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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Schweinezyklus rollt grunzend auf uns zu


Autor: Klomann (Gast)
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Schweinezyklus:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017...

"In keinem anderen OECD-Land gibt es so viele Mint-Studenten wie 
hierzulande. Der Frauenanteil aber ist unterdurchschnittlich und soziale 
Durchlässigkeit ein Problem."


Tja, aber wir haben offiziell Ingenieursmangel.

Die prügeln sich später um die Jobs beim Dienstleister. Was früher "Was 
mit Medien/Soziologie" war, ist demnächst ein Ingenieursstudium: 
akademischer Taxifahrer - bei Uber.

Autor: Martin (Gast)
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>Allerdings sind Frauen laut der Untersuchung in den meisten Mint-Fächern 
>unterrepräsentiert. Sie stellen demnach in diesem Bereich nur 28 Prozent der 
>Studienanfänger dar.

28% ?  Wer hat denn da die Zahlen manipuliert?

Beitrag #5141041 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Cerberus (Gast)
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Klomann schrieb:
> Tja, aber wir haben offiziell Ingenieursmangel.

Sagt wer? Fachkräftemangel ist eben per Definition KEIN Ingenieurmangel
und Absolventen schon gar nicht, weil bei Abschluss meist die praxisnahe 
Berufsausbildunge fehlt. Es bleiben eben erst mal (Hoch-)Schüler die 
dann
ins Erwerbsleben eintreten. Die Firmen wollen aber erfahrene und 
günstige
Akademiker, keine Greenhorns. Durch die Akademikerschwemme steigt seit
2015 in dem Bereich die Arbeitslosigkeit, weil der Markt das so will, 
halt
um die Gehälter zu drücken. Dafür fehlen der Wirtschaft immer mehr
Bewerber für eine Berufsausbildung. Alle wollen/sollen studieren, aber
diese Volksverdummungsblase wird wohl bald platzen. Meinetwegen auch
Schweinezyklus. Wer dann mal einen Handwerker braucht, wird das teuer
bezahlen müssen.

Autor: Doubleblind (Gast)
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Klomann schrieb:


> Die prügeln sich später um die Jobs beim Dienstleister.

Halte ich für nicht unwahrscheinlich.

> Was früher "Was mit Medien/Soziologie" war, ist demnächst ein
> Ingenieursstudium: akademischer Taxifahrer - bei Uber.

Das ist sehr unwahrscheinlich. Durch ein Ingenieursstudium kommen 
Warmduscher nicht. Wer früher etwas mit Medien studiert hat, der 
studiert heute etwas mit Gender.

Autor: Unternehmer (Gast)
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Das ist gut so, die Gehälter sind viel zu hoch, damit können Unternehmen 
nicht mehr auf dem Weltmarkt ihre Produkte anbieten.
Wenn man Mint-Gehälter hierzulande mit denen z.B. in Bangladesh 
vergleicht, ist das einfach nur Wahnsinn.

Autor: Ordner (Gast)
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Klomann schrieb:

> 
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017...
>
> "In keinem anderen OECD-Land gibt es so viele Mint-Studenten wie
> hierzulande. Der Frauenanteil aber ist unterdurchschnittlich und soziale
> Durchlässigkeit ein Problem."

Naja lies mal die Studie, die Aussagen in dem Zeitungsartikel finden 
sich nicht darin.

http://www.oecd-ilibrary.org/docserver/download/96...

Deutschland hat nicht die meisten MINT Studenten, nur der Anteil der 
25-64 jahrigen die MINT studiert haben ist mit 33% prozent am höchsten. 
Die USA haben nur 22% aus der Altersgruppe ihren Abschluß in diesem 
Bereich gemacht, aber in absoluten Zahlen stellen sich die Positionen 
auf dem Siegertreppchen anders dar. Und nicht zu vergessen, das unter 
den Älteren und Ostlern der MINT-Anteil recht hoch ist, die aber auf den 
MINT-Arbeitsmarkt eine geringe Rolle spielen.

Interessant ist der Beschäftigungsanteil, der ist bei den MINT'lern 
erwartungsgemäß am höchsten im Vergleich zu den anderen Abschlüßen.

Und von "sozialer" Durchlässigkeit ist in dem Artikel auch nicht die 
Rede sondern von Bildungsdurchlässigkeit. Die hat sich für 
Arbeiterfamilie nicht groß verändert, was IMHO auch nicht verwunderlich 
ist. Warum soll ein Arbeiterkind studieren, wenn es erlebt das die 
Eltern auch ohne Studium über die Runden kommen. In bildungsfernen 
Gruppen gibt es eben nur eine geringe Neigung die Schulbank zu drücken.

Autor: Cerberus (Gast)
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Unternehmer schrieb:
> Das ist gut so, die Gehälter sind viel zu hoch, damit können Unternehmen
> nicht mehr auf dem Weltmarkt ihre Produkte anbieten.
> Wenn man Mint-Gehälter hierzulande mit denen z.B. in Bangladesh
> vergleicht, ist das einfach nur Wahnsinn.

Solange die Blase nicht platzt. Nicht jede Firma muss sich dem
Weltmarkt stellen. Das Bruttosozialprodukt das hierzulande
wertgeschöpft wird, muss auch reichen um zu Konsumieren.
Miete, Wohneigentum, Nahrung, Kleidung, Güter des Existenzminimums,
sowie Kultur-und Luxusgüter, etc. wollen bezahlt werden.
Man nennt es auch Wirtschaftskreislauf.
Es geht also um einen Verteilungskampf der ausgeglichen sein muss
und nicht zum Wohle weniger, aka den Reichen, dienen soll.
Nichts dagegen, wenn Unternehmer Gewinn machen, aber der muss gerecht
verteilt werden und da haperts halt. Im Umkehrschluss würden die
Jobs bei fehlender Wertschöpfung weg fallen und daran sind die
Beschäftigten ganz erheblich beteiligt. Dann sollten auch die
Wertschöpfer, aka Beschäftigeten etwas vom Unternehmenserfolg haben
und nicht nur ein Minimumgehalt mit vielleicht einem mikrigem
Weihnachtsgeld als Boni.

Autor: Claidheamh (Gast)
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Cerberus schrieb:
> Sagt wer? Fachkräftemangel ist eben per Definition KEIN Ingenieurmangel
> und Absolventen schon gar nicht, weil bei Abschluss meist die praxisnahe
> Berufsausbildunge fehlt.

Genau das wollte ich auch gerade sagen :)

Bei uns ist aktuell gefühlt jeder zweite Radiospot eine Bewerbersuche. 
Für Ingenieure habe ich dafür aber erst einen einzigen gehört. Gesucht 
werden normalerweise Altenpfleger, Einzelhandelskaufleute und 
Kraftfahrer.

Richtig gute Ingenieure sind natürlich auch sehr gefragt, aber die muss 
man gezielter suchen und richtig viel Kohle dafür hinlegen. Aber einen 
allgemeinen und flächendeckenden Ingenieurmangel in dem Sinne, dass 
überall in Deutschland selbst schlechtes und mittelmäßiges Personal 
hochbezahlte Jobs bekommt (so wie es in manchen Handwerksberufen 
regional schon ist), haben wir noch lange nicht.

Autor: Donald Trump (Gast)
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Cerberus schrieb:

> weil bei Abschluss meist die praxisnahe
> Berufsausbildunge fehlt

Vielleicht bei den Uni-Leuten. Die FH'ler haben Praxis und kriegen nen 
Job.

Autor: Harald Wilhelms (wilhelms)
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Doubleblind schrieb:

>> Was früher "Was mit Medien/Soziologie" war, ist demnächst ein
>> Ingenieursstudium: akademischer Taxifahrer - bei Uber.

Gut, der weiss dann wenigstens, wenn sein Auto nicht anspringt,
warum es nicht anspringt (reparieren kann er es trotzdem nicht).

> Wer früher etwas mit Medien studiert hat, der
> studiert heute etwas mit Gender.

Aha: https://de.wikipedia.org/wiki/Gender

Autor: Genderman (Gast)
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>  der
> studiert heute etwas mit Gender.

wer braucht das?

Autor: Schlauberger (Gast)
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Martin schrieb:
>>Allerdings sind Frauen laut der Untersuchung in den meisten Mint-Fächern
>>unterrepräsentiert. Sie stellen demnach in diesem Bereich nur 28 Prozent der
>>Studienanfänger dar.
>
> 28% ?  Wer hat denn da die Zahlen manipuliert?

