'Quinte' habe ich von dem anderem Kram noch Nichts gehört 
und bisher trotzdem überlebt - wenn ich mich dadurch noch nicht ge-outed 
habe: ich spiele kein Instrument.

Da es vor vielen Jahren auf den damaligen Computern auch schon möglich 
war, durchaus gut klingende Musik auszugeben, müsste Das vom Grunde her 
möglich sein, denke aber trotzdem, daß man mit einem MP3-Player einiges 
an Zeit spart und wesentlich flexibler mit den auszugebenden Sounds ist.

Lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

MfG

: Bearbeitet durch User
Autor: minifloat (Gast)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Jacko schrieb:
> Speichern muss man nur die halbe Kurve - sie wird abwechselnd vorwärts
> und rückwärts abgespielt.

Frank E. schrieb:
> Du brauchst eine Tabelle mit den Werten einer kompletten Sinus-Periode.

Nö. Eine Viertel Periode reicht aus. Der Rest der Sinuskurve ist durch 
Spiegelung erzeugbar.
Wenn genug Platz im Flash ist, dennoch wie Frank E.
Es empfiehlt sich, eine Tabellenlänge gleich einer Zweierpotenz zu 
benutzen.

mfg mf

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wer hat eigentlich behauptet, dass hier ein Sinus ausgegeben werden 
muss?

Und wer hat behauptet, dass das eine Hupe sein sollte?

Ein Sinuston ist soweit von dem Klang einer Hzpe entfernt, wie Schulz 
vom Kanzlerposten.

Autor: Jacko (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@ minifloat (Gast)

> Nö. Eine Viertel Periode reicht aus. Der Rest der Sinuskurve ist
> durch Spiegelung erzeugbar.

Bist ja ein ganz ein Schlauer!
Hast "aus Versehen" nur vergessen, dass man selbst bei einem 1 F
Sinus nicht nur zeitlich spiegeln muss, sondern auch amplituden-
mäßig zum NULL-Wert spiegeln muss.

Zeig das mal für eine 2-F-Summenkurve!

Dass die Terz für eine Hupe besser ist, sehe ich gern ein.
Soll ja schärfer klingen.

Da klappts aber auch nicht mit der Viertelperiode...

Autor: minifloat (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Jacko schrieb:
> [...] sondern auch amplituden-mäßig zum NULL-Wert spiegeln muss.
Punktspiegelung. mfg mf

Autor: minifloat (Gast)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Wie wäre es mit einer Wertetabelle, die gleich die Hupe enthält?
Aus einem schönen Hupensound aus dem Netz kann man z.B. mit Audacity [1] 
das benötigte Wavelet minimaler Länge herausschneiden. Test des 
Schnipsels mit markieren, Shift+Play (Endloswiedergabe). Audacity kann 
diesen Schnipsel als csv Datei exportieren [2]. Die Werte sind mit ein 
bisschen find & replace und ein Tabellenkalkulationsprogramm oder 
sonstwas schnell in ein Werte-Array beliebiger Skalierung, zeitlicher 
und Amplituden-Auflösung, Datentyp, Offset, ... umgesetzt.
mfg mf

[1] http://www.audacityteam.org/
[2] http://manual.audacityteam.org/man/sample_data_export.html

Autor: Mayka Greschner (mayka)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Uii! Ich bin geradezu erschlagen von den vielen Antworten! Zunächst mal 
vielen Dank!
Ich möchte keine Hupe imitieren sondern ein Signal das den Tastendruck 
quittiert, sozusagen ein "Roger Beep" für Tasten. Ich hab das im Urlaub 
an einem kleinen U-Boot mit Glasboden (Für Touristen zum Fische 
gucken)gesehen wo nach fast jedem Tastendruck an der Steuerung kurz 
darauf verschiedene Zweiklangtöne zu hören waren. Die haben angezeigt 
das der "Befehl" von der Taste erfolgreich ausgeführt wurde. Das hat 
sich affengeil angehört, teilweise wie eine Melodie. Hab gedacht, das 
müßte sich doch mit einem Microcontroller realisieren lassen. Irgendwie 
muß das ja gehen, sonst wäre es ja nicht in dem Boot zu hören gewesen.

Könnte man das auch realisieren wenn man ganz schnell zwei verschiedene 
Töne im Wechsel ausgeben lässt?

Gruß M

Autor: jz23 (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Nimm eine Wertetabelle und addiere die beiden Sinusse (Sinen?) im 
Mikrocontroller. Das ganze per PWM raus, filtern, und auf einen 
Verstärker geben.

Zwei Töne im Wechsel sind was völlig anderes, wenn du zwei Frequenzen 
überlagerst, bekommst du ja Schwebungen, die würden dabei wegfallen.

Autor: Jobst Quis (joquis)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Mit dem xr2206 kann man zwischen zwei Tönen leicht umschalten (Pin 9 
FSK).

Gibt es auch preisgünstig als Bausatz:

Ebay-Artikel Nr. 122694727337

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
jz23 schrieb:
> Nimm eine Wertetabelle und addiere die beiden Sinusse (Sinen?) im
> Mikrocontroller. Das ganze per PWM raus, filtern, und auf einen
> Verstärker geben.

"Sinen" ist richtig.

Aber PWM? Macht starke Oberwellen, da braucht es auch keinen Sinus.

Warum nicht zwei Rechtecke und die Filtern?

