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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug verharzter/verklemmter Drehschalter gangbar machen


Autor: Thorsten R. (halogenfan)
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Hallo,

ich habe seit kurzem ein altes Hitachi Analog/Digital Oszilloskop. Das 
Gerät wurde wenig benutzt und ist noch in einem sehr guten Zustand, bis 
auf den Drehschalter für die Auswahl CH1/CH2/ALT/CHOP/... .Der 
Drehschalter hat am Anfang funktioniert, war aber schwergängig. Leider 
ist er jetzt, zwischen der Position CH2/ALT, hängen geblieben. Die 
elektr. Kontakte sind wahrscheinlich ok, man kann den Schalter in die 
Position CH2 oder ALT drücken und es funktioniert. Er rastet aber nicht 
mehr ein und alle anderen Postionen sind nicht erreichbar. Ich habe das 
Gehäuse des Oszi geöffnet und komme auch von hinten an den Schalter. Die 
Achse geht durch und ist von hinten sichtbar. An Ausbauen möchte ich 
jetzt noch nicht denken, dafür müssten etlichte Platinen entfernt werden 
und mir ist auch unklar wie die gesamte Front mit allen Schaltern 
befestigt ist. Fotos kann ich heute abend machen.

Hat jemand eine Idee wie man den Schalter wieder gangbar machen kann? 
Ich bin für jeden Vorschlag dankbar.

Autor: Mani W. (e-doc)
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Kontakt 60 Plus...

Autor: Jens Grünewald (jag)
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Dazu müsste man erst mal genau verstehen was die Ursache ist.
Verharzungen, die z.B. durch alte Schmiermittel entstehen können lassen 
sich gut mit Petroleum entfernen, andere Verharzungen z.B. durch Staub 
lassen sich besser mit anderen Mitteln 
(Bremsscheibenreiniger/Seifenlauge/Ultraschall) entfernen.
Wenn du Glück hast ist nur etwas verbogen, wenn du Pech hast muss der 
Schalter ersetzt werden da der Verschleiß zu groß ist. In beiden Fällen 
musst du aber an das Teil drankommen.
Du könntet ja mit einer Endoskopkamera herausfinden was los ist, aber im 
Anschluss musst du dann wahrscheinlich doch dran. Meiner Erfahrung nach, 
sind solche Fehler meistens nur durch einen Ersatz vernünftig lösbar.

: Bearbeitet durch User
Autor: Thorsten R. (halogenfan)
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Endoskopkamera habe ich keine. Der Schalter ist auch nicht groß. Ich 
würde ihn gerne ausbauen, scheue aber den Aufwand alles an und hinter 
der Frontplatte zu entfernen. Verschleiß oder Staub scheiden als Ursache 
aus, das Gerät hat praktisch keine Abnutzungsspuren. Ich vermute eher, 
dass es verharztes Schmiermittel ist. Das Gerät ist ca. 25 Jahre alt.

Wie ist das mit Kontaktreiniger-Spray? Wenn ich das einfach nur 
draufsprühe, habe ich eine Chance, dass es tatsächlich in den Schalter 
reinkriecht?

Autor: Mike (Gast)
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Nimm WD40...

Autor: Lutz H. (luhe)
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Drehschalter Typ bestimmen, neuen kaufen, einbauen.

Autor: Roland Franz (rhf)
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Hallo Thorsten,

> Wie ist das mit Kontaktreiniger-Spray?

Tue es nicht! Es ist eine einzige Sauerei. Du verteilst den Dreck nur, 
bekommst ihn in der Regel nicht aus dem Schalter heraus oder, schlimmer 
noch, er tropft aus dem Schalter in andere Bereiche des Gerätes. Ich 
habe die Erfahrung gemacht das Kontaktschwierigkeiten in den wenigsten 
Fällen durch irgend welche verharzten oder verölten Kontakten 
hervorgerufen werden, sondern eher durch einen schwarzen, 
knochentrockenen und sehr hartnäckigen Belag. Und den habe ich mit 
Kontaktspray noch nie entfernt bekommen.