Das passt schon. Mathe, Info, Bau-Ing... da ist die Frauenquote höher 
als bei Elektrotechnik (3%) oder Maschbau (1%).

Autor: Dipl Ing ( FH ) (Gast)
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Donald Trump schrieb:
> Cerberus schrieb:
>
> weil bei Abschluss meist die praxisnahe
> Berufsausbildunge fehlt
>
> Vielleicht bei den Uni-Leuten. Die FH'ler haben Praxis und kriegen nen
> Job.

Erzählen die FH Professoren immer noch so einen Unsinn? Aber klar, 
irgendwie müssen sie naive Studenten anlocken. Sonst wären sie ja 
arbeitslos.

Autor: genervt (Gast)
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Unternehmer schrieb:
> Das ist gut so, die Gehälter sind viel zu hoch, damit können
> Unternehmen
> nicht mehr auf dem Weltmarkt ihre Produkte anbieten.
> Wenn man Mint-Gehälter hierzulande mit denen z.B. in Bangladesh
> vergleicht, ist das einfach nur Wahnsinn.

Worin besteht eigentlich die besondere Leistung von Unternehmern, die 
nur am Markt bestehen können, wenn sie billige Ingenieure beschäftigen 
können?

Autor: Mentol (Gast)
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genervt schrieb:
> Unternehmer schrieb:
>> Das ist gut so, die Gehälter sind viel zu hoch, damit können
>> Unternehmen
>> nicht mehr auf dem Weltmarkt ihre Produkte anbieten.
>> Wenn man Mint-Gehälter hierzulande mit denen z.B. in Bangladesh
>> vergleicht, ist das einfach nur Wahnsinn.
>
> Worin besteht eigentlich die besondere Leistung von Unternehmern, die
> nur am Markt bestehen können, wenn sie billige Ingenieure beschäftigen
> können?

Keiner verlangt von Unternehmen besondere Leistungen zu erbringen.

Autor: genervt sein Onkel (Gast)
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Dipl Ing ( FH ) schrieb:
> Vielleicht bei den Uni-Leuten. Die FH'ler haben Praxis und kriegen nen
>> Job.
>
> Erzählen die FH Professoren immer noch so einen Unsinn? Aber klar,
> irgendwie müssen sie naive Studenten anlocken. Sonst wären sie ja
> arbeitslos.

Und warum habe ich mit 10 Semestern, lächerlichem 2,5 Abschlussnote 
Bachelor an einer FH eine Zusage von Daimler, Opel, 2x VG bei Siemens 
und 1x bei Conti gehabt?

Autor: Ironietags selbst einfügen (Gast)
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genervt sein Onkel schrieb:
> Dipl Ing ( FH ) schrieb:
> Vielleicht bei den Uni-Leuten. Die FH'ler haben Praxis und kriegen nen
> Job.
>
> Erzählen die FH Professoren immer noch so einen Unsinn? Aber klar,
> irgendwie müssen sie naive Studenten anlocken. Sonst wären sie ja
> arbeitslos.
>
> Und warum habe ich mit 10 Semestern, lächerlichem 2,5 Abschlussnote
> Bachelor an einer FH eine Zusage von Daimler, Opel, 2x VG bei Siemens
> und 1x bei Conti gehabt?

Du weißt doch: Im Großkonzern landen nur die Nicht-So-Brainies.

Autor: E. M. (elektromeister)
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Unternehmer schrieb:
> Wenn man Mint-Gehälter hierzulande mit denen z.B. in Bangladesh
> vergleicht, ist das einfach nur Wahnsinn.

Es gibt in Bangladesh weit und breit keine einzige Person, die mit einem 
Ingenieur um die 40 aufwärts an Erfahrung mithalten könnte, weil die 
dort erst seit Kurzem Ingenieure ausbilden und das auch nur rudimentär.

Das gilt auch für viele andere Länder im Indochinesischen Raum und 
selbst in Asien. Einzig in Japan findest Du Leute mit 15 Jahren 
Berufserfahrung und einem Hochschulstudium, das dem in DE vergleichbar 
ist. In China wird das schon wer.

Die sind alle hinten dran! Die haben auch nur Bachelor und können 
hauptsächlich mit unseren Bachelors hierzulande konkurrieren.

Außer den Ingenieuren braucht es aber auch noch eine Infrastruktur und 
Innovation und da sind diese Länder komplett außen vor.

In China und Japan hat man noch Innovation aber auch nur in Bereichen, 
wo man schnell aufholen konnte, haben sie uns eingeholt und überholt. 
China und Japan bauen Konsumelektronik in Massen, aber in Militär und 
Medizintechnik wie auch im Sondermaschinenbau sind sie hintern dran. 
Trotz 25 Jahren Forschung auf 100% Niveau West.

Indien und Konsorten haben da gar nichts zu bestellen. Die Leute dort 
bauen hauptsächlich nach, was es gibt. Die Inder kopieren 
Forschungsergebnisse und rüsten sich in großen Massen auf ein ähnliches 
Niveau hoch, sind aber trotzdem immer wieder zu spät. Schau dir mal die 
Unis dort an, wie da geforscht wird: Die Absolventen bauen da 
I2C-Controller in FPGAs, Drehstromantriebe und BLDC-Controller, 
Videomischer und Heizungsregler, machen Diplom- und Dr-Arbeiten draus. 
Das sind alles Sachen, die hier vor 20 Jahren gelaufen sind.

Wenn es einen trifft, dann die Bachelors in DE - die glauben, mit 3 
Jahren und ein bischen Schamlspuringenieur hier gross absahnen zu 
können.

Autor: E. M. (elektromeister)
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genervt schrieb:
> Worin besteht eigentlich die besondere Leistung von Unternehmern, die
> nur am Markt bestehen können, wenn sie billige Ingenieure beschäftigen
> können?

Es gibt solche Firmen:

Die haben ein sehr gutes Marketing, einen guten Ruf aufgrund der 
Historie oder kennen die richtigen Auftraggeber der öffentlichen Hand. 
Einige wenige haben einfach ein super gutes Produkt, dass sich leicht 
bauen lässt, aber nicht einfach zu produzieren ist. Manche gehen auch 
über Investment und kaufen jeweils Patente auf oder sie kaufen sich 
einen Wissenschaftler / Doktor ein und der macht dann das neue Patent, 
dass die Billigingenieure umsetzen dürfen.

Da geht schon was. Nicht immer muss man ein High-Tech-Ingenieur an die 
Aufgabe stellen. Die braucht man nur, um die Lösungen der Konkurrenz zu 
überholen, um an Patenten oder der Marktherrschaft vorbeigehen zu 
können. So etwas geht dann oft auch durch Abwerbung von 1-2 
Schlüsselpersonen und nach Ablauf der Patente.

Autor: A. K. (prx)
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genervt schrieb:
> Worin besteht eigentlich die besondere Leistung von Unternehmern, die
> nur am Markt bestehen können, wenn sie billige Ingenieure beschäftigen
> können?

Die Fähigkeit, die Ausgaben zu reduzieren indem Gehälter reduziert oder 
Personal entlassen wird, führt nicht selten zu einem Bonus für den Chef 
eines Unternehmens, weil der Wert des Unternehmens dadurch steigt. Über 
die ethische Bewertung kann man streiten, aber da Geld nicht stinkt sind 
die Besitzer/Aktionäre des Unternehmens in der Frage flexibel.

: Bearbeitet durch User
Autor: Dipl Ing ( FH ) (Gast)
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genervt sein Onkel schrieb:
> Dipl Ing ( FH ) schrieb:
> Vielleicht bei den Uni-Leuten. Die FH'ler haben Praxis und kriegen nen
> Job.
>
> Erzählen die FH Professoren immer noch so einen Unsinn? Aber klar,
> irgendwie müssen sie naive Studenten anlocken. Sonst wären sie ja
> arbeitslos.
>
> Und warum habe ich mit 10 Semestern, lächerlichem 2,5 Abschlussnote
> Bachelor an einer FH eine Zusage von Daimler, Opel, 2x VG bei Siemens
> und 1x bei Conti gehabt?

Das waren FAKE Zusagen!

Autor: Claidheamh (Gast)
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A. K. schrieb:
> Die Fähigkeit, die Ausgaben zu reduzieren indem Gehälter reduziert oder
> Personal entlassen wird, führt nicht selten zu einem Bonus für den Chef
> eines Unternehmens, weil der Wert des Unternehmens dadurch steigt. Über
> die ethische Bewertung kann man streiten, aber da Geld nicht stinkt sind
> die Besitzer/Aktionäre des Unternehmens in der Frage flexibel.