Jacko schrieb:
> Willst du was harmonisch Klingendes, sollte das Verhältnis der
> Frequenzen ein Bruch mit kleinen Zahlen sein.
> - z.B. 2:3, 3:4, 2:5, ...

Das ist aber viel zu sauber und erzeugt Interferenzen. Deshalb nimmt man 
heute ja die 12Wurzel(2) für die Musikstimmung, damit es runder klingt.

Für eine Tröte muss es eigentlich noch stärker verstimmt sein.

Ich warte immer noch auf Jacko's wundersamen Klang.

Autor: HildeK (Gast)
Datum:

Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
> "Sinen" ist richtig.

Dann frag mal den Duden!
Entweder "die Sinus" oder "die Sinusse" - steht dort.

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wahnsinn. Wer hätte das gedacht. Also gut, dann "Sinussen".

Aber nochmal zum Zweiklang: Warum um alles in der Welt immer Sinus? Es 
gibt in der Natur kein Instrument, das Sinus erzeugen kann. Die ersten 
Flipper und Telespiele haben einfach Rechtecke ausgegeben. Das klang 
viel besser.

Außerdem will unser Tonmann mit BASCOM arbeiten, da sollte man etwas auf 
Rechenzeit achten:

- 2 Rechtecksignale unterschiedlicher Tonhöhe addieren und mal 100 
nehmen
- ein Dreieck mit der 100 fachen Frequenz und Amplitude 100 erzeugen
- wenn das Signal > als das Dreieck ist, eine 1 ausgeben ansonsten 0
- am Pin draußen noch eine RC-Filter dran.
- ein Piezolautsprecher müsste direkt zu treiben sein

Autor: Christian B. (luckyfu)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
> Aber PWM? Macht starke Oberwellen, da braucht es auch keinen Sinus.

wie willst du es denn sonst ausgeben?

Und gegen die Oberwellen hilft der bereits häufiger genannte Tiefpass.

Damit kann man sehr glatte Sinusse erzeugen.

Ich hab das selbst schon so gemacht, nachdem unsere Geschäftsführung 
eingesehen hat, daß 2 gleich laute Töne mit einem Piezo Piepser nicht so 
ohne weiteres erzeugbar sind und sich die Softwareentwickler nicht im 
Stande sahen, eine Wave Datei synchron zum Laserpuls abzuspielen.

Nen Mikrocontroller wollten sie zwar auch nicht im System, aber das war 
der kleinst mögliche Kompromiss.

Autor: Yalu X. (yalu) (Moderator)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Falls die Rechenzeit eine Rolle spielt:

Zwei von jeweils einem Timer erzeugte und analog addierte
Rechtecksignale brauchen überhaupt keine Rechenzeit und sind
zudem praktisch völlig jitterfrei.

Autor: driver (Gast)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Yalu X. schrieb:
> Ich gehe aber davon aus, dass bei einer Autohupe die beiden Frequenzen
> (meist mit Terzabstand) nicht immer sauber zueinander gestimmt sind. Die
> Hupe soll ja schließlich nicht schön, sondern aggressiv klingen :)

Der Gesetzgeber hat recht genaue Vorstellungen, wie eine Hupe im
Strassenverkehr tönen muss - StVZO §55 (2):

"Als Einrichtungen für Schallzeichen dürfen Hupen und Hörner angebracht
sein, die einen Klang mit gleichbleibenden Grundfrequenzen (auch 
har-monischen Akkord) erzeugen, der frei von Nebengeräuschen ist."

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Christian B. schrieb:
> wie willst du es denn sonst ausgeben?

Mir ging es um die Feststellung, dass - wenn man per PWM ausgibt - es zu 
derart hohen Oberwellen kommt, dass man eh keinen Sinus mehr hat. Dann 
kann man auch gleich Rechtecke ausgeben.

Zu den gesetztlichen Vorschriften: Einen gleichbleibenden Ton kriegt man 
schon wegen des Dopplereffektes nicht hin :-)

Wenn aber nur die Grundwelle konstant sein muss, kann man sicher die 
Oberwellen variieren. Also einen Ton auf 100 Hz, den anderen von 150 auf 
110 runtergehend. Macht ein schönes Nebelhorn.

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
> Jacko schrieb:
>> Willst du was harmonisch Klingendes, sollte das Verhältnis der
>> Frequenzen ein Bruch mit kleinen Zahlen sein.
>> - z.B. 2:3, 3:4, 2:5, ...
> Das ist aber viel zu sauber und erzeugt Interferenzen. Deshalb nimmt man
> heute ja die 12Wurzel(2) für die Musikstimmung, damit es runder klingt.
Ist da nicht Ursache und Wirkung verwechselt?
Weil ein Instrument, das rein auf C gestimmt ist, zwar ein dafür 
geschriebenes Stück in C tadellos klingend wiedergeben kann, sich mit 
fast allen anderen Tonarten mehr oder "unsauber" anhört, wurden andere 
Stimmungen als Kompromiss erfunden. Die Werckmeisterstimmung und 
letztlich die wohltemperierte Stimmung (12. Wurzel aus 2) sind die sich 
daraus ergebenden Kompromisse mit den nicht ganz reinen aber dafür ohne 
Klangveränderung transponierbaren Intervallen. Das einzige tatsächlich 
völlig reine Intervall bei der wohltemperierten Stimmung ist die 
Oktave...
Siehe dazu auch die Ausführungen dort:
http://www.canto-crudo.at/electric-orpheus/tonsysteme.htm

Aber für die Aufgabe hier wird jetzt ja erst mal lediglich gefordert, 
dass zwei unterschiedliche Töne ausgegeben werden können. Ein bestimmtes 
Verhältnis und eine bestimmte Wellenform wurde nicht verlangt.