Die einzige Möglichkeit den Belag vollständig zu entfernen funktioniert 
nur mechanisch. Dazu muss man in der Regel aber den betroffenen Schalter 
ausbauen und zerlegen. Die Kontaktflächen werden dann mit einem 
Glasfaserpinsel gereinigt. Danach ist der Kontakt wieder wie neu.
Ich mache das jetzt seit Jahren so und habe bis jetzt jeden Schalter 
wieder hinbekommen. Das funktioniert sogar hervorragend mit Potis (bei 
Kohlepotis die Kohlefläche natürlich nicht mit einem Glasfaserpinsel 
sondern mit Isopropanol und einem Lappen reinigen).

rhf

Autor: Bernd K. (prof7bit)
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Kontakt, WD40, ich glaub das sind nicht unbedingt die Mittel mit denen 
ich alte Schalter die mir noch am Herzen liegen endgültig versauen 
wollen würde.

Autor: Thorsten R. (halogenfan)
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Ich möchte einen Erfolg verkünden, der Drehschalter ist wieder gangbar. 
Ausbauen wäre für mich nicht möglich gewesen, ich hätte die komplette 
Front zerlegen müssen.
Den Schalter konnte ich von hinten erreichen. Sein Deckel wird von vier 
Krallen gehalten. Ich konnte eine Seite aufbiegen und habe zuerst mit 
Kontakt-Spray und Röhrchen in den Schalter gesprüht. Rundherum habe ich 
Papiertücher gestopft. Der Schalter lies sich dann einmal drehen und war 
danach in einer anderen Position festgefroren. Nächster Versuch mit 
WD40. Das hat es tatsächlich gebracht. Erst gingen 3 Rasten und nach 
mehrmaligem Sprühen und Drehen gehen jetzt wieder alle 5 Rasten 
einwandfrei. Das Oszi funktioniert wieder.

Vielen Dank für alle Tipps :-)

Autor: Jupp (Gast)
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Roland F. schrieb:
> Die Kontaktflächen werden dann mit einem Glasfaserpinsel gereinigt.

Ganz ganz übler Pfusch!

Danach sind sämtliche Beschichtungen unwiederbringlich zerstört und das 
verbleibende Metall gammelt umso schneller.

Autor: Bernd K. (prof7bit)
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Thorsten R. schrieb:
> habe zuerst mit
> Kontakt-Spray und Röhrchen in den Schalter gesprüht [...]
> Nächster Versuch mit WD40. Das hat es tatsächlich gebracht.
> [...] Das Oszi funktioniert wieder.

Du hast die aggressive saure Soße hoffentlich hinterher wieder gründlich 
ausgewaschen? Wenn nicht dann würd ichs jetzt aber schnell verkaufen, 
denn bald wird der Schalter in einer grünlich klebrigen Oxidpampe sein 
endgültiges Ende finden.

> Vielen Dank für alle Tipps :-)

Warum befolgst Du sie dann nicht?

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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Bernd K. schrieb:
> Du hast die aggressive saure Soße hoffentlich hinterher wieder gründlich
> ausgewaschen?

Du meinst WD40? Damit habe ich Schalter gereinigt, die danach besser 
waren als neu. Das ist auch nicht aggressiv, sondern nur 
wasserverdrängend - wie Petroleum, der Haupbestandteil von WD40, eben 
ist. Man muss nur zusehen, das man den Kontaktspray Mist komplett mit 
WD40 rausspült.
@TE: Alles richtig gemacht, gratuliere zum funktionfähigen Oszi.

: Bearbeitet durch User
Autor: Andreas B. (bitverdreher)
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Bernd meint den Kontaktreiniger und hat damit völlig Recht.

: Bearbeitet durch User
Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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Andreas B. schrieb:
> Bernd meint den Kontaktreiniger und hat damit völlig Recht.

FULL ACK :-)

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