Wenn der Rauswurf von Personal zu einer Steigerung des Unternehmenswerts 
führt, dann hat das Personal nichts getaugt und der Rauswurf war genau 
die richtige Entscheidung. Genauso ist das mit Reduktion von Gehältern. 
Da geht es meistens um Leute mit Altverträgen, die es sich gemütlich 
haben und nichts mehr zum Unternehmenswert beitragen. Wenn jemand etwas 
positiv zum Unternehmenswert beiträgt, sind hohe Gehälter gerechtfertigt 
und werden auch gezahlt, was man ja gerade an den Managerboni gut sieht. 
Oder wieso sollte man den Leuten sonst freiwillig Millionen zahlen?

Autor: Cyblord ---- (cyblord)
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Donald Trump schrieb:
> Vielleicht bei den Uni-Leuten. Die FH'ler haben Praxis und kriegen nen
> Job.

Natürlich. Darum gibt's ja Dienstleister.

Autor: 404 (Gast)
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Claidheamh schrieb:
> Wenn der Rauswurf von Personal zu einer Steigerung des Unternehmenswerts
> führt, dann hat das Personal nichts getaugt und der Rauswurf war genau
> die richtige Entscheidung. Genauso ist das mit Reduktion von Gehältern.
> Da geht es meistens um Leute mit Altverträgen, die es sich gemütlich
> haben und nichts mehr zum Unternehmenswert beitragen. Wenn jemand etwas
> positiv zum Unternehmenswert beiträgt, sind hohe Gehälter gerechtfertigt
> und werden auch gezahlt, was man ja gerade an den Managerboni gut sieht.
> Oder wieso sollte man den Leuten sonst freiwillig Millionen zahlen?

<*)))o><

Autor: Max (Gast)
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Unternehmer schrieb:
> Das ist gut so, die Gehälter sind viel zu hoch, damit können Unternehmen
> nicht mehr auf dem Weltmarkt ihre Produkte anbieten.
> Wenn man Mint-Gehälter hierzulande mit denen z.B. in Bangladesh
> vergleicht, ist das einfach nur Wahnsinn.


Blödsinn,
bei uns im Unternehmen sind ein paar "Computerinder", die aus Indien 
nach hier versetzt worden sind. Die sind aus allen Wolken gefallen wie 
die ihr erstes Gehalt bekommen haben und die Abzüge gesehen haben. Dann 
noch die Preise für Miete, Lebensmittel, Klamotten etcpp. Deren 
einhellige Meinung war in Deutschland verdient man zwar viel aber die 
Abzüge und die Lebenshaltungskosten ... alles viel zu teuer!

Autor: Ich (Gast)
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Ingenieurmangel
Förderung des Angebotes an günstigen & billigen Ingenieuren.

Förderung von frustrierten Arbeitnehmern mit hoher Fluktuation, ein 
schlechter Job um die Ecke ist besser als ein schlechter am Arsch der 
Welt.

Max schrieb:
> Unternehmer schrieb:
>> Das ist gut so, die Gehälter sind viel zu hoch, damit können Unternehmen
>> nicht mehr auf dem Weltmarkt ihre Produkte anbieten.
>> Wenn man Mint-Gehälter hierzulande mit denen z.B. in Bangladesh
>> vergleicht, ist das einfach nur Wahnsinn.

Max schrieb:
> Deren
> einhellige Meinung war in Deutschland verdient man zwar viel aber die
> Abzüge und die Lebenshaltungskosten ... alles viel zu teuer!

Der Weltmarkt braucht auch Leute mit Geld, um die Nachfrage zu stellen, 
nicht nur billige Arbeitskräfte, die das Angebot günstig produzieren, 
entwickeln,...

Autor: Cyberdyne (Gast)
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Ich schrieb:

> nicht nur billige Arbeitskräfte, die das Angebot günstig produzieren,
> entwickeln,...

Na, da hat Deutschland und die EU und speziell die USA ihren Spaß in der 
Vergangenheit ja schon gehabt. Jetzt wird zumindest für die EU und 
Deutschland langsam der Spieß umgedreht, Asien konsumiert und die EU 
entwickelt und wird hier auch bald billig fertigen lassen. Sozusagen 
Rollentausch. Bei den USA kommts drauf an, wie lange sie ihren Dollar 
noch mit ihrem Waffenarsenal bei Wert halten können, ansonsten futtert 
China auch die USA auf.


> Der Weltmarkt braucht auch Leute mit Geld, um die Nachfrage zu stellen,

Ging bis jetzt sowieso nur über Schulden, entweder der Staat verschuldet 
sich oder Konsumenten oder beide zusammen. Auskömmliche Gehälter gibt es 
schon seit dem Fall des eisernen Vorhanges nicht mehr.

Autor: Jo S. (joo)
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genervt sein Onkel schrieb:
> Und warum habe ich mit 10 Semestern, lächerlichem 2,5 Abschlussnote
> Bachelor an einer FH eine Zusage von Daimler, Opel, 2x VG bei Siemens
> und 1x bei Conti gehabt?

Interessant!

Wann war das?
Fachbereich/Schwerpunkt?
Region?
10 Semester anstatt 7?
Daimler: direkt bei der AG?
Siemens und Conti: Zusage?

Note 2,5 ist Durchschnitt bei Hochschulen mit ernstzunehmendem 
Bewertungsverfahren. Die Note ist ein wichtiges Kriterium, aber nur 
eines von vielen. Für Großunternehmen ist eine durchschnittliche 
Abschlußnote (und auch noch ein paar Zehntel darüber) ausreichend. 
Einzelnoten relevanter Fächer sind wichtiger. Die Person an sich ist 
noch wichtiger.

Gratuliere zum gelungenen Berufsstart!

Allen ein schönes Bergfest (Mittwoch Mittag)!

  Jo S.

Autor: Indeed (Gast)
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Der aktuelle Trend geht in die IT/Datenanalyse.
Wer heute noch Ing studiert, studiert am Arbeitsmarkt vorbei, vor allem 
Maschinenbau. Embedded hat zumindest noch Relevanz.

Autor: Jo S. (joo)
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Cyberdyne schrieb:
> Jetzt wird zumindest für die EU und
> Deutschland langsam der Spieß umgedreht, Asien konsumiert und die EU
> entwickelt und wird hier auch bald billig fertigen lassen

"Spieß umgedreht" als Bedrohung nehme ich das nicht wahr. Im Gegenteil, 
China importiert immer mehr Waren aus der EU und besonders aus D. So ist 
z.B. China der weltgrößte Importeur von Luxuswaren, was für Italien und 
Frankreich sehr vorteilhaft ist. China importiert hochwertige und 
hochpreisige Investitionsgüter und teure und prestigeträchtige 
Konsumgüter aus D. Das Exportvolumen dieser Warengruppen mit sehr hohen 
Gewinnmargen steigt kontinuierlich stark an. Das ist gut für dt. 
Hersteller und deren Beschäftigten, also für uns.

Zu den niedrigen Fertigungskosten in D:
Es ist nun schon 10 Jahre her, als BMW die hohen Personalkosten in China 
moniert hat. Eigentlich, so meinte BMW, müssten sie die Produktion aus 
China nach D verlagern. Damals betrug der Personalkostenanteil in China 
30% der Herstellkosten und in D nur 10%. Das ist nun schon 10 Jahre her 
und in China sind zwischenzeitlich die Löhne um 150% gestiegen.

Fazit? ..... ;)

Das geht aber nicht, weil die chin. Regierung auf Know-how-Transfer und 
Fertigung vor Ort pocht. Die China-Regierung ist nicht so wie die 
deutsche Reg. - die Chinesen haben´s gut.

Weiterhin frohes Schaffen!

            Jo S.

Autor: Indeed (Gast)
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Jo S. schrieb:
>
>             Jo S.

Jop, musst in China produzieren, um dort verkaufen zu können. Oder 
zumindest Joint-Venture. Sehr schlau, die Chinesen.

Autor: Zesla (Gast)
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Ich habs schon in dem anderen Thread geschrieben. Die meisten 
MINT-Studenten schaffen ihr Studium gar nicht. Ich glaube, dass nur ein 
kleiner Teil davon wirklich am Ende auch den Abschluss absolviert. Ich 
studiere Computer Science (Informatik) an der TU Hamburg. Wir waren am 
Anfang ca. 100 Erstsemestler und jetzt im 3. Semester sind vielleicht 
noch 20 bis 30 Leute übrig. Und einige davon sind auch so Kandidaten, 
die durch fast alle Klausuren fallen oder die meisten Klausuren 
schieben. Ich kenne einige, die jetzt im 3. Semester erst 2-3 Klausuren 
bestanden haben. Ich schätze, dass vielleicht 10-15 von uns bis zum Ende 
durchhalten. Gibt es solche Abbruchqouten auch bei den GeWis?