Also einfach einen Interrupt auf 50us setzen, und dann mit 2 Zählern die 
beiden Töne intern erzeugen. Und zum Ausgeben auf den Lautsprecher würde 
ich die einfach mal an 2 Pins ausgeben und mit Widerständen aufsummieren 
oder den Lautsprecher zwischen die beiden Pins hängen oder die Signale 
einfach mal auf 1 Pin verXORen, oder, oder...

: Bearbeitet durch Moderator
Autor: W.S. (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mayka G. schrieb:
> Ich möchte keine Hupe imitieren sondern ein Signal das den Tastendruck
> quittiert, sozusagen ein "Roger Beep" für Tasten.

Also was ganz Einfaches, nehme Ich an. An der Supermarktkasse kommt 
immer ein Doppelton. Ich glaube es ist eine Quinte, also erst der hohe, 
dann der tiefe Ton, Dauer vielleicht 100ms zusammen. Hört sich an, wie 
"Ja"!

Statt einem Sinus kann man auch ein Dreieck nehmen. Das ist fast 
Dasselbe und den Unterschied hört eh keiner. Ich würde einen 
Dreiecksgenerator mit einmal 150% der Frequenz und einmal 100% der 
Frequenz zusammenmischen. Wenn gewünscht, Filtern um die Ecken rund zu 
machen. Das lässt sich leicht rechnen. In Controllern kann man auch 
Timer nehmen und umschalten, damit sich hin und herzählen. Dann wird nur 
noch die Umsetzung auf einen PortPin benötigt. Eine PWM erzeugst Du am 
Einfachsten mit einer weiteren Dreiecksfunktion, die schnell genug ist 
und einem Vergleicher.
Auch dafür gibt es Timer in den Controllern, die nur richtig 
programmiert werden müssen.

Autor: Mampf F. (mampf) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
W.S. schrieb:
> Statt einem Sinus kann man auch ein Dreieck nehmen.

Man kann auch einen DDS einbauen und ein schönes Sample verwenden.

Polyphones DDS ist wirklich einfach zu bauen ... Wenn es kein 
x-stimmiges Midi ist sondern nur ein Zweiklang-Ton, ist es noch 
einfacher.

Wirf zwei DDS an mit unterschiedlichen Akkumulationskonstanten und misch 
diese zusammen per Addition.

Voila :)

Autor: Jobst Quis (joquis)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Lothar M. schrieb:
> Weil ein Instrument, das rein auf C gestimmt ist, zwar ein dafür
> geschriebenes Stück in C tadellos klingend wiedergeben kann, sich mit
> fast allen anderen Tonarten mehr oder "unsauber" anhört, wurden andere
> Stimmungen als Kompromiss erfunden.

Fast richtig. Es gibt reine Dreiklänge, also Dreiklänge mit kleinen 
ganzzahligen Verhältnissen, aber keine reinen Tonleitern. In C-Dur muss 
man sich entscheiden, ob man das D so stimmt, dass es ein reinen D-Moll 
Akkord gibt, oder so, dass es einen reinen G-Dur Akkord bildet. Diese 
beiden Töne sind 22 Cent (hunderstel Halbtöne) voneinander entfernt.

Andererseits sind gleichzeitig andere reine Akkorde wie Cis-Dur,Gis-Dur 
und Dis-Dur möglich, die nicht zur C-Dur Tonleiter gehören.

Autor: Herbert Bechler (herbert_b)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Edi M. schrieb:
> Zu den gesetztlichen Vorschriften: Einen gleichbleibenden Ton kriegt man
> schon wegen des Dopplereffektes nicht hin :-)

Natürlich. Man muß nur vor dem hupenden Fahrzeug herlaufen.

Herbert

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
minifloat schrieb:
> Wie wäre es mit einer Wertetabelle, die gleich die Hupe enthält?

Braucht er einen Sampleplayer mit RAM und Wandlung in ein 1-Bit Audio. 
Das ist nicht so trivial und nicht jeder Microprocessor hat da genug 
Resourcen.

Hat eigentlich noch einer auf dem Schirm, wass der TE mit BASCOM 
arbeiten möchte? Wahrscheinlich soll das auf einen Mini-Microcomputer.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Patrick J. schrieb:
> Da es vor vielen Jahren auf den damaligen Computern auch schon möglich
> war, durchaus gut klingende Musik auszugeben, müsste Das vom Grunde her
> möglich sein

Das will Ich wohl meinen! Wenn Ich das hier alles so lese, muss Ich 
schon sagen, es ist erstaunlich, dass heutzutage kaum einer mehr so 
richtig eine Idee zu haben scheint, wie er mit wenigen Mitteln etwas 
cooles aus seiner Hardware rausholen kann. Wir hatten früher einen VC64 
mit ein paar Megaherz und mussten in Assembler programmieren, um auf 
halbwegs vernünftige Abtastraten zu kommen, um generisches Audio zu 
erzeugen und waren gezwungen, zu tricksen, wo es nur ging. 
Wahrscheinlich liegt es daran, dass heute kein Programmierer mehr selbst 
auch Hardware baut und neben Elektronik auch an Mechanik bastelt, wie 
wir das früher gemacht haben.