Autor: M.A. S. (mse2)
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genervt sein Onkel schrieb:
> Und warum habe ich mit 10 Semestern, lächerlichem 2,5 Abschlussnote
> Bachelor an einer FH eine Zusage von Daimler, Opel, 2x VG bei Siemens
> und 1x bei Conti gehabt?

Und wer sagt Dir, dass das mit einem Abschluss an einer Uni anders 
gewesen wäre?

Autor: David Sternschuss (avmsterdam)
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Sich als Opfer der Globalisierung zu stilisieren, trägt der Wahrheit 
keine Rechnung.

Deutschland hat, anteilig am BIP gemessen, einen krasseren 
Handelsbilanzüberschuss als China und eine unterbewertete Währung.

Autor: Was vom Pferd? (Gast)
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Indeed schrieb:
> Der aktuelle Trend geht in die IT/Datenanalyse.
> Wer heute noch Ing studiert, studiert am Arbeitsmarkt vorbei, vor allem
> Maschinenbau.

Nicht unbedingt am Markt vorbei, aber Verkaufen im Maschinenbau geht 
jetzt vornehmlich über den Preis, wir müssen also billiger werden.
Wenn man sich diesem bewusst ist, selbst gut ist und auch niedrigere 
Gehälter akzeptiert, dann hat man immer noch gute Chancen, fachlich 
interessante Beschäftigung zu finden.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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David S. schrieb:
> Sich als Opfer der Globalisierung zu stilisieren, trägt der Wahrheit
> keine Rechnung.
>
> Deutschland hat, anteilig am BIP gemessen, einen krasseren
> Handelsbilanzüberschuss als China und eine unterbewertete Währung.

Nicht nur relativ, sondern sogar absolut:

Aus http://de.wikipedia.org/wiki/Handelsbilanz%C3%BCberschuss

"2016 wies Deutschlands Leistungsbilanz rund 297 Milliarden Dollar auf, 
die der weltgrößten Handelsnation China rund 245 Milliarden Dollar."

Autor: Rick McGlenn (rick-nrw)
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Cyberdyne schrieb:
> Jetzt wird zumindest für die EU und
> Deutschland langsam der Spieß umgedreht, Asien konsumiert und die EU
> entwickelt und wird hier auch bald billig fertigen lassen. Sozusagen
> Rollentausch.

Da bisher eher mit hochwertigeren Dingen.
Asien muss auch konsumieren, wenn man als Exportland verdienen will.

Jo S. schrieb:
> Das ist nun schon 10 Jahre her
> und in China sind zwischenzeitlich die Löhne um 150% gestiegen.
>
> Fazit? ..... ;)
>
> Das geht aber nicht, weil die chin. Regierung auf Know-how-Transfer und
> Fertigung vor Ort pocht.

Jaein, abhängig vom Produkt und dem Know-How darin.

Das mit der Schuhproduktion, die jetzt ins deutlich billigere Äthiopien 
geht, ist davon nicht betroffen.

Ingenieure werden weiterhin von der Industrie, Mittelstand etc. 
gebraucht, unbedingt mit mind Bachelor-Abschluss, besser Master.
Ob der Abschluss dann tatsächlich gebraucht wird, oder nicht eine gute 
Facharbeiterausbildung und etwas Grips im Kopf ausreichen würde, ist 
eine andere Sache.

Autor: Qwertz (Gast)
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Max schrieb:
> Blödsinn,
> bei uns im Unternehmen sind ein paar "Computerinder", die aus Indien
> nach hier versetzt worden sind. Die sind aus allen Wolken gefallen wie
> die ihr erstes Gehalt bekommen haben und die Abzüge gesehen haben. Dann
> noch die Preise für Miete, Lebensmittel, Klamotten etcpp. Deren
> einhellige Meinung war in Deutschland verdient man zwar viel aber die
> Abzüge und die Lebenshaltungskosten ... alles viel zu teuer!

Dann sind Sie halt mit völlig falschen Erwartungen aus Indien 
hergekommen. Ich finde das Leben in Deutschland jedenfalls nicht teuer, 
sondern recht günstig, und die Abzüge vom Gehalt liegen im Rahmen, wenn 
man Preis/Leistung berachtet.

Hier in Deutschland lässt es sich als Ingenieur schon richtig gut leben. 
Nur wer Segelyacht und Villa als Maßstab nimmt, wird wohl enttäuscht 
werden.

Autor: Was vom Pferd? (Gast)
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Chris D. schrieb:
> "2016 wies Deutschlands Leistungsbilanz rund 297 Milliarden Dollar auf,
> die der weltgrößten Handelsnation China rund 245 Milliarden Dollar."

China guckt auch, dass sie für die Kohle was bekommen, als Sachwerte, 
deutsche Firmen oder Patente. Deutschland sitzt nur auf den Zahlen, die 
sich dann letztendlich in Wohlgefallen auflösen werden, wenn der große 
globale Finanzcrash oder Bereinigung/Korrektur genannt kommt. Nicht gut 
und selten dämlich.
Selbst wenn man sich nicht in die Wirtschaft als Staat einmischen will, 
könnte man aber die Kohle in Sachwerte umtauschen.
Geht so, per Schulden Sozialleistungen erhöhen, öffentlicher Dienst 
ausbauen, Gehälter steigen damit auch in den lohndrückenden Sektoren, 
der in der BRD wohnende Konsument kann sich mehr leisten, vor allem 
EU-Importe. Nach außen hin natürlich nicht ganz soviel mehr, weil der 
Euro ein bisschen abwerten würde.
Und übertreiben darf man es auch nicht, ansonsten geht zuviel eigene 
Industrie kaputt.
Aber der Euro macht Deutschlands Konsumenten auch das Leben schwer, weil 
er halt die wirtschaftlich schwachen Staaten in der EU mitfinanziert, 
sei es über Target2-Salden oder für Deutschland einen zu niedrigen 
Außenhandelswert des Euros. Hätten wir noch die DM, die würde jetzt zum 
Dollar mit über 1:4 stehen. Dann müssten wir uns keine Gedanken um 
Massenarmut und Pfandflaschensammeln als Alterssicherung mehr machen.

Autor: Mike B. (Firma: Buchhaltung+Controlling) (mike_b97) Benutzerseite
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Edi M. schrieb:

> China und Japan bauen Konsumelektronik in Massen, aber in Militär und
> Medizintechnik

und deswegen baut Siemens in seiner Fabrik in Shenzhen die MRTs, mit 
chinesischen Arbeitskräften
Spitzentechnologie in Sachen Medizin, mit Supraleitern für die 
Magnetspulen, "Designed in Germany" und "Made in PRC" (weils dort 
billiger is...)

sie lernen die chinesischen Arbeitskräfte mit dem geld unserer 
Krankenkassen an nur um sich hierzulande die hohen Lohnkosten zu sparen
"Vaterlandsverräter!" duck und wech

: Bearbeitet durch User
Autor: Henry G. (gtem-zelle)
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Was vom Pferd? schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> "2016 wies Deutschlands Leistungsbilanz rund 297 Milliarden Dollar auf,
>> die der weltgrößten Handelsnation China rund 245 Milliarden Dollar."
>
> China guckt auch, dass sie für die Kohle was bekommen, als Sachwerte,
> deutsche Firmen oder Patente. Deutschland sitzt nur auf den Zahlen, die
> sich dann letztendlich in Wohlgefallen auflösen werden, wenn der große
> globale Finanzcrash oder Bereinigung/Korrektur genannt kommt. Nicht gut
> und selten dämlich.

Das verstehen die hier auf µ.net nicht. Die denken, weil sie einen 
Abschluss haben und FAZ lesen, dass sie wüsten, wie der Hase läuft. Das 
kannst du auch einem Hausschwein erzählen, da ist Wahrscheinlichkeit 
auch größer, dass es das auch versteht. Oink.



> Selbst wenn man sich nicht in die Wirtschaft als Staat einmischen will,
> könnte man aber die Kohle in Sachwerte umtauschen.
> Geht so, per Schulden Sozialleistungen erhöhen, öffentlicher Dienst
> ausbauen, Gehälter steigen damit auch in den lohndrückenden Sektoren,
> der in der BRD wohnende Konsument kann sich mehr leisten, vor allem
> EU-Importe. Nach außen hin natürlich nicht ganz soviel mehr, weil der
> Euro ein bisschen abwerten würde.
> Und übertreiben darf man es auch nicht, ansonsten geht zuviel eigene
> Industrie kaputt.
> Aber der Euro macht Deutschlands Konsumenten auch das Leben schwer, weil
> er halt die wirtschaftlich schwachen Staaten in der EU mitfinanziert,
> sei es über Target2-Salden oder für Deutschland einen zu niedrigen
> Außenhandelswert des Euros. Hätten wir noch die DM, die würde jetzt zum
> Dollar mit über 1:4 stehen. Dann müssten wir uns keine Gedanken um
> Massenarmut und Pfandflaschensammeln als Alterssicherung mehr machen.

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: Bearbeitet durch User
Autor: Chinaböller (Gast)
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Inhaber der Produktivfaktoren (Maschinen, Rohstoffe, Boden, Kapital, 
Patente, Firmenanteile, Marken) lassen andere für sich Arbeiten um die 
eigene Situation zu verbessern und dürfen sagen, wie die anderen zu 
arbeiten haben.

Sie beherrschen sozusagen die Leute die arbeiten müssen, auch Ingenieure 
selbstverständlich.

Kapital auf der eine Seite und Arbeit auf der anderen Seite.

Wenn man China als Land nimmt, fällt sofort auf das das Land ebendiese 
Dinge in aller Welt aufkauft zurzeit. Das ist von China sehr klug.

Autor: genervt sein Onkel (Gast)
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Jo S. schrieb:
> Interessant!
>
> Wann war das?
> Fachbereich/Schwerpunkt?
> Region?
> 10 Semester anstatt 7?
> Daimler: direkt bei der AG?
> Siemens und Conti: Zusage?
>
> Note 2,5 ist Durchschnitt bei Hochschulen mit ernstzunehmendem
> Bewertungsverfahren. Die Note ist ein wichtiges Kriterium, aber nur
> eines von vielen. Für Großunternehmen ist eine durchschnittliche
> Abschlußnote (und auch noch ein paar Zehntel darüber) ausreichend.
> Einzelnoten relevanter Fächer sind wichtiger. Die Person an sich ist
> noch wichtiger.
>
> Gratuliere zum gelungenen Berufsstart!
>
> Allen ein schönes Bergfest (Mittwoch Mittag)!
>
>   Jo S.

Danke. Interessant, dass Opel dich anscheinend gar nicht interessiert, 
was ich schade finde.

Im August. FB F&E. BaWü. Ja, 10 statt 7. Direkt bei der AG. S und C: 
habe das VG abgesagt, nachdem ich ne Zusage hatte.

Autor: genervt sein Onkel (Gast)
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M.A. S. schrieb:
> Und wer sagt Dir, dass das mit einem Abschluss an einer Uni anders
> gewesen wäre?

Aus Erfahrungsberichten diverser Führungskräfte und VG-Partnern, dass 
Uni-Bacheloranden nicht industrietauglich sind.

Autor: Sapperlot W. (jetztnicht)
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> Inhaber der Produktivfaktoren (Maschinen, Rohstoffe, Boden, Kapital,
Patente, Firmenanteile, Marken) lassen andere für sich Arbeiten ...

Es lebe der Klassenkampf...

Autor: Claidheamh (Gast)
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Sapperlot W. schrieb:
>> Inhaber der Produktivfaktoren (Maschinen, Rohstoffe, Boden, Kapital,
> Patente, Firmenanteile, Marken) lassen andere für sich Arbeiten ...
>
> Es lebe der Klassenkampf...

Wieso? Es kann sich jeder dafür entscheiden, selbst (Teil-)Inhaber 
dieser Produktivfaktoren zu werden. Eine Aufteilung in Klassen gibt es 
heute nicht mehr. Nur eine Aufteilung wie die Leute mit ihrem 
verfügbaren Geld umgehen.

Autor: Gästchen (Gast)
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Unternehmer schrieb:
> Das ist gut so, die Gehälter sind viel zu hoch.

Nö, die Gehälter sind auf dem Reallohn-Niveau von 1991. Dagegen haben 
sich in der gleichen Zeit Gewinne der Unternehmen vervielfacht, ja, du 
hast es richtig gelesen, vervielfacht. Genau da sollte man anpacken aber 
sicherlich nicht bei Gehältern. Die Firmen wollen einfach zu viel Gewinn 
(den Hals nicht vollbekommend), ich kenne eine die sogar Arbeitplätze 
ausgelagert hat obwohl es ihr sehr gut ging. Der Sinn dahinter: sie 
wollten dass es ihnen noch besser geht. Gier und Dummheit gehen gerne 
einen gemeinsamen Weg und die Firma ist bei diesem dummen Vorhaben 
gescheitert. Geschah ihnen zu Recht: wo die Gier das Sagen übernimmt ist 
das Gehirn längst tot.

Autor: Claidheamh (Gast)
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Gästchen schrieb:
> Nö, die Gehälter sind auf dem Reallohn-Niveau von 1991.

Und damit immer noch bei einem Vielfachen des Durchschnitts weltweit.

Gästchen schrieb:
> Dagegen haben
> sich in der gleichen Zeit Gewinne der Unternehmen vervielfacht, ja, du
> hast es richtig gelesen, vervielfacht.

Was nur deshalb geht, weil die Löhne hier so hoch sind und man wo anders 
ähnlich gut qualifiziertes Personal für einen Bruchteil der Kosten 
bekommt.

Wenn man eine Sekunde nachdenkt würde man drauf kommen, dass es klug 
wäre, selbst an einem Unternehmen beteiligt zu sein oder sogar eins 
selbst zu gründen. Aber nein, man muss ja jammern und nach der Politik 
schreien (glaubt jemand ernsthaft die ändern was daran, selbst wenn sie 
es könnten??).

Gästchen schrieb:
> Gier und Dummheit gehen gerne
> einen gemeinsamen Weg und die Firma ist bei diesem dummen Vorhaben
> gescheitert.

Was ist daran dumm, wenn sie - wie du ja selbst sagst - die Gewinne 
(unter anderem dadurch) vervielfacht haben? Dumm ist nur der 
Arbeitnehmer, der sich nicht an den Gewinnen beteiligen will und glaubt, 
die Politik regelt das schon.

Autor: Gästchen (Gast)
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Claidheamh schrieb:
> Und damit immer noch bei einem Vielfachen des Durchschnitts weltweit.

Klassischer Äpfel/Birnen-Vergleich. Ich habe etwas über Reallöhne 
geschrieben. Wenn du weltweite Verlgleiche machst, musst du auch 
weltweite Lebenserhaltungskosten nehmen, und diese sind in Deutschland 
(Miete, Strom usw.) sehr hoch.

Claidheamh schrieb:
> Was nur deshalb geht, weil die Löhne hier so hoch sind und man wo anders
> ähnlich gut qualifiziertes Personal für einen Bruchteil der Kosten
> bekommt.

Ein alter Mythos der BWL-ler. Dieses Personal "für einen Bruchteil der 
Kosten" ist nicht mal annährend so gut ausgebildet wie das in 
Deutschland und kann nicht mal annähernd so gut und effizient arbeiten 
wie das Personal in Deutschland. Dies haben die BWL-ler inzwischen 
lernen mässen. Außerdem: die Leute hierher zu holen bedeutet sie zum 
ähnlichen Gehalt zu beschäftigen, na, klingelt es bei dir? Momentan 
wandert dieses "Personal" aus Deutschland immer mehr ab weil es auf 
"Mutti's Schland" mit Niedriggehältern immer weniger Bock hat. Immer 
weniger Menschen sind bereit für Niedriglöhen im Schland zu arbeiten, 
das siehst du schon deutlich am mangelnden Zuzug der Hochqualifizierten.

Claidheamh schrieb:
> Wenn man eine Sekunde nachdenkt würde man drauf kommen, dass es klug
> wäre, selbst an einem Unternehmen beteiligt zu sein oder sogar eins
> selbst zu gründen. Aber nein, man muss ja jammern und nach der Politik
> schreien (glaubt jemand ernsthaft die ändern was daran, selbst wenn sie
> es könnten??).