Alles, was man zur Tonerzeugung (die sogar im langsamen Basic möglich 
war!!!) brauchte, war eine Schieblehre! Wer so ein Ding mal in der Hand 
hatte und kapiert hat, wie ein Nonius funktioniert, der kriegt 
eigentlich unweigerlich direkt die Idee, wie das mit der Interferenz 
zweier Zähler funktioniert, die sehr ähnlich schnell zählen. Wenn man 
dann in der 5. Klasse noch erfährt, dass Primzahlen diejenigen sind, 
welche die kleinsten "Ziffern" sind, die dafür sorgen, dass sich die 
Zählerstände sehr lange nicht "sehen" und ihr Muster wiederholen, hat 
eigentlich alles beisammen:

Man nimmt einen binären Zähler, der automatisch überläuft und addiert 
eine Primzahl. Dessen höchstes Bit ist das Signal. Dann nimmt man noch 
einen zweiten Zähler und addiert z.B. die nächst höhere Primzahl und 
bildet mit dessen höchstem Bit und dem von oben über EXOR ein Signal. 
Fertig ist ein direkt ausgabefähiges digitales Signal wie bei einer 
PWM, das ein schönes Dreieck erzeugt. PWM und Tonerzeugung in Einem. 
Durch die richtige Wahl der Werte kann man alle benötigten Tonhöhen 
erreichen.

Wenn man einen komplexeren Klang haben will, baut man das Ganze zweimal 
und verknüpft beide Signale:

Ausgehend von der Idee weiter vorne könnte man zwei Pins nehmen und 
einen Lautsprecher mit beiden Signalen im Gegentakt betreiben. Dann 
addieren sich die Signale und man bekommt Töne mit einem einfach 
einstellbaren harmonischem Zusammenhang.

Man kann sie aber auch wie schon (von Lothar) vorgeschlagen wurde 
bereits im Controller verknüpfen, indem beide Signale wieder mit EXOR 
"multipliziert" werden. Dann falten sich die Spektren und es gibt je 
nach Konstellation sehr interessante Mischprodukte. Das einzustellen ist 
dann etwas kitzeliger, wenn es um tonale Schwingungserzeugung geht.

Im oben angehängten Bild sind es die Primzahlen 111, 117, 109 und 119. 
Das kann man dann entsprechend schmalbandig filtern und als Tröte 
nutzen. Je massiver die Filterung, desto stärker sind die 
Lautstärkeschwebungen und der "Kreischeffekt", den man damit erzeugen 
kann.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Mayka G. schrieb:
> Könnte man das auch realisieren wenn man ganz schnell zwei verschiedene
> Töne im Wechsel ausgeben lässt?

Wenn man es sehr schnell wechselt, also die Töne innerhalb der Perioden 
abwechselt und das schneller tut, als die hörbare Tonhöre, ja - 
ansonsten hört man das Wechseln als Ton. Sowas kann man aber steuern und 
im Rythmus der Musik tun. Das Ergebnis sind die Murmelakkorde der C-64er 
Spiele.

Edi M. schrieb:
> Warum nicht zwei Rechtecke und die Filtern?
Warum nicht zwei Rechtecke und additiv überlagern? Noch besser wäre 
multiplikativ:

Was dabei passiert, ist im Wesentlichen eine (Ring-)modulation mit mehr 
oder weniger harmonisch in Verbindung stehenden Frequenzen. Entscheidend 
ist dabei das Verhältnis zwischen den entstehenden Interferenzen und 
damit die geschickte Wahl der Werte. Mit etwas Rechnerei lässt sich da 
sehr viel rauszaubern.

Diese Methode wurde in etwas anderer Form (mit kontinuierlichen 
"analogen" Werten) bei einer bestimmten Form der Frequenzmodulation 
verwendet, wie sie in einigen Synthesizern der 80er zu finden ist. Dabei 
wird das Signal einer leicht verstimmten Frequenz mit entweder dem 
Originals oder auch einem Signal der invertierten Phase gefaltet, dass 
automatisch Nulldurchgänge der dezidierten Periode entstehen. 
Interessant sind dann solche Konstellationen wie 125% x 100%, was 
ungefähr so aussieht:

              ooooo
          oooo     ooo
       ooo            oo       oo
o   ooo                 oo   oo  o
 ooo                      ooo


Dies erfordert aber nicht zwingend eine vollständige Wellensynthese, 
sondern das kann für einfache Zwecke wie angedeutet auch mit Rechtecken 
nachgebildet werden, die nicht 50:50 d.c. haben und entsprechend 
verknüpft werden. Da muss jetzt jeder aber auch mal selber nachdenken 
:-)

Ein kleiner Ansatz zum Probieren: Ein Zähler mit 5:3 einer Binärzahl 
liefert ein HI-LO-Verhältnis von 3:2 und damit eine Quinte. Jetzt faltet 
man das so, dass weitere dominante Harmonische auf der Tonleiter 
generiert werden. Die Nichtharmonischen bedürfen dann der Behandlung:

Diese können/müssen massiv gefiltert werden, um z.B. Röhrenklänge und 
Vieles mehr zu erzeugen, bevor man sie ausgibt, z.B. mit einem 
Resonanzfilter. Sowas benötigt man auch für die hier angedachte Hupe, um 
das Einschwingen des mechanischen Systems zu modellieren und eine 
Hüllkurve zu bekommen. Die niederfrequenten Mischprodukte sorgen dann 
für Pumpen, Schweben und Scattering-Effekte. Ist ein weites Feld.:)

Um abschließend nochmals die gestellte Frage formell zu beantworten:

>allerdings immer nur Töne mit einer Frequenz
Nein, in bei Weitem nicht allen Projekten hier werden "nur 1-2 
Frequenzen oder Töne produziert." :D

Autor: Jobst M. (jobstens-de)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Man könnte ja auch einen 6581 verwenden ;-)


Gruß
Jobst

Autor: Markus W. (elektrowagi78) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
-1 lesenswert
nicht lesenswert
Jobst M. schrieb:
> Man könnte ja auch einen 6581 verwenden ;-)
Ich denke mal, dass diese Soundchips auch so arbeiten, von wegen PWM, 
Dreieck und so. Mehr tun die ja nicht und konnten auch nur 2-3 Töne 
produzieren. Komisch ist, dass die immer noch verwendet werden und auf 
EBAY zu 50,- Euro aufwärts gehandelt werden. Ein MAX 038 macht das zu 
einem Bruchteil des Preises und das sicher genauer.

Autor: Jobst M. (jobstens-de)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Markus W. schrieb:
> Ich denke mal, dass diese Soundchips auch so arbeiten

Auch so!? :-D
Der Chip war damals schon recht innovativ.
https://de.wikipedia.org/wiki/MOS_Technology_SID


Markus W. schrieb:
> Komisch ist, dass die immer noch verwendet werden und auf
> EBAY zu 50,- Euro aufwärts gehandelt werden.

Ist eben ein Klassiker.


> Ein MAX 038 macht das zu
> einem Bruchteil des Preises und das sicher genauer.

Für Musik nur wenig zu gebrauchen.


Egal. Der 6581 war für diese Anwendung von mir auch nur als Scherz 
gedacht.
Hierfür würde ich einen NE556 benutzen.


Gruß
Jobst

Autor: Wusel (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Braucht er einen Sampleplayer mit RAM und Wandlung in ein 1-Bit Audio.
Das ist nicht so trivial und nicht jeder Microprocessor hat da genug
Resourcen.

Er braucht nur den Flash. Da liegt die Tabelle als Konstante drinn. Dann 
muss er nur die Werte nacheinander auf die PWM geben (und das immer 
wiederholen). Ich habe das schon mit einem billigen Atmega8 gemacht.

Da es sich nur um einen Hupenton handelt, werden wenige Werte 
ausreichen.

Autor: Jobst Quis (joquis)
Datum:

Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Markus W. schrieb:
> Jobst M. schrieb:
>> Man könnte ja auch einen 6581 verwenden ;-)
> Ich denke mal, dass diese Soundchips auch so arbeiten, von wegen PWM,
> Dreieck und so. Mehr tun die ja nicht und konnten auch nur 2-3 Töne
> produzieren. Komisch ist, dass die immer noch verwendet werden und auf
> EBAY zu 50,- Euro aufwärts gehandelt werden. Ein MAX 038 macht das zu
> einem Bruchteil des Preises und das sicher genauer.

Der 6581 ist ein digital steuerbarer dreistimmiger Synthesizer, der 
MAX038 ein simpler Frequenzgenerator. Da liegen Welten dazwischen, was 
sich eben auch im Preis niederschlägt.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Jobst Q. schrieb:
> In C-Dur muss man sich entscheiden, ob man das D so stimmt,
> dass es ein reinen D-Moll
> Akkord gibt, oder so, dass es einen reinen G-Dur Akkord bildet.

Ich kaufe hier klar den den reinen G-Dur-Akkord! :-)

Aber im Ernst: Dieses "Dilemma" hat mich seinerzeit dazu gebracht, über 
eine alternative Skala nachzudenken, weil in der elektronischen Musik 
sehr komplexe Klänge, aber in der Frequenz gerne mal sterile = zu 
präzise Werte verwendet werden, bei denen es sehr schnell evident wird, 
ob ein Akkord dünn oder dick klingt und im Trance brauchen wir wegen des 
Übergangs über die Subdominante (F) auch oft deren parallelen Mollakkord 
und das ist eben d-Moll. Wenn der dann nicht rein gestimmt ist, hebt er 
sich von einem "zu sauberen" a-moll zu sehr ab.

Meine Lösung war die modifizierte e-Skala:

Ausgehend von meiner Stimmung 196/185 je Halbtonschritt, welche noch 
weitgehend einer gleichstufigen Stimmung entspricht und die Oktave fast 
perfekt auf 2,0 belässt, gleichzeitig aber zu einem global 
deterministischen Verhalten bei allen ähnlichen Akkorden (identische 
Phaseninterferenzperioden) führt,  benutze Ich auch teiloptimierte 
Stimmungen, die ein wenig in Richtung der reinen Stimmung gehen und sich 
auf die wichtigsten 4-6 Akkorde konzentrieren. Dabei wird die Oktave 
leicht verengt, bzw auch gespreizt, wie es auch von Flügeln bekannt ist, 
was dazu führt, dass hoch gegriffene Töne etwas stärker gegen den Akkord 
schweben, während die Akkorde selber sauberer klingen. Das betont die 
Lead Voice und man kann sehr viel dichtere und oberwellenlastigere 
Stimmen benutzen, ohne dass es zu fett wird.