Warum wäre es klug ein Unternehmen zu gründen? Es gibt Menschen die 
gerne ihr Privatleben geniessen und nicht nur fürs Arbeiten geboren 
sind. Nicht jeder will/kann Unternehmer werden. Außerdem ist die Anzahl 
der Unternehmer die jammern schon sehr bezeichnend. :)

Claidheamh schrieb:
> Was ist daran dumm, wenn sie - wie du ja selbst sagst - die Gewinne
> (unter anderem dadurch) vervielfacht haben? Dumm ist nur der
> Arbeitnehmer, der sich nicht an den Gewinnen beteiligen will und glaubt,
> die Politik regelt das schon.

Eben nicht, werfe nicht alles ein einen Topf. Bei der dummen Firma ist 
letzte Jahre nichts vervielfacht worden (nach der Auslagerung) und sie 
ist gescheitert, wie ich geschrieben habe. Die eigentliche Dummheit war 
die Gier trotz der sagenhaft guten finanziellen Lage Arbeitplätze 
auszulagern und nach noch mehr Gewinn zu streben (psychische Krankheit?) 
Jeder Unternehmer mit Verstand würde lieber Stabilität und 
Nachhaltigkeit vorziehen als ein bischen mehr kurzfristiger Gewinn mit 
hohem Risiko. So etwas sollte doch jedes Kind im Kindergarten verstehen 
können.

Autor: Claidheamh (Gast)
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Gästchen schrieb:
> Klassischer Äpfel/Birnen-Vergleich. Ich habe etwas über Reallöhne
> geschrieben. Wenn du weltweite Verlgleiche machst, musst du auch
> weltweite Lebenserhaltungskosten nehmen, und diese sind in Deutschland
> (Miete, Strom usw.) sehr hoch.

Aus Arbeitnehmersicht mag das stimmen. Aus Unternehmenssicht aber eben 
nicht. Wenn ich hierzulande für einen schlechten bis mittelmäßigen 
Facharbeiter mehr als das doppelte bezahlen muss als anderswo für einen 
exzellenten Techniker/Meister (mit perfekten Deutsch- und 
Englischkenntnissen), dann brauche ich hier in Deutschland nichts mehr 
anfangen.

Das wär so, als würde ein Dacia 60.000 Euro kosten, wenn es den Golf für 
30.000 Euro gibt. Du kannst dir sicherlich vorstellen, wie viele Autos 
Dacia dann verkaufen würde.

Gästchen schrieb:
> Ein alter Mythos der BWL-ler. Dieses Personal "für einen Bruchteil der
> Kosten" ist nicht mal annährend so gut ausgebildet wie das in
> Deutschland und kann nicht mal annähernd so gut und effizient arbeiten
> wie das Personal in Deutschland.

Nein, das ist kein Mythos. Im Gegenteil: Was du schreibst ist ein 
typisch dummes deutsches Vorurteil. Von wegen nur in Deutschland könne 
es hochqualifiziertes Personal geben. Lächerlich.

Ich habe persönliche Erfahrung aus erster Hand. Wir bezahlen für 
exzellent ausgebildete Elektrotechnik/Elektronik-Fachkräfte nicht einmal 
die Hälfte von dem, was hier ein schlechter Elektroniker kostet. Das 
liegt auch daran, dass wir von einigen Konzernen umgeben sind und wir 
mindestens 50% Aufschlag auf Tarif zahlen müssten, um einen guten 
Elektroniker zu bekommen.

Übrigens: Wir bilden die Leute selbst nach deutschen Standards aus. Da 
sie bei uns mehr als das doppelte des Landesdurchschnitts verdienen, 
sind sie auch hochmotiviert und äußerst loyal. Was man von deutschen 
Arbeitnehmern nicht behaupten kann. Von den ca. 20 deutschen Azubis sind 
>15 zum Konzern gegangen oder sind studieren gegangen (um letztendlich 
beim Konzern anzuheuern). Ich freue mich für die Leute, aber Ausbildung 
in Deutschland macht einfach keinen Sinn mehr für uns.

Gästchen schrieb:
> Außerdem: die Leute hierher zu holen bedeutet sie zum
> ähnlichen Gehalt zu beschäftigen, na, klingelt es bei dir? Momentan
> wandert dieses "Personal" aus Deutschland immer mehr ab weil es auf
> "Mutti's Schland" mit Niedriggehältern immer weniger Bock hat.

Wieso sollte man so etwas tun? Die Leute bleiben natürlich in ihrer 
Heimat, von kurzen Einsätzen in Deutschland zu Ausbildungszwecken mal 
abgesehen.

Gästchen schrieb:
> Warum wäre es klug ein Unternehmen zu gründen? Es gibt Menschen die
> gerne ihr Privatleben geniessen und nicht nur fürs Arbeiten geboren
> sind. Nicht jeder will/kann Unternehmer werden.

Dann darf man sich aber auch nicht über die steigenden Gewinne 
beschweren, wenn man aus Bequemlichkeit nicht davon profitieren will.

Gästchen schrieb:
> Eben nicht, werfe nicht alles ein einen Topf. Bei der dummen Firma ist
> letzte Jahre nichts vervielfacht worden (nach der Auslagerung) und sie
> ist gescheitert, wie ich geschrieben habe.

Und wer sagt dass sie erfolgreich gewesen wären, wenn sie hier geblieben 
wären?

Es gibt eine Menge Unternehmen (meins eingeschlossen), die sehr gute 
Erfahrung im Ausland haben. Man muss es natürlich richtig angehen und 
nicht denken man könne die deutsche Vorgehensweise einfach Ausländern 
aufzwingen. Da muss man schon etwas von der Mentalität verstehen.

Gästchen schrieb:
> Nachhaltigkeit vorziehen als ein bischen mehr kurzfristiger Gewinn mit
> hohem Risiko.

Die Situation in Deutschland ist aber alles andere als nachhaltig. Die 
Konzerne werden durch die hohen IGM-Löhne zum sparen gezwungen und für 
kleinere Unternehmen bleibt nichts übrig. Nebenbei erhöhen sich die 
Lebenshaltungskosten, weil z.B. das Angebot an Handwerkern durch den 
Arbeitskräftebedarf in der Industrie verknappt werden.

Autor: Gästchen (Gast)
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Claidheamh schrieb:
> Aus Arbeitnehmersicht mag das stimmen. Aus Unternehmenssicht aber eben
> nicht. Wenn ich hierzulande für einen schlechten bis mittelmäßigen
> Facharbeiter mehr als das doppelte bezahlen muss als anderswo für einen
> exzellenten Techniker/Meister (mit perfekten Deutsch- und
> Englischkenntnissen), dann brauche ich hier in Deutschland nichts mehr
> anfangen.

Nein, das hat nichts mit der Arbeitnehmersicht zu tun sondern ist rein 
wirtschaftliche Feststellung des Zusammenhanges zwischen Reallöhnen und 
Lebenserhaltungskosten. Du wirst unmöglich jemanden in Deutschland zu 
den Gehältern wie in Ghana beschäftigen. Genau so wenig wird es für dich 
möglich sein gleiche Arbeitsqualität aus Ghana zu erwarten.
PS: Übrigens wenn du deine Behauptung wiederholst wird sie nicht 
richtiger. Du sollst sie schon begründen anstatt zu wiederholen, wir 
sind hier nicht im Bundestag.

Claidheamh schrieb:
> Nein, das ist kein Mythos. Im Gegenteil: Was du schreibst ist ein
> typisch dummes deutsches Vorurteil. Von wegen nur in Deutschland könne
> es hochqualifiziertes Personal geben. Lächerlich.

Das ist kein Verurteil. Ein Beispiel für dich: Wirtschaft hat damals 
laut rausposaunt dass viele Fachkräte aus Syrien kommen sollen und dass 
man sie hier möglichst schnell beschäftigen soll (Hoffnung auf 
Dumpinglöhne und Konkurrenz zu den Einheimischen). Die Realität aber 
sieht ganz anders aus, nicht mal Schulausbildung in Syrien ist zu der in 
Deutschland vergleichbar. Ich kenne eine Studentin aus Syrien die 
Elektrotechnik studiert hat und dort im letzten Semester war. Die Leute 
sind gerade dabei ihr zu erklären wie ein Transistor funktioniert.
Ein anderes Beispiel in der anderen Firma: bei der Praktika mit gewissen 
"Neubürgern" hat man festgestellt dass sie ein großes Problem damit 
haben 8 Stunden konzentriert zu arbeiten. Die sind es einfach nicht 
gewohnt. Ganz zu schweigen von Metalitäts- bzw. Kulturunterschieden.

Claidheamh schrieb:
> Wieso sollte man so etwas tun? Die Leute bleiben natürlich in ihrer
> Heimat, von kurzen Einsätzen in Deutschland zu Ausbildungszwecken mal
> abgesehen.

Das ist komplett dumm. Hast du überhaupt schon mal Projekte im Ausland 
abwickeln lassen? Da bekommst du mit Problemen zu tun von den du nie 
gehört hast. Wenn du hier die gleiche Qualität und gleiche Ausführung 
wie in Deutschland erwartest, dann wünsche ich dir viel Spaß. Je mehr du 
am Gehalt sparen wirst, desto mehr Mist wirst du geliefert bekommen. 
Dies ist kann natürlich nur logisch sein: nur dumme BWL-ler kommen auf 
die Idee dass in Ghana gleich gearbeitet wird in im Schland.

Claidheamh schrieb:
> Dann darf man sich aber auch nicht über die steigenden Gewinne
> beschweren, wenn man aus Bequemlichkeit nicht davon profitieren will.

Das Arbeitnehmer-Leben das aus Arbeit besteht (für Kapital anderer), 
nennst du jetzt Bequemlichkeit? Und die Unternehmer dürfen sich 
beschweren weil der Gewinn nicht so ausfallen ist wie sie im Traum 
gesehen haben?

Claidheamh schrieb:
> Und wer sagt dass sie erfolgreich gewesen wären, wenn sie hier geblieben
> wären?

Ich sage das: wenn sie nciht ausgelagert hätten, hätten sie den Zustand 
wie vorher: guter und nachhaltiger Gewinn.

Claidheamh schrieb:
> Es gibt eine Menge Unternehmen (meins eingeschlossen), die sehr gute
> Erfahrung im Ausland haben. Man muss es natürlich richtig angehen und
> nicht denken man könne die deutsche Vorgehensweise einfach Ausländern
> aufzwingen. Da muss man schon etwas von der Mentalität verstehen.

Da freue ich mich schon darauf: genau die gleiche Einstellung der Gier, 
dass alle aufs Ausland gestürmt sind, hat die Löhne in China purzeln 
lassen. Das ist wirklich geil wenn Gier das Gehirn frisst.  :)

Claidheamh schrieb:
> Die Situation in Deutschland ist aber alles andere als nachhaltig. Die
> Konzerne werden durch die hohen IGM-Löhne zum sparen gezwungen und für
> kleinere Unternehmen bleibt nichts übrig. Nebenbei erhöhen sich die
> Lebenshaltungskosten, weil z.B. das Angebot an Handwerkern durch den
> Arbeitskräftebedarf in der Industrie verknappt werden.

Nein, Konzerne versuchen an Löhnen zu sparen weil exorbitant mehr Gewinn 
haben wollen. IGM ist bekanntermaßen arbeitgeberfreundlich und verlangt 
Gehaltsteigerungen im Promilebereich während die Gewinne sich 
vervielfachen. Das Angebot an Handwerkern ist deshalb knapp weil die 
Firmen Scheißgehälter zahlen und immer weniger Menschen diese Arbeit 
machen wollen (selbst schuld).
Dazu nennen ich dir mal das aktuelle Beispiel "LKW-Fahrer". Derzeit 
können Speditionen im Schland keine Fahrer finden und haben ein großes 
Problem, nicht mal ausländische Fahrer finden sie weil die 
Arbeitsbedienungen asozial sind, der Druck hoch, das Gehält Kacke, 
Parkplätze immer knapper usw. Genau die Einstellung die du hier 
glorifizierst hat diese Probleme verursacht. Und das ist gut so.

Autor: Claidheamh (Gast)
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Gästchen schrieb:
> Du wirst unmöglich jemanden in Deutschland zu
> den Gehältern wie in Ghana beschäftigen. Genau so wenig wird es für dich
> möglich sein gleiche Arbeitsqualität aus Ghana zu erwarten.

Ghana ist ein schlechtes Beispiel. Aber in Südosteuropa z.B. bekommt man 
die gleiche oder bessere Qualität für weniger als die Hälfte.

Gästchen schrieb:
> PS: Übrigens wenn du deine Behauptung wiederholst wird sie nicht
> richtiger. Du sollst sie schon begründen anstatt zu wiederholen, wir
> sind hier nicht im Bundestag.

Du müsstest erst einmal begründen, wieso Menschen in anderen Ländern 
eine schlechtere Arbeitsqualität abliefern, wenn sie besser motiviert 
wird (weil sie im Verhältnis zu ihren Erwartungen viel höhere Löhne 
bekommen) und nach deutschen Standards ausgebildet sind. Meine 
persönliche Erfahrung sagt: Die Qualität ist die gleiche oder höher. Du 
hast wahrscheinlich noch keine eigene Erfahrung gemacht, sondern 
plapperst nur hohle Parolen nach.

Gästchen schrieb:
> Das ist kein Verurteil. Ein Beispiel für dich: Wirtschaft hat damals
> laut rausposaunt dass viele Fachkräte aus Syrien kommen sollen und dass
> man sie hier möglichst schnell beschäftigen soll (Hoffnung auf
> Dumpinglöhne und Konkurrenz zu den Einheimischen). Die Realität aber
> sieht ganz anders aus, nicht mal Schulausbildung in Syrien ist zu der in
> Deutschland vergleichbar.

Syrien ist aber nur ein Beispiel, ein kleines Land im Rest der Welt.

Ich kann aber natürlich auch einen Syrer so ausbilden, dass er mit einer 
deutschen Fachkraft locker mithalten kann.

Gästchen schrieb:
> Das ist komplett dumm. Hast du überhaupt schon mal Projekte im Ausland
> abwickeln lassen? Da bekommst du mit Problemen zu tun von den du nie
> gehört hast. Wenn du hier die gleiche Qualität und gleiche Ausführung
> wie in Deutschland erwartest, dann wünsche ich dir viel Spaß.

Ich betreibe inzwischen fast eine komplette Firma im Ausland und wir 
haben schon hunderte Projekte abgewickelt. Das funktioniert viel 
problemloser als ich es in Deutschland gewohnt war. Einfach weil wir 
sehr viel mehr als marktüblich bezahlen können und dementsprechend 
richtig gutes Personal dort haben. Solches Personal gibt es in 
Deutschland auch, aber das arbeitet in Konzernen.

Gästchen schrieb:
> Dies ist kann natürlich nur logisch sein: nur dumme BWL-ler kommen auf
> die Idee dass in Ghana gleich gearbeitet wird in im Schland.

Ich bin aber kein dummer BWLer, sondern schlauer Ingenieur. Bei mir 
funktioniert das. Unter anderem weil ich nicht nach Ghana gehe, sondern 
in der EU bleibe.

Gästchen schrieb:
> Das Arbeitnehmer-Leben das aus Arbeit besteht (für Kapital anderer),
> nennst du jetzt Bequemlichkeit?

Ja, zumindest wenn man deine These vom beschwerlichen Unternehmerleben 
folgt. Die ist natürlich Bullshit, deshalb ist es für einen Arbeitnehmer 
auch nicht bequemer. Wo wir wieder am Knackpunkt sind: Wenn man von den 
Gewinnen profitieren will, wird man Gründer oder Eigentümer.

Gästchen schrieb:
> Da freue ich mich schon darauf: genau die gleiche Einstellung der Gier,
> dass alle aufs Ausland gestürmt sind, hat die Löhne in China purzeln
> lassen. Das ist wirklich geil wenn Gier das Gehirn frisst.  :)

Mit Gier hatte meine Entscheidung nichts zu tun. Sondern einfach die 
Erfahrung, dass im Ausland (nein, nicht China und nicht Ghana, sondern 
EU) sehr gute Fachkräfte viel leichter verfügbar sind. Natürlich muss 
man sich, wie schon gesagt, mit der Mentalität auseinandersetzen. Das 
ein Grund, wieso ich China oder allgemein Asien meide - genauso wie 
Ostdeutschland übrigens. Und das funktioniert seit Jahren prächtig. 
Deine Prophezeiung ist Bullshit.

Gästchen schrieb:
> Nein, Konzerne versuchen an Löhnen zu sparen weil exorbitant mehr Gewinn
> haben wollen.

Richtig, und das geht in Deutschland dank IGM nicht mehr. Also müssen 
sie mit der Masse ins Ausland und unterhalten in Deutschland nur noch 
das Nötigste. Das ist immer noch recht viel, aber wer weiß wie lange das 
so bleibt.