Die Frequenzen müssen dazu sehr genau liegen, wenn man sie ohne Vibrato 
(die Standardwaffe gegen Auslöschungen infolge der phasenbedingten 
Interferenzen beim zufälligen Starten von Oszillatoren) einsetzen will, 
was sich so nur im FPGA hinkriegen lässt. Es gibt sie inzwischen in zwei 
Versionen, die auch beide in meinen Klangmodulen verfügbar sein werden.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Jobst Q. schrieb:
> Der 6581 ist ein digital steuerbarer dreistimmiger Synthesizer, der
> MAX038 ein simpler Frequenzgenerator. Da liegen Welten dazwischen, was
> sich eben auch im Preis niederschlägt.
Ok, aber DER Preis ist ja oberhalb dessen, was er damals gekostet hat. 
Der Chip war schon super, das stimmt, aber aus heutiger Sicht nicht mehr 
einsetzbar. Der hatte ja schon so seine Artefakte. Die Tonauflösung mit 
16 Bit ist schon grenzwertig und auch die Filter sind eher rudimentär.

Edi M. schrieb:
> Mir ging es um die Feststellung, dass - wenn man per PWM ausgibt - es zu
> derart hohen Oberwellen kommt, dass man eh keinen Sinus mehr hat. Dann
> kann man auch gleich Rechtecke ausgeben.

Naja, man muss es halt richtig machen. Bei den gering aufgelösten Wellen 
hat man trotz Filterung immer auch die Abtastrate drin, die sich in den 
Stufen abbildet. Die sollte tunlichst auf einer passenden Frequenz 
sitzen. Das kann man, wie Ich oben beschreibe, für statische und 
bekannte Tonfrequenzen kombinieren.

Als Ergänzung zu der Methodik der binären Klangerzeugung noch etwas aus 
dem Fundus:

Wenn man in der richtigen Weise dafür sorgt, dass die Abtastrate 
und/oder die Interferenzfrequenz zu der zu erzeugenden / der bestehenden 
passt, dann hat man passende Oberwellen in den Oktaven, kann sich auch 
der niederwertigen Bits bedienen und bekommt untertönige Klänge. Dazu 
wird die Grundwelle oder z.B. die Quinte nochmal als Dreieck, also 
einfach die Phase selber, draufgemischt und ein Überlauf erzeugt. Im 
Beispiel oben sucht man sich dann das 8192er Bit raus und filtert noch 
ein bisschen: Dann ist der "Klang der Klänge" perfekt - u.a. zu hören 
als lead sequence im "feinen binary":

Youtube-Video "Binary Finary- 1999 (Best version released)"

Autor: Mampf F. (mampf) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Jürgen S. schrieb:
> Meine Lösung war die modifizierte e-Skala:

Sowas hatte ich mir auch mal überlegt ... Aber dann sah ich ein, dass es 
unendliche viele gute Künstler gibt, die in der Lage sind, mit 
bestehenden Tonleitern und Tönen Hits zu produzieren und dass eine 
eigens entwickelte Tonleiter unnötig ist.

Autor: Jobst Quis (joquis)
Datum:

Bewertung
2 lesenswert
nicht lesenswert
Mampf F. schrieb:
> Jürgen S. schrieb:
>> Meine Lösung war die modifizierte e-Skala:
>
> Sowas hatte ich mir auch mal überlegt ... Aber dann sah ich ein, dass es
> unendliche viele gute Künstler gibt, die in der Lage sind, mit
> bestehenden Tonleitern und Tönen Hits zu produzieren und dass eine
> eigens entwickelte Tonleiter unnötig ist.

Zum Produzieren von Hits wohl nicht. Es gibt aber durchaus auch 
Musikliebhaber, die Musik abseits von Hits zu schätzen wissen.

Autor: Mampf F. (mampf) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Jobst Q. schrieb:
> Zum Produzieren von Hits wohl nicht. Es gibt aber durchaus auch
> Musikliebhaber, die Musik abseits von Hits zu schätzen wissen.

Naja, ich wollte eher darauf hinaus, dass wenn man nicht in der Lage 
ist, mit den üblichen Tonleitern gute Musik zu produzieren, bringt es 
auch nichts, sich in neue Tonleitern zu flüchten^^

Autor: W. (Gast)
Datum:

Bewertung
3 lesenswert
nicht lesenswert
Mampf F. schrieb:
> W.S. schrieb:
>> Statt einem Sinus kann man auch ein Dreieck nehmen.
> Man kann auch einen DDS einbauen und ein schönes Sample verwenden.
> Polyphones DDS ist wirklich einfach zu bauen ... Wenn es kein
> x-stimmiges Midi
Soweit Ich den TO verstanden habe, will er einen simplen Zweiklang und 
keine Musikbox :D
Zwei Tönchen gehen auch über ein rückgekoppeltes Filter. Dann ist das 
schon Sinus.
Die Problematik liegt ohnehin bei der Umwandlung in ein 1-Bit-Audio. Da 
geht das Meiste wieder verloren. Da hilft auch kein noch so schönes 
Sample.


Mampf F. schrieb:
> Jobst Q. schrieb:
>> Zum Produzieren von Hits wohl nicht. Es gibt aber durchaus auch
>> Musikliebhaber, die Musik abseits von Hits zu schätzen wissen.
Stockhausen lässt grüßen.

> Naja, ich wollte eher darauf hinaus, dass wenn man nicht in der Lage
> ist, mit den üblichen Tonleitern gute Musik zu produzieren, bringt es
> auch nichts, sich in neue Tonleitern zu flüchten
Das ist sicher gar keine so schlechte Idee, berücksichtigt man, was in 
den letzten Dekaden so an Neuem hinzugekommen ist.
Das Meiste ist sowieso Nachgemachtes, neu aufgelegt und das gilt nicht 
nur für Schlager. Auch im Pop hörst Du nur noch dieselbe Soße!
Seit den Beatles hat es nichts mehr wirklich Neues gegeben.

Autor: Axel R. (axelr) Flattr this
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
http://elm-chan.org/works/mxb/report.html
geht super auch mit nur zwei gleichzeitigen Tönen.
Man muss ja keinen Sinus im Flash ablegen  (wurde oben schon gesagt)

Autor: Stefan Us (stefanus)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
> Auch im Pop hörst Du nur noch dieselbe Soße!

Insofern ist es nicht verwunderlich, daß eine Firma demnächst vom 
Computer generierte Musik verkaufen möchte (Heise berichtete darüber).

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Stefan U. schrieb:
> Insofern ist es nicht verwunderlich, daß eine Firma demnächst vom
> Computer generierte Musik verkaufen möchte (Heise berichtete darüber).

Ich nehme an, Du meinst Musik, die vom Computer komponiert wurde. Das 
ist ist bereits seit Jahren Realität, inklusive der Erkennung von 
Phrasen bekannter Werke, die schon bei der GEMA registriert sind. Mein 
Bandkollege komponiert und hat mich mal darüber aufgeklärt, wie das 
läuft: Wenn die Software zu viel Ähnlichkeit erkennt, wird eine 
Variation vorgeschlagen, die das Lied entsprechend modizifiert. Heraus 
kommen dann sehr schräge Akkordfolgen, die immer etwas unnatürlich sind. 
Bei Helene Fischer meine Ich das bei einigen Konzerten ausgemacht zu 
haben.

Autor: Gerald B. (gerald_b)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Stefan U. schrieb:
>> Auch im Pop hörst Du nur noch dieselbe Soße!
>
> Insofern ist es nicht verwunderlich, daß eine Firma demnächst vom
> Computer generierte Musik verkaufen möchte (Heise berichtete darüber).

Das wird dann in etwa so brauchbar, wie "künstliche Intelligenz", die 
oft noch weiter danebenliegt, als natürliche Dummheit ;-)
Das wäre natürlich fein, wenn ein Computer anhand des persönlichen 
Musikgeschmackes was Passendes komponiert.
Aber warten wir es ab...

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
minifloat schrieb:
> kann man z.B. mit Audacity [1]
> das benötigte Wavelet minimaler Länge herausschneiden. Test des
> Schnipsels mit markieren, Shift+Play (Endloswiedergabe). Audacity kann
> diesen Schnipsel als csv Datei exportieren [2].

Ich habe das gerade mal probiert: So, wie Audacity behauptet, dass es 
gehen soll, funktiniert es schon mal nicht. Ich habe zwar eine Datei mit 
*.txt so angelegt wie im Beispiel, aber beim Importieren kommt nur Mist 
zustande. Er kann z.B. kein Minus verarbeiten. Auch das Beispiel aus 
deren Wiki funktioniert nicht. Es scheint sich auch auf eine andere 
Version zu beziehen. (Ich habe die aktuelle gezogen).

Könntest du bitte mal darstellen, wie genau man von einer Tabellenspalte 
zu einem Soundfile gelangt? Welches Importformat muss angegeben werden? 
Ich habe alles durchprobiert, float, unsigend PCM und auch signed PCM.

Die Werte sind in dem Format:

0.0000
0.0002
0.0007
0.0015
...

-0.0523
-0.0581
-0.0642
-0.0707
-0.0774
-0.0844

Er importiert bei signed PCM little endian etwas, aber das ist nicht 
korrekt. Liegt alles im Positiven.

Autor: Jobst M. (jobstens-de)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn das so ...

E. M. schrieb:
> 0.0007
> 0.0015
> ...
>
> -0.0523
> -0.0581

in einer .txt-Datei steht, dann ist es auch weder float, unsigend PCM 
noch signed PCM.

Das ist Text.
Ein Float ist 4 Byte, PCM je nach Auflösung 1 bis 4 Byte.
Die Textzahlen sind bis zu 7 Byte + <CR> + <LF> ... also 9 Byte.

Wo man das in AC einstellt, kann ich Dir aber auch nicht sagen, da ich 
damit nicht arbeite.


Gruß
Jobst

Autor: Jonny Obivan (-geo-)
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
hi,

ich hatte damals mal ein Progrämmchen programmiert, welches ein 8bit 
Mono  PCM Wav File in ein C-Array umwandelt.

Allerdings ist das Programm ziemlich rudimentär (und vielleicht auch 
verbuggt) und schluckt ausschließlich 8bit Mono PCM Wav Files (nichts 
anderes!).

Beitrag "Wave File zu C-Array Konverter (Windows Programm)"

: Bearbeitet durch User
Autor: Mampf F. (mampf) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Jonny O. schrieb:
> ich hatte damals mal ein Progrämmchen programmiert, welches ein 8bit
> Mono  PCM Wav File in ein C-Array umwandelt.

Dafür kann man unter Linux auch einfach

xxd -i <filename.bin> <filename.c>

verwenden.

Allerdings interessiert es xxd nicht, ob es ein wave-File ist.

Ich hab es deshalb nur immer mit Raw-Data (Audacity export als 8Bit 
unsigned) verwendet.