Gästchen schrieb:
> Das Angebot an Handwerkern ist deshalb knapp weil die
> Firmen Scheißgehälter zahlen

Wo wir wieder am Punkt wären: Selbstständig machen. Geht als Handwerker 
noch viel einfacher als in anderen Bereichen und man kann sich eine 
goldene Nase verdienen. Gerade weil die ganze potentielle Konkurrenz in 
den Konzernen lieber ihre 35h-Woche zu einem fetten IGM-Lohn absitzt.

Autor: X4U (Gast)
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Gästchen schrieb:
> Ein Beispiel für dich: Wirtschaft hat damals
> laut rausposaunt dass viele Fachkräte aus Syrien kommen sollen und dass
> man sie hier möglichst schnell beschäftigen soll

Also wer diese dumme Lügenpropaganda geglaubt hat kann auch gleich beim 
BND anfangen.


Claidheamh schrieb:
> Aus Arbeitnehmersicht mag das stimmen. Aus Unternehmenssicht aber eben
> nicht. Wenn ich hierzulande für einen schlechten bis mittelmäßigen
> Facharbeiter mehr als das doppelte bezahlen muss als anderswo für einen
> exzellenten Techniker/Meister (mit perfekten Deutsch- und
> Englischkenntnissen), dann brauche ich hier in Deutschland nichts mehr
> anfangen.

Danke erstmal für diese Beiträge, wohltuend mal was aus der Praxis zu 
hören statt ... .

Magst du die Summen (Arbeitgeberbrutto) nennen und evtl. das Land um das 
es geht?

Wie sieht es mit Sozialabgaben und BG aus. Die meisten argumentieren 
hier ja von ihrem persönlichen Nettogehalt.

Meine Familie kommt übrigens aus der Schifffahrt. Dort ist es so das der 
Filipino bei gleicher Tätigkeit netto fast das gleiche hat wie ein 
deutscher Seemann unter deutscher Flagge. Einfach wg. der hohen 
Abgabenlast in DE.

Autor: Oroth (Gast)
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Gästchen schrieb:

> ..., die Gehälter sind auf dem Reallohn-Niveau von 1991.

Das stimmt nicht.

Autor: X4U (Gast)
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Claidheamh schrieb:
>> Das Angebot an Handwerkern ist deshalb knapp weil die
>> Firmen Scheißgehälter zahlen

Die Firmen zahlen i.d.R. keine schlechten Gehälter. Ein abhängig 
beschäftigter Handwerker muss halt die ganzen Sozialabgaben mit 
erarbeiten. Von diesen sieht er nur die hälfte auf dem Lohnzettel, von 
den sonstigen Kosten ganz zu schweigen.

>
> Wo wir wieder am Punkt wären: Selbstständig machen. Geht als Handwerker
> noch viel einfacher als in anderen Bereichen und man kann sich eine
> goldene Nase verdienen. Gerade weil die ganze potentielle Konkurrenz in
> den Konzernen lieber ihre 35h-Woche zu einem fetten IGM-Lohn absitzt.

Ein Freund von mir ist damit Millionär geworden. Er hat aber auch 
konsequent auf einfache Tätigkeiten gesetzt und Leute eingestellt die 
sonst keiner wollte.

Autor: Claidheamh (Gast)
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X4U schrieb:
> Danke erstmal für diese Beiträge, wohltuend mal was aus der Praxis zu
> hören statt ... .

Ich danke auch.

X4U schrieb:
> Magst du die Summen (Arbeitgeberbrutto) nennen und evtl. das Land um das
> es geht?
>
> Wie sieht es mit Sozialabgaben und BG aus. Die meisten argumentieren
> hier ja von ihrem persönlichen Nettogehalt.

Genaueres möchte ich zum Schutz meiner Identität nicht verraten. Ich 
lehne mich hier eigentlich eh schon zu weit aus dem Fenster. Auf jeden 
Fall zahlen wir Löhne für einen richtig guten Facharbeiter in etwa auf 
Niveau des deutschen Mindestlohn. Die Sozialbeiträge sind etwas 
niedriger, aber das macht unterm Strich keinen großen Unterschied. 
Insgesamt ist das Verhältnis Brutto/netto jedenfalls sehr ähnlich zu 
Deutschland.

X4U schrieb:
> Ein Freund von mir ist damit Millionär geworden. Er hat aber auch
> konsequent auf einfache Tätigkeiten gesetzt und Leute eingestellt die
> sonst keiner wollte.

Eben. Das ist eigentlich relativ einfach zu erreichen.

Autor: X4U (Gast)
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Claidheamh schrieb:
> Eben. Das ist eigentlich relativ einfach zu erreichen.

Der hat 20 Jahre Vollgas gegeben 12-15h / Tag 7 Tage die Woche. Die 
totale Mühle zwischen Lohnzahlungen, Berufsgenossenschaftsanforderungen, 
Finanzamt diversen Krankenkassen und Rententrägern (die all im voraus 
abbuchen egal od der Kunde zahlt). GEZ-Streiterein um diverse Radios on 
Top. Das normale Geschäft noch dazu. Für Sozialabgaben und Steuern bist 
du als GF in Old Germany persönlich haftbar. Da nützt dir ne GmbH & Co. 
KG gar nichts.

Dafür haben Sie ihm dann gnädigerweise nen Bruttolohn von 7000 EUR 
gestattet (alles darüber war verdeckte Gewinnausschüttung und wurde 
durch Körperschafts- und Gewerbesteuer mehr als halbiert).

> Genaueres möchte ich zum Schutz meiner Identität nicht verraten. Ich
> lehne mich hier eigentlich eh schon zu weit aus dem Fenster.

Völlig Ok, nochmals danke.

> Auf jeden
> Fall zahlen wir Löhne für einen richtig guten Facharbeiter in etwa auf
> Niveau des deutschen Mindestlohn.
und die Kaufkraft?


> Die Sozialbeiträge sind etwas
> niedriger, aber das macht unterm Strich keinen großen Unterschied.

Lebt deine Firma dann letztlich vom Kaufkraftgefälle D / Osteuropa?

> Insgesamt ist das Verhältnis Brutto/netto jedenfalls sehr ähnlich zu
> Deutschland.

Die Frage ist ja was man dafür bekommt.

Autor: Claidheamh (Gast)
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X4U schrieb:
> Der hat 20 Jahre Vollgas gegeben 12-15h / Tag 7 Tage die Woche. Die
> totale Mühle zwischen Lohnzahlungen, Berufsgenossenschaftsanforderungen,
> Finanzamt diversen Krankenkassen und Rententrägern (die all im voraus
> abbuchen egal od der Kunde zahlt). GEZ-Streiterein um diverse Radios on
> Top. Das normale Geschäft noch dazu.

Ok, der hat sich nicht so schlau angestellt.

X4U schrieb:
> Für Sozialabgaben und Steuern bist
> du als GF in Old Germany persönlich haftbar. Da nützt dir ne GmbH & Co.
> KG gar nichts.

Ähm, nein. Zumindest solange man sich an Gesetze hält und nicht versucht 
Steuern zu hinterziehen oder eine Insolvenz zu verschleppen (was 
zugegebenermaßen bei nicht gezahlten Sozialbeiträgen ziemlich schnell 
passieren kann). Ich denke da hast du etwas falsch verstanden.

X4U schrieb:
> und die Kaufkraft?

Man bekommt dort natürlich deutlich mehr für sein Geld. 
Kaufkraftbereinigt dürfte das was wir zahlen in etwa einem 
Facharbeiterlohn entsprechen. Das allerdings ist wesentlich mehr als die 
Leute dort normalerweise zur Verfügung haben. Selbst Konzerne zahlen 
dort eher schlechter, weil die ja wirklich nur aus Preisdruck dort hin 
gehen.

X4U schrieb:
> Lebt deine Firma dann letztlich vom Kaufkraftgefälle D / Osteuropa?

Nein, denn das Kaufkraftgefälle ist ja effektiv nicht so groß. Wir 
würden auch mit deutschen Löhnen klar kommen, wenn wir dafür 
entsprechend gutes Personal bekommen würden. Wir haben ganz andere 
Gründe für unsere Entscheidung. Wir bringen immerhin etwas Wohlstand in 
eine relativ strukturschwache Gegend, womit wir auch viel Unterstützung 
bei den Einheimischen haben. Wir kommen sehr einfach an hochgradig 
motiviertes und loyales Personal und können so effektiv eine höhere 
Qualität liefern. Dass wir dabei außerdem noch Geld sparen ist natürlich 
ein netter Nebeneffekt.

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