: Bearbeitet durch User
Autor: Jonny Obivan (-geo-)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mampf F. schrieb:
> Jonny O. schrieb:
>> ich hatte damals mal ein Progrämmchen programmiert, welches ein 8bit
>> Mono  PCM Wav File in ein C-Array umwandelt.
>
> Dafür kann man unter Linux auch einfach
>
> xxd -i <filename.bin> <filename.c>
>
> verwenden.

ah - Danke für den sehr guten Tip. Als Windows-Nutzer war das Programm 
auch mehr eine Verzweiflungstat. ^^

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Jobst M. schrieb:
> Das ist Text.
> Ein Float ist 4 Byte, PCM je nach Auflösung 1 bis 4 Byte.
> Die Textzahlen sind bis zu 7 Byte + <CR> + <LF> ... also 9 Byte.

Laut dem Wiki von Audacity ist es aber genau so!

http://manual.audacityteam.org/man/sample_data_import.html

Geht nur nicht.

Autor: Jobst M. (jobstens-de)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
E. M. schrieb:
> Laut dem Wiki von Audacity ist es aber genau so!

Ja, mag sein, dass das dort steht.

Aber bei ASCII-Ziffern mit z.T. vorangestelltem Vorzeichen ist diese 
Definition gar nicht notwendig. Ein Minus ist ein Minus. Es ist auch 
klar, was dieser Strich bedeutet.
Der Unterschied zwischen signed und unsigned PCM ist eben einfach, wie 
das erste Bit eines Wortes interpretiert werden muss. Denn man sieht dem 
Bit nicht an, wofür es steht und muss deshalb angeben, um welches Format 
es sich handelt.

Die oben von Dir dargestellten Zahlen können also gar keins dieser 
Formate sein.

Gruß
Jobst

Autor: E. M. (elektromeister)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich stimme Deiner Interpretation absolut zu! Allerdings geben die ja in 
ihrem Wiki ein Bespielfile an, das eben so aussieht. Ich habe mich nun 
in deren Forum registrieren wollen, um die Frage zu stellen, wie das 
geht und was passiert:

Man kann sich nicht einmal registrieren, weil der Captchunsinn nicht 
geht und nicht lesbar ist. Reichlich dämlich und Nutzerunfreundlich 
gemacht.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
1 lesenswert
nicht lesenswert
Mampf F. schrieb:
> Sowas hatte ich mir auch mal überlegt ... Aber dann sah ich ein, dass es
> unendliche viele gute Künstler gibt, die in der Lage sind, mit
> bestehenden Tonleitern und Tönen Hits zu produzieren und dass eine
> eigens entwickelte Tonleiter unnötig ist.

Mampf F. schrieb:
> Naja, ich wollte eher darauf hinaus, dass wenn man nicht in der Lage
> ist, mit den üblichen Tonleitern gute Musik zu produzieren, bringt es
> auch nichts, sich in neue Tonleitern zu flüchten

Ich glaube, hier liegen gleich vier Missverständnisse vor:

1) Wovon Ich sprach, war nicht eine neue Tonleiter, sondern eine 
veränderte Stimmung. Die Tonleiter, also die Verwendung der Töne in 
einem bestimmten Kontext bleibt davon unangetastet. Was sich ändert ist 
nicht die Bedeutung eines Akkords oder eines Tones (eine Spannungsnote 
bleibt eine solche und auch eine Dominante ist eine solche) sondern es 
ändert sich der Klang des Akkords.

2) Hits zu produzieren, hat gar nichts mit qualitativer Musik zu tun 
oder mit Anspruch. Einen Hit produziert man, indem man den Zeitgeist und 
den Geschmack vieler Personen trifft, die es dann kaufen und hören. Man 
braucht also sowas wie einen Hamburger wie von einer der bekannten 
Ketten, eine Currywurst oder eine gut gestylte Tütensuppe, die möglichst 
vielen schmeckt.

3) Musiker aller Stilrichtungen verwenden (egal ob Hit oder nicht) 
durchaus mehrere Stimmungen in ihrer Musik und das oft ungewollt: Nehmen 
wir einen Gitarristen aus den 70ern, der kein Stimmgerät hatte: Der ließ 
sich ein A vom Organisten geben und hat dann nach Gehör seine Gitarre 
gestimmt. Was kam dabei raus? Eine überwiegend reine Stimmung, weil er 
die Saiten passend hingedreht hat. Viele gute Gitarristen abseits des 
main streams, die akustische Musik produzieren, stimmen heute noch nach 
Gehör und nicht nach Stimmgerät, weil ihnen die reine oder gleichstufige 
Stimmen, die man da abrufen kann, zu eintönig ist. Auch in Orchestern 
ist es bekannt, dass manche ihre Instrumente leicht verstimmen: Ich 
denke da vor allem an Toms und Pauken, deren Ton aufgrund physikalischer 
Gesetze nicht konstant über dem Tonverlauf ist. Da wird oft etwas höher 
angestimmt. Dasselbe gilt für Violinen: Die liegen gerne mal pauschal 
etwas höher. Das hat angeblich dafür gesorgt, dass wir in Orchesten 
einen Grundton von 442 Hz haben. Sänger wiederum singen gezielt an den 
Noten vorbei, um Spannung zu erzeugen.

4) Gute Musik und vor allem innovative Musik bildet sich durchaus fernab 
der kommerziellen Schienen dadurch ab, dass über neue Tonleitern, 
Stimmungen und Notenkonstellationen nachgedacht wird. Wir hatten in der 
Synthgruppe mal einen Typen aus den USA der ein eigenes Notensystem 
nachgedacht hat und in dem auch Musik geschrieben hat. Die klang ... 
"interessant". Man muss sich aber schon reinhören.

: Bearbeitet durch User

